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Heute Abend ab Mitternacht bin ich bei Alois Schörghuber im Ö1-Nachtquartier zu Gast. Auslöser war meine Frage, ob destruktives Verhalten in Onlineforen Naturgesetz ist – ich glaube nicht. Foren und Websites sollten an ihrer Partizipationsarchitektur arbeiten, hier ein Ansatz dazu.

Ich werde diesen Beitrag anschließend mit URLs ergänzen, die im Nachtquartier erwähnt werden. (Ich hoffe, ich vergesse nicht, die Laafi-Amazon-Aktion zu erwähnen, die man einfach in den Bookmarks haben sollte.)

Meine Musikvorschläge für die Sendung:

Sehenswertes Video der japanischen Band Sour, das ausschließlich mit den Webcams von 80 Fans, über den Globus verteilt, aufgenommen wurde.

Der Musiker Kutiman verwendet Youtube-Videos als Instrumente. Er mischt was er so findet zu neuen Songs. Großartig.

Dann noch CLAZZ, die Band meiner Schwägerin, Lulu and the Lampshades und Yamore von SALIF KEITA und CESARIA EVORA.


Bevor Google seine kartenbasierte Flugsuche online bringt (siehe Techcrunch), hier ein Konzept von mir für sowas, das nie online ging. Sonst glaubt mir das ja keiner ;-)

Vorgeschichte: Ein Kollege ist im Sommer 2010 privat mit einem Lufthansa-Manager unterwegs und sie plaudern über die Usability von Airline-Websites. Ich sitze währenddessen beim Samstagskaffee – als ich den Anruf kriege: Wenn wir ein gutes Konzept liefern, hätten wir eventuell Chancen auf einen Auftrag für unser Kartenprodukt Maptoolkit.

Da mich eh immer schon ärgert, dass man nirgendwo kurzfristig Flüge nach Egal-wohin-Hauptsache-billig-und-warm finden kann, hab ich schnell ein paar Wireframes gezeichnet und gleich zurück geschickt. Aus einem Auftrag wurde nie was, das Konzept ist irgendwo in den Management-Ebenen der Airline versickert. Dass sich die Lufthansa davon zur später gelaunchten, recht ähnlichen Lufthansa Reiseplaner inspirieren ließ, ist wenig wahrscheinlich, denn es ging nicht lang danach online. Und: Dann wäre die Usability besser ;-). Das Vorbild dürfte eher Kayak Explore gewesen sein, das finde ich aber auch nicht optimal umgesetzt. (Etwas besser ist da das relativ neue Qfly Wohin.) Den Use Case “Vor dem Buchen mal über die Destination informieren” (besonders bei Kleinflughäfen wichtig) setzt bislang noch niemand um.

Das Konzept ist darauf ausgelegt, dass für die Umsetzung lediglich eine Schnittstelle notwendig ist, die Flugpreise vorgeneriert (also Preise vorbehaltlich Verfügbarkeit, damit immer Preise “in der Auslage” stehen), alle anderen Funktionen und Daten (wie Fotos, Wetter/Klima, Sehenswürdigkeiten, Webcams etc.) kämen von uns. Es funktioniert mit Metabuchungsengines und Billigfluglinien natürlich besser als mit Linie, das war halt die Ausgangslage.

Wireframe 1:


 

Wireframe 1A:


 

Wireframe 2 (Destinationsansicht):


 

Wireframe 3 (Low-Fare-Kalender):

Und jetzt bin ich gespannt, wie Google so etwas löst. Wenn ich raten muss: Ground-shakingly!

Update: Michael Grillhösl, der Head of User Experience bei Swoodoo, hat in den Kommentaren den Link zu einem Experiment aus den Swoodoo Labs gepostet: http://www.swoodoo.com/de/labs/map. Deckt allerdings eher andere Use Cases wie Dreiecks- und Vielecksflüge ab. Gut für Conference Hopper :-)

Update 2: British Airways haben auch sowas (auch schlecht), wie Daniel Sokolov auf Twitter schreibt: BA Tripseeker

Update 3. Oktober 2011: Die Swiss ist heute mit einer Kartenapplikation online gegangen, die dem Konzept zwar optisch schon nahe kommt, aber funktionell noch kaum mehr ist als eine Illustration des Streckennetzes plus Fare-Calendar-Verlinkung:

Die Unbequemen kommen

June 8, 2011  

Meine Kolumne im aktuellen UPDATE-Magazin.

Russland ist wie Österreich, nur grasser: Kein öffentlicher Auftrag ohne dass jemand einen großzügigen Schnitt macht. Das gehört zum Alltag, die meisten Russen haben sich trotz Armut damit abgefunden.

