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Diesen Sonntag ist Bundespräsidentschaftswahlkampf, und auch wenn der Sieger bereits feststeht, gehe ich a) hin und wähle b) Heinz Fischer. Die Gründe sind einfach:

  1. Wenn ich nicht (oder weiß) wähle, werde ich am Sonntag abend, wenn ich Pech habe, zu 20% eine Kandidatin gewählt haben, gegen die die FPÖ ein linksextremer Haufen ist, und zu 10% einen christlichen Obskuranten, der sich vor der flächendeckenden Entweihung der göttlichen Schöpfung durch RFID-Implantate fürchtet. Wer nicht wählt, wählt das Wahlergebnis der anderen.
  2. Ein Bundespräsident braucht im Fall einer gröberen Krise Autorität und ein demokratisches Rückgrat. (In Friedenszeiten geht’s bei dem Amt ja nicht um viel.) Auch wenn ich mir andere Kandidaten gewünscht hätte – von den drei zur Wahl stehenden hat Heinz Fischer davon am meisten. Mit sehr großem Abstand.

Das reicht für eine Entscheidung. Dass man auf ÖVP und Grüne sauer sein darf, weil sie niemanden aufgestellt haben, steht auf einem anderen Blatt. Besonders die ÖVP gehört abgewatscht, weil sie halboffiziell zum Weißwählen aufruft. Ist doch die Aufgabe einer Partei, selbst Wahlangebote zu stellen und nicht zum Wahlboykott aufzurufen! So sieht Totalversagen aus, politisch und menschlich.

Wer noch nachdenkt, dem empfehle ich die Beiträge von Martin Schimak, Gerald Bäck (2), Andreas Lindinger, Tom Schaffer, Jana Herwig, Robert Misik und Thomas Knapp.

So vorhersehbar der Wahlausgang, so haben diesen Wahlen auch etwas besonderes: Der Internetwahlkampf des Fischer-Teams ist der (relativ) beste, den österreichische Wahlen bislang gesehen haben. Das dürfte auch am geringen Druck gelegen haben. (Und ist sicherlich auch ein Testlauf für zukünftige Wahlen wie die kommende Wien-Wahl.)

Ich durfte auf Ö1 (wieder) ein paar Wortspenden dazu abgeben:

Hier der Artikel dazu auf o1.orf.at. Audio: © Ö1/ORF.

Kollateralmord

April 5, 2010  

Nehmt euch 17 Minuten Zeit, um dieses Video aus einem US-Militärhubschrauber in Bagdad anzuschauen (solange es noch online ist!). Es wurde kürzlich auf Wikileaks veröffentlicht, siehe auch Collateralmurder.org:

Wer hat hier das Legitimationsproblem, die US-Besatzung oder der irakische Widerstand dagegen?

(via Netzpolitik)


Der Stand-Up-Comedian Louis CK über den wahren Zweck der katholischen Kirche:

Böse, böse.

Ohne Worte

February 20, 2010  

if-you-are-a-pirate

Via Microsiervos. Ursprung unbekannt.

Buskampagne, reloaded

January 26, 2010  

Die atheistische Buskampagne geht in die zweite Runde und sucht Sloganideen. Hier meine:

buskampagne2

Wer selbst rumspielen will: PSD + Fonts. Hier das britische Original.
 

Update: Florian hat den Ball aufgenommen und diese beiden Entwürfe gemacht:

buskampagne-floriangossy1

buskampagne-floriangossy2

Update 2: Ein Entwurf von Christoph Dollenz:

Buskampagne-ChristophD

Update 3: Und noch zwei Entwürfe von Michael Horak:

Buskampagne-fatmike1

Buskampagne-fatmike1

Update 4: Entwurf von Thomas Koll:

Buskampagne-thomas

Update 5: Entwurf von Markus Pirchner:

Buskampagne-markus


Der neue Meldezettel – die Rache der Konsos:

Meldezettel

(via Marco Schreuder)


Michael Andres und Michael Moser von der Uni Salzburg haben mir einen Fragebogen (gefühlt der hundertste in den letzten Jahren) zum Thema Weblogs geschickt. Das Ergebnis soll auf ZurPolitik.com veröffentlicht werden. Hier ein Auszug meiner Antworten:

Beschreiben Sie bitte in drei Sätzen Ihr Selbstverständnis als Blogger_in:

  1. Der Subjektivität verpflichtet
  2. Interessenskonflikte immer transparent
  3. Quellen nennen

Was war Ihre ursprüngliche Motivation mit dem Bloggen zu beginnen?

