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Bier in Berlin?

November 16, 2007  

Bin Sonntag bis Dienstag mit Peter in Berlin – wer mit mir dort ein Bier trinken will, bitte melden. Das gilt besonders für meinen mir unbekannten regelmäßigen Bloglines-Leser aus Berlin! ;-)

s-bahn berlin

(photo: (cc) by chaosinjune)


Mein Uralt-Freund und Studienkollege Enrique Bedoya hat ein neues Filmfestival in Wien auf die Beine gestellt, das morgen beginnt und bis Sonntag dauert: Das I. Mittelamerikanische Filmfestival 2007.

Mittelamerikanisches Filmfestival

Werde mir den einen oder anderen Film ansehen, nos vemos allí. (Sorry übrigens für die längere Blogpause, ich gelobe Besserung.)


Anstatt wie versprochen zu barcampen habe ich letztes Wochenende spontan einen Flug nach Granada gebucht und ein paar alte Freunde besucht: Meinen ehemaligen Mitbewohner Walter (der meinen Besuch gleich zum Anlass genommen hat, zum Blogger zu werden) und Merche samt ihren zwei abknutschenswerten Kids, Schulfreund Daniel, der seit zehn Jahren in Granada lebt und dort medizinisches Gerät erfindet (das manche möglicherweise zum Konsum von Drogen missbrauchen – ich hab bei ihm nix geraucht, ich schwöre! nur gedampft.) und natürlich meinen alten Freund Javier, der in Granada und an der Küste in zwei Schulen Spanisch-Sprachkurse anbietet (kann ich besten Gewissens empfehlen, siehe auch hier).

War wie immer sehr lustig, mit viel Tapas, Sonne und alten Geschichten. Und bevor jemand fragt: Después ist erst später, jetzt ist noch ahora.

Am Sonntag hat mich Javier zum traditionellen Zu-Tode-Quälen von Paarhufern geschleift, das sechs von sechs angetretenen Kandidaten nicht überlebten. Ein beeindruckendes Blutfest. Als Mitteleuropäer kann man sich sowas leicht reinen Gewissens anzuschauen, das fällt ja unter “ethnologische Studien”.

Übrigens ein Marketing-Schulstück par excellence: Die Zunft hat ihre Farbe (rot), ihr Audio-Branding (“olé”), typische Kleidung, sogar typische Körperhaltung und Bewegungen. Alles an Ablauf und Ort ist auf ein ganzheitliches und äußerst spannendes Erlebnis abgestimmt. Eine Unzahl eingestreuter kleiner Zeremonien sorgen für Mystik – zb. das Werfen der Mütze: fällt sie verkehrt auf, verheißt das Unglück, oder das rituelle Abtrennen der Ohren des Stiers. Und es gibt Hauptfiguren, die alles haben, was moderne Stars brauchen: Haltung, Heldentum, aber auch Kontakt zum Publikum (zb. werden nach jeder Corrida Hüte, Tücher und Krücken in die Arena geworfen, die der Matador persönlich wieder zurückwirft, Kinder werden ihm gereicht, die er ein Stück auf den Schultern mitnimmt). Die Schwänze der Stiere, die es in den folgenden Tagen in den Bars der Stadt zu essen gibt (“Rabo de Toro”), geben dem Event noch ein kulinarisches Element. Jeder, der selbst ein Produkt gestaltet oder bewirbt, kann vom spanischen Stierkampf lernen.

Update: Der Sofastar weist in den Kommentaren auf einen sehr lesenswerten Text von Antal Festetics zum Thema Stierkampf hin.

Sorry, abgeschweift. Jetzt aber zum Wesentlichen:

Corrida 1
Corrida 2
Corrida 3
Corrida 4
Corrida 5
Corrida 6

Mehr Fotos gibt’s auf Flickr.


Als ich mit Peter im Winter auf dem Weg von Ghana nach Burkina Faso war, lernten wir an der Grenze (mit der wunderbar doppeltdeutigen Verabschiedung, siehe Foto) einen ghanaischen Mitarbeiter des West Africa Trade Hubs kennen, der am Weg zu einer Antikorruptionskonferenz in Ouagadougou über die in Westafrika so häufigen Straßenkontrollen war.

byebye safe journey (©: West Africa Trade Hub)

Bei Elodie lese ich gerade, dass die Organisation jetzt einen Report veröffentlicht hat, der die Straßenkorruption auf internationalen Transportrouten dokumentiert. Dazu haben sie LKW-Fahrer ein halbes Jahr Daten sammeln lassen. So müssen LKWs in Mali pro hundert Kilometer an vier bis fünf Straßensperren durchschnittlich $25 Schmiergeld zahlen. Ein Spediteur berichtet, dass er vom wichtigen Regionalhafen Lomé nach Bamako und zurück (ca. 2500km) 600$ an Schmiergeld kalkulieren muss, von den unzähligen Stunden Zeitverlust ganz zu schweigen. Was das für die Wirtschaft dieser Länder bedeutet ist klar.

Roadblocks Ouaga (©: West Africa Trade Hub)

Wir zahlen auf unseren Fahrten durch Westafrika an diesen Checkpoints so gut wie nie Bakshish, das kostet allerdings bisweilen Zeit und Nerven. Außerdem dürften PKW-fahrende Weißnasen nicht die Haupteinnahmequelle sein, das sind die LKWs, die man nicht ohne was abzudrücken weglässt. Diesbezüglich am korruptesten habe ich übrigens Mali in Erinnerung, gefolgt von Ghana.