Nicht Alexey Navalny. Das Time Magazine nennt den unbequemen Blogger „die russische Erin Brockovich“. Im November veröffentlichte er interne Dokumente aus der staatlichen Transneft, die zeigen dürften, wie sich die Geschäftsleitung 4 Mrd. (!) Dollar unter den Nagel gerissen hat. Jetzt hat er, unterstützt durch 150.000 Dollar Spenden seiner Leser, mit Rospil.info eine Plattform gestartet, auf der man verteuerte öffentliche Ausschreibungen melden kann und Hinweise auf die Profiteure gesammelt werden. So konnten bereits Vergaben in der Höhe von über $12 Mio. mittlerweile $ 338 Mio gestoppt werden.

Oder Marko Rakar: Sein Blog Pollitika.com, an dem tausende Gastautoren mitschreiben, ist ein wesentlicher Faktor kroatischer Politik. Als Cyberaktivisten eine Liste von über 100.000 vermeintlichen Kriegsveteranen veröffentlichten, die dem kroatischen Staat mehr als eine Milliarde Euro an Veteranenvergünstigungen pro Jahr kosten, bekam Rakar Todesdrohungen und wanderte kurzzeitig ins Gefängnis. Doch eine Täterschaft konnte ihm nicht nachgewiesen werden.

Auch der Ötztaler Bergbauer Markus Willhelm, vor dessen Enthüllungen auf DieTiwag.org das Innsbrucker Establishment zittert, bekommt regelmäßig Material von Whistleblowern, denen die Tiroler Zustände stinken wie ihm. Seine Aufdeckungen reichen vom berühmten „Schweinssager“ des Altlandeshauptmanns über Cross-Border-Leasing-Verträge der Tiroler Wasserkraft bis zu Dokumenten, die zeigen, wie sich Tiroler Unternehmen eine gewogene Berichterstattung erkaufen.

Unbequeme hat es immer gegeben, aber die Rahmenbedingungen haben sich verändert: Datenguerilleros brauchen keine Druckmaschinen, keine Bürgerversammlungen und keine Flugzettel. Öffentlichkeit und Organisation in der Gruppe gibt es heute erstmals auch zum Nulltarif. Es könnte sein, dass bald jeder Konzern, jede Behörde und jede Partei ein paar Unbequeme an der Backe hat.


Deutschlandradio sendete letzte Woche einen Beitrag über Grassroots-Kartografie, samt einem heiseren Interview, das Jan Rähm mit mir zu Openstreetmap Ouagadougou und zu Google Mapmaker geführt hat:  

 

Die Datenqualität von Ouaga ist jetzt so weit, dass wir drucken können. Demnächst werden wir bei Toursprung ein druckfähiges PDF produzieren, das dann an Druckereien in Ouaga geht. Hier der aktuelle Status:

OpenStreetMap (mapnik) map of the area around 12.37453, -1.52367


Armin Thurnher schreibt im aktuellen Falter über Fellner, meinen Titelseitenreisebüro-Artikel und Kobuk als “ein Beispiel musterhafter Aufklärung im Netz”. Thurnher hat sich hierzulande um Medienvielfalt und Gegenöffentlichkeit verdient gemacht wie kein ein Anderer (auch wenn wir Meerschweinchen ihm immer wieder das Gefühl vermittelt haben dürften, er würde seine Aufklärerrolle an uns verlieren), darum freut mich sein Urteil ganz besonders.

Übrigens sind Hans und ich am Montag, den 7.3. auf derStandard.at/Etat zum Chat über das Thema Medienkontrolle geladen. Ich habe mich immer gefragt, ob “vermitteltes” Chatten wirklich funktioniert. Ich werde es nicht rausfinden, ich darf selber tippen :-).
 


Es wäre doch ein schönes (und wunderbar irritierendes) politisches Statement, wenn am 25.02. das neue Christoph & Lollo-Album (inklusive des trefflichen Liedleins “Karl-Heinz” – siehe Video) auf Platz 1 der Ö3-Charts ginge..! Das funktioniert sowohl über CD-Kauf als auch über Downloads. Wenn an diesem Tag (und den darauffolgenden Tagen) die Facebook-Community “zuschlägt”, wird das gelingen!

 

Obiger Absatz erreichte mich heute auf Facebook, zusammen mit dem Link auf die zu diesem Zweck gegründete Facebook-Page und auf einen FM4-Artikel zur Aktion. Doch Facebook-Pages laden nicht zum Musik-Anhören, geschweige denn -Kaufen ein, darum habe ich diese beiden Call-to-Action-Buttons gebastelt und daraus eine kleine Facebook-App für Pages gebaut (hier in Aktion zu sehen), damit alle Betreiber von Facebook-Pages die Aktion unterstützen können (vor allem natürlich die Page zur Aktion selbst):

Wichtig: Kauf erst ab 25.02. möglich!! Bis dahin: Weitersagen!

