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Zeiterfassung ist ein schwieriges Thema. Am schönsten ist es ohne – da wird man nicht daran erinnert, dass man seine Zeit an die spannensten aber unwichtigsten Dinge verschwendet. Man kommt also nicht drum herum.

Heute wollte ich für unser kleines Team eine neue Zeiterfassung aufsetzen, um die herumschwirrenden Spreadsheets abzustellen – und hab mich der Teamfähigkeit wegen für Google Spreadsheets entschieden. Aber nicht irgendwie, sondern sauber strukturiert und mit feiner und zeitsparender Eingabemaske.

Das ganze habe ich mit dem neuen Spreadsheet-Feature “Forms” gelöst (seit Jahren warte ich auf so was..) und das dann in unser neues Google-Sites-Intranet integriert. Schau so aus (Klick für groß):

Sites-Zeiterfassung klein

Das Anlegen eines solchen Formulars ist einfach: Ein leeres Google Spreadsheet anlegen, dort unter “Share” die Funktion “..fill out form”. Dann erscheint im Hauptscreen ein “Edit form”-Link, über den sich in wenigen Klicks die Maske anlegen lässt. Die Daten sammeln sich dann automatisch im Spreadsheet.

Um aus den Daten auch Informationen zu ziehen, habe ich ein Sheet namens “Results” angelegt und addiere dort jeweils die Stundenanzahl zu Mitarbeitername und Projekt. Dafür verwende ich die schon aus Excel bewährte Formel SUMIF(Data!F:F,B1,Data!H:H). Auf gut Deutsch heißt das: “Schau im Sheet ‘Data’ nach, wo in der Spalte F der Name ‘XY’ vorkommt, der hier links daneben in B1 steht, und zähle alle Stunden, die dort in Spalte H stehen, zusammen”. So lassen sich die Stundensummen für jede Person und jedes Projekt errechnen. Quasi ein Pivot-Tabellen-Workaround..

Und das ganze habe ich dann in Google Sites integriert, das geht dort ganz einfach. Lässt sich aber auch in jedes andere Intranet integrieren, das HTML-Code (iframe) akzeptiert. Sites hat hier halt den Vorteil des gemeinsamen Berechtigungssystems zwischen Sites und Docs, nämlich über Google Apps.

Zu Google Sites siehe auch Google Wiki a.k.a Google Sites – eine Enttäuschung – eine Einschätzung, die sich durch die Verwendung übrigens bestätigt. Trotzdem muss ich zugeben, dass dieses Beispiel zeigt, dass die Google-Strategie, die Unternehmen an den IT-Abteilungen vorbei zu erobern, Sinn ergibt.


Gefühlte zwei Jahre nachdem Google die Wiki-Bude Jotspot, damals Innovationsführer, gekauft hat, geht der Dienst endlich als “Google Sites” und damit als Teil von Google Apps online und wildert ab jetzt supposedly in den Gefilden von Microsoft Sharepoint, Confluence, Socialtext oder aus österreichischer Sicht SystemOne.

Jotspot

Nach zugegeben nur fünf Minuten Test (Urteil ist also mit Vorsicht zu genießen): Ich check’s nicht, wie man so lange brauchen kann und die offensichtlichen Chancen so verbocken kann.

Fazit: Irgendeinen schnell angelegten Mediawiki-Intranet-Hack (ich bekenne mich mehrfach schuldig) wird Google Sites schon ersetzen können, aber der Intranet-Markt bleibt weiter in Händen der Profis. Dass hier eine andere Generation an Googlers das Ruder übernommen hat, zeigt ein Detail: Den neuen Dienst ziert kein “Beta”-Zusatz.

(Langerwartete Nachricht via Fuzo.)

Digitalks über Wikis

November 6, 2007  

Für Kurzentschlossene: Olaf Nitz und ich werden heute abend im Rahmen der Initiative Digitalks etwas über Wikis, Wikipedia und Wikis in Intranets erzählen. Zielgruppe: Einsteiger und solche die es werden wollen. 19h Museumsquartier/QDK.

Digitalks/Wikis

BarCamp Wien dieses Wochenende!

September 25, 2007  

Das dritte Wiener BarCamp wird kommendes Wochenende stattfinden, erstmalig zweitägig und in (nach dem One Smartspace letztes Jahr und dem WerkzeugH im Juni) den Microsoft-Büros. Bin schon sehr gespannt!

