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Sehr spannend: Der Gelbe-Seiten-Anbieter Herold (dessen Mutterverlag eben bei Austro-Startup Tupalo eingestiegen ist) hat mit strassentour.herold.at einen Google-Streetview-Konkurrenten gelauncht. Zwar sind erst ganz wenige Straßen abfotografiert (in 7 österreichischen Städten), aber ich vermute, das kommt noch.

herold-streetview

Im Gegensatz zu Mitbewerbern wie Norc gibt es ein sehr klares Geschäftsmodell: Schon jetzt sind einige Shops und Restaurants mit Indoor-Panorama-Fotos vertreten – das klassische Gelbe-Seiten-Modell. Herold hat dafür mit einem großen Callcenter auch die richtige Vertriebsinfrastuktur – und das auch Google voraus, die bald ebenfalls hierzulande landen.

Großes Manko: Es gibt keine Permalinks. Ansonsten sauber umgesetzt.


netidee

Die Internet Foundation Austria vergibt heuer zum vierten Mal die Netidee-Förderungen und hat mich als Jurymitglied eingeladen, die Einreichungen zu bewerten. Die Netidee ist einer Gesamtfördersumme von €500.000 dotiert und richtet sich diesmal schwerpunktmäßig an Projekte, die den “Digital Devide” verringern helfen. Das Codewort ist “Inclusion”:

“e-Inclusion” steht für “digitale Integration” und soll den diversen Gefahren einer “digitalen Ausgrenzung” entgegenwirken, die wegen gesundheitlicher, finanzieller, ethnischer oder bildungsbezogener Hindernisse, fehlender digitaler Kompetenz oder mangels Zugang zum Internet entstehen. Neue “digitale Chancen” zur Eingliederung ausgegrenzter Menschen und zur Förderung benachteiligter Regionen sind zu schaffen.

Im Klartext: Gefördert werden Online-Projekte aller Art, die vor allem auch Menschen abseits der üblichen Poweruser-Zirkel ansprechen. Einreichschluss ist Freitag, 7. August 2009, 8h früh. Ich würde mich über zahlreiche gute Einreichungen freuen! Über die eingereichten Projekte werde ich hier berichten, soweit das die IPA erlaubt. (Siehe auch bei Robert Lender.) Eines kann ich schon verraten: Am leichtesten haben es bei mir klar, starke Konzepte: Weniger ist mehr.


Köstliches Video von Collegehumor:

In den USA bringt Bing.com, der neue Suchmaschinenanlauf von Microsoft, angeblich tatsächlich bessere Ergebnisse. Für deutschsprachige Seiten googlet man allerdings vorerst (!) besser weiterhin mit Google. Viele Bing-Funktionen sind wirklich beachtlich, so zb. die “Similar Images”-Funktion der Bildersuche, die bessere Ergebnisse liefert als das entsprechende Testprodukt bei Google. Hier ein Beispiel mit einem meiner CreativeCommons-lizensierten Fotos.

Suche ist eine derart zentrale Funktion im Internet-Ökosystem (Google greift bereits etwa ein Drittel des gesamten Online-Werbeumsatzes ab), dass jegliche Konkurrenz höchst willkommen sein muss. Yahoo und alle anderen Mitbewerber haben ja quasi schon das Handtuch geworfen. Go, Microsoft, go!


Diesen Text habe ich für das neue Update-Magazin geschrieben:

In einer Vorlesung stellte der britische Rechtsprofessor James Boyle seinen Studenten kürzlich folgende Aufgabe:

Stellen Sie sich vor, sie befinden sich in den frühen 90ern. Die Potentiale elektronischer Netzwerke zeichnen sich ab, und Sie haben zwei Möglichkeiten: Die erste umfasst von Behörden gestellte BTX-Terminals in allen Wohnzimmern, ausgestattet mit ausgewählten Datenquellen von BBC bis Reuters. Auf jede Information ist Verlass. Die andere Option ist ein System, in dem jeder alles publizieren kann – auch Lügen, Pornographie und Hetze. Was hätten Sie gewählt?

james-boyle

James Boyle auf der letzten Ars Electronica in Linz, (cc) by Joi Ito

In Boyles zweiter Aufgabe müssen die Studenten eine globale Enzyklopädie entwerfen: Entscheiden Sie sich für ein Team von erfahrenen Experten, die Artikel schreiben, bewerten und korrigieren? Oder setzen Sie eine Website auf, die jeder editieren kann?

