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Update 30 Juli: Der befragte Presse-Redakteur, Martin Stuhlpfarrer, hat per Email geantwortet. Ich veröffentliche sie mit seiner Erlaubnis unten, eingerückt.

presse

Sehr geehrter Martin Stuhlpfarrer,

in der “Presse am Sonntag” vom vergangenen Wochenende haben Sie den Artikel “Die grüne Facebook-Rebellin” über die Grünen Vorwahlen verfasst, prominent als Aufmacher des Wien-Teiles der Zeitung.

Es finden sich darin einige Ungereimtheiten und eigenartige Annahmen. Darum habe ich ein paar Fragen an Sie – ich würde mich über Antworten freuen:

Es tut mir leid, Herr Stuhlpfarrer, wenn Sie nun ein bisschen den Frust abbekommen, der sich durch die vielen schlecht recherchierten Artikel unter den über 60 Presseberichten, die seit dem ersten April über die Grünen Vorwahlen erschienen sind, bei mir aufgestaut hat. (Verstehen Sie mich nicht falsch, die Presse war den Grünen Vorwahlen sehr gewogen, aber ich ziehe Qualität als Zeitungsleser einfach vor.) Ihr Artikel war auch sicher nicht der schlechteste unter diesen. Vielleicht muss ich nur endlich meine unrealistischen Vorstellungen über Qualitätsjournalismus (“Check, re-check, double-check”) über Bord werfen.

Stuhlpfarrer: Ich habe kein Problem wenn bei mir Frust abgeladen wird; ich habe auch kein Problem mit der Grünen Vorwahl-Bewegung, die ich durchaus als spannende Initiative sehe. Ich frage mich nur, warum in diesem Fall die Innensicht derart stark von der Außensicht abweicht. Und warum ich offensichtlich nicht der einzige bin, der diese(Außen)Sichtweise teilt.

Über eine Antwort würde ich mich dennoch freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
Helge Fahrnberger


copyright

(Illustration (cc) Terry Hart)

Heute bin ich durch Zufall über die Plattform Geistiges Eigentum gestolpert – eine gemeinsame Lobbyplattform des Verbands der Österreichischen Musikindustrie und des Verbands Österreichischer Zeitungen.

Geistiges Eigentum.

Genauso wie “Raubkopie” ein Begriff, der in unseren normalen Sprachgebrauch übergegangen ist – und doch gibt es sowas wie geistiges Eigentum nicht. In der Welt der Ideen und digitalen Produkte wird nicht gestohlen und geraubt, sondern kopiert und dupliziert. Dass dabei Schaden entstehen kann, will ich nicht bestreiten. Dass es einen rechtlichen Rahmen zum Schutz der Rechte eines Urhebers braucht, ebensowenig.

Und doch sind die Auswüchse des Urheberrechts gerade im digitalen Zeitalter zur Bedrohung für Kreativität, Meinungsfreiheit und andere Bürgerrechte geworden. Klingt ziemlich radikal? Der Grund, warum das radikal klingt, liegt am intensiven Lobbying der Verwertungsindustrie, das unser Bild von Urheberrechten geprägt hat – fernab vom “Gemeinwohl”, das diesen Regeln irgendwann mal zugrunde lag. Lobbying wie die Plattform GeistigesEigentum.com.

Hans Rauscher, einer der wichtigsten politischen Kommentatoren des Landes, warf in diesem Interview kürzlich nach meinem Hinweis auf die schwedische Piratenpartei ein: “Aber die nehmen doch geistiges Eigentum weg!”. Genauso wird obige Lobbying-Plattform von vielen gescheiten und honorigen Autoren und Künstlern unterstützt.

Das zeigt, wie sehr dieser Diskurs von Kräften dominiert wird, deren Aufgabe es ist, einen milliardenschweren Markt abzusichern, koste es was es wolle. Ein Gegenpol – von schwedischen Piraten abgesehen – ist kaum zu sehen.

Darum habe ich heute spontan in meinem Wiki eine Seite eingerichtet, auf der etwas entstehen kann, was der Plattform Geistiges Eigentum Paroli bieten könnte – wenn du als politisch Interessierte/r dabei mithilfst. Die nötige Domain OffeneKultur.com gibt es dafür auch schon. Let’s roll.

Sehenswert in dem Kontext:

Teil 2 des Beitrags: Urheber 2.0: Was tun, wenn keiner kauft?


