Google this site (~ 2000 pages):

Home
RSS Feed RSS Feed

wbf300x100b

 

Hier noch ein Rückblick auf den Digiday09 (inkl. Video meines Vortrages, leider tw. mit kaputtem Ton).

Update: TU Wien und Grüne Wirtschaft Innsbruck added.

Update 2: Slides des TU-Vortrags:


unibrennt

Die Studierenden der Uni Wien und anderer Unis protestieren gegen eine jahrzehntelang verfehlte und kaputtgesparte Bildungspolitik und halten das Audimax besetzt. Das Besondere daran: Am Werk sind nicht zentrale Organisationsstrukturen à la Hochschülerschaft sondern adhoc gebildete und über Twitter & Co (Hashtag: #unibrennt) kommunizierende Netzwerkstrukturen. Im Detail nachzulesen bei Philipp Sonderegger und Jana Herwig. Beim Establishment lösen die Vorgänge Irritation aus, so hinterlassen sie beim Chefredakteur Österreichs älterster Tageszeitung den verwirrten Eindruck von “Flashmob-Party und Voodoo-Ideologie”.

Doch die Organisation von Dingen – auch Protesten – kann die Gesellschaft grundlegend verändern:

 

Update: Luca Hammer offenbart einen Blick hinter die Kulissen und Martin Blumenau beschreibt, was die Kommunikation von #unibrennt auszeichnet:

Dies ist die erste Protestaktion in Österreich, die nicht von einem klassischen Medium getragen oder von den Mainstream-Medien abhängig ist – sie funktioniert über ihre eigenen, viele Menschen erreichenden Ausspielkanäle. Das garantiert nicht nur die Kontrolle über die eigenen Aussagen, das erlaubt auch Unabhängigkeit, was Zeitabläufe betrifft. Alles Tugenden, die zb die politischen Parteien verloren, aus der Hand gegeben haben: die müssen sich von den Medien, an deren Info-Gängelband sie hängen, herumschubsen lassen, terminlich und haben die Kontrolle längst verloren.

Bei dieser Gelegenheit zu drei Missverständnissen, die obige Präsentation fast immer auslösen scheint:

Missverständnis 1: Hierarchische Strukturen sind schlecht, netzartige gut. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, das zeigt auch das Unibrennt-Beispiel. Allgemeingültige Empfehlungen sind überhaupt Mumpitz. Die Slides sind nicht als Brandrede für eine Veränderung gedacht, sondern Ergebnis einer Beobachtung, und mehr Frage als Antwort.

Missverständnis 2: Netzstrukturen werden Hierarchien ersetzen. Zu einfach. Hierarchien entstehen meines Wissens meist dort, wo der Reibungsverlust von Netzstrukturen groß ist. Diese Reibung wird durch moderne Kommunikationskanäle oft geringer, auch größere Netzwerkstrukturen können dadurch produktiv sein. Doch selbst die Wikipedia benötigt gewisse Hierarchien (siehe ab Minute 14) um zu funktionieren. Netzstrukturen und Hierarchien können sich also ergänzen. Vielleicht werden Hierarchien nur flacher, durchlässiger? (Braucht es immer Sektionen, Orts/Bezirks/Landesgruppen, um Politik zu machen? Chefredakteure, um zu Publizieren? Etc.) Es bleibt spannend.

Missverständnis 3: Netzstrukturen sind egalitär. Ich habe keine Ahnung, warum das dieser Präsentation immer wieder unterstellt wird. Weil die blauen Dots alle gleich groß sind? Weil bei den Ameisen alle Arbeiterinnen gleich gestellt sind? Kommunikationsnetze sind komplexer, das sollte nicht überraschen.

Im Übrigen hoffe ich, die Studis im besetzten Audimax lassen sich nicht unterkriegen! Aktuelle Eindrücke bei Niko Alm.


Der Falter bat mich, einen Kommentar zur wiederaufgebrandeten Internetdebatte, die Armin Thurnher letzten Dezember auslöste, beizusteuern. Er erscheint heute im Falter in einer gekürzten Version und hier im Volltext. Ich konnte die Falter-Redaktion dazu überreden, die Gelegenheit für ein Hyperlink-Experiment zu nutzen: Alle Links im Text wurden unterstrichen abgedruckt, um die Anknüpfungspunkte zu illustrieren, den Text “scannbar” zu machen und auf die Links in dieser Onlineversion hinzuweisen. Die Idee stammt von einem Vorschlag Oliver Reichensteins für den Schweizer Tagesanzeiger, wo man aber vermutlich zu feig war, das umzusetzen.