Ist mir passiert. Brauchte zuerst nur Raum für meine Bilder und Texte.

In welchen gesellschaftlichen Bereichen sehen Sie Blogs generell als wirksames Instrument zur Unterstützung gesellschaftlicher Veränderungen?

Erstens, Gegenfrage: In welchen nicht? Zweitens beschränkt sich das nicht auf Blogs sondern ist ein Phänomen des Citizen Journalism und umfasst alle Sozialen Medien, v.a. auch Youtube & Co, Twitter, Facebook.

Gibt es Situationen, in denen Sie den Einsatz von Blogs als Instrument der Diskussion und Meinungsbildung kritisch betrachten?

Der (grundsätzlich begrüßenswerte) Mangel an journalistischer (Selbst)-Zensur – im Gegensatz zu etablierten/kommerziellen Medien, wo Chefredaktion, Redaktionskonferenz und nicht zuletzt Anzeigenabteilung mitreden – kann in Fällen, wo es zwischen Privatsphäre und öffentlichem Interesse abzuwägen gilt, sehr leicht zu einer Verletzung ersterer führen.

Oft liest man die verkürzte Bezeichnung von Blogs als „Online-Tagebuch“. Wie definieren Sie Blogs?

Ein Blog ist ein Online-Journal aus der Ich-Perspektive, oft ohne journalistische oder kommerzielle Ambitionen.

Wie würden Sie, in drei Sätzen, die österreichische Blogosphäre beschreiben?

Klein, überschaubar, Wien-lastig.

Sind Sie der Meinung, dass Blogs in Österreich den gesellschaftlichen Diskurs mitbestimmen? Falls ja, können Sie Beispiele hierfür anbringen?

Ja, mit der Betonung auf “mit”. Beispiele: DieTiwag.org, Die Grünen Vorwahlen oder Politikerblogs wie die von Peter Pilz oder Christoph Chorherr.

Wie würden Sie die österreichische Blogosphäre nach politischen Kriterien (z. B. rechts/links, liberal/konservativ etc.) einschätzen?

Eine Wahlempfehlungsaktion 2008, der viele Blogs gefolgt sind, hat in etwa eine 50:50-Stimmenverteilung zwischen Grün und LIF ergeben. Also eher links-liberal. Allerdings sind 2009 einige konservative Blogger dazugekommen.

Nennen Sie bitte drei österreichische Blogs, die Sie persönlich gerne besuchen?

„Blogger sind Blogger, Journalisten sind Journalisten“. Wie stehen Sie zu dieser Behauptung und welche Verbindungen sehen sie zwischen Blogging und traditionellem Journalismus?

Blogger können Journalisten sein und Journalisten Blogger. Im Regelfall sind Blogger jedoch keine Journalisten und stellen diesen Anspruch auch nicht an sich. Die ganze (leidige) Diskussion rührt vielleicht daher, dass Journalisten durch Blogger ihr Meinungsmonopol bzw. ihre Gatekeeper-Funktion bedroht sehen.

Behindert Sie die medienrechtliche Ungleichheit von Blogger_innen im Vergleich zu Journalist_innen bei Ihrer bloggerischen Tätigkeit?

Eher die medienrechtliche Gleichheit: Die Impressumspflicht verunmöglicht anonyme Blogs – eine internationale Seltenheit. Meines Erachtens eine implizite, jedoch grobe Einschränkung der Meinungsfreiheit. Führt zur Schere im Kopf, da Blogger nicht die Möglichkeit haben, sich hinter Verlagen und deren Rechtsabteilungen (und Rechtsschutzversicherungen) zu verstecken.

Wie beurteilen Sie das Verhältnis zwischen Blogs und traditionellen Medien? Werden Blogs laut Ihrer Einschätzung von traditionellen Medien als Akteur im Informations- und Meinungssektor vom traditionellen Journalismus anerkannt und wie schätzen Sie das Konkurrenzverhältnis zwischen Weblogs und traditionellen Medien ein?

Vor allem in den letzten beiden Jahren haben viele Mainstream-Journalisten Blogs eröffnet (Barth, Klenk, Brodnig, Unterberger, Ortner, auch Armin Wolf auf Twitter). Dies wird zu einer Stärkung ihrer Stellung gegenüber ihren Arbeitgebern und Chefredakteuren führen. Es ist m.E. nur eine Frage der Zeit, bis Redaktionen Cross-Posting-Verbote ausprechen.