Sehr spannend: Der Gelbe-Seiten-Anbieter Herold (dessen Mutterverlag eben bei Austro-Startup Tupalo eingestiegen ist) hat mit strassentour.herold.at einen Google-Streetview-Konkurrenten gelauncht. Zwar sind erst ganz wenige Straßen abfotografiert (in 7 österreichischen Städten), aber ich vermute, das kommt noch.

herold-streetview

Im Gegensatz zu Mitbewerbern wie Norc gibt es ein sehr klares Geschäftsmodell: Schon jetzt sind einige Shops und Restaurants mit Indoor-Panorama-Fotos vertreten – das klassische Gelbe-Seiten-Modell. Herold hat dafür mit einem großen Callcenter auch die richtige Vertriebsinfrastuktur – und das auch Google voraus, die bald ebenfalls hierzulande landen.

Großes Manko: Es gibt keine Permalinks. Ansonsten sauber umgesetzt.


Diesen Text habe ich für das neue Update-Magazin geschrieben:

In einer Vorlesung stellte der britische Rechtsprofessor James Boyle seinen Studenten kürzlich folgende Aufgabe:

Stellen Sie sich vor, sie befinden sich in den frühen 90ern. Die Potentiale elektronischer Netzwerke zeichnen sich ab, und Sie haben zwei Möglichkeiten: Die erste umfasst von Behörden gestellte BTX-Terminals in allen Wohnzimmern, ausgestattet mit ausgewählten Datenquellen von BBC bis Reuters. Auf jede Information ist Verlass. Die andere Option ist ein System, in dem jeder alles publizieren kann – auch Lügen, Pornographie und Hetze. Was hätten Sie gewählt?

james-boyle

James Boyle auf der letzten Ars Electronica in Linz, (cc) by Joi Ito

In Boyles zweiter Aufgabe müssen die Studenten eine globale Enzyklopädie entwerfen: Entscheiden Sie sich für ein Team von erfahrenen Experten, die Artikel schreiben, bewerten und korrigieren? Oder setzen Sie eine Website auf, die jeder editieren kann?

Wir alle hätten der Welt wohl das Web und die Wikipedia vorenthalten und uns für BTX und Britannica entschieden, denn wir tendieren dazu, die Nachteile fehlender Zentralkontrolle zu über- und die kreative Kraft der Offenheit zu unterschätzen. In Zeiten, in denen in Brüssel, Berlin und Wien an Entwürfen zu Internetsperren und Aufhebung der Netzneutralität gearbeitet wird, eine wichtige Erkenntnis.

(via Netzwertig)


oe3

Heute ging ein schönes Projekt online, das ich in den letzten Monaten mitkonzipieren durfte: Die Facebook-Präsenz des Radiosenders Ö3. Das Team von Ö3 ging sehr offen und pragmatisch an das Projekt heran: Statt hochgestochenen Zielformulierungen voller Marketingspeak war das Motto “Da passiert was, da wollen wir dabei sein, ein bisschen was ausprobieren.”

Schnell wurde klar, wie diese Facebook-Präsenz aussehen könnte:

  1. Inhalte des Radiosenders sollen “sharable” sein und sich “viral” im Facebook verbreiten können: Das wurde beispielsweise mit den Comedy-MP3s umgesetzt, die direkt auf der Facebook-Page – und auch auf der Homepage – anhörbar sind und alle einen “Teilen”- (netzdeutsch für Weiterleiten) Button haben. Dazu werden zunehmend alle Artikel und sonstigen Elemente der Ö3-Website mit solchen “Teilen”-Buttons ausgestattet. Die regelmäßig stattfindenden Events von Ö3 können direkt in den eigenen Kalender übernommen werden (was wiederum alle Freunde sehen) und Freunde können zu den Events eingeladen werden.
  2. Die Funktionen von Facebook sollen für Hörer-Interaktion untereinander und mit dem Sender genutzt werden: So dominieren Kommentare von Ö3-Fans die Startseite, zu Events können Fotos und Videos hochgeladen werden, alle Inhalte können kommentiert werden. Dazu wird Facebook neben Email, Telefon und SMS als vollwertige Kommunikationsmöglichkeit mit dem Hörerservice des Senders etabliert, und einzelne Ö3-Mitarbeiter werden (so sie jeweils nichts dagegen haben – beruht auf Freiwilligkeit) über Facebook erreichbar.
  3. Facebook ist die Stoßstange 2.0: Man kann sich den Player als digitalen Bumpersticker auf das eigene Profil holen – oder natürlich auch direkt auf der Page Ö3 hören. Viele Ö3-Promis sind zudem mit eigenen Fanpages vertreten.
  4. Crossmedia: Konsequenterweise werden Facebook-Funktionen auch auf den existierenden Website verlinkt und auch onair wird wohl ab und zu auf Facebook verwiesen werden.