 
180px-Armin_Thurnher_Wien2008Armin Thurnher nimmt also, wie er schreibt, das Internet nicht ernst. Er spricht von einem ressentimentgeladenen Internetpublikum, das für nichts bezahlen wolle und sich zudem feig hinter Pseudonymen verstecke und von egomanischen Ich-AGs der Blogosphäre (wie viel weniger egomanisch waren eigentlich die Ich-AGs der Noch-nicht-aber-hoffentlich-bald-Zeitungsherausgeber der 70er?). Man läse nicht mehr Leitartikel und sähe Nachrichten, „ein jeder bloggt und blökt vor sich hin“.

Weil Medien wie Standard, ORF und Presse die Partizipationsarchitektur ihrer Online-Foren nicht in den Griff bekommen und diese anonymen Trollen überlassen, weil Facebook und Twitter ihm die Aufmerksamkeit der eigenen Redakteure streitig machen, weil Online-Mundpropaganda – Überraschung! – verkürzt, vereinfacht und polemisiert anstatt journalistisch korrekt zu differenzieren, verweigert Thurnher dem größten kulturellen Ereignis seit Gutenberg seine Teilnahme.

Die Verschriftlichung von Mundpropaganda verändert Meinungs- und Warenmärkte radikal: Wähler und Konsumenten reden nun zurück, sie nützen den neuen Rückkanal für die Vertretung ihrer Interessen. Die Kosten von Veröffentlichung sowie von Organisation in Gruppen sind auf Null gesunken. Die „Gatekeeper“ verlieren an Macht, ihre Rolle wird auf die von Multiplikatoren zurechtgestutzt.

Wie ein Abt, der das intellektuelle Monopol seiner mittelalterlichen Schreibmönche durch Druckerpressen bedroht sieht, beklagt Thurnher, es ginge an die Substanz dessen, „was eine Gesellschaft zusammenhält, nämlich die gemeinsame Verständigung darüber, was ihr wichtig ist.“ Bisher eine gemeinsame Verständigung der Wenigen.

Statt über diese Renaissance, die Politik, Wirtschaft und Medien verändert wie nichts zuvor, leitartikelt Abt Armin – exklusiv auf toten Bäumen – lieber über das eigene kulturelle Unverständnis. Im übrigen bin ich der Meinung, der Mediamil-Komplex wird gerade zerschlagen. Vom nicht ernst zu nehmenden Internet.

Wohin die Links führen und warum das Internet trotzdem kein Allheilmittel steht auf helge.at/AbtArmin. (Also eh hier. Womit die Printversion endet.)

 
Das Internet also als großer Heilsbringer? Mitnichten. Allen technologischen und gesellschaftlichen Chancen stehen ebenso große Herausforderungen und Probleme gegenüber:

Die technischen Möglichkeiten der Überwachung und Manipulation – wer redet mit wem, kauft was, wählt was, bewegt sich wo? – führen zu Begehrlichkeiten von Behörden und einer milliardenschweren Unterhaltungsindustrie, die um ihre Pfründe fürchtet. Alles im Interesse von Kampf gegen Terrorismus und Kinderpornographie, versteht sich. Ganz konkret auf dem Spiel stehen nicht weniger als die Errungenschaften von Aufklärung und Demokratie: Meinungs- und Pressefreiheit, Wahlgeheimnis, Postgeheimnis, Gewaltenteilung. Ich fürchte, ich übertreibe nicht.

Dazu kommen neue privatwirtschaftliche Datenmonopole, ein Patent- und Urheberrecht, das den technologischen Gegebenheiten nicht mehr gerecht wird und allgemein mangelnde Medienkompetenz, die hilflose Eltern, unvorsichtige Kinder und ahnungslose Entscheidungsträger hervorbringt.

Doch Armin Thurnher zieht es vor, das Internet nicht ernst zu nehmen. Und liegt mit seinen Interpretationen auf weiten Strecken einfach falsch, wie so viele. Ich gebe zu, das wurmt mich.