(Image credit and ©: West Africa Trade Hub)


Dieter schickt mir eben zwei Links und schreibt dazu:

ich kann nicht mehr – ich bekomm magengeschwüre wenn österreichische unternehmen verkünden sie sind nun im web2.0 – magst du?

Also gut. Die beiden Links sind austrian-reiseforum.com, wo die österreichische Staatsairline versucht, user-generierte Reisetipps abzugreifen, und inmotion.oebb.at, wo die österreichischen Staatsbahnen davon träumen, dass mirakulös ein brauchbares “Reisewiki” entsteht.

Ich war in Graz..

Mal ganz abgesehen davon, dass beide Plattformen fetzenschlecht umgesetzt sind: Wie kommen Bahn und Airline auf die Idee, dass ein bisschen bunt angefärbelte Software reicht, um ein erfolgreiches soziales Medium auf die Beine zu stellen? Ich kann mir nur vorstellen, dass da entweder jemand einem Vorstand beim Golfen “Heast, ihr MÜSST was Webzweinulliges machen, das ist DER Trend” ins Ohr geflüstert hat oder man einen Rahmenvertrag mit den umsetzenden Agenturen hatte, der fürs laufende Jahr halt noch irgendein weiteres Projekt vorsah.

Wie schon bei der Österreich-Werbung (deren Plattform seit Launch müde dahindümpelt, obwohl sie im Vergleich noch richtig gut gemacht ist), hat man sich offenbar keine Gedanken gemacht, warum User ihre wertvollen Tipps gerade auf diesen Plattformen parken sollten.

Aus einem alten Social-Software-Lehrstück: Personal value precedes network value. Der persönliche Wert der Nutzung dieser Plattformen ist aber ungefähr so groß wie der Traum von Web2.0 feucht trocken. Dieter, hast was Gutes gegen Magengeschwüre? Mich zwickt’s auch schon.

Update 9.8.: Martin Schobert von der Österreich-Werbung nimmt in den Kommentaren ausführlich Stellung, und Jörg Linder hat sich die Usability des Austrian-Reiseforum genau angesehen.


Zufällig bin ich heute über eine Buchrezension gestolpert, die ich 1999 auf Amazon.de gepostet hab:

mir fölig unfastendlica waise feelt bai amazon.de di möglickait wundabarn autorn wi zé do rock ainen sexten stern zu falaien. aba zés buc is e fon aim andern stern.

Übersetzt heißt das soviel wie “Mir völlig unverständlicher Weise fehlt bei Amazon.de die Möglichkeit, wunderbaren Autoren wie Zé do Rock einen sechsten Stern zu verleihen. Aber Zés Buch ist eh von einem anderen Stern.” Geschrieben ist das ganze in Zés “Ultradoitsh”, das ich zehn Jahre nach der Lektüre von Fom Winde Ferfeelt lustigerweise immer noch halbwegs kann. Wer gerne reist und sich für Sprache interessiert, muss das Buch lesen – köstlich. Das ist das Buch, das den Erfolg, den die Molwanien-Reiseführer haben, eigentlich verdient hätte.

Fom Winde Ferfeelt

Der Autor hat mich damals daraufhin per Email kontaktiert, und wir haben uns dann in München getroffen, nachdem ein Treffen in Afrika nicht geklappt hat. (Zé, solltest du das lesen, würde ich mich über ein Kommentar freuen!) Im Moment sucht er 25.000 Euro, um seinen Film “Schröder liegt in Brasilien” fertigzustellen. Sobald mir mein Paypal-Passwort wieder einfällt, kriegt er ein paar Euronen von mir. Helft ihm, ich will diesen Film sehen!

PS, Werbeeinschaltung: Amazon-Shopping zugunsten Burkina Fasos.

DON’T PANIC

July 18, 2007  

Recently two girls from Canada surfed my couch on a backpacking trip through Europe. They had agreed with their parents to “meet somewhere in Europe” during their parents’ holiday trip yet had failed to get in touch. It seems approximeeting doesn’t always work.

A towel is about the most massively useful thing an interstellar hitchhiker can have.

A towel is about the most massively useful thing an interstellar hitchhiker can have.

 

Still, it’s interesting to see how technology changes tourism – they book their flights on the web and the destinations and attractions they go to are chosen with the help of word of mouth and pictures, posts and ratings in blogs and online communities, not via tour operators or guide books. They don’t even carry a Lonely Planet (although that one too is mostly user generated these days): “We didn’t know which one to buy as we are deciding which country to go to on the fly.” Instead internet cafés are their best friends. They surf the places of co-members of an online community instead of staying in good old hotels, coordinate with other people along the way by the means of SMS and email and blog or email from their trip instead of sending postcards.

This change in social behavior means a million challenges for the tourism industry. Are they prepared?


Die Fotos von der Tour von Peter und mir durch Togo, Ghana und Burkina Faso sind online: Westafrika 2007

Beim Friseur in Lomé

Ewiger Friede

June 17, 2007  

Das Hôtel de la Paix in Lomé, das mich als Kind schon fasziniert hat, wird jetzt abgerissen :-(

lapaix 1

Auf der Reboot

May 31, 2007  

Seit gestern in Kopenhagen, auf der Reboot9. Das Programm ist wieder sehr spannend, im Moment sitze ich in einem Talk von Stephanie Booth über babylonische Probleme (While we wait for the babelfish).

reboot9

Das diesjährige Tischfußballländermatch Österreich (Smi und ich) gegen Deutschland (Peter und Björn) haben gestern abend natürlich wieder wir gewonnen. ¡Córdoba!

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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