Bumsti Strachnigg und seine Freunde von der Judä.., äh, Volksfront von Judäa:

Original wunderbar bebildert von Nattl. Ich wünsche mir eine Maschek-Adaption dieser Idee, bitte!


Heute will der Wiener Gemeinderat die Wiener SPÖ beschließen, im Februar in Wien eine Volksbefragung durchzuführen. Die Fragen sind derart suggestiv, dass sie mich an die einer unheilvollen Abstimmung vor 72 Jahren erinnern:

anschluss

Urteilt selbst:

1. Im Jahr 2000 wurde durch den Bundesgesetzgeber die Möglichkeit abgeschafft, Hausbesorger anzustellen. Eine bundesgesetzliche Neuregelung ist seither nicht zustande gekommen.

Sind Sie dafür, dass in Wien die Möglichkeit geschaffen wird, neue HausbesorgerInnen (mit modernem Berufsbild) einzustellen?

JA / NEIN

2. Internationale Studien zeigen, dass die Ganztagsschule der entscheidende Erfolgsfaktor für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie darstellt sowie das Bildungsniveau der Bevölkerung deutlich hebt.

Sind Sie für ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen in Wien?

JA / NEIN

3. Einige Großstädte (z. B. London, Stockholm) haben zur Bewältigung des innerstädtischen Verkehrs eine Einfahrtsgebühr für das Stadtzentrum eingeführt (Citymaut). In Wien konnte durch die Verkehrspolitik (Ausbau öffentlicher Verkehr, Parkraumbewirtschaftung, Wohnsammelgaragen, Ausbau Radwegenetz) in den letzten Jahren der Autoverkehr in der Stadt deutlich reduziert werden.

Soll in Wien eine Citymaut eingeführt werden?

JA / NEIN

4. In Wien fahren täglich Nachtbusse von 0.30 bis 5.00 Uhr. Ein 24-Stunden-U-Bahn-Betrieb am Wochenende (Freitag und Samstag) kostet pro Jahr 5 Millionen Euro und bewirkt veränderte Fahrtrouten der Nachtbusse an Wochenenden.

Sind sie dafür, dass die U-Bahn am Wochenende auch in der Nacht fährt?

JA / NEIN

5. Seit 2006 wird in Wien ein freiwilliger Hundeführschein angeboten. Der Hundeführschein ist eine fundierte Ausbildung für Hundehalter/innen, bei welcher der richtige Umgang mit Hunden erlernt wird. Bei der Prüfung müssen die Hundehalter/innen zeigen, dass sie den Hund auch in schwierigen Situationen im Griff haben.

Sind Sie dafür, dass es in Wien für sogenannte “Kampfhunde” einen verpflichtenden Hundeführschein geben soll?

JA / NEIN

Quelle: ORF.at.

Die Volksbefragung soll laut ORF.at übrigens fast 7 Millionen Euro kosten – deutlich mehr als die Jahreskosten für den als teuer suggerierten Rund-um-die-Uhr-Betrieb der Ubahnen.

Ein Schelm, wer einen Zusammenhang mit den im Oktober anstehenden Gemeinderatswahlen vermutet. Ein Missbrauch der Demokratie und schlimmer noch – ein krasser Fall von Dummheitsvermutung.

Via Christoph Chorherr.

EDIT: Ich habe den Titel von “Michael Häupl in Hitlers Tradition?” auf “Michael Häupls undemokratischer Sündenfall” umbenannt. Zu viele haben das statt als Vergleich einer Methode (suggestive Fragestellung) als Vergleich zwischen den Personen interpretiert. Das muss schließlich nicht sein – eine undemokratische Vorgangsweise macht den Wiener Bürgermeister selbstverständlich (dachte ich) noch lange nicht zum Faschisten.

Update: Den Grünen wurde der Stimmzettelentwurf zugespielt (via Marco on Facebook):

stimmzettel


Wenn sich ein Journalist und der Sprecher des Vizekanzlers öffentlich per Twitter und Weblog ein Scharmützel liefern, dann ist das ja recht amüsant.

Wenn der Sprecher des Vizekanzlers jedoch Menschen, die sich auf die Seite des Journalisten schlagen, öffentlich als “Jubelperserbeschimpft, dann ist da schon eine Grenze überschritten worden, finde ich.

Zuviel der Bürgernähe, Herr Kapp.

Bild 47