Eine Chronologie der Debatte (Thurnhers Texte sind bezeichnenderweise nicht online):

 

Danke an Ingrid Brodnig für das Orchestrieren dieser Debatte! Foto: (cc) Manfred Werner.


welcherpreis

Seit ich mich ca. 2003 in einem Projekt mit dem Thema “Cooperative Pricing” auseinander gesetzt habe – das entsprechende Produkt erreichte seine Marktreife nie – halte ich das Thema für unterschätzt. Kurz gesagt geht es darum, die Mitglieder einer Gruppe selbst über den Preis für ein Produkt – zb. gemeinschaftliche Nutzung einer Webapplikation – entscheiden zu lassen.

Der Preis liegt für den Einzelnen dabei zwischen Null und einem überdurchschnittlich hohen Preis, je nach seiner Bereitschaft zu zahlen. Soziale Mechanismen sorgen aber dafür, dass das Produkt unterm Strich bezahlt oder, je nach Modell, auch überzahlt wird. Dass eine Überzahlung nicht unrealistisch ist, wird jeder bestätigen, der auf einer Party schon mal “Gebt mir jeder ein bisschen Geld, ich geh’ Bier holen” gerufen hat.

Meetup.com arbeitet seit 2005 mit einem einfachen kooperativen Preismodell: Der Organisator einer Meetup-Gruppe zahlt die Gebühren und kann sie bei den Mitglieder eintreiben, muss aber nicht.

Jetzt bin ich wieder über ein Beispiel gestoßen: Der Foto-Sharing-Dienst Picurio bietet “Räume” zum Fotos-Anschauen in der Gruppe an. Räume sind am Anfang gratis, dann kann für fünf Dollar um ein Monat verlängert werden. Wer in der Gruppe diese Verlängerung bezahlt ist dabei egal – der Raum verlängert sich für alle.

Simpel aber einleuchtend. Schon Picurio-Konkurrent Flickr ist mit den verschenkbaren Pro-Accounts sehr erfolgreich (vermute ich mal – konnte aber keine Zahlen finden), was ja ähnlich wie kooperative Preismodelle auf soziales Feedback setzt.

Whuffie als Kaufmotivation. Ich vermute, wir werden in Zukunft noch mehr solcher Modelle zu sehen kriegen.

Kennt jemand weitere Beispiele?


netidee

Die Internet Foundation Austria vergibt heuer zum vierten Mal die Netidee-Förderungen und hat mich als Jurymitglied eingeladen, die Einreichungen zu bewerten. Die Netidee ist einer Gesamtfördersumme von €500.000 dotiert und richtet sich diesmal schwerpunktmäßig an Projekte, die den “Digital Devide” verringern helfen. Das Codewort ist “Inclusion”:

“e-Inclusion” steht für “digitale Integration” und soll den diversen Gefahren einer “digitalen Ausgrenzung” entgegenwirken, die wegen gesundheitlicher, finanzieller, ethnischer oder bildungsbezogener Hindernisse, fehlender digitaler Kompetenz oder mangels Zugang zum Internet entstehen. Neue “digitale Chancen” zur Eingliederung ausgegrenzter Menschen und zur Förderung benachteiligter Regionen sind zu schaffen.

Im Klartext: Gefördert werden Online-Projekte aller Art, die vor allem auch Menschen abseits der üblichen Poweruser-Zirkel ansprechen. Einreichschluss ist Freitag, 7. August 2009, 8h früh. Ich würde mich über zahlreiche gute Einreichungen freuen! Über die eingereichten Projekte werde ich hier berichten, soweit das die IPA erlaubt. (Siehe auch bei Robert Lender.) Eines kann ich schon verraten: Am leichtesten haben es bei mir klar, starke Konzepte: Weniger ist mehr.


Diesen Text habe ich für das neue Update-Magazin geschrieben:

In einer Vorlesung stellte der britische Rechtsprofessor James Boyle seinen Studenten kürzlich folgende Aufgabe:

Stellen Sie sich vor, sie befinden sich in den frühen 90ern. Die Potentiale elektronischer Netzwerke zeichnen sich ab, und Sie haben zwei Möglichkeiten: Die erste umfasst von Behörden gestellte BTX-Terminals in allen Wohnzimmern, ausgestattet mit ausgewählten Datenquellen von BBC bis Reuters. Auf jede Information ist Verlass. Die andere Option ist ein System, in dem jeder alles publizieren kann – auch Lügen, Pornographie und Hetze. Was hätten Sie gewählt?

james-boyle

James Boyle auf der letzten Ars Electronica in Linz, (cc) by Joi Ito

In Boyles zweiter Aufgabe müssen die Studenten eine globale Enzyklopädie entwerfen: Entscheiden Sie sich für ein Team von erfahrenen Experten, die Artikel schreiben, bewerten und korrigieren? Oder setzen Sie eine Website auf, die jeder editieren kann?