 

So installierst du die Christoph & Lollo – Facebook-App:

Wer ein paar Minuten Zeit und selbst eine Facebook-Page hat, egal wie klein, kann diese Christoph & Lollo – Facebook-App ganz einfach als Karteireiter installieren. Sieht dann so aus und geht so:

  1. Gehe (als Admin deiner Page eingeloggt) auf diese Applikation.
  2. Klicke dort auf “Zu meiner Seite hinzufügen”. Neben deiner Page auf den Button “Einer Seite hinzufügen” klicken. Dann Fenster schließen.
  3. Gehe auf deine Page, “Seite bearbeiten”, “Anwendungen”
  4. Hier unter “FBML” auf “Zur Anwendung” klicken
  5. In den Titel “Karl-Heinz!” schreiben und in das Textfeld diesen Code kopieren, speichern.
  6. Zurück auf deine Page, hier in der Tab-Leiste aufs Plus, “Reiter hinzufügen” -> “Karl-Heinz!”.
  7. Fertig.

In diesem Sinne: buy, load, post, re-post, double-post! Spread the love! Ich werde die teilnehmenden Pages dann hier auflisten – gebt Bescheid!

Tipp: Wenn ihr auf eurer Page den Link zu eurem eigenen Page-Tab posten wollt, müsst ihr Facebook austricksen und den Link über Bit.ly kürzen – sonst ändert Facebook den Link auf die Vorderseite.

(Disclaimer: Ich kenne Christoph & Lollo nicht und habe auch sonst keine finanziellen Interessen an dieser Aktion. Die Amazon-Provision aus obigen Links fließt an die Afrikaprojekte des gemeinnützigen Vereins Laafi.)

Update: Die Liste der teilnehmenden Facebook-Pages (Fan-Zahlen zum Zeitpunkt des Updates):


Die stolzen OfflinersGenau heute vor einem Jahr habe ich mich an dieser Stelle über die “Österreichische Internetoffensive” berichtet, die ganze 708 Tage brauchte, um ein Dokument zu erstellen, das großteils vage Absichtserklärungen enthielt.

Einzig bislang sichtbare Maßnahmen daraus ist das “Kompetenzzentrums Internetgesellschaft”, das inzwischen gegründet wurde. Das ist zwar selbst immer noch ohne Internet, aber es hat offenbar einen Prioriätenkatalog entwickelt, der nächste Woche im Ministerat beschlossen werden soll. (Eine Website soll es übrigens auch noch kriegen.)

Ich fasse zusammen:

Das Kompetenzzentrum Internetgesellschaft hat als erstes Ergebnis der bereits 1073-tägigen “Offensive” unter Ausschluss der Internetgesellschaft Öffentlichkeit ein paar Maßnahmen priorisiert.

Kann bitte ein Parlamentarier (Musiol? Steinhauser?) die Regierung fragen, ..

 

Update: Der Nationalratsabgeordnete Albert Steinhauser hat dem Kanzler eine parlamentarische Anfrage mit diesen und zwölf weiteren Fragen gestellt. Bin gespannt auf die Antworten.


Das kommt raus, wenn man Macbook Air und Ipad kreuzt:

Auf den ersten Blick mag die Idee eines Tablets mit zwei Screens wenig sinnvoll erscheinen, aber auf den zweiten Blick vielleicht doch. Man stelle sich vor, wie mit einem solchen Ipad Janus (das natürlich voll aufklappbar wäre):


Jeder, der im Büro zwei Bildschirme stehen hat, wird außerdem wissen, wie viel produktiver so ein Setting ist, besonders wenn man mehrere Programme parallel benutzt oder wenn Programme wie Photoshop Werkzeuge haben, die viel Platz brauchen.

So ein Ipad Janus (oder auch ein Android Janus..) hätte ich gern, schreibt bitte wer Jobs ein Email?

PS. Call me nuts, aber ich habe heute Nacht von diesem Gerät geträumt, und auch, dass ich darüber blogge. Nur dieser Absatz fehlte im Traum ;-)

Thanks to Slashgear for the picture!

Update: Michael Groh berichtet, dass es sowas seit kurzem schon gibt, und zwar das Acer Iconia. Allerdings mit Windows..


