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Reines Wiener Blut

August 14, 2010  

Heute Mittag im Brunnenviertel:

Es widerstrebt mir, die Nazikeule auszupacken, aber “Wiener Blut” und “Zu viel Fremdes”, das erinnert halt doch sehr an den “Wochenspruch der NSDAP” in der Woche vom 21. November 1938, keine zwei Wochen nach der “Reichskristallnacht” * (Quelle):

Die Verwendung meines FPÖ- / HC Strache-Plakat-Fotos (Originaldatei), auch im kommerziellen Umfeld, ist mit Namensnennung und Link hierher erlaubt.

Update: Die Bedingungen im vorigen Satz waren für unsere Medien offenbar ein bisschen zu kompliziert formuliert: Steht “Gratiszeitung” für “Wir klauen deine Fotos”?


Wir haben’s derzeit nicht leicht mit den Wiener Grünen. Kurz vor der wichtigen Wiener Gemeinderats- und Bezirksratswahl am 10. Oktober haben sich die Grünen schon in zwei Bezirken gespalten, nach der Mariahilf nun auch in der Josefstadt: Der 74-jährige Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian wurde nicht mehr aufgestellt, statt ihm kandidiert Alexander Spritzendorfer. Eine grüne Mehrheit galt bis heute als sicher – doch Rahdjian will’s noch mal wissen und hat ebenfalls eine eigene Liste angekündigt. (Spritzendorfers Reaktion.)

Warum? Warum immer die Grünen?

Haben die Grünen ein grundsätzliches Problem mit Demokratie, wie Gerald Bäck schreibt? Ist die “nette Basisdemokratie, bei der jeder mitreden darf”, gescheitert, wie Andrea Heigl im Standard meint?

gruenerchaotEs passiert das Unausweichliche: Die Medien stürzen sich auf das Thema. Die Grünen in Wien (das bekanntlich weitere 21 Bezirke hat) stehen nun für “Chaos“. Der Schaden beschränkt sich nicht auf die beiden Bezirke, die beide um eine grüne Bezirksvorstehung umfallen könnten, sondern wird den Grünen in ganz Wien massiv Stimmen kosten. Was wiederum dazu führen könnte, dass die SPÖ ihre absolute Mehrheit behält und Wien weiter ohne ernsthafte Kontrolle feudal verwalten kann, à la Gewista, Pratervorplatz oder Skylink, und das unfair-mehrheitsfreundliche Wiener Wahlrecht so bleibt wie es ist.

Das Stück, das die Grünen aufführen, heißt “Der Vereinsmeier und seine Allüren”. Kindische Machtspiele engagierter aber eben auch sehr liebesbedürftiger Bezirksfreiwilliger.

Lassen wir die Kirche im Dorf: Das ist in anderen Parteien ähnlich (außer bei der FPÖ, die sich den Luxus inhaltlich engagierter Bezirksfreiwilliger kaum leistet). Der Unterschied ist, dass andere Parteien ihren Freiwilligen erst gar nicht die Illusion vermitteln, sie könnten ohne Sanktus von oben irgendwas werden. In SPÖ und ÖVP kann man sich nur zu bewähren versuchen, in der Hoffnung, von oben “entdeckt” zu werden. All das macht die Grünen etwas instabiler und gleichzeitig auch schwerfälliger. (Schwerfälliger als wir es von ihnen erwarten, wohlgemerkt, kaum schwerfälliger als die weiteren Blassitäten, die da am Wahlzettel stehen.)

Was bleibt, ist das Drama der öffentlichen Wahrnehmung. Statt über Rückeroberung des öffentlichen Raumes, über neue Straßenbahnen, Verbot der Automatenabzocke, neue Radhighways, Förderung von Gebäudedämmung, innerstädtisches Roadpricing oder beachtliche grüne Erfolge reden alle über ein paar Bezirksräte in zwei Bezirken. Bezirksräte, die über einzelne Fahrradständer und Zebrastreifen entscheiden.

T’schuldigung, aber darum geht’s nicht.

Wer zur Wahl steht, ist bekannt. Eine neue Reformbewegung ist nicht darunter. Eine Partei, die öffentlich-partizipative Personalauswahl vulgo Vorwahlen betreibt ebensowenig. Streiten tun sie alle, die Grünen halt nur öffentlicher.