Wir alle hätten der Welt wohl das Web und die Wikipedia vorenthalten und uns für BTX und Britannica entschieden, denn wir tendieren dazu, die Nachteile fehlender Zentralkontrolle zu über- und die kreative Kraft der Offenheit zu unterschätzen. In Zeiten, in denen in Brüssel, Berlin und Wien an Entwürfen zu Internetsperren und Aufhebung der Netzneutralität gearbeitet wird, eine wichtige Erkenntnis.

(via Netzwertig)


Heute abend findet eine interessante Veranstaltung (hier das Facebook-Event dazu) statt, die sich Jana Herwig einfallen hat lassen: Ein OpenHouseCamp, also ein Hybrid aus einem OpenHouse (dem Veranstaltungsformat der Wiener Grünen) und einem BarCamp (dem Format der Webszene).

Ich werde da, wenn Interesse besteht, eine Abwandlung der Präsentation geben, für die mich die Grüne Wiener Parteispitze kürzlich gebucht hat (noch bevor sie von den Grünen Vorwahlen wussten):

Der Titel dieses Blogposts ist übrigens Wunschkonzert – mal schauen, was wirklich dabei rauskommt.


oe3

Heute ging ein schönes Projekt online, das ich in den letzten Monaten mitkonzipieren durfte: Die Facebook-Präsenz des Radiosenders Ö3. Das Team von Ö3 ging sehr offen und pragmatisch an das Projekt heran: Statt hochgestochenen Zielformulierungen voller Marketingspeak war das Motto “Da passiert was, da wollen wir dabei sein, ein bisschen was ausprobieren.”

Schnell wurde klar, wie diese Facebook-Präsenz aussehen könnte:

  1. Inhalte des Radiosenders sollen “sharable” sein und sich “viral” im Facebook verbreiten können: Das wurde beispielsweise mit den Comedy-MP3s umgesetzt, die direkt auf der Facebook-Page – und auch auf der Homepage – anhörbar sind und alle einen “Teilen”- (netzdeutsch für Weiterleiten) Button haben. Dazu werden zunehmend alle Artikel und sonstigen Elemente der Ö3-Website mit solchen “Teilen”-Buttons ausgestattet. Die regelmäßig stattfindenden Events von Ö3 können direkt in den eigenen Kalender übernommen werden (was wiederum alle Freunde sehen) und Freunde können zu den Events eingeladen werden.
  2. Die Funktionen von Facebook sollen für Hörer-Interaktion untereinander und mit dem Sender genutzt werden: So dominieren Kommentare von Ö3-Fans die Startseite, zu Events können Fotos und Videos hochgeladen werden, alle Inhalte können kommentiert werden. Dazu wird Facebook neben Email, Telefon und SMS als vollwertige Kommunikationsmöglichkeit mit dem Hörerservice des Senders etabliert, und einzelne Ö3-Mitarbeiter werden (so sie jeweils nichts dagegen haben – beruht auf Freiwilligkeit) über Facebook erreichbar.
  3. Facebook ist die Stoßstange 2.0: Man kann sich den Player als digitalen Bumpersticker auf das eigene Profil holen – oder natürlich auch direkt auf der Page Ö3 hören. Viele Ö3-Promis sind zudem mit eigenen Fanpages vertreten.
  4. Crossmedia: Konsequenterweise werden Facebook-Funktionen auch auf den existierenden Website verlinkt und auch onair wird wohl ab und zu auf Facebook verwiesen werden.

(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit – und einige Funktionen werden erst gelauncht.)

Stellt sich die Frage nach der Erfolgsdefinition und -messung eines solchen Projekts. Harte Zahlen liegen noch keine vor, und ich bezweifle auch, dass der Effekt einer solchen Aktion überhaupt vollständig messbar ist. In einem Markt, in dem Nennungen eines Sendernamens beim Radiotest die alles bestimmende Währung sind, wird sich eine funktioniernde und prominente Präsenz in einer Community, in der die Internetbevölkerung bereits über 4% ihrer gesamten Onlinezeit verbringt, sicherlich bezahlt machen.

comscore-facebook-stats

Besonders bemerkenswert waren für mich in diesem Projekt zwei Personen, ohne die das Ergebnis unmöglich so geworden wäre wie es ist: Zum einen Albert Malli, der stellvertretende Senderchef, der das Projekt mit viel Mut zum Social-Media-Experiment initiiert und uns den Rücken von der Senderbürokratie frei gehalten hat. Wir hatten dank ihm maximalen konzeptionellen Freiraum. Zum anderen Andreas Klinger von den Socialisten, der das Projekt technisch bestens umgesetzt und mit seinen hervorragenden Kontakten zum Facebook-Headquarter viele Dinge erst ermöglicht hat.

