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Der neueste Clou von Google heißt App Engine, auf den ersten Blick ein Konkurrent für die Amazon Web Services, also quasi Hosting für Webapplikationen. Als solches ist die Engine durch technische Einschränkungen zwar (noch) deutlich weniger attraktiv als Amazon, aber dafür ist das Hosting von 500 mb mit bis zu 5 Mio monatlichen Seitenaufrufen kostenlos – damit sind die IT-Kosten für ein Startup auf Null gesunken.

google app engine

Soweit, so unaufregend. Das Spannendere an der App-Engine ist die Integration mit der existierenden Google-Landschaft, vor allem mit Google Accounts. Wer sein Startup auf der App-Engine startet, tut das nicht nur günstig, sondern bietet hunderten Millionen Google-Usern die Möglichkeit, den Dienst ohne Registrierung und doch personalisiert zu nutzen. (Siehe zb. diese kleine To-Do-Listen-Applikation.) Was natürlich auch Nachteile hat, Stichwort “Who owns the user”.

In der Folge ergeben sich Integrationschancen, die an die Facebook-Plattform erinnern lassen: Was spricht dagegen, dass Google (bzw. iGoogle) die Funktion einnimmt, die die Facebook-Homepage hat, also Aktivitäten von “Friends” in allen Engine-Apps, Google-eigenen und OpenSocial-Applikationen Dritter in einem Newsfeed darzustellen?

Wie lange wird es dauern, bis dich deine User fragen, wann denn deine Website auch über Google (und Facebook) zu nutzen sein wird? Und warum man sich bei dir nicht mit dem Google-Account einloggen kann?

Außerdem wird Google die eigenen Dienste schrittweise für die App-Engine aufbereiten: Maps, Spreadsheets, Wiki, Writely, Blogger, Youtube, Calendar, etc. werden dann besonders einfach (alle haben ja jetzt schon eine API) in der App Engine verwendbar sein, vielleicht so einfach wie man jetzt in Yahoo Pipes Mashups basteln kann. Vor allem aber sollen Apps-Entwickler Geld verdienen können – und mit ihnen Google: Werbung über Adsense, Zahlungen mit Checkout.

Die “Web x.x”-Revolution wird vielleicht nicht mehr auf erfahrene Software-Architekten angewiesen sein, sondern von technisch versierten Usern selbst orchestriert. Und Google möchte ganz klar, dass diese Revolution in ihrer Infrastruktur stattfindet – und der User seinen wertvollen Sozialen Graphen auf Google abbildet. Das ist die schöne neue Google-Welt.


Zeiterfassung ist ein schwieriges Thema. Am schönsten ist es ohne – da wird man nicht daran erinnert, dass man seine Zeit an die spannensten aber unwichtigsten Dinge verschwendet. Man kommt also nicht drum herum.

Heute wollte ich für unser kleines Team eine neue Zeiterfassung aufsetzen, um die herumschwirrenden Spreadsheets abzustellen – und hab mich der Teamfähigkeit wegen für Google Spreadsheets entschieden. Aber nicht irgendwie, sondern sauber strukturiert und mit feiner und zeitsparender Eingabemaske.

Das ganze habe ich mit dem neuen Spreadsheet-Feature “Forms” gelöst (seit Jahren warte ich auf so was..) und das dann in unser neues Google-Sites-Intranet integriert. Schau so aus (Klick für groß):

Sites-Zeiterfassung klein

Das Anlegen eines solchen Formulars ist einfach: Ein leeres Google Spreadsheet anlegen, dort unter “Share” die Funktion “..fill out form”. Dann erscheint im Hauptscreen ein “Edit form”-Link, über den sich in wenigen Klicks die Maske anlegen lässt. Die Daten sammeln sich dann automatisch im Spreadsheet.

Um aus den Daten auch Informationen zu ziehen, habe ich ein Sheet namens “Results” angelegt und addiere dort jeweils die Stundenanzahl zu Mitarbeitername und Projekt. Dafür verwende ich die schon aus Excel bewährte Formel SUMIF(Data!F:F,B1,Data!H:H). Auf gut Deutsch heißt das: “Schau im Sheet ‘Data’ nach, wo in der Spalte F der Name ‘XY’ vorkommt, der hier links daneben in B1 steht, und zähle alle Stunden, die dort in Spalte H stehen, zusammen”. So lassen sich die Stundensummen für jede Person und jedes Projekt errechnen. Quasi ein Pivot-Tabellen-Workaround..