Endlich hat auch Österreich ein Twitter-Mem: #Grassermovies. Von mir gibt’s ein Supernackt-Plakat (weitere Plakate bei Georg):

 


Wer Wikileaks besser verstehen will, sollte das “Crypto Anarchist Manifesto” von Tim May aus dem Jahre 1988 (!) lesen. Da es keine gute deutschsprachige Version gibt, habe ich es übersetzt:
 

Das Krypto-Anarchistische Manifest

 

Ein Gespenst geht um in der modernen Welt – das Gespenst der Krypto-Anarchie.

Computertechnologie steht kurz davor, Einzelnen und Gruppen die Möglichkeit zu geben, miteinander auf völlig anonyme Weise zu kommunizieren und zu interagieren. Zwei Menschen können Nachrichten austauschen, Geschäfte führen und elektronische Verträge schließen, ohne jemals den echten Namen oder die Rechtspersönlichkeit des anderen zu erfahren. Interaktionen über Netzwerke werden durch umfassendes Umleiten von verschlüsselten Datenpaketen und manipulationssichere Boxen mit nahezu unknackbaren kryptographischen Protokollen nicht nachverfolgbar sein. Reputation wird von zentraler Bedeutung sein, in Geschäftsbeziehungen sogar weit wichtiger als die Bonitätsbewertungen von heute. Diese Entwicklungen werden die Natur der staatlichen Regulierung, die Möglichkeiten von Besteuerung und Kontrolle wirtschaftlicher Kreisläufe und die Möglichkeiten, Informationen geheim zu halten völlig verändern, ja sogar den Charakter von Vertrauen und Reputation.

Die Technologie für diese Revolution – und es wird sicherlich sowohl eine soziale als auch eine ökonomische sein – existiert theoretisch schon sein einem Jahrzehnt. Die Methoden basieren auf Asymmetrischer Verschlüsselung, Zero-Knowledge-Proof-Systemen sowie verschiedenen Softwareprotokollen für Interaktion, Authentifizierung und Verifizierung. Der Fokus lag bisher auf akademischen Konferenzen in Europa und den USA, die stark von der National Security Agency überwacht wurden. Doch erst seit kurzem haben Computernetzwerke und Personal Computer ausreichend Leistung, um diese Ideen praktisch durchführbar zu machen. Und die nächsten zehn Jahre werden genügend zusätzliche Geschwindigkeit bringen, um die Ideen wirtschaftlich machbar und im Wesentlichen unaufhaltbar zu machen. (..)

Der Staat wird natürlich versuchen, die Verbreitung dieser Technologie zu bremsen oder zu verhindern, unter Hinweis auf die nationale Sicherheit, die Verwendung der Technologie durch Drogenhändler und Steuerhinterzieher sowie aus Furcht vor gesellschaftlichem Zerfall. Viele dieser Bedenken werden zutreffen: Krypto-Anarchie wird es erlauben, nationale Geheimnisse sowie illegales und gestohlenes Material frei zu handeln. Ein anonymisierter und computerisierter Markt wird sogar verabscheuungswürdige Marktplätze für Attentate und Erpressung ermöglichen. Verschiedene kriminelle und ausländische Elemente werden CryptoNet aktiv nutzen. Das jedoch wird die Verbreitung der Krypto-Anarchie nicht aufhalten.

So wie die Technologie des Buchdrucks die Macht mittelalterlicher Gilden einschränkte und soziale Machtstrukturen veränderte, so werden kryptologische Methoden die Natur von Konzernen und von staatlichen Eingriffen in wirtschaftliche Abläufe grundlegend verändern. Zusammen mit den entstehenden Informationsmärkten wird die Krypto-Anarchie einen liquiden Markt für jegliches Material schaffen, das sich in Worten und Bilder fassen lässt. Und genau wie die scheinbar unbedeutende Erfindung von Stacheldraht das Einzäunen riesiger Ranches und Farmen ermöglichte und so für immer die Auffassung von Land- und Besitzrechten im westlichen Grenzland veränderte, so wird die scheinbar unbedeutende Entdeckung aus einem obskuren Zweig der Mathematik zur Drahtschere werden, die den Stacheldraht nieder reißt, der um geistiges Eigentum liegt.

Erhebt euch, ihr habt nichts zu verlieren außer euren Stacheldrahtzäunen!

Timothy C. May, 1988

Die Übersetzung wurde um einen Satz mit unwesentlichen Details zu Technologie der 80er-Jahre gekürzt. Wikipedia-Links von mir. Bild: (cc) xkcd

Übrigens: Die Gründe für die 2010 immer noch fehlende massentaugliche Unterstützung für Verschlüsselung in den Emailclients dieser Welt ist angesichts dieses Texts meines Erachtens so bedauernswert wie nachvollziehbar. Wäre einen eigenen Artikel wert.

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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