Was will ein Journalist, der übers “Grüne Chaos” schwadroniert? Und worum geht’s mir, wenn ich mein Kreuzerl am Wahlzettel mache? Ist Denkzettelwählen irgendwie cleverer als Denkzettel-Echt-Grün-Listen-Gründen? Es gibt viele gute Gründe eine andere Partei als die Grünen zu wählen, ist das “Grüne Chaos” einer davon? Fragen, die sich jeder Wiener stellen sollte.

PS. Seit wir letztes Jahr grandios an Grünem Beton gescheitert sind, hab ich vor, ein Fazit zu den Grünen Vorwahlen zu schreiben, aber ich schaff’s nicht. Vielleicht weil das Fazit einfach zu banal-traurig ist. Vielleicht mach ich’s noch.


Dieser Song (via Armin Wolf) hat auf Youtube nicht nur 370.000 Views erreicht, sondern dort auch jede Menge Nachahmer:

Wer auch immer über zukünftige Versionen unseres Urheberrechts entscheidet, möge sich genau überlegen, ob diese Art von Kreativität legitim und erwünscht ist oder illegal bleiben soll.

(Das ist es hierzulande nämlich, in diesem Fall mangels Fair Use.)

Der Song stammt übrigens von Lulu and the Lampshades.

(Lulu and the Lampshades sind auch die beiden Mädels vom ersten Video.)

Die Sache mit den Bechern dürfte allerdings vom alten Cups Game kommen.

Was wieder ein Beispiel für den kulturellen Transfer ist, mit dem unser Urheberrecht nichts anzufangen weiß.

Außer ihn einzufangen. Profitträchtig.


Seit zwei Tagen kursiert auf Facebook und per Email ein Text der Seniorchefin des kleinen Verlag Ennsthaler, der am Stadtplatz meiner Heimatstadt Steyr eine Buchhandlung betreibt. In diesem Text wirft Frau Ennsthaler dem deutschen Buchhandlungsriesen Thalia (knapp 300 Filialen) höchst unsaubere Methoden vor:

thalia-vs-ennsthaler

Leider hat Thalia jetzt sein begehrliches Auge auf uns geworfen. Sie hätten einfach mehr Umsatz, wenn es unsere Buchhandlung nicht gäbe, wenn sie unseren Standort hätten. Sie haben uns vor einem Jahr ein Angebot gemacht, wir haben kurz überlegt und dann abgelehnt. (..) Der deutsche Geschäftsführer kam in unser Haus zu einem Vorstellungsbesuch, wie er sagte. Leider war dieser Besuch kein höflicher, wie wir dachten. Entweder wir verkaufen oder sie bestellen nichts mehr bei uns. Mein Mann hat ihn höflich aber bestimmt hinausgeworfen. (..)
 

Wir sind jetzt als Verlag und Auslieferung in den Computern von Thalia gesperrt. Als Kunde könnt Ihr keine Bücher mehr von uns bei Thalia kaufen. (..) Sie haben jetzt die Vorgehensweise verschärft, indem sie Keile zwischen uns und unseren Autoren treiben. Sie erklären unseren Autoren, wenn sie ihre Werke direkt an sie liefern, dann verkaufen sie die Bücher. Sie rufen die Verlage an und versuchen direkt zu bestellen, mit der Begründung, sie nehmen keine Bücher mehr von Ennsthaler an. Sie haben den Bücherpaketdienst angerufen und angewiesen, keine Bücher mehr zuzustellen, die von uns kommen. Sie zwingen also die Verlage, vertragsbrüchig zu werden und direkt zu liefern oder die Auslieferung zu wechseln. So sitzen wir ganz schön in der Zwickmühle.

Der Geschäftsführer von Ennsthaler hat mir die Echtheit des Textes bestätigt. Ob die Vorwürfe zutreffen oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls braucht die Sache ganz dringend Öffentlichkeit, Konzerne dieser Größenordnung müssen öffentlich kontrolliert werden. Spread the word!

Genau das versucht Thalia offenbar zu verhindern: Zwei Blogs, die den Brief ebenfalls veröffentlicht hatten, haben ihn inzwischen offline genommen. Auf einem davon ist zu lesen: “Der Blogeintrag wurde aus aktuellem Anlass in seinem vollen Umfang vorübergehend vom Netz genommen.” (Anmerkung: Dieser Blogbeitrag hier ist medienrechtlich überprüft worden, und ich bin nicht bereit, beim ersten Gegenwind einzuknicken. Noch immer nicht.)

In Wolfgangs Blog ist der Brief noch vollständig zu lesen.