BarCamp Vienna September 2007

Ich werde entweder was über “Das Low-Cost-Startup: Fehler, Erfolgsfaktoren und Learnings von Bikemap.de” erzählen (war übrigens vor kurzem im WDR in den Abendnachrichten, hab ich ganz vergessen zu bloggen) oder den Vortrag “King and Queen: Clarity and Virality” halten, das Thema wollte ich immer schon mal machen. Präferenzen in die Kommentare. (Allerdings: Ein kleines Restrisiko besteht noch, dass ich am Wochenende doch nicht kann..)

Wie gut soziale Medien zur Communitybildung taugen, zeigt das Beispiel: Smi hat die Idee zum BarCamp im Juli 2006 in den Raum gestellt, ich habe daraufhin das Wiki aufgesetzt und schon war ein Stein im Rollen. Daraus enstand eine relativ große Community mit regelmäßigen Barcamps in Wien (und anderen Städten), die sich seither außerdem auch auf diversen Webmontagen, OpenCoffeeClubs, Webplauschs, ThinkAlouds oder Pl0gbars trifft – echt erfreulich! Und das Baby ist flügge geworden – ich hab diesmal nicht mal mitorganisiert und kann die Sessions voll genießen. Wiki + Unconference = rocks.


Die vernünftigste parteipolitische Wortmeldung zur relativ entbehrlichen Wikiscanner-Aufregung lieferte gestern Marie Ringler:

Es liegt in der Natur von Wikipedia und ist gleichzeitig auch dessen große Stärke, dass jeder Einträge verändern kann. (..) Ringler legt jedenfalls den Parteistrategen von ÖVP und SPÖ das Nachlesen der BenutzerInnenguidelines von Wikipedia ans Herz: de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Richtlinien. (Quelle)

Marie hat mich vor der Aussendung um Input gebeten, und ich habe sinngemäß geantwortet, dass mich politisch motivierte Änderungen weder verwundern noch aufregen, da auch die Wikipedia einem (allerdings argumentativen) Spiel der Kräfte unterliegt, und Edits mit Schlagseite (POV vs. NPOV) ohnehin relativ schnell neutralisiert werden.

In diesem Sinne kann ich auch “Parteifuzzi” Michi Mojzis zustimmen, die die Wikipedia weiterhin angstfrei nutzen können will. Trotzdem sei ihr und jedem potentiellen Selbstdarsteller vorher die Lektüre dieses Textes empfohlen. Der Artikel über Mojzis ist übrigens ein Beispiel dafür, dass auch parteiische Autoren halbwegs neutrale Texte schreiben können: Er wurde fast zur Gänze von einem Benutzer namens “Oevp bgf” verfasst.


Dieter schickt mir eben zwei Links und schreibt dazu:

ich kann nicht mehr – ich bekomm magengeschwüre wenn österreichische unternehmen verkünden sie sind nun im web2.0 – magst du?

Also gut. Die beiden Links sind austrian-reiseforum.com, wo die österreichische Staatsairline versucht, user-generierte Reisetipps abzugreifen, und inmotion.oebb.at, wo die österreichischen Staatsbahnen davon träumen, dass mirakulös ein brauchbares “Reisewiki” entsteht.

Ich war in Graz..

Mal ganz abgesehen davon, dass beide Plattformen fetzenschlecht umgesetzt sind: Wie kommen Bahn und Airline auf die Idee, dass ein bisschen bunt angefärbelte Software reicht, um ein erfolgreiches soziales Medium auf die Beine zu stellen? Ich kann mir nur vorstellen, dass da entweder jemand einem Vorstand beim Golfen “Heast, ihr MÜSST was Webzweinulliges machen, das ist DER Trend” ins Ohr geflüstert hat oder man einen Rahmenvertrag mit den umsetzenden Agenturen hatte, der fürs laufende Jahr halt noch irgendein weiteres Projekt vorsah.

Wie schon bei der Österreich-Werbung (deren Plattform seit Launch müde dahindümpelt, obwohl sie im Vergleich noch richtig gut gemacht ist), hat man sich offenbar keine Gedanken gemacht, warum User ihre wertvollen Tipps gerade auf diesen Plattformen parken sollten.

