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Vor 25 Jahren, genau heute am 24.1.1984, kam der erste Macintosh auf den Markt. Vor 15 Jahren begann ich mit Windows zu arbeiten. Zuletzt nur noch widerwillig. Seit heute ist Windows für mich Geschichte:


Letzte Woche plauderten Heinz und ich mit der Radiojournalistin Astrid Schwarz über Blogs als Informationsquellen, am Beispiel des aktuellen Gaza-Konflikts. Der Beitrag dazu ging vorgestern online sowie auf Ö1 (und anders geschnitten auf FM4) on air:

(© ORF / Radio Ö1, Podcasts)

Heinz hat sich über die Glaubwürdigkeit von Weblogs weitere Gedanken gemacht. Somehow related: Meine Sicht des Gaza-Konflikts.

Wir sind Obama

January 20, 2009  

Obamiconisiert euch und postet das Ergebnis!

Via Fontblog.


Ein interessantes Beispiel, wie kaputt unser Rechtssystem ist, liefert gerade meine 11-jährige Nichte: Bei einer Aufführung ihrer Musikschule sang sie eine Nummer von James Blunt nach und stellte das Video davon auf Youtube – wo es prompt wegen Rechteverletzung gelöscht wurde.

Nach ihrem Protest über das “Dispute”-Formular stellte Youtube das Video wieder her, denn die Verwendung gilt in den USA als Fair Use, was eine Verwendung für “nonprofit educational purposes” erlaubt.

In Österreich ist meine kleine Nichte jedoch eine böse Gesetzesbrecherin. Die Veröffentlichung auf Youtube ist hierzulande ein Akt von Piraterie, denn so etwas wie “Fair Use” gibt es hier nicht.

Schlimmer noch, auch die Aufführung selbst war illegal, denn nach § 56c des Urheberrechtsgesetz steht “dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung” selbst dann zu, wenn die Aufführung im Rