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Wir haben’s derzeit nicht leicht mit den Wiener Grünen. Kurz vor der wichtigen Wiener Gemeinderats- und Bezirksratswahl am 10. Oktober haben sich die Grünen schon in zwei Bezirken gespalten, nach der Mariahilf nun auch in der Josefstadt: Der 74-jährige Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian wurde nicht mehr aufgestellt, statt ihm kandidiert Alexander Spritzendorfer. Eine grüne Mehrheit galt bis heute als sicher – doch Rahdjian will’s noch mal wissen und hat ebenfalls eine eigene Liste angekündigt. (Spritzendorfers Reaktion.)

Warum? Warum immer die Grünen?

Haben die Grünen ein grundsätzliches Problem mit Demokratie, wie Gerald Bäck schreibt? Ist die “nette Basisdemokratie, bei der jeder mitreden darf”, gescheitert, wie Andrea Heigl im Standard meint?

gruenerchaotEs passiert das Unausweichliche: Die Medien stürzen sich auf das Thema. Die Grünen in Wien (das bekanntlich weitere 21 Bezirke hat) stehen nun für “Chaos“. Der Schaden beschränkt sich nicht auf die beiden Bezirke, die beide um eine grüne Bezirksvorstehung umfallen könnten, sondern wird den Grünen in ganz Wien massiv Stimmen kosten. Was wiederum dazu führen könnte, dass die SPÖ ihre absolute Mehrheit behält und Wien weiter ohne ernsthafte Kontrolle feudal verwalten kann, à la Gewista, Pratervorplatz oder Skylink, und das unfair-mehrheitsfreundliche Wiener Wahlrecht so bleibt wie es ist.

Das Stück, das die Grünen aufführen, heißt “Der Vereinsmeier und seine Allüren”. Kindische Machtspiele engagierter aber eben auch sehr liebesbedürftiger Bezirksfreiwilliger.

Lassen wir die Kirche im Dorf: Das ist in anderen Parteien ähnlich (außer bei der FPÖ, die sich den Luxus inhaltlich engagierter Bezirksfreiwilliger kaum leistet). Der Unterschied ist, dass andere Parteien ihren Freiwilligen erst gar nicht die Illusion vermitteln, sie könnten ohne Sanktus von oben irgendwas werden. In SPÖ und ÖVP kann man sich nur zu bewähren versuchen, in der Hoffnung, von oben “entdeckt” zu werden. All das macht die Grünen etwas instabiler und gleichzeitig auch schwerfälliger. (Schwerfälliger als wir es von ihnen erwarten, wohlgemerkt, kaum schwerfälliger als die weiteren Blassitäten, die da am Wahlzettel stehen.)

Was bleibt, ist das Drama der öffentlichen Wahrnehmung. Statt über Rückeroberung des öffentlichen Raumes, über neue Straßenbahnen, Verbot der Automatenabzocke, neue Radhighways, Förderung von Gebäudedämmung, innerstädtisches Roadpricing oder beachtliche grüne Erfolge reden alle über ein paar Bezirksräte in zwei Bezirken. Bezirksräte, die über einzelne Fahrradständer und Zebrastreifen entscheiden.

T’schuldigung, aber darum geht’s nicht.

Wer zur Wahl steht, ist bekannt. Eine neue Reformbewegung ist nicht darunter. Eine Partei, die öffentlich-partizipative Personalauswahl vulgo Vorwahlen betreibt ebensowenig. Streiten tun sie alle, die Grünen halt nur öffentlicher.

Was will ein Journalist, der übers “Grüne Chaos” schwadroniert? Und worum geht’s mir, wenn ich mein Kreuzerl am Wahlzettel mache? Ist Denkzettelwählen irgendwie cleverer als Denkzettel-Echt-Grün-Listen-Gründen? Es gibt viele gute Gründe eine andere Partei als die Grünen zu wählen, ist das “Grüne Chaos” einer davon? Fragen, die sich jeder Wiener stellen sollte.

PS. Seit wir letztes Jahr grandios an Grünem Beton gescheitert sind, hab ich vor, ein Fazit zu den Grünen Vorwahlen zu schreiben, aber ich schaff’s nicht. Vielleicht weil das Fazit einfach zu banal-traurig ist. Vielleicht mach ich’s noch.


 

mika-dieter
 
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Mal ganz was anderes: Ich habe in der letzten Zeit immer wieder auf Hochzeiten von Freunden fotografiert, da fiel mir auf, dass gute Hochzeitsfotos ganz wesentlich von der Hochzeit und dem Brautpaar selbst abhängen. Darum hier ein paar Tipps:

  1. Zeige dem Fotografen, wer die wichtigsten Bezugspersonen sind (Kinder, Eltern, Trauzeugen). Falls der Fotograf aus dem Bekanntenkreis ist und bereits eine Familienseite kennt, achte besonders auf die Vorstellung der anderen Familienseite.
     
  2. Sorge für die gewünschten Vorder- und Hintergründe am Ort der Hochzeit (Blumengestecke, Kerzen, Luftballons, etc). Wähle Location und Dekoration mit dem Auge eines Fotografen aus.
     
  3. Überlege, ein optisches Thema zu finden (Farben, Formen, Symbole) und gestalte die Dekoration entsprechend.
     
  4. Richte die Hochzeit so aus, dass sie frei von störenden Hintergründen ist. Heiratest du beispielsweise auf einer Wiese, parke die Autos der Hochzeitsgäste nicht in Sichtweite.
     
  5. Teile dem Fotografen vorher mit, auf welche Fotos du besonderen Wert legst (Gruppenfotos, Fotos mit bestimmten Bezugspersonen, etc.) Hier ein paar Motivideen :-).
     
  6. Denke den Ablauf der Hochzeit “in Motiven” durch und gestalte ihn entsprechend. Ein Spalier beim Auszug aus dem Standesamt schafft beispielsweise dynamische Fluchtlinien. Seifenblasen oder geworfene Blütenblätter schaffen schöne Vorder- und Hintergründe.
     
  7. Achte bei der Auswahl und Beleuchtung des Abendlokals auf Fototauglichkeit. Besonders eignen sich Räume mit indirekter Belechtung, von hinten beleuchtete Regale mit Flaschen/Gläsern, farbige Scheinwerfer, etc. Je mehr angenehmes Raumlicht, desto weniger Blitz ist notwendig. Probefotos machen (lassen).
     
  8. Sprich mit dem Fotografen über den gewünschten Stil, vor allem bei den Abendfotos, am besten anhand von Beispielsfotos. Magst du’s mit Action oder eher formell? Mit Bewegungsunschärfe oder sauber ausgeblitzt? Etc.
     
  9. Wenn Hochzeit oder Agape im Freien stattfinden sollen, hüte dich vor praller Sonne. Diese führt zu zusammengekniffenen Augen, vielen Sonnenbrillen unter den Gästen und Schlagschatten im Gesicht. Ein Zelt, eine spätere Tageszeit oder eine Wolke können helfen.
     

Bonus-Tipp: Hire a pro. Auch geübte Hobbyfotografen wie ich werden viel öfter mit bestimmten Lichtsituationen nicht fertig, als sie jemals zugeben würden.

Sind nur ein paar Spontanideen, die v.a. die letzten beiden Hochzeiten wiederspiegeln: Mika & Dieter, Belinda & Benjamin (siehe rechts). Eigene Erfahrungen? In die Kommentare damit.
 

 


Dieser Song (via Armin Wolf) hat auf Youtube nicht nur 370.000 Views erreicht, sondern dort auch jede Menge Nachahmer:

Wer auch immer über zukünftige Versionen unseres Urheberrechts entscheidet, möge sich genau überlegen, ob diese Art von Kreativität legitim und erwünscht ist oder illegal bleiben soll.

(Das ist es hierzulande nämlich, in diesem Fall mangels Fair Use.)

Der Song stammt übrigens von Lulu and the Lampshades.

(Lulu and the Lampshades sind auch die beiden Mädels vom ersten Video.)

Die Sache mit den Bechern dürfte allerdings vom alten Cups Game kommen.

Was wieder ein Beispiel für den kulturellen Transfer ist, mit dem unser Urheberrecht nichts anzufangen weiß.

Außer ihn einzufangen. Profitträchtig.


Seit dem Start von Kobuk lese ich wieder Boulevardzeitungen – was chronisches Kopfschütteln hervorruft, welches droht, sich zum Tick zu entwickeln.

Hans “Bassena” Kirchmeyr hat heute eine Geschichte gekobukt, die allerdings auch niedrige Boulevardstandards um Längen untertrifft, die Geschichte dieser Krone-Headline:

eu_propaganda_titelblatt

Dafür freuen mich Reaktionen wie diese:

olobo-kobuk

guensberg-kobuk

bazi-kobuk


Diesen Sonntag ist Bundespräsidentschaftswahlkampf, und auch wenn der Sieger bereits feststeht, gehe ich a) hin und wähle b) Heinz Fischer. Die Gründe sind einfach:

  1. Wenn ich nicht (oder weiß) wähle, werde ich am Sonntag abend, wenn ich Pech habe, zu 20% eine Kandidatin gewählt haben, gegen die die FPÖ ein linksextremer Haufen ist, und zu 10% einen christlichen Obskuranten, der sich vor der flächendeckenden Entweihung der göttlichen Schöpfung durch RFID-Implantate fürchtet. Wer nicht wählt, wählt das Wahlergebnis der anderen.
  2. Ein Bundespräsident braucht im Fall einer gröberen Krise Autorität und ein demokratisches Rückgrat. (In Friedenszeiten geht’s bei dem Amt ja nicht um viel.) Auch wenn ich mir andere Kandidaten gewünscht hätte – von den drei zur Wahl stehenden hat Heinz Fischer davon am meisten. Mit sehr großem Abstand.

Das reicht für eine Entscheidung. Dass man auf ÖVP und Grüne sauer sein darf, weil sie niemanden aufgestellt haben, steht auf einem anderen Blatt. Besonders die ÖVP gehört abgewatscht, weil sie halboffiziell zum Weißwählen aufruft. Ist doch die Aufgabe einer Partei, selbst Wahlangebote zu stellen und nicht zum Wahlboykott aufzurufen! So sieht Totalversagen aus, politisch und menschlich.

Wer noch nachdenkt, dem empfehle ich die Beiträge von Martin Schimak, Gerald Bäck (2), Andreas Lindinger, Tom Schaffer, Jana Herwig, Robert Misik und Thomas Knapp.

So vorhersehbar der Wahlausgang, so haben diesen Wahlen auch etwas besonderes: Der Internetwahlkampf des Fischer-Teams ist der (relativ) beste, den österreichische Wahlen bislang gesehen haben. Das dürfte auch am geringen Druck gelegen haben. (Und ist sicherlich auch ein Testlauf für zukünftige Wahlen wie die kommende Wien-Wahl.)

Ich durfte auf Ö1 (wieder) ein paar Wortspenden dazu abgeben:

Hier der Artikel dazu auf o1.orf.at. Audio: © Ö1/ORF.

Kollateralmord

April 5, 2010  

Nehmt euch 17 Minuten Zeit, um dieses Video aus einem US-Militärhubschrauber in Bagdad anzuschauen (solange es noch online ist!). Es wurde kürzlich auf Wikileaks veröffentlicht, siehe auch Collateralmurder.org:

Wer hat hier das Legitimationsproblem, die US-Besatzung oder der irakische Widerstand dagegen?

(via Netzpolitik)


Der Stand-Up-Comedian Louis CK über den wahren Zweck der katholischen Kirche:

Böse, böse.

Ohne Worte

February 20, 2010  

if-you-are-a-pirate

Via Microsiervos. Ursprung unbekannt.

Buskampagne, reloaded

January 26, 2010  

Die atheistische Buskampagne geht in die zweite Runde und sucht Sloganideen. Hier meine:

buskampagne2

Wer selbst rumspielen will: PSD + Fonts. Hier das britische Original.
 

Update: Florian hat den Ball aufgenommen und diese beiden Entwürfe gemacht:

buskampagne-floriangossy1

buskampagne-floriangossy2

Update 2: Ein Entwurf von Christoph Dollenz:

Buskampagne-ChristophD

Update 3: Und noch zwei Entwürfe von Michael Horak:

Buskampagne-fatmike1

Buskampagne-fatmike1

Update 4: Entwurf von Thomas Koll:

Buskampagne-thomas

Update 5: Entwurf von Markus Pirchner:

Buskampagne-markus


Der neue Meldezettel – die Rache der Konsos:

Meldezettel

(via Marco Schreuder)