Und das ganze habe ich dann in Google Sites integriert, das geht dort ganz einfach. Lässt sich aber auch in jedes andere Intranet integrieren, das HTML-Code (iframe) akzeptiert. Sites hat hier halt den Vorteil des gemeinsamen Berechtigungssystems zwischen Sites und Docs, nämlich über Google Apps.

Zu Google Sites siehe auch Google Wiki a.k.a Google Sites – eine Enttäuschung – eine Einschätzung, die sich durch die Verwendung übrigens bestätigt. Trotzdem muss ich zugeben, dass dieses Beispiel zeigt, dass die Google-Strategie, die Unternehmen an den IT-Abteilungen vorbei zu erobern, Sinn ergibt.


Gefühlte zwei Jahre nachdem Google die Wiki-Bude Jotspot, damals Innovationsführer, gekauft hat, geht der Dienst endlich als “Google Sites” und damit als Teil von Google Apps online und wildert ab jetzt supposedly in den Gefilden von Microsoft Sharepoint, Confluence, Socialtext oder aus österreichischer Sicht SystemOne.

Jotspot

Nach zugegeben nur fünf Minuten Test (Urteil ist also mit Vorsicht zu genießen): Ich check’s nicht, wie man so lange brauchen kann und die offensichtlichen Chancen so verbocken kann.

Fazit: Irgendeinen schnell angelegten Mediawiki-Intranet-Hack (ich bekenne mich mehrfach schuldig) wird Google Sites schon ersetzen können, aber der Intranet-Markt bleibt weiter in Händen der Profis. Dass hier eine andere Generation an Googlers das Ruder übernommen hat, zeigt ein Detail: Den neuen Dienst ziert kein “Beta”-Zusatz.

(Langerwartete Nachricht via Fuzo.)


Mit einer 187-seitigen Studie hat Dekan O.Univ.Prof.Dr.Dr.hc. Hermann Maurer und sein Team von der TU Graz seine altbekannten kruden Thesen um die Marktbeherrschung Googles neu publiziert – und erntet damit relativ viel Aufmerksamkeit: Heise, Google Blogoscoped, Blogosphäre, Der Standard.

Einmal mehr macht sich der Doyen der österreichischen Informatik mit Verschwörungstheorien und spekulativen Thesen rund um Google lächerlich – er, der es in diesem Kontext nachweislich selbst nicht schafft, ordentlich zu recherchieren. (Na, immerhin tauchen die Aprilscherze von Google, denen Maurer zuletzt aufgesessen ist, im neuen Paper nicht mehr auf.)

Die Studie befasst sich hauptsächlich mit dem Problem wissenschaftlicher und journalistischer Plagiate. Google wird quasi dafür verantwortlich gemacht, das Auffinden von Werken zu ermöglichen, die dann plagiiert werden können. Böse, böse Suchmaschine. Folgerichtig muss das Google-Monopol jetzt gebrochen werden, zum Beispiel durch die staatliche Finanzierung alternativer Suchmaschinentechnologie. Am besten auf Basis von Hyperwave, nicht, Herr Maurer? Maurer ist Hyperwave-Gründer und -Aufsichtsrat. Hyperwave ist zwar relativ erfolglos, aber dafür, Zitat, “bei weitem das beste Wissensmanagementsystem der Welt”. Na sicher.

Ganz lustig wird es im Kapitel über die unfehlbar-prophetischen Kräfte, die Google in Sachen Aktienkursprognose besitzen soll:

Google can use its almost universal knowledge of what is happening in the world to play the stock market without risk: in certain areas Google KNOWS what will happen, and does not have to rely on educated guesses as other players in stock market have to.

Wer erwartet, dass diese abenteuerliche Behauptung irgendwie wissenschaftlich belegt wird, wird enttäuscht. Außer ein paar allgemeinen (und sicher zutreffenden) Hinweisen zum wirtschaftlichen Potential des Data Minung von Suchabfragen Fehlanzeige.

All das ist besonders traurig, weil dem durchaus aktuellen Thema der Dominanz Googles mit allen Konsequenzen für Datenschutz und Pluralismus durch diese trans-semmering’sche Clownerie ein Bärendienst erwiesen wird. Die beste Absicherung Googles gegen kartellrechtliche Einschränkungen sind immer noch Herrn Maurers Studien – weitere Kritiker lassen sich dann leicht in das Eck seiner kuriosen Thesen stellen.

Und: Traurig ist auch das Zeugnis, das diese Publikation dem Zustand österreichischer Universitäten ausstellt.