Danke, hat Spaß gemacht!


Ich habe schon so oft darüber geschrieben, wie ich mir partizipative(re) Demokratie, auch unter Nutzung des Internets vorstelle. Jetzt versuchen wir (also Martin, Jana und ich) etwas Konkretes: Grüne Vorwahlen.

gvw-green

Die Statuten der Wiener Grünen lassen etwas zu, von dem nur niemand weiß: Jeder, auch Nicht-Mitglieder dürfen bei der Erstellung von Kandidatenlisten mitbestimmen. Bedingung ist nur eine vorherige Registrierung. Also beste Voraussetzungen für Vorwahlen.

Was wir jetzt machen, zugegebenermaßen ohne die Grünen groß um Erlaubnis gefragt zu haben: Wir rufen diese Vorwahlen aus, unter Ausnutzung der Statutenregelungen.

In den letzten Monaten ist viel passiert, was mich als Grünwähler an den Grünen stört: Die nicht gezogenen Schlüsse aus der Nationalratswahlen im Herbst beispielsweise oder verpasste Chancen bei der Europawahl.

Am Tag nach der Nationalratswahl habe ich skizziert, wie ein partizipativer Wahlkampf der Grünen für mich ausschauen müsste:

Wo waren die [20 Mandatare] im Wahlkampf? Wer sind die überhaupt? Während des ganzen Wahlkamps waren sie beispielsweise auf der Grünwebsite kaum auffindbar, geschweige denn irgendwo als Person präsent. (Und bitte kommt mir jetzt nicht mit Presseaussendungen und Ständen in Fußgängerzonen – das ist sowas von antiquiert, davon krieg’ ich Ausschläge.)

Wo sind die öffentlichen Hearings, die Personen-vor-wahlkämpfe um die besten Listenplätze? Wo sind die innovativen Quereinsteiger wie parteifreie Solarenergieunternehmer, Koriphäen aus Wissenschaft und Wirtschaft oder junge, smarte Studenten?

Dazu stehe ich noch immer. Zwingen wir die Grünen zu mehr Offenheit!


Habe dem aktuellen E-Media (Österreichs Computer-BILD) eine “Insider”-Komlumne über @ArminWolf spendiert. Der Text ist zwar E-Media-tauglich aufbereitet, aber ich stehe zu meiner Aussage: Wolf macht das richtig gut – davon könnten sich einige Journalisten, Politiker und andere Twitter-Promis ein Stück abschneiden.

Das Bild ist mit einem Scan verlinkt, unten der Originaltext:

e-media-small

Der mit dem Wolf twittert – Armin Wolf ist sowas wie der Web2.0-Star des neuen Jahres

Twitter, der schnellste Impulsgeber des globalen Nachrichtenstroms (Mumbai!), macht wirklich Spaß. Nicht nur mir, sondern ganz offensichtlich auch ZIB-Anchorman Armin Wolf: Der hat ein Monat nach seinem Start unter Twitter.com/ArminWolf schon 2.000 so genannte Follower. Wir alten Twitterer beobachten den aktuellen Medienrummel samt Promi-Twitterern natürlich skeptisch, aber bei Wolf muss ich sagen: Er macht das richtig gut. Er empfiehlt Texte, die ihn interessieren oder “re-tweetet” Tweets Anderer, wenn er sie für gut hält. Er fragt in die Runde, welche Fragen er Kardinal Schönborn oder Didi Constantini stellen soll (“Habe keine Ahnung von Fussball! Was soll ich fragen?”). Kurz: Er twittert auf Augenhöhe. Wolf selbst sagt – natürlich auf Twitter – die Antwortfunktion sei “das Spannendste an der ganzen Sache”. Wer weiß, wenn er so weiter macht, vielleicht hat er bald den CNN-Anchor Rick Sanchez überholt? Der hält bei 67.000 Abonnenten.

PS. Die Fotografen-Credits hat die E-Media-Redaktion leider unter den Tisch fallen lassen. Foto: Daniel Gebhart.

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
corner