Wir alle hätten der Welt wohl das Web und die Wikipedia vorenthalten und uns für BTX und Britannica entschieden, denn wir tendieren dazu, die Nachteile fehlender Zentralkontrolle zu über- und die kreative Kraft der Offenheit zu unterschätzen. In Zeiten, in denen in Brüssel, Berlin und Wien an Entwürfen zu Internetsperren und Aufhebung der Netzneutralität gearbeitet wird, eine wichtige Erkenntnis.

(via Netzwertig)


oe3

Heute ging ein schönes Projekt online, das ich in den letzten Monaten mitkonzipieren durfte: Die Facebook-Präsenz des Radiosenders Ö3. Das Team von Ö3 ging sehr offen und pragmatisch an das Projekt heran: Statt hochgestochenen Zielformulierungen voller Marketingspeak war das Motto “Da passiert was, da wollen wir dabei sein, ein bisschen was ausprobieren.”

Schnell wurde klar, wie diese Facebook-Präsenz aussehen könnte:

  1. Inhalte des Radiosenders sollen “sharable” sein und sich “viral” im Facebook verbreiten können: Das wurde beispielsweise mit den Comedy-MP3s umgesetzt, die direkt auf der Facebook-Page – und auch auf der Homepage – anhörbar sind und alle einen “Teilen”- (netzdeutsch für Weiterleiten) Button haben. Dazu werden zunehmend alle Artikel und sonstigen Elemente der Ö3-Website mit solchen “Teilen”-Buttons ausgestattet. Die regelmäßig stattfindenden Events von Ö3 können direkt in den eigenen Kalender übernommen werden (was wiederum alle Freunde sehen) und Freunde können zu den Events eingeladen werden.
  2. Die Funktionen von Facebook sollen für Hörer-Interaktion untereinander und mit dem Sender genutzt werden: So dominieren Kommentare von Ö3-Fans die Startseite, zu Events können Fotos und Videos hochgeladen werden, alle Inhalte können kommentiert werden. Dazu wird Facebook neben Email, Telefon und SMS als vollwertige Kommunikationsmöglichkeit mit dem Hörerservice des Senders etabliert, und einzelne Ö3-Mitarbeiter werden (so sie jeweils nichts dagegen haben – beruht auf Freiwilligkeit) über Facebook erreichbar.
  3. Facebook ist die Stoßstange 2.0: Man kann sich den Player als digitalen Bumpersticker auf das eigene Profil holen – oder natürlich auch direkt auf der Page Ö3 hören. Viele Ö3-Promis sind zudem mit eigenen Fanpages vertreten.
  4. Crossmedia: Konsequenterweise werden Facebook-Funktionen auch auf den existierenden Website verlinkt und auch onair wird wohl ab und zu auf Facebook verwiesen werden.

(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit – und einige Funktionen werden erst gelauncht.)

Stellt sich die Frage nach der Erfolgsdefinition und -messung eines solchen Projekts. Harte Zahlen liegen noch keine vor, und ich bezweifle auch, dass der Effekt einer solchen Aktion überhaupt vollständig messbar ist. In einem Markt, in dem Nennungen eines Sendernamens beim Radiotest die alles bestimmende Währung sind, wird sich eine funktioniernde und prominente Präsenz in einer Community, in der die Internetbevölkerung bereits über 4% ihrer gesamten Onlinezeit verbringt, sicherlich bezahlt machen.

comscore-facebook-stats

Besonders bemerkenswert waren für mich in diesem Projekt zwei Personen, ohne die das Ergebnis unmöglich so geworden wäre wie es ist: Zum einen Albert Malli, der stellvertretende Senderchef, der das Projekt mit viel Mut zum Social-Media-Experiment initiiert und uns den Rücken von der Senderbürokratie frei gehalten hat. Wir hatten dank ihm maximalen konzeptionellen Freiraum. Zum anderen Andreas Klinger von den Socialisten, der das Projekt technisch bestens umgesetzt und mit seinen hervorragenden Kontakten zum Facebook-Headquarter viele Dinge erst ermöglicht hat.

Danke, hat Spaß gemacht!