(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit – und einige Funktionen werden erst gelauncht.)

Stellt sich die Frage nach der Erfolgsdefinition und -messung eines solchen Projekts. Harte Zahlen liegen noch keine vor, und ich bezweifle auch, dass der Effekt einer solchen Aktion überhaupt vollständig messbar ist. In einem Markt, in dem Nennungen eines Sendernamens beim Radiotest die alles bestimmende Währung sind, wird sich eine funktioniernde und prominente Präsenz in einer Community, in der die Internetbevölkerung bereits über 4% ihrer gesamten Onlinezeit verbringt, sicherlich bezahlt machen.

comscore-facebook-stats

Besonders bemerkenswert waren für mich in diesem Projekt zwei Personen, ohne die das Ergebnis unmöglich so geworden wäre wie es ist: Zum einen Albert Malli, der stellvertretende Senderchef, der das Projekt mit viel Mut zum Social-Media-Experiment initiiert und uns den Rücken von der Senderbürokratie frei gehalten hat. Wir hatten dank ihm maximalen konzeptionellen Freiraum. Zum anderen Andreas Klinger von den Socialisten, der das Projekt technisch bestens umgesetzt und mit seinen hervorragenden Kontakten zum Facebook-Headquarter viele Dinge erst ermöglicht hat.

Danke, hat Spaß gemacht!


Habe dem aktuellen E-Media (Österreichs Computer-BILD) eine “Insider”-Komlumne über @ArminWolf spendiert. Der Text ist zwar E-Media-tauglich aufbereitet, aber ich stehe zu meiner Aussage: Wolf macht das richtig gut – davon könnten sich einige Journalisten, Politiker und andere Twitter-Promis ein Stück abschneiden.

Das Bild ist mit einem Scan verlinkt, unten der Originaltext:

e-media-small

Der mit dem Wolf twittert – Armin Wolf ist sowas wie der Web2.0-Star des neuen Jahres

Twitter, der schnellste Impulsgeber des globalen Nachrichtenstroms (Mumbai!), macht wirklich Spaß. Nicht nur mir, sondern ganz offensichtlich auch ZIB-Anchorman Armin Wolf: Der hat ein Monat nach seinem Start unter Twitter.com/ArminWolf schon 2.000 so genannte Follower. Wir alten Twitterer beobachten den aktuellen Medienrummel samt Promi-Twitterern natürlich skeptisch, aber bei Wolf muss ich sagen: Er macht das richtig gut. Er empfiehlt Texte, die ihn interessieren oder “re-tweetet” Tweets Anderer, wenn er sie für gut hält. Er fragt in die Runde, welche Fragen er Kardinal Schönborn oder Didi Constantini stellen soll (“Habe keine Ahnung von Fussball! Was soll ich fragen?”). Kurz: Er twittert auf Augenhöhe. Wolf selbst sagt – natürlich auf Twitter – die Antwortfunktion sei “das Spannendste an der ganzen Sache”. Wer weiß, wenn er so weiter macht, vielleicht hat er bald den CNN-Anchor Rick Sanchez überholt? Der hält bei 67.000 Abonnenten.

PS. Die Fotografen-Credits hat die E-Media-Redaktion leider unter den Tisch fallen lassen. Foto: Daniel Gebhart.


Seit gestern geistert eine Analyse des sonst eher seriösen Analysten Ross Sandler von RBC durch Zeitungen und Blogs weltweit, nach der Facebook in wenigen Jahren Google überholt haben wird. Der Analyst hat darin hat die Daten von Comscore ausgewertet und hochgerechnet. Eine der Kernaussagen:

Bereits 19 Prozent der Suchabfragen des Internetgiganten [Google] werden von Facebook generiert – das ist ein rasanter Anstieg von neun Prozent aus dem Vorjahr.

