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Ebanking in Afrika

February 21, 2007  

Wir können’s noch gar nicht glauben: seit kurzem haben wir Online-Zugriff auf das Laafi-Projektkonto in Burkina Faso. Willkommen in der Zukunft. Ebanking wird zudem in ganz Ouagadougou auf Plakaten beworben – in einer Stadt, in der die meisten Einwohner weder Strom- noch Wasseranschluss haben, von Internet ganz zu schweigen.

Recht praktisch finde ich die Möglichkeit, online Barauszahlungen zu veranlassen – Empfänger können sich die definierte Summe dann direkt vor Ort abholen – siehe Screenshot. Schließlich haben die meisten Leute kein Konto, auf das man überweisen könnte.

Ebanking BACB

Der Haken an der ganzen Sache ist allerdings, dass keine TANs verwendet werden – Kundennummer und Passwort reichen. Bin mir nicht sicher, ob wir dieses Risiko eingehen wollen..

Johann Strauß 2.0

January 27, 2007  

Mitten in einer Diskussion über die kulturelle Kolonisation Afrikas spaziert Petit an unserem Tisch vorbei, den Donauwalzer pfeifend. Ich, als einziger Oesterreicher am Tisch, stolz: “C’est quelle melodie ça?” Petit: “C’est la sonnerie du portable de ma maman.”

Morgen..

January 9, 2007  

..geht’s los.


Mr. Baumwolledie hälfte der 12 mio einwohner burkina fasos lebt direkt oder indirekt von baumwolle. nur das immer schlechter: wie die UNO berichtet, sind die eh schon viel zu niedrigen weltmarktpreise in den letzten beiden jahren von 32c auf 25c pro kilo gesunken.

und warum? weil die selbsternannten freihandelkönige USA so gar nicht auf freien handel stehen und ihre 25.000 baumwollfarmer mit jährlich 4,5 mrd. dollar (immerhin 180.000 dollar pro farmer) subventionieren.

pech für burkina faso, dass baumwolle das einzige ist, das sie exportieren können.

scheiß amis. (scheiß europäer nebstbei: wir machen das zb. mit zucker nicht anders, auf kosten der lateinamerikaner.)


Der Spiegel veröffentlicht anlässlich der aktuellen Afrika-Diskussion ein Interview mit James Shikwati, kenianischer Wirtschaftswissenschafter (per Email von Katrin Rohde). Provokant fordert Shikwati, Entwicklungshilfe gehöre eingestellt:

Wenn die Industrienationen den Afrikanern wirklich helfen wollen, sollten sie endlich diese furchtbare Hilfe streichen. Jenen Ländern, welche die meiste Entwicklungshilfe kassiert haben, geht es am schlechtesten. (…) Es werden riesige Bürokratien finanziert, Korruption und Selbstgefälligkeit gefördert, Afrikaner zu Bettlern erzogen und zur Unselbständigkeit. Zudem schwächt die Entwicklungshilfe überall die lokalen Märkte und den Unternehmergeist, den wir so dringend brauchen. (..) Ein kenianischer Bauer kann seine Hacke gleich aus der Hand legen, mit dem Uno-Welternährungsprogramm kann niemand mithalten. Und weil die Bauern unter diesem enormen Druck eingehen, hat Kenia auch keine Reserven, wenn nächstes Jahr tatsächlich eine Hungersnot entsteht – ein ganz simpler, aber folgenschwerer Kreislauf. (..) Was sollen diese Kleiderberge? Hier friert niemand, stattdessen werden unsere Schneider arbeitslos. Ihnen geht es wie den Bauern. So kostengünstig kann niemand aus der afrikanischen Billiglohnwelt sein, dass er mit den gespendeten Produkten mithalten könnte. 1997 waren in Nigeria 137.000 Arbeiter in der Textilindustrie tätig, im Jahr 2003 waren es noch 57.000. Und so sieht es überall aus, wo überschäumende Hilfsbereitschaft auf fragile afrikanische Märkte trifft.

Bravo, das musste auch mal gesagt werden. In Burkina Faso ist es ebenso: Ein mächtiger bürokratischer Komplex rund um den diktatorischen Machthaber ist mithilfe milliardenschwerer Entwicklungshilfe einzementiert. Kaum etwas kommt bei den Menschen am Land und in den Elendsvierteln an. In gutem Glauben gespendete Kleidung aus Europa hat längst lokale Textiltraditionen und -wirtschaft verdrängt, subventierte Baumwolle aus den USA macht burkinische Baumwolle unverkäuflich, und jegliche zwischenstaatliche Entwicklungshilfe vergrößert die Abhängigkeiten.