Seit gestern geistert eine Analyse des sonst eher seriösen Analysten Ross Sandler von RBC durch Zeitungen und Blogs weltweit, nach der Facebook in wenigen Jahren Google überholt haben wird. Der Analyst hat darin hat die Daten von Comscore ausgewertet und hochgerechnet. Eine der Kernaussagen:

Bereits 19 Prozent der Suchabfragen des Internetgiganten [Google] werden von Facebook generiert – das ist ein rasanter Anstieg von neun Prozent aus dem Vorjahr.

(Aus Meedia)

Laut einer Meldung von BusinessInsider werden derzeit bereits 19 Prozent des Gesamttraffic bei Google über Facebook generiert.

(Aus DerStandard.at)

Wer Facebook und Google kennt, wird vielleicht riechen, dass da was fishy ist. Hat sich schon jemand gefragt, wie 19% der Google-Visits von Facebook kommen sollen, wenn auf Facebook gar keine Google-Searchbox existiert? Oder irgendein Link?

statistics often lie

Die Erklärung ist simpel: Comscore wertet lediglich die Surfreihenfolge aus. Wer auf welchen Link geklickt hat, ist unbekannt. 19% der Visits auf Google ist ein Visit auf Facebook vorausgegangen, nicht mehr und nicht weniger sagt diese Zahl aus. Ziemlich unspektakulär, angesichts der großen Verbreitung beider Websites.

Traurig, dass das jede Zeitung blind nachdruckt.

Related: Wie brauchbar sind Studien zur Internetnutzung?

Pic (cc) by mac steve


In den letzten Wochen sind mir unglaublich sehenswerte Videos untergekommen (ich besitze keinen Fernseher..), ich hatte aber keine Zeit darüber zu bloggen. Darum mach ich’s jetzt wie Knallgrau und veröffentliche die Videos hier als “Helge.at-TV” :-)

In allen geht es irgendwie um das spannenste aller Themen: Die Zukunft.

 
Das Handy der Zukunft

In diesem TED-Talk von MIT-Forscherin Pattie Maes geht es viel mehr als nur um das “Handy der Zukunft”: Es geht um Augmented Reality, es geht um dauerhaften Zugang zur “Cloud”, der einzigen Maschine die künstliche Intelligenz besitzt und die über 100% Uptime verfügt. (Das wäre wieder ein anderes Thema..)

(via Tom Schaffer)

Dieses Video illustriert, wie dringend wir radikal moderne Verfassungsbestimmungen brauchen, die die Bürgerrechte von Grund auf neu definieren und Überwachungsmöglichkeiten von Behörden und Unternehmen ganz klar beschränken. Plus entsprechende, weisungsfreie Kontrollinstanzen. Ansonsten sehe ich nur zwei Alternativen, nämlich die totale Überwachung oder die persönliche Entkoppelung von dieser Informationsgesellschaft. Beides sind Horrorvorstellungen, die uns von der offenen Gesellschaft wegführen.

 
Die Medienlandschaft der Zukunft

Clay Shirky (dem ich bei dieser Gelegenheit einen deutschen Wikipedia-Eintrag spendiert habe) im Gespräch mit Journalist/Blogger Thomas Knüwer über die Zukunft der New York Times und von Printmedien im Allgemeinen.

Eine Auswahl seiner Thesen: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die NY Times ihre Papieredition einstellt. / Publikationen der Zukunft werden entweder hyperlokal oder global ausgerichtet sein. / Nie in der Geschichte der Menschheit wurde für Inhalte bezahlt, es wurde immer nur für die Übermittlungsmethode (Papier, CDs..) bezahlt. Und heute kostet Übermittlung nichts mehr. / In 5 Jahren wird die Mehrzahl der News-Verbreitung durch Unternehmen erfolgen, die im 20. Jahrhundert noch gar nicht existiert haben.

 
 
Inmitten der Kernschmelze

Dieses Video dauert länger, nämlich eine Stunde. Spannend wie ein Krimi erzählt “Inside the Meltdown”, eine Dokumentation des quasi-öffentlich-rechtlichen Senders PBS, wie es zur aktuellen Finanzkrise kam. (An Qualität wie Verfügbarmachung im Internet könnte sich der ORF eine Scheibe abschneiden. #anlorenz)

Die Doku beleuchtet zwar die Vergangenheit, erzählt uns damit aber auch viel über die Zukunft. Pflichtprogramm für jeden, der die Wirtschaftskrise verstehen will.

