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Dieser Wahlkampf ist spannend: Erstmals haben die Parteien begriffen, dass das Web mehr sein kann als nur ein Publikationsmedium: ein Kommunikationsmedium, Rückkanal inklusive. Was zu ein paar vielversprechenden Ansätzen, aber auch zu vielen unfreiwillig peinlichen Gehversuchen geführt hat. Ich bin schon gespannt, wie schnell die Netzaktivitäten nach der Wahl wieder zurückgefahren werden.

Darüber habe ich vorgestern mit Rupert Kluger vom ORF gesprochen, und ein paar Zitate sind in diesen Radiobeiträgen von heute morgen gelandet.

Die Langversion auf Ö1:

Und Ö3:

Ö1 und Hitradio Ö3)
 

Max’ Medienbeobachtung zum Thema ist absolut lesenswert.


Bill Gates und Jerry Seinfeld (ja, der aus der Apple-Werbung) hopsen durch Diskontschuhläden und Mädchenkinderzimmer. Ich stell’ mir vor: Wenn es gegen Ende des römischen Reiches schon Fernsehwerbung gegeben hätte, wäre der Caesar ähnlich sinnbefreit durchs Bild gesprungen um sein Reich zu preisen.

Arrington wettert auf Techcrunch – der denkt wahrscheinlich an den Shareholder Value. Selbiger ist mir wurscht, ich find’s köstlich. Seht selbst:

Und ja, das flimmert in den USA tatsächlich über die TV-Networks. Soll angeblich Vista beflügeln.


..hinzuschreiben wär’ kürzer gewesen:

was-fuer-ein-kontaktformular

Gesehen hier.


Christoph Chorherr ist ein bisschen sowas wie der seltene Politiker meiner Idealvorstellung. Weniger weil er ebenfalls Projekte in Afrika macht, sich aus Klein-Hick-Hack raushält, auf zumindest zwei Gebieten (Bildung und Energie) unbestrittener Politexperte ist – und dazu trotz der “unwichtigen” Position als oppositioneller Landtagsabgeordneter enorm effektiv.

Nein. Sondern vor allem weil er bloggt. Lesenswert, authentisch und nicht nur zu Wahlkampfzeiten. Wäre Chorherr schwarz oder rot oder sonst was, ich fände ihn genauso lesenswert.

Jetzt erfindet sich der Blogger Chorherr gerade ein bisschen neu: Nachdem sich seine Blogreichweite mit seiner Plakataktion vervielfacht hat, scheint er Blut geleckt zu haben und versucht sich jetzt als Videoblogger:

Ich durfte ihm bei beiden Aktionen (Plakate und Videoblog) ein bisschen beratend zur Seite stehen. Beim Thema Videoblogs habe ich ihn auf internationale Vorbilder wie Larry Lessig, Pat Condell oder Climate-Greg verwiesen.

Für alle aspirierenden Videoblogger vielleicht nützlich – ein Auszug aus meinem Email:

  • Keinen Wahlkampfspot! Sondern genauso wie dein Blog: Themen, die dir am Herzen liegen, in denen du kompetent bist. (Während des Wahlkampfs kannst du natürlich am Schluss sagen: Und darum ist es wichtig, grün zu wählen.)
  • So wie deine Pressekolumnen: einmal “Energiewende”, einmal “Freies Mandat”, etc. Kontroversiell und scharf argumentiert. Zeitlos (wird über Jahre hinweg wirken – nicht wie ein Printbeitrag, der im Altpapier landet).
  • Durchaus Anleihen an Inhalt und Aufbau von existierenden Vorträgen (davon gibt es dutzende sehr sehr gute im Netz!) nehmen.
  • Ich würde mich da nicht von jemandem filmen lassen, sondern das selbst per Webcam aufnehmen. Vielleicht hat dein Macbook sogar eine eingebaut? Grund: Jeder soll das Gefühl haben, er könnte das selbst jederzeit auch machen, ohne Budget. Auf Augenhöhe. Umgekehrt soll aber unbedingt der Ton und eher auch die Beleuchtung “professionell” sein, also durchaus wen ranlassen, der was von Video versteht. Grund: Anschauen soll keine Qual sein. Das heißt: Ja, lass dir beim Setup helfen, aber nimm es dann selber auf.
  • Du erinnerst dich vielleicht an den Vortrag von Peter Purgathofer in Graz? So in etwa.
  • Nicht Body Shot oder Half Body, sondern nur ab den Schultern oder Face. Grund: Man schaut sich das im Mini-Youtube-Fenster an, nicht Fullscreen.
  • Auf Youtube hochladen und dann bei dir im Blog einbinden. (So kann das jeder nachmachen!)