Wenn sich einer der führenden Informatiker des Landes kritisch mit Googles Wissensdurst und der daraus resultierenden Datenschutzproblematik beschäftigt, ist das grundsätzlich zu begrüßen. Hermann Maurer, Dekan der Grazer Informatikfakultät, tut das in seinem Aufsatz “Google- Freund oder Feind?” ausführlich. (Siehe iicm.tugraz.at bzw. hier.) Der Text erschien in abgewandelter Form auch in der “Presse” und im renommierten Wissenschaftsmagazin Informatik Spektrum.

Wenn Mauer dabei den Dienst “Google Docs” fälschlich als “Google Files” und das Motto “Don’t be evil” als “Do no evil” bezeichnet, ist das harmlos. Dass er sich aber in apokalyptische Mutmaßungen versteigt, für die er jegliche Belege schuldig bleibt, ist eines Wissenschaftlers ziemlich unwürdig. Ein Beispiel:

Google mag z.B. durchaus in der Lage sein, die bevorstehende Wertveränderung von Immobilien in einer bestimmten Weltgegend mit 99% Sicherheit durch Analyse der vorliegenden Daten zu bestimmen. (..) Es ist zu bezweifeln, dass unser Wirtschaftssystem einen „Mitspieler“ aushält, der die (nähere) Zukunft immer genauer kennt!

Gut, dass Maurer Fantasie hat, ist ja bekannt. (Hervorhebung von mir.)

Richtig abstrus wird es, wenn er die jährlichen Aprilscherze aus Mountain View für bare Münze nimmt und allen Ernstes gegen Gmail Paper und Google TiSP (“Toilet Internet Services Provider”) zu Felde zieht. Die Firma P1 Privat GmbH bezeichnet er dabei als Googles Partner in der Umsetzung von Gmail Paper, diese ist aber lediglich Sieger im Markenrechtsstreit um gmail.de und damit Gegner, nicht Partner. Maurer, der immer wieder moniert, dass zur Recherche nur noch Google und Wikipedia herangezogen würden, schafft offenbar nicht einmal das.

Nur, warum drucken eine Qualitätszeitung und ein wissenschaftliches Journal so einen Mist? Weil er von einem Dekan stammt?

Wir sind Dekan

In seinen Vorträgen (PDF) beflegelt Hermann Maurer gerne Blogger:

Heute, wo am Web (sic!) jeder dieselbe Reichweite hat, zählt das Wort eines Experten genau so viel wie das Stammeln eines Idioten

Dass sich die Aussage als richtig erwiesen hat, dürfte Maurer freuen. Dass er sich selbst dabei nicht auf der Seite der Experten findet, vermutlich weniger. Wie Smi schon sagt: Manchmal ist es Zeit aufzuhören bevor es peinlich wird.


I just discovered a security hole in Google Docs:

When you invite someone for collaboration on a document and paste their non-Gmail-address into the invitation form, and the person has a Google account with that address associated to it as a secondary address, their Gmail address will be revealed on the following screen.

A real security hole if you ask me as you can use this function to associate real names (that may be part of the Gmail address) or other user names to email addresses you are researching into.


Der Tag ist gekommen. Der Tag, an dem ich für eine kleine Firma konkret überlege, auf Microsoft Office und Exchange zu verzichten. Die Alternative könnte so ausschauen:

(1) Google Apps for your domain. Hier wird der gesamte Mail-Dienst (“MX-Record”) der Domain auf den Google-Server umgeleitet. Aufwand: 5 Minuten. Zur Verfügung stehen dann:

 

(2) Client-seitige Software dazu:

 

Schwupps, haben wir um null Euro (in Worten: 0) eine komplette Microsoft-Landschaft ersetzt. Die Firma mit 12 Mitarbeitern erspart sich 12 x €250 für MS Office plus €1.200 für den Exchange-Server plus €800 an Exchange-Userlizenzen plus mächtige Hardware, Storage und Backup für den Exchange-Server. Immerhin über hunderttausend Fleck in alter Währung. Noch ohne Supportaufwand.

Jetzt will man natürlich professionellen Support von Google, mit Uptime-Garantie, größerem Storage (8GB statt 2GB pro User) und allem was dazugehört. Kostet €50 pro User und Jahr (Premier Edition), für 12 User also €600 pro Jahr. Immer noch Peanuts.

Das Überraschende dabei für mich ist, dass ich bei dieser Lösung bei genauerer Betrachtung gar keine großen Abstriche machen muss. Openoffice und Thunderbird sind für jeden, der die Microsoft-Produkte kennt, in nullkommanix erlernbar und bieten fast den gleichen Comfort. Die zusätzlichen webbasierten Lösungen machen die Sache sogar deutlich praktischer, vor allem im Außendienst (Kalender, Mail) und im Team (Docs, Spreadsheets).