 
 
Kutiman

Der Künstler Kutiman benützt nur ein Instrument: Youtube. Und illustriert damit wieder einmal wie wenig das geltende Urheberrecht in diese Welt passt. Auf Youtube gibt’s übrigens jede Menge weitere Kostbarkeiten von Kutiman. Würde mir sofort eine CD von ihm kaufen – wenn ich mir nicht vorgenommen hätte, bis 2011 keine Tonträger mehr zu kaufen.

(via Rivva)

 
 
PS.

Vielleicht mache ich das öfter so – so eine Videosammlung ist schon was Schönes :-)


maptheq

Als Qype vor kurzem ihre API veröffentlichten, haben wir überlegt, was wir damit anstellen können.

Ergebnis: Wir haben die API nach den geokodierten Restaurant- und Café-Daten abgefragt und stellen die (mithilfe unserer Kartentechnologie Maptoolkit) auf Karten dar: www.maptheQ.com. Das schöne daran ist, dass sich der Aufwand, den wir in Bikemap & Co gesteckt haben, bei solchen Projekten bezahlt macht: MaptheQ war mit Minimalaufwand umsetzbar. (Im Toursprung-Blog gibt’s übrigens eine Aufzählung der Funktionen.)

Schön ist Feedback wie das von Christian Langreiter (ja, dem) auf Twitter:

chl-maptheq

Bin schon gespannt, wie es Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher gefällt – so der neben dem Kampf um die neuen Farben mit seiner Community (Qype wurde eben neu gelauncht) Zeit findet. ;-)

Freue mich über Feedback zur Site, auch über kritisches! Ein “known issue”: Mit eingeschaltenem Firebug ist MaptheQ (wie die meisten Ajax-Anwendungen) seeehr langsam. Da müssen wir noch eine Warnung einbauen, so viel Gmail das auch macht.


Für den Werbeplanung.at-Guide 2009, der in drei Tagen herauskommt (siehe auch hier, hier und hier) durfte ich auch heuer wieder eine Übersicht zusammenstellen, welche österreichischen “Web 2.0”-Startups es so gibt. Die Auswahl ist wie immer subjektiv, Beschwerden dazu bitte in die Kommentare. Umgekehrt alphabetisch, damit das schamlose Eigenlob wenigstens nicht ganz oben steht:

 

Twoday.net

Twoday ist das Urgestein der sozialen Medien in Österreich: Die Blogplattform ging vor sechs Jahren ans Netz und ist nach wie vor eine der führenden Weblog-Communities im deutschen Sprachraum. Twoday wird von der Wiener Agentur Knallgrau betrieben.

 

Tupalo.com

Tupalo, die aus Wien stammende Lokal- und Shopbewertungsplattform, ist im letzten Jahr stark ins Ausland gewachsen und bietet bereits für etwa 20 Städte in Europa und Nordamerika beeindruckende Datendichte. Am Heimatmarkt Österreich ist Tupalo mit Qype.at jedoch Konkurrenz erwachsen.

 

Tunesbag.com

Tunesbag ist wie der Name schon andeutet die Verlagerung der persönlichen Musiksammlung ins Netz. Wie Mindmeister ist Tunesbag ein Beispiel für den Trend, dass die Aufgabe von Desktopapplikationen (wie in diesem von Itunes) zunehmend von Webdiensten übernommen werden.

 

Tripwolf.com

Tripwolf ist ein Projekt des Inkubators i5invest, der auch hinter 123people.com steht. Es ist der österreichische Beitrag zum äußerst umkämpften Geschäftsbereich nutzergenerierter Destinationsbewertungen und Reiseberichte. Tripwolf konnte in mehreren Finanzierungsrunden bereits etwa €4 Mio. Risikokapital lukrieren, erst im Jänner stieß der Unternehmer Dieter von Holtzbrinck zum Kreis der Investoren, zu dem auch die Mair-Dumont-Gruppe zählt.

Post Scriptum: 123people habe ich in der Liste leider vergessen. Aber dafür gibt’s ein ausführliches Interview.