Und jetzt bin ich gespannt, ob und wie seine Videos ankommen.

Molterer twittert

August 4, 2008  

Mit Wilhelm Molterer ist der erste Spitzenkandidat der kommenden Wahlen auf den Twitter-Zug aufgesprungen: twitter.com/wilhelmmolterer. Bislang allerdings mit einem einsamen Follower.

molterer-twittert

Auf den meisten Twitpics ist er selber drauf, das ganze dürfte also von irgendeinem Wahlkampfmitarbeiter in seinem Namen geschrieben werden. Nicht sonderlich überraschend. Interaktion mit anderen Twitterern fand bislang noch keine statt.


Langsam erreichen die Vorschläge zu Chorherrs Aufruf, grüne Wahlkampfplakate zu gestalten, eine Qualität, die Parteigranden und ihre Werbeexperten kaum mehr ignorieren können. Als ich “Let’s Blogstorm” geschrieben habe, war mir nicht klar, wie spannend das noch wird. Wow und doppelwow.

Nach Michael Schusters durchdachter Kampagne (die vom Online-Standard leider unzulässig verkürzt wiedergegeben wurde), hat sich Martin Schimak eine Linie einfallen lassen, die – von Jutta Reichenpfader grafisch umgesetzt – das meiste in den Schatten stellt, das ich bei Wahlen auf Dreiecksständern gesehen habe:

maschi große koalition

maschi bildungssystem

maschi uns in die wüste schicken

Die Grünen featuren die Aktion zwar mittlerweile auf der Startseite von gruene.at, aber es stellt sich die Frage: Wird der Parteivorstand diese Vorschläge bei den Entscheidungen über die Wahlkampflinie ignorieren? Oder wird man umdenken und uns Wähler in Zukunft gleich in solche Nachdenkprozesse einbeziehen?

Und weiter: Werden es sich Parteien in Zukunft noch leisten können, ihre Kandidatenlisten im geschlossenen Kämmerlein zu erstellen? Denn auch da wollen wir Wähler mitreden. Der Cluetrain ist nicht zu stoppen.

Zum Schluss noch ein Plakatvorschlag von Raffael Hörlesberger. Gefällt mir auch recht gut, soll Nichtwähler ansprechen:

hoerlesberger fehlersuche

(Plakate © Martin Schimak, Jutta Reichenpfader, Raffael Hörlesberger)

Mein Grünplakat

July 10, 2008  

So, hier ist meine Plakatidee für die grüne Nationalratswahl (siehe Chorherrs Aufruf):

mein gruenplakat

Meine Überlegungen dazu: Dieses Plakat soll urbane, von der SPÖ enttäuschte Wähler ansprechen und würde hauptsächlich in Städten affichiert. Aber wichtig: Nicht alle SPÖ-Wähler werden angesprochen (sind die Grünen so breit, werden die Stammwähler zuhause bleiben), sondern nur ein Teil davon. Wer Dichand und die Krone gut findet, soll Faymann oder Strache wählen.

Die Grünen positionieren sich dadurch gegen die Krone (Mut) und als Partei mit Rückgrat (Stabilität). Die Person Van der Bellen halte ich für einen Wahlerfolg für wichtig – er steht für unaufgeregte, differenzierte Haltung und für eine starke, nicht käufliche Meinung. VdB ist nach wie vor eine starke Marke – und angesichts der Schwächen von Faymann und Molterer mehr denn je.

Analog dazu würde ich Plakate produzieren, die enttäuschte ÖVP-Wähler ansprechen. Themen könnten sein: “Klimaschutz – aber nicht, was der Bauernbund dafür hält”, Überwachungsstaat, Entlastung der Mittelschicht / Steuerreform, oder ähnliches.


Wow. Christoph Chorherrs Aufruf gestern, die grünen Parteigremien doch mit Vorschlägen zu einer Plakatkampagne für den kommenden Wahlkampf unter Druck zu setzen, ist auf einige Resonanz gestoßen.

In nur 24h sind

erschienen. Nicht schlecht. Die Aktion schaffte es damit gar an die Spitze von Rivva.

Noch beeindruckender die dutzenden Plakatvorschläge, u.a. von Smi, Georg, Tom, Jana (deren köstlicher Vorschlag nur den Twitter-Usern was sagen wird, denen aber umso mehr..), Laurenz, Oliver, weitere sind meines Wissens in Arbeit.