Aus einem alten Social-Software-Lehrstück: Personal value precedes network value. Der persönliche Wert der Nutzung dieser Plattformen ist aber ungefähr so groß wie der Traum von Web2.0 feucht trocken. Dieter, hast was Gutes gegen Magengeschwüre? Mich zwickt’s auch schon.

Update 9.8.: Martin Schobert von der Österreich-Werbung nimmt in den Kommentaren ausführlich Stellung, und Jörg Linder hat sich die Usability des Austrian-Reiseforum genau angesehen.


Die Wiki-Developer-Community versucht gerade, sich auf ein universelles Edit-Icon für Wikis zu einigen, nach Vorbild des Feedicons. Was mich freut, ist, dass dabei auch über den “This is a Wiki – edit every page” – Badge diskutiert wird, den ich mal gebaut habe, siehe zb. rechts oben auf barcamp.at. (Danke an Reini Urban für den Hinweis.) Allerdings ist das eben ein Badge und kein Icon.

It’s a WIKI

Interessant ist auch der Abstimmungsmodus: Aktive Mitglieder der größten Wikis (Wikipedia, Wikitravel, Wikia, etc.) und die Developer der wichtigsten Wiki-Engines (inklusive Wiki-Erfinder Ward Cunningham) versuchen nach der Consensuspolling-Methode zu einem Ergebnis zu kommen: Vereinfacht gesagt wird dabei gemeinsam an einem Vorschlag gearbeitet, der während der ganzen Designphase mit “Not yet” oder “Yes” bewertet werden kann. Sobald der Vorschlag mehr als 90% Yes erreicht, gilt er als angenommen. Bis dahin wird an ihm weitergearbeitet. Auf diese Weise lässt sich die negative Energie polarisierender Abstimmungen und Wahlen in konstruktive Energie umwandeln.

Atze albert ätzend

May 11, 2007  

Der mittellustige deutsche Komiker Atze Schröder findet es gar nicht gut, wenn jemand weiß, dass er Rumpelstilzchen* heißt. Sein bürgerlicher Name steht stand jedoch in seinem Wikipedia-Artikel (auf wikipedia.org wohlgemerkt). Worauf Schröder den armen Arne Klempert, Geschäftsführer des Wikimedia Deutschland, die die Domain wikipedia.de (die auf .org weiterleitet) betreibt, verklagt, aber dann die Klage kurz vor Verhandlung zurückzieht und ihm jetzt die Kosten aufs Aug drücken will. Der sonst so gelassene Arne ist verständlicherweise ziemlich genervt. (via Wikipedistik)

Ob Atzes Name dadurch geheim bleibt wird? In der englischsprachigen Blogosphäre, auf die die deutsche Justiz (die sich gerade mal wieder mächtig lächerlich macht) wenig Einfluss hat, kursiert der Name jedenfalls mittlerweile offen.

*Name von der Redaktion geändert

Notebook an die Wand schrauben

February 21, 2007  

Sowas muss ich mir unbedingt bei Gelegenheit bauen: Einen Wandcomputer mit Touchscreen und ausklappbarer Tastatur.

Wall-mounted PC

Ein altes Notebook hab ich eh rumkugeln. Drauf lass ich dann ein Hauswiki laufen, in dem immer steht, wo das Auto gerade geparkt ist ;-)

Die Bauanleitung gibt’s auf popsci.co. (Photo © popsci.com)


Im Zuge eines Kundenprojekts, bei dem wir u.a. Google Maps mit geokodierten Daten aus verschiedensten Quellen verbinden, hab’ ich mich gerade mit dem Wikipediaprojekt Georeferenzierung beschäftigt, bei dem Wikipedia-Artikel mit Geokoordinaten versehen werden.

geokodierte WP-artikel

Die Karte zeigt die Verteilung dieser Artikel, bis jetzt sind bereits ca. 430.000 Artikel kodiert. Beeindruckend! Die deutsche Wikipedia (70.000) ist drauf und dran, die englische (110.000) einzuholen.

Auf unserem Wiki Burkina.at gibt’s übrigens auch ein kleines Projekt Georeferenzierung. Die Anzahl der geokodierten Artikel steht derzeit bei 19 ;-)

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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