Doch Entwicklungshilfe kann auch anders ausschauen: Zb. stellen UNICEF und Ärzte ohne Grenzen der existierenden Gesundheitsinfrastruktur wichtige Impfstoffe und Medikamente zur Verfügung, was in Ländern ohne Pharmaindustrie keine lokale Wirtschaft schädigt. Viele kleine, private Initiativen (siehe Burkina.at) unterstützen Dörfer bei Investitionen wie Schulen und Krankenstationen, meist mit einem Kofinanzierungsmodus, der Eigeninitiative nicht stört sondern fördert. Obwohl ich Shikwatis Meinung teile, dass es besser wäre, zwischenstaatliche Entwicklungshilfe gänzlich abzuschaffen als den Status Quo beizubehalten, gäbe es meines Erachtens auch für diese eine Existenzberechtigung:

UPDATE: Caritas-Mann Prüller zum selben Thema: “Was Afrika von uns braucht


finally i found the time to put the photos from this year’s trip to burkina faso online. not quite as many as the pics from 2003 – and in my opinion not quite as good, as i simply didn’t feel so much like taking photos this time. also, as we spent less days in the countryside and most days were very hazy with dust there weren’t quite as many perfect situations. however, there they are.

UPDATE: see also bodi’s photos from that trip.

boy at AMPO

burkina.at (13k image)nachdem ich schon länger darüber nachgedacht habe, habe ich mir jetzt ein wochenende zeit genommen, um www.burkina.at zu launchen:

ein wiki, das alle österreichischen* vereine und privatinitiativen, die in burkina faso projekte machen (deren gibt es dutzende!), an einen virtuellen tisch bringen und als “knowledge management”-portal deren erfahrungen sammeln soll. dabei sind – wie bei einem wiki üblich – alle aufgefordert, am portal weiterzuarbeiten und es zu gestalten. bin schon gespannt, ob das experiment bei so einer kleinen (und wenig internet-affinen) zielgruppe funktioniert.

ein interessent hat sich schon gemeldet, der die plattform möglicherweise dafür nützen möchte, gebrauchte werkzeuge aus industrie und gewerbe zu sammeln und in entwicklungsländer zu verschiffen (ganz im sinne meiner idee eines kooperativen sachspendenmarktes).

* natürlich steht das wiki auch nicht-österreichischen gruppen und/oder solchen, die sich in anderen ländern als burkina faso engagieren, offen.



(there’s a german version of this post on laafi.at.)

during this year’s project journey with laafi in burkina faso a project idea was proposed to us that contradicts quite some of our usual project criteria: the project is not located in rural areas, isn’t sustainable (at least not in the direct sense of the word), though dealing with “health” has nothing to do with “cure” and almost entirely consists of ongoing expenses, rather than being a one-time investment: an emergency accomodation for AIDS-sufferers in ougadougou, the capital of burkina faso in west africa.

the project proposal came from an association of AIDS-victims, founded exclusively by sick persons who got to know each other in the issuing office of anti-retrovir-drugs that medecins sans frontieres (MSF) operate in ouaga. with the help of these drugs they live a mostly normal live, partly years after the decease’s breakout. in burkinian society they constitue a rare exception as they publicly avow their disease, and their private and professional environment is fully informed. AIDS-cases in burkina faso often are being outcast by their families and employers and thus become home- and jobless. in front of the MSF issuing office many such homeless camp out. due to insufficient nutrition and the hygienic circumstances of homelessness they have little chance to survive the physical stress a anti-retrovir-therapy constitutes until the body tunes in. MSF itself can’t take care of them as their statute only permits ambulatory treatment.

the project idea this association approached us with is simple: a house that accomodates 30 people located near the MSF office, with one meal a day and a room for get-togethers and awareness-building measures. MSF would be responsible for selection and medical care of the patients who’s stay would end when regaining a certain state of health, in any case at the maximum length of 2 months as many more applicants will be wainting, so criteria must be hard. at the moment we negotiate (via email and through our two representatives on location) with MSF and the AIDS-association about conditions and controll mechanisms for a 2-year-test-phase, so it’s not yet decided if the project is indeed going to take place.

our role would be financing the project. annual costs are quite high for laafi-measures:
– 8300 for food,
– 2100 rent and
– 1000 for three salaries (cook, custodian, guard).
– furthermore 1600 for initial investments.
(but just imagine what 11,000 meals, 3 employees and a house for 30 persons would cost in europe.)

even if “just” the lives of cureless ill would be extended the impact is substantial: hundrets get the opportunity to lead a normal live for years, return to their jobs, and most of all change african society from inside: they openly admit their sickness and thus contribute to public conscience – and the readiness to use condoms. as long as AIDS-sufferers die seemingly of something like pneumonia shortly after breakout of the disease, an infection with HIV stays a theoretical threat that one only knows from educational broadcasts on state radio. and as long as AIDS-cases end up on the street MSF’s therapies can’t help. the building serving as room for educational meetings that the association organizes independently – currently in open air – would be a positive side-effect.

if you like the idea and want to contribute to it financially you can find bank details on laafi.at contact page. in case the project doesn’t materialise (which might well be, as our standards are quite demanding for our project partners) and you don’t want your donation to be used in other laafi projects, your money will be transfered back (please note this requirement in the transfer detail fields).

back and tired

March 10, 2005  

i’m back from burkina now (sorry steve, for not having contacted you there! time was too tight for project reasons), and really tired. i caught some kind of an infection which seems to make me sleep all day. nevertheless work has fully started off, and i’ll be heading to munich tomorrow. no blogging until i wake up.

burkina faso again

February 22, 2005  

in case you miss my posts here, i’m in burkina faso right now, with laafi. will post news or photos here soon unless i don’t find a decent connection. in the meantime you can check out the photos i took in 2003.

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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