(Aus Meedia)

Laut einer Meldung von BusinessInsider werden derzeit bereits 19 Prozent des Gesamttraffic bei Google über Facebook generiert.

(Aus DerStandard.at)

Wer Facebook und Google kennt, wird vielleicht riechen, dass da was fishy ist. Hat sich schon jemand gefragt, wie 19% der Google-Visits von Facebook kommen sollen, wenn auf Facebook gar keine Google-Searchbox existiert? Oder irgendein Link?

statistics often lie

Die Erklärung ist simpel: Comscore wertet lediglich die Surfreihenfolge aus. Wer auf welchen Link geklickt hat, ist unbekannt. 19% der Visits auf Google ist ein Visit auf Facebook vorausgegangen, nicht mehr und nicht weniger sagt diese Zahl aus. Ziemlich unspektakulär, angesichts der großen Verbreitung beider Websites.

Traurig, dass das jede Zeitung blind nachdruckt.

Related: Wie brauchbar sind Studien zur Internetnutzung?

Pic (cc) by mac steve


In den letzten Wochen sind mir unglaublich sehenswerte Videos untergekommen (ich besitze keinen Fernseher..), ich hatte aber keine Zeit darüber zu bloggen. Darum mach ich’s jetzt wie Knallgrau und veröffentliche die Videos hier als “Helge.at-TV” :-)

In allen geht es irgendwie um das spannenste aller Themen: Die Zukunft.

 
Das Handy der Zukunft

In diesem TED-Talk von MIT-Forscherin Pattie Maes geht es viel mehr als nur um das “Handy der Zukunft”: Es geht um Augmented Reality, es geht um dauerhaften Zugang zur “Cloud”, der einzigen Maschine die künstliche Intelligenz besitzt und die über 100% Uptime verfügt. (Das wäre wieder ein anderes Thema..)

(via Tom Schaffer)

Dieses Video illustriert, wie dringend wir radikal moderne Verfassungsbestimmungen brauchen, die die Bürgerrechte von Grund auf neu definieren und Überwachungsmöglichkeiten von Behörden und Unternehmen ganz klar beschränken. Plus entsprechende, weisungsfreie Kontrollinstanzen. Ansonsten sehe ich nur zwei Alternativen, nämlich die totale Überwachung oder die persönliche Entkoppelung von dieser Informationsgesellschaft. Beides sind Horrorvorstellungen, die uns von der offenen Gesellschaft wegführen.

 
Die Medienlandschaft der Zukunft

Clay Shirky (dem ich bei dieser Gelegenheit einen deutschen Wikipedia-Eintrag spendiert habe) im Gespräch mit Journalist/Blogger Thomas Knüwer über die Zukunft der New York Times und von Printmedien im Allgemeinen.

Eine Auswahl seiner Thesen: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die NY Times ihre Papieredition einstellt. / Publikationen der Zukunft werden entweder hyperlokal oder global ausgerichtet sein. / Nie in der Geschichte der Menschheit wurde für Inhalte bezahlt, es wurde immer nur für die Übermittlungsmethode (Papier, CDs..) bezahlt. Und heute kostet Übermittlung nichts mehr. / In 5 Jahren wird die Mehrzahl der News-Verbreitung durch Unternehmen erfolgen, die im 20. Jahrhundert noch gar nicht existiert haben.

 
 
Inmitten der Kernschmelze

Dieses Video dauert länger, nämlich eine Stunde. Spannend wie ein Krimi erzählt “Inside the Meltdown”, eine Dokumentation des quasi-öffentlich-rechtlichen Senders PBS, wie es zur aktuellen Finanzkrise kam. (An Qualität wie Verfügbarmachung im Internet könnte sich der ORF eine Scheibe abschneiden. #anlorenz)

Die Doku beleuchtet zwar die Vergangenheit, erzählt uns damit aber auch viel über die Zukunft. Pflichtprogramm für jeden, der die Wirtschaftskrise verstehen will.

 
 
Kutiman

Der Künstler Kutiman benützt nur ein Instrument: Youtube. Und illustriert damit wieder einmal wie wenig das geltende Urheberrecht in diese Welt passt. Auf Youtube gibt’s übrigens jede Menge weitere Kostbarkeiten von Kutiman. Würde mir sofort eine CD von ihm kaufen – wenn ich mir nicht vorgenommen hätte, bis 2011 keine Tonträger mehr zu kaufen.