Hier ein paar Beispiele, von Smi:

Smis Ideen

..und von Tom:

Toms G-Punkte

Aus Sicht einer wahlwerbenden Partei stehen unterm Strich dieser Aktion vor allem zwei Dinge: Erstens haben sich die Grünen gerade eine Fokusgruppe gespart. Nicht dass die paar tausend Euro ins Gewicht fallen würden, aber so eine Fokusgruppe dauert 1-2 Wochen und liefert weniger wertvolle Ergebnisse. So tiefgehendes Feedback zu den Inhalten (siehe Maschis Sorgen eines potentiellen Nichtwählers) oder Formen (siehe Max’ Ideen für einen Internetwahlkampf) eines Wahlkampfs wird eine Fokusgruppe nicht liefern.

Zweitens, und das ist der wesentliche Punkt: Es geht weniger um die Ergebnisse des “Crowdsourcings” als um den Weg dorthin. Die Aktion selbst ist bereits Wahlkampf. Wir Wähler machen Wahlkamp, wie Heinz es ausdrückt. Ein paar tausend Blogleser haben sich gerade auf relativ neue Art und Weise mit grünen Positionen auseinandergesetzt: in sie hineinversetzt.

Natürlich stellt sich jetzt die Frage: Grüne, was macht ihr draus? Hört da überhaupt wer zu, außer Chorherr und den üblichen Verdächtigen?


Christoph Chorherr, Van der Bellens Vorgänger an der Spitze der österreichischen Grünen, kam heute mit der Idee zu mir, über sein Blog zu Vorschlägen für Slogans und Sujets für den jetzt plötzlich anbrechenden Wahlkampf aufzurufen. Quasi Kampagnen-Crowdsourcing. In den nächsten 1-2 Wochen entscheiden die Parteigremien, also noch Luft, diese ein bisschen zu beeinflussen.

Rausgekommen sind zwei Grafikentwürfe (siehe unten), bei denen ich mal seine Ideen in Photoshop skizziert hab und sein Blog-Posting Grüne Plakate. Und so soll das ablaufen:

Ihr könnt hier in den Kommentaren Texte/Slogans posten, könnt mir per Email Grafiken schicken oder diese bei euch im Weblog veröffentlichen (und ich verlinke dann drauf). Ich bin sicher, die Grünwähler haben mindestens so gute Ideen wie wir Grünfunktionäre. Wofür soll diese Partei im Wahlkampf stehen? Wofür wollt ihr sie wählen?

Es gibt keine Pokale zu gewinnen, aber dafür das (hoffentlich) gute Gefühl, Strategieentscheidungen der Grünen beeinflusst (oder es wenigstens versucht) zu haben.

Ich weiß noch nicht, wie das genau ablaufen wird, aber die besten Ideen werden hier sicher noch ausführlich diskutiert.

Ich finde die Idee großartig – besonders, weil wohl bei keiner Partei Funktionäre und Wähler so unterschiedlich ticken wie bei den Grünen. Darum hoffe ich, dass das so richtig groß wird. Let’s blogstorm! Werde in den nächsten Tagen auch was dazu zeichnen.

Hier das Bastelergebnis von heut nachmittag:

finanzieren-wir-despoten

Und:

garant-einer-stabilen-regierung

Bin gespannt, ob wir Blogger für sowas überhaupt schon genug Reichweite haben. Ich vermute mal: Ja. :-)


Die Tour-de-France startet morgen und wir hoffen, dass wir mit Bikemap marketingmäßig etwas mitsegeln können. Ein User hat die gesamte Tour auf Bikemap nachgezeichet und jetzt steht sie nicht nur dort, sondern als Widget überall zur Verfügung. Hier das Widget der Königsetappe, samt interaktivem Höhenprofil (mit der Maus übers Profil gehen):

Überhaupt haben Widgets, also einbettbare Karten, einen enormen Anteil am Erfolg von Bikemap, Runmap und Inlinemap: An Spitzentagen sehen um die 4000 Unique Users die Widgets in diversen Blogs und anderen Websites. Vor allem auch Hotels und touristische Regionen haben Bikemap-Widgets als wertvolle Ergänzung ihrer Websites entdeckt.

So gesehen kann ich nur jedem raten, der eine soziale Webplattform betreibt, sich Gedanken über die Einbettbarkeit seiner Inhalte in andere Websites zu machen. Ein echter Erfolgsmotor.

Hier noch das Widget mit allen Tour-de-France-Etappen:

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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