Auf Facebook hat die Thalia-Filiale Steyr eine Gegendarstellung (Link inzwischen offline, s.u.) veröffentlicht, in der sie die Vorwürfe zurückweist:

Zur Zeit wird in verschiedenen Quellen behauptet, dass Thalia die Fa. Ennsthaler aufgrund eines gescheiterten Kaufangebotes boykottieren würde. (..) Herr Ennsthaler hat im Mai die Lieferantenbeziehung zu Thalia abgebrochen, sucht nun mit äußerst fragwürdigen, kreditschädigenden Mitteln den Weg in die Öffentlichkeit. Wir können diesen Schritt nicht nachvollziehen und bedauern diese Entwicklung sehr. Thalia hat sich seit längerem bemüht, eine für beide Seiten positive Lösung zu finden, sowohl was die Lieferantenbeziehung, als auch, was den Standort in Steyr angeht. Im Zuge dessen wurden auch gemeinsame Überlegungen über eine Buchhandlung am Ennsthaler-Standort in Steyr angestellt, die jedoch über die Planungsphase nicht hinausgegangen sind. Es gab zu keinem Zeitpunkt ein Kaufangebot.

ennsthaler-stadtplatzTäusche ich mich, oder wird den Hauptvorwürfen in dieser Darstellung nicht explizit widersprochen? Ich habe Thalia auf ihrer zu diesem Zweck eingerichteten Facebook-Seite jedenfalls um Klarstellung gebeten (Link inzwischen offline, s.u.). Die Firma Thalia ist auch herzlich eingeladen, ihre Sicht der Dinge hier in den Kommentaren kund zu tun.

Thalia ist in Steyr bereits Marktführer, doch die Buchhandlung Ennsthaler hat die bessere Lage, mitten am Steyrer Stadtplatz (Foto rechtes Gebäude).

Update 26. Juni:

Update 28. Juni:

Update 28. Juni 18:00:

Die Agentur von Thalia hat mir eben per Email folgende Stellungnahme geschickt:

Aktualisierte Stellungnahme zu Thalia Steyr/Ennsthaler

Linz/Steyr, 28.6.2010

In verschiedenen Online-Quellen wird derzeit behauptet, dass Thalia die Fa. Ennsthaler boykottieren würde. Wir nehmen dazu wie folgt Stellung:

Die Fa. Ennsthaler betreibt einen Buchverlag und eine Buchhandlung in Steyr. Mit dem Buchverlag bestand eine langjährige Lieferantenbeziehung, die Herr Ennsthaler im April 2010 abgebrochen hatte.

In einem heute von Josef Pretzl, Geschäftsführer von Thalia Österreich, geführten Telefonat wurde dem Wunsch von Herrn Ennsthaler, die Geschäftsbeziehung zu Thalia wieder aufnehmen zu wollen, entsprochen. Es werden ab sofort von Thalia wieder Bestellungen erfolgen.

Herr Ennsthaler bestätigt die Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen. Auch wenn Thalia darauf besteht, Ennsthaler nie boykottiert zu haben, habe ich den Eindruck, dass unser öffentlicher Druck hier geholfen hat. Gut wenn sich alle sich wieder lieb haben..

Update 29. Juni:

Update 4. August:

Spiegel Online berichtet über die Sache.


Seit dem Start von Kobuk lese ich wieder Boulevardzeitungen – was chronisches Kopfschütteln hervorruft, welches droht, sich zum Tick zu entwickeln.

Hans “Bassena” Kirchmeyr hat heute eine Geschichte gekobukt, die allerdings auch niedrige Boulevardstandards um Längen untertrifft, die Geschichte dieser Krone-Headline:

eu_propaganda_titelblatt

Dafür freuen mich Reaktionen wie diese:

olobo-kobuk

guensberg-kobuk

bazi-kobuk


Ich muss zugeben, jetzt bin ich ein klein wenig stolz. Ich war dieses Jahr im Advisory Board des Prix Ars Electronica für die Kategorie Digital Communities und habe unter anderen das Projekt Map Kibera nominiert (siehe hier).

Und Map Kibera hat… Trommelwirbel.. einen Award of Distinction gewonnen! (Übrigens gemeinsam mit #unibrennt.) Das ist quasi die Silbermedaille. Der Hauptpreis, die Goldene Nica, geht an den Chaos Computer Club.

aec

Herzliche Gratulation an Mikel Maron und alle Mapper!