(via Rivva)

 
 
PS.

Vielleicht mache ich das öfter so – so eine Videosammlung ist schon was Schönes :-)


Für den Werbeplanung.at-Guide 2009, der in drei Tagen herauskommt (siehe auch hier, hier und hier) durfte ich auch heuer wieder eine Übersicht zusammenstellen, welche österreichischen “Web 2.0”-Startups es so gibt. Die Auswahl ist wie immer subjektiv, Beschwerden dazu bitte in die Kommentare. Umgekehrt alphabetisch, damit das schamlose Eigenlob wenigstens nicht ganz oben steht:

 

Twoday.net

Twoday ist das Urgestein der sozialen Medien in Österreich: Die Blogplattform ging vor sechs Jahren ans Netz und ist nach wie vor eine der führenden Weblog-Communities im deutschen Sprachraum. Twoday wird von der Wiener Agentur Knallgrau betrieben.

 

Tupalo.com

Tupalo, die aus Wien stammende Lokal- und Shopbewertungsplattform, ist im letzten Jahr stark ins Ausland gewachsen und bietet bereits für etwa 20 Städte in Europa und Nordamerika beeindruckende Datendichte. Am Heimatmarkt Österreich ist Tupalo mit Qype.at jedoch Konkurrenz erwachsen.

 

Tunesbag.com

Tunesbag ist wie der Name schon andeutet die Verlagerung der persönlichen Musiksammlung ins Netz. Wie Mindmeister ist Tunesbag ein Beispiel für den Trend, dass die Aufgabe von Desktopapplikationen (wie in diesem von Itunes) zunehmend von Webdiensten übernommen werden.

 

Tripwolf.com

Tripwolf ist ein Projekt des Inkubators i5invest, der auch hinter 123people.com steht. Es ist der österreichische Beitrag zum äußerst umkämpften Geschäftsbereich nutzergenerierter Destinationsbewertungen und Reiseberichte. Tripwolf konnte in mehreren Finanzierungsrunden bereits etwa €4 Mio. Risikokapital lukrieren, erst im Jänner stieß der Unternehmer Dieter von Holtzbrinck zum Kreis der Investoren, zu dem auch die Mair-Dumont-Gruppe zählt.

Post Scriptum: 123people habe ich in der Liste leider vergessen. Aber dafür gibt’s ein ausführliches Interview.

 

Soup.io

Soup.io ist Microblogging-Plattform und Lifestream-Aggregator und richtet sich an ein junges und internationales Publikum. Kürzlich gewann Soup das Rennen gegen 22 ausgewählte Startups und gewann den renommierten Londoner Seedcamp-Bewerb – gewöhnlich die Eintrittskarte für eine Finanzierungsrunde.

 

Scoop.at

Scoop bezeichnet sich als Community-Zeitung, tatsächlich trifft “Klon von Digg.com” besser zu. Scoop ist ein Hobbyprojekt noch ohne kommerzielle Ambitionen, hat aber seit Herbst 2008 ein beeindruckendes Wachstum hingelegt.

 

Popurls.com

Popurls ist ein ausschließlich für den amerikanischen Markt ausgerichteter Echtzeit-Aggregator von populären Inhalten aus einer Vielzahl von Quellen. Siehe Interview mit Gründer Thomas Marban.

 

Prooms.com

Prooms steht für “Private Rooms” und ist eine Vermittlungsbörse für Privatunterkünfte. Gegenseitige Bewertungen sollen für Vertrauen sorgen.

 

Mindmeister.com

Mindmeister, ein Münchner Startup mit österreichischen Wurzeln, bildet kolaborative Mindmapping-Applikationen im Netz ab und entspricht damit dem Web-2.0-Klischee von Cloudcomputing und Online-Kolaboration. Mindmeister ist Innovationsführer in seinem Bereich und verspricht sich Profitabilität durch eine Monatsgebühr von etwa €5 pro Nutzer.

 

Mjam.net

Mjam ist eine Gründung junger “Hacker” aus dem Wiener Hackerspace Metalab. Es soll den Missstand der fehlenden Transparenz im Markt der Essenszustellung beheben. Dazu wurden durchdachte Algorithmen und eine ansprechende Oberfläche entwickelt. Bislang ist Mjam in Wien, München, Hamburg und Berlin verfügbar, eine weitere Expansion soll folgen.