 

Soup.io

Soup.io ist Microblogging-Plattform und Lifestream-Aggregator und richtet sich an ein junges und internationales Publikum. Kürzlich gewann Soup das Rennen gegen 22 ausgewählte Startups und gewann den renommierten Londoner Seedcamp-Bewerb – gewöhnlich die Eintrittskarte für eine Finanzierungsrunde.

 

Scoop.at

Scoop bezeichnet sich als Community-Zeitung, tatsächlich trifft “Klon von Digg.com” besser zu. Scoop ist ein Hobbyprojekt noch ohne kommerzielle Ambitionen, hat aber seit Herbst 2008 ein beeindruckendes Wachstum hingelegt.

 

Popurls.com

Popurls ist ein ausschließlich für den amerikanischen Markt ausgerichteter Echtzeit-Aggregator von populären Inhalten aus einer Vielzahl von Quellen. Siehe Interview mit Gründer Thomas Marban.

 

Prooms.com

Prooms steht für “Private Rooms” und ist eine Vermittlungsbörse für Privatunterkünfte. Gegenseitige Bewertungen sollen für Vertrauen sorgen.

 

Mindmeister.com

Mindmeister, ein Münchner Startup mit österreichischen Wurzeln, bildet kolaborative Mindmapping-Applikationen im Netz ab und entspricht damit dem Web-2.0-Klischee von Cloudcomputing und Online-Kolaboration. Mindmeister ist Innovationsführer in seinem Bereich und verspricht sich Profitabilität durch eine Monatsgebühr von etwa €5 pro Nutzer.

 

Mjam.net

Mjam ist eine Gründung junger “Hacker” aus dem Wiener Hackerspace Metalab. Es soll den Missstand der fehlenden Transparenz im Markt der Essenszustellung beheben. Dazu wurden durchdachte Algorithmen und eine ansprechende Oberfläche entwickelt. Bislang ist Mjam in Wien, München, Hamburg und Berlin verfügbar, eine weitere Expansion soll folgen.

 

Kununu.com

Kununu rollt das Geschäftsfeld der Stellenanzeigen über Bewertungen von Arbeitgebern auf – und feiert damit vor allem bei der deutschen Presse beachtenswerte Erfolge.

 

Factolex.com

Factolex ist ein Projekt des früheren Netvibes-Entwicklers Alexander Kirk. Es ist ein Fakten-Lexikon, das Begriffe präzise beschreibt. Beschreibungen werden entweder von Usern eingegeben oder von Quellen wie Wikipedia aggregiert. Im Unterschied zur enzyklopädisch organisierten Wikipedia liegt der Schwerpunkt von Factolex in der Semantik zwischen Begriffen – was es zu einer wertvollen Quelle für zukünftige Semantic-Web-Entwicklungen machen könnte.

 

Edelwiser.com

Edelwiser ist der mutige Schritt, den Trend der Inidividualisierung in die Schiproduktion zu bringen: User können das Design ihrer Ski online selbst gestalten. Der logische Schritt zum echten Crowdsourcing à la Threadless.com fehlt bislang allerdings noch.

 

Bikemap.net & Friends
bikemap-thumb

Bikemap, ein Projekt der Wiener Kartenexperten von Toursprung, ist mittlerweile Europas umfangreichste Radroutensammlung. Benutzer können auf Karten ihre Lieblingsrouten mit anderen Radfahrern teilen. Mit sieben Sprachversion das internationalste Projekt in der Liste. Schwesterprojekte existieren für Läufer, Wanderer, Skater und Motorradfahrer.


Dieses Interview mit Bernhard Lehner vom Wiener Inkubator i5invest habe ich für den Werbeplanung.at-Guide 2009 geführt, der am 26. Februar erscheinen wird.

bernhard-lehnerBernhard, 123people.com wird gerade erst ein Jahr alt, gratuliere zum Geburtstag! Kannst du den Dienst kurz beschreiben?

Bernhard Lehner: 123people findet frei im Internet verfügbare Infos über Personen mittels Echtzeitsuche. Die Suchergebnisse, darunter Fotos, Videos, Telefonnummern, Weblinks, Dokumente, Profile aus Social Networks und noch einiges mehr, werden übersichtlich strukturiert dargestellt. Damit ist 123people so etwas wie das multimediale Telefonbuch der Generation Internet.