Das war mein Nominierungstext:

Map Kibera (http://mapkibera.org): Maps are highly political, especially in developing countries. It is not uncommon in African cities that quarters grown in an unplanned manner are being caterpillared from one day to another in order to erect new buldings, often leaving tens of thousands homeless. Maps make such quarters visible, they proof their existence and allow to ask questions when they are gone. Kibera, attached to Nairobi, Kenia, is a blank spot on the map, despite being Africa’s largest slum. The Map Kibera Project uses OpenStreetMap, volunteers from around the world and young locals trained in small internet cafés to change that. It is a wonderful example of how collective intelligence and bottom-up online collaboration can change the world on very concrete levels.


Dieser Kommentar von mir erscheint im nächsten Update-Magazin für Online-Marketing.

Als der 25jährige Mark Zuckerberg letzte Woche bei der Facebook-Developer-Konferenz auf die Bühne trat, in Jeans, Kapuzenpulli und Turnschuhen, kam er gleich zur Sache: Er kündigte neue Funktionen an, die uns alle betreffen könnten und einigen Kopfzerbrechen bereiten werden.

open-graphEinfach und mächtig ist etwa der neue Like-Button: Aufwandslos zu implementieren und für jeden Webanbieter aufgrund des zu erwartenden Traffics verlockend, kann er das Web nachhaltig verändern. Denn wenn einem Besucher ein Artikel Ihrer Site „gefällt“, wird das in seinen Nachrichtenstrom publiziert – was Ihnen neue Besucher bringt. Zusätzlich erhalten Sie Zugang zu reichen demografischen Auswertungen über die User, die Ihre Inhalte mögen und empfehlen.

Gleichzeitig „zerlegt“ Facebook mit neuen Schnittstellen, die jedem Websitebetreiber bessere und einfachere Tools der Totalintegration bieten, die Inhalte in ihre semantischen Bestandteile und verlinkt sie dauerhaft mit seinen Userprofilen.

Mit all dem wird Facebook über kurz oder lang nicht nur genauer als Twitter sagen können, welche Themen gerade „heiß“ sind, Facebook wird auch sehr viel mehr über Ihre User wissen als Sie – und vielleicht langfristig mehr über das Web als selbst Big Google.

Während die neuen Funktionen die Schwelle für Interaktion mit Ihrer Site extrem senken und Ihnen Zugriff auf die Freunde Ihrer User bieten, will Facebook so dem ganzen Web Aufmerksamkeit, demografische Daten und Werbebudgets entziehen.

Bislang waren Hyperlinks die Architektur des Webs: Suchmaschinen etwa bauen im wesentlichen darauf auf, wie Webseiten untereinander verbunden sind. Facebook arbeitet nun daran, die Verbindungen von Inhalten über Personen zu organisieren, und damit Hypertext als wichtigste Organisationsform des Webs abzulösen. Nicht mehr „Was linkt auf X“ sondern „Wer linkt auf X – und wie steht der zu mir“.

Der Ansatz ist nicht neu – im Grunde genommen entspricht er einer Vereinfachung des Semantischen Webs, das als Konzept so alt ist wie das Web selbst. Doch Facebook, bald eine halbe Milliarde aktiver Nutzer schwer, bringt den nötigen Hebel mit, um das auch auf die Straße zu bringen. Kleiner Schönheitsfehler: Ohne Konto beim Monopolisten geht: Nichts.

PS. Es mag widersprüchlich scheinen, wenn ich selbst bei Projekten wie Bikemap.net und Wlanmap.com voll auf Facebook Connect setze oder über diesem Artikel der Like-Button prangt. Aber das Gegenteil ist der Fall: Genau das macht diesen Facebook-Move ja so gefährlich: Die Funktionen sind echt nützlich.


Diesen Sonntag ist Bundespräsidentschaftswahlkampf, und auch wenn der Sieger bereits feststeht, gehe ich a) hin und wähle b) Heinz Fischer. Die Gründe sind einfach:

  1. Wenn ich nicht (oder weiß) wähle, werde ich am Sonntag abend, wenn ich Pech habe, zu 20% eine Kandidatin gewählt haben, gegen die die FPÖ ein linksextremer Haufen ist, und zu 10% einen christlichen Obskuranten, der sich vor der flächendeckenden Entweihung der göttlichen Schöpfung durch RFID-Implantate fürchtet. Wer nicht wählt, wählt das Wahlergebnis der anderen.
  2. Ein Bundespräsident braucht im Fall einer gröberen Krise Autorität und ein demokratisches Rückgrat. (In Friedenszeiten geht’s bei dem Amt ja nicht um viel.) Auch wenn ich mir andere Kandidaten gewünscht hätte – von den drei zur Wahl stehenden hat Heinz Fischer davon am meisten. Mit sehr großem Abstand.