(Ich habe übrigens Sunbird/Lightning und die Google-Calendar-Synchronisation selbst noch nicht getestet. Den Rest schon. Aber sowieso alles ohne Gewähr..)

Google schafft hier, was den Kartellbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks nicht gelungen ist. Microsoft arbeitet zwar ebenfalls mit Hochdruck an Online-Office, aber die Luxuspreise dürften der Vergangenheit angehören.

Und das Desktop-basierte Office-Paket sowieso. Wolfgang Sommergut dazu:

Eine neue Technologie ist (..) in einem frühen Stadium der etablierten Konkurrenz unterlegen, bietet aber Perspektiven, die weit über das Bekannte hinausgehen. Ein Beispiel dafür ist der PC, der bei seinem Erscheinen vor 25 Jahren im Vergleich zur etablierten Midrange-Konkurrenz wie die VAX ziemlich mickrig aussah. (..) Im Fall der Büroanwendungen hört man immer wieder die Einschätzung, die Online-Tools seien keine ernsthafte Alternative zu MS Office. Der Funktionsumfang sei viel zu gering, nicht mal Fußnoten oder automatisch erstellte Inhaltsverzeichnisse gäbe es dort. Wenn man aber sieht, wie mehere Autoren mit einem Online-Office zusammenarbeiten können, dann schwant einem, welche Möglichkeiten sich da eröffnen: kein Hin- und Herschicken von Office-Dokumenten als Mail-Anhänge, eine Benachrichtigung mit Link auf den Text oder die Tabelle reichen. Auch Versionskonflikte gehören der Vergangenheit an, weil Änderungen durch einen weiteren Autor bei allen Bearbeitern in Echtzeit angezeigt werden.

PS. Wenn Google Apps auf Linux laufen kann, warum dann nicht auch gleich mein Notebook? Bye bye monopoly.

PPS. Sehe eben, dass sich GCALDaemon auch zur Synchronisation der Gmail-Kontakte mit dem Thunderbird-Adressbuch nutzen lässt. Cool.

Update. Mirjam hat per Mail eben eine interessante Frage gestellt: Sie möchte dieses Setup einsetzen aber dabei auf weitere Tools wie Wikis oder Fileserver verzichten – nur wohin mit den restlichen shared Files (Präsentationen, etc.)? Auch dafür gibt’s eine Lösung, wenn auch nur einen schmutzigen Workaround: Gmail als File Server missbrauchen.

Update 2: Dieser Link macht laut meinen Referrer-Logs gerade in den Microsoft-Offices in Irland die Runde.. :-)


google verlinkt auf der .com endlich auf die wichtigsten services, maps und video, und hat dafür die links auf groups und desktop gekübelt (siehe derzeit noch .at). diese auswahl hab ich nie verstanden.

die google homepage steht ja nicht ganz zu unrecht unter beobachtung, bin gespannt, wie sie die service-integration weiter vorantreiben. (via google blog)

update: auf der .com-version von google war nicht desktop sondern froogle gelistet. auf hitwise ist zu sehen, was es dieser simple link-swap ausmachen kann. (via techcrunch)


i use google calendar and it’s great.

but it’s broken:
my calendar account is associated to my gmail account (a fact that is irreversible, for a reason that i don’t get), however i don’t use gmail much. i rather get my invitations at a non-gmail address. a perfectly legitimate use case. so the problem is that invitations don’t get associated with my calendar and won’t appear there.

there are a number of ways to fix that, google please choose any of them! (i’d recommend to implement 4 and 3.)

  1. use the existing function of associated email addresses in gmail (settings>accounts) to pool email addresses into one calendar
  2. use the existing function "secondary email" in google account (personal information>change security question) to pool that address into the calendar
  3. give me an option to store the event into that calendar when i click the yes/no/maybe link inside an invitation while being logged in at the same time with my gmail-account
  4. create a function in calendar settings where i can add secondary email addresses (that i have to authenticate of course) that i want to pool into my calendar.

do something, this is a major flaw.

technorati-tags: , ,


zwar noch nicht unter der at-domain, aber dennoch mit österreichischen daten ist jetzt google maps verfügbar. zeit wirds. die schweizer hatten ja wenigstens eine wunderbare alternative, die deutschen seit kurzem ebenso.

die pallfygasse scheint allerdings direkt durch unsere dachwohnung zu gehen: maps.google.fr.

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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