 

Kununu.com

Kununu rollt das Geschäftsfeld der Stellenanzeigen über Bewertungen von Arbeitgebern auf – und feiert damit vor allem bei der deutschen Presse beachtenswerte Erfolge.

 

Factolex.com

Factolex ist ein Projekt des früheren Netvibes-Entwicklers Alexander Kirk. Es ist ein Fakten-Lexikon, das Begriffe präzise beschreibt. Beschreibungen werden entweder von Usern eingegeben oder von Quellen wie Wikipedia aggregiert. Im Unterschied zur enzyklopädisch organisierten Wikipedia liegt der Schwerpunkt von Factolex in der Semantik zwischen Begriffen – was es zu einer wertvollen Quelle für zukünftige Semantic-Web-Entwicklungen machen könnte.

 

Edelwiser.com

Edelwiser ist der mutige Schritt, den Trend der Inidividualisierung in die Schiproduktion zu bringen: User können das Design ihrer Ski online selbst gestalten. Der logische Schritt zum echten Crowdsourcing à la Threadless.com fehlt bislang allerdings noch.

 

Bikemap.net & Friends
bikemap-thumb

Bikemap, ein Projekt der Wiener Kartenexperten von Toursprung, ist mittlerweile Europas umfangreichste Radroutensammlung. Benutzer können auf Karten ihre Lieblingsrouten mit anderen Radfahrern teilen. Mit sieben Sprachversion das internationalste Projekt in der Liste. Schwesterprojekte existieren für Läufer, Wanderer, Skater und Motorradfahrer.


Gestern hielt ich einen Vortrag vor ca. 100 Personalchefs oberösterreichischer Unternehmen bei einem Expertenforum des Netzwerkes Humanressourcen (im echt sehenswerten neuen Ars Electronica Center in Linz), zum Thema “Was die Cloud über Bewerber weiß – und wie Sie es rausfinden”.

Ich hatte meinen Talk interaktiv angelegt und wollte die versammelte Recherche-Weisheit einfließen lassen. Auf meine Frage, wer Bewerber online einem Background-Check unterzieht, gingen zu meiner großen Überraschung (und im Widerspruch zu so manchen Studien) aber nur wenige Hände hoch: “Check über Xing?” Circa zehn. “Check über Google?” Circa fünf. “Darüber hinaus?” Null.

Also bestand der Vortrag in Folge doch nur aus meinen eigenen Recherchetipps. Dafür wurden die anwesenden Personaler während des Vortrags zunehmend unruhig und machten sich in Zwischenfragen über ihre eigene Online-Reputation Sorgen. Auf meine Frage an zwei Teilnehmer anschließend im Lift, wieviele der Teilnehmer wohl heute abend noch nach ihrem Namen googlen würden: “Über 95%, würde ich sagen.”

Hier die Slides:

Update 16.2.:

Mein Vortrag hat Kritik ausgelöst. Kern der Kritik:

..bedeutet im Klartext, dass Unternehmen in Privatbereiche vordringen sollen, um sich ein genaueres Bild von einem möglichen neuem bzw. bestehenden Mitarbeiter verschaffen zu können.

Zuerst muss ich sagen, dass ich mir anfangs auch überlegt habe, ob ich einen solchen Vortrag halten will. Immerhin würde ich viel lieber Bewerbern beibringen, wie sie Privates aus dem öffentlichen Netz raushalten, und wie sie aktiv Identitätsmanagement betreiben. Allerdings kann bessere Recherche für einen Bewerber potentiell genauso positiv wie negativ sein. Ich persönlich würde es vorziehen, wenn jemand gut zu meiner Person recherchiert, wenn ich einen Job haben will, als dass er an Recherchehürden scheitert.

Und, wie Martin es ganz gut auf den Punkt bringt, global Öffentliches ist nicht privat. Was es braucht, ist Medienkompetenz – und die beginnt beim Problembewusstsein. Hier ist jede Öffentlichkeit gut und nützlich. Siehe den begleitenden Artikel zur Veranstaltung: Online / Scan. (Danke an Ed für den Scan!)

Übrigens geht aus meinen Slides nicht hervor, dass ich dringend vor dem Eindringen in die soziale Sphäre der Bewerber gewarnt habe – Recherche muss sich ausschließlich auf tatsächlich Öffentliches beschränken.

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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