Das reicht für eine Entscheidung. Dass man auf ÖVP und Grüne sauer sein darf, weil sie niemanden aufgestellt haben, steht auf einem anderen Blatt. Besonders die ÖVP gehört abgewatscht, weil sie halboffiziell zum Weißwählen aufruft. Ist doch die Aufgabe einer Partei, selbst Wahlangebote zu stellen und nicht zum Wahlboykott aufzurufen! So sieht Totalversagen aus, politisch und menschlich.

Wer noch nachdenkt, dem empfehle ich die Beiträge von Martin Schimak, Gerald Bäck (2), Andreas Lindinger, Tom Schaffer, Jana Herwig, Robert Misik und Thomas Knapp.

So vorhersehbar der Wahlausgang, so haben diesen Wahlen auch etwas besonderes: Der Internetwahlkampf des Fischer-Teams ist der (relativ) beste, den österreichische Wahlen bislang gesehen haben. Das dürfte auch am geringen Druck gelegen haben. (Und ist sicherlich auch ein Testlauf für zukünftige Wahlen wie die kommende Wien-Wahl.)

Ich durfte auf Ö1 (wieder) ein paar Wortspenden dazu abgeben:

Hier der Artikel dazu auf o1.orf.at. Audio: © Ö1/ORF.

Kollateralmord

April 5, 2010  

Nehmt euch 17 Minuten Zeit, um dieses Video aus einem US-Militärhubschrauber in Bagdad anzuschauen (solange es noch online ist!). Es wurde kürzlich auf Wikileaks veröffentlicht, siehe auch Collateralmurder.org:

Wer hat hier das Legitimationsproblem, die US-Besatzung oder der irakische Widerstand dagegen?

(via Netzpolitik)


Ein (bewusst etwas großspuriger) Kommentar von mir, der im aktuellen Update-Magazin erschienen ist:

Vor zehn Jahren prophezeite man uns intelligente Assistenten, die das Netz nach für uns Interessantem durchforsten. Zeitungen würden obsolet, und auch die Startseiten unserer liebsten Online-Zeitungen müssten wir nicht mehr ansurfen – die Inhalte kämen zu uns, perfekt maßgeschneidert.

Während künstliche Intelligenz auf sich warten lässt, ist für mich diese Zeit dennoch längst angebrochen. Die letzten Zeitungsabos habe ich storniert, und auch online haben mich schon lang keine Frontpages mehr zu Gesicht bekommen.

Ein paar hundert Redakteure – zu einem Drittel persönliche Freunde und Kontakte, zu zwei Drittel einfach nur Menschen mit Fachkenntnis (und Humor) – sieben für mich rund um die Uhr das Netz nach Artikeln, Videos, Personen und Produkten, die für mich interessant sein könnten. Ich behaupte: Nichts für mich Wesentliches entgeht mir.

Glauben Sie alles nicht? Versuchen Sie’s doch selbst: Folgen Sie auf Twitter den Menschen, die über Themen schreiben, die für Sie relevant sind, beruflich und privat. Am besten so um die 250 Personen. Die klügsten Köpfe, die Sie finden können.

Jetzt lassen Sie sich von einem Aggregator alle Links, die diese posten, extrahieren und sauber auf einer Seite darstellen – komplett mit Gewichtung nach Häufigkeit der Empfehlung unter „Ihren“ Redakteuren, sowie auf Twitter und in Blogs gesamt. Fertig. Meine Tageszeitung etwa sehen Sie unter rivva.de/social/muesli (@muesli, das bin ich auf Twitter).

Selbst Ihr Facebook-Newsfeed kann diesen Zweck erfüllen – Sie brauchen nur die richtigen Freunde. Die Qualität Ihrer Tageszeitung steht und fällt mit den Menschen, denen Sie folgen. Die Jagd von Facebook, Google und Twitter nach Ihren Freunden ist nichts anderes als die Jagd nach Ihrer Aufmerksamkeit. Es geht um nicht weniger als um die Tageszeitung der Zukunft.

PS. Wie sehr die Frontpage der Zukunft in den Kinderschuhen steckt, zeigt die Tatsache, dass es im deutschen Sprachraum immer noch keine ernsthafte Konkurrenz zum ebenfalls recht kruden Angebot von Rivva zu geben scheint. Was besonders auffällt, wenn Rivva mal ein paar Tage down ist.

PPS. Illustration: Twitter-Userpics von Leuten, denen ich (im Moment) folge, zufällig ausgewählt

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.