Was ist euer Business-Modell?

Bernhard Lehner: Zum einen generieren wir Umsätze über klassische Online-Werbung, zum anderen hat der Traffic, den wir verteilen, natürlich einen gewissen Wert für unsere Partner, die relevante Services anbieten.

Zum Beispiel?

Bernhard Lehner: Zum Beispiel Ärzteverzeichnisse, Gelbe- und Weiße-Seiten-Anbieter, Reputationsmanagement-Anbieter oder Social Networks.

123people.at ist nur eine von vielen Domains, die ihr betreibt. Wie ist eure Internationalisierungsstrategie?

Bernhard Lehner: Derzeit sind wir in sieben Ländern online: Neben Österreich, Deutschland und der Schweiz – in diesen Ländern feiern wir jetzt den ersten Geburtstag – sind dies die USA, UK, Frankreich und, in wenigen Tagen, Spanien. Da länderspezifische Datenquellen und Partner für uns enorm wichtig sind, haben wir uns für diese Multi-Domain-Strategie entschieden. Sieben Länder haben wir jetzt in knapp einem Jahr gelauncht – diesen Speed werden wir im zweiten Lebensjahr deutlich erhöhen.

Seit kurzem seid ihr ÖWA-gelistet – und habt aus dem Stand den vierten Platz der Einzelangebote erobert (nach Unique Clients). Wieviel von diesem Erfolg macht eure Suchmaschinenoptimierung aus?

Bernhard Lehner: Suchmaschinenoptimierung war von Beginn an ein wesentlicher Bestandteil unserer Marketing- und Produktstrategie. Wobei wir uns da nicht wesentlich von 90 Prozent aller anderen kommerziellen Seiten unterscheiden – Suchmaschinentraffic ist generell enorm wichtig. Aber auch Word-of-Mouth und klassische PR und Social Media treibt den Traffic. Und natürlich arbeiten wir intensiv daran, die Quote der wiederkehrenden User und Traffic, der direkt auf 123people landet, noch weiter zu erhöhen.

123people-Links sind in Google-Ergebnisseiten derzeit omnipräsent, oft sogar mehrfach mit euren unterschiedlichen Länderdomains. Von Google hört man jedoch immer wieder dass “Suchergebnisse innerhalb von Suchergebnissen” unerwünscht seien. Ist die Traffic-Party bald vorbei?

Bernhard Lehner: Der Traffic von Suchmaschinen ist weiterhin wichtigster Trafficmotor für alle Websites. Wir sind überzeugt, dass wir Added Value für die User liefern und damit suchmaschinenkonform sind. Wir haben eine gesunde User-Basis, viele Partner, die uns Traffic schicken und, auf hohem Niveau, noch viel Potenzial mit PR- und Marketingmaßnahmen. Alles in allem, denke ich, eine ganz gute Mischung.

Der Markt der Personensuche ist mit Wink.com, Spock oder Yasni heiß umkämpft – warum sollte gerade 123people überleben?

Bernhard Lehner: In meiner Wahrnehmung hat 123people das schärfste Profil: Wir wollen schlicht die beste Personensuche im Internet bei maximalem Datenschutz anbieten. Ein Schritt weg von Web 2.0, kein Social Networking, pure und schnelle Personensuche. Das können wir am besten, und die User werden das weiter goutieren.

Und was, wenn das Naheliegende eintritt und Google eine eigene Personensuche online bringt? Mit Google Local und Google Accounts existieren ja die besten Voraussetzungen dafür.

Bernhard Lehner: Wir sehen Google nicht als Mitbewerber und sind auch anders aufgestellt. Selbst wenn das von dir beschriebene Szenario eintreten sollte, wird es nicht so leicht sein, lokale Datenquellen und das Deep Web zu integrieren. Letztlich würde in so einem Fall die Qualität der Suchergebnisse und die angebotenen Services entscheiden. Hier sind wir gut positioniert.

Wo siehst du 123people Ende 2010?

Bernhard Lehner: Wir werden unseren Vorsprung als weltweit größtes Personensuch-Service ausgebaut und mit einer Vielzahl von neuen Tools die Qualität der Suchergebnisse verfeinert haben. 123people wird das Synonym für Personensuche – und profitabel sein.

Danke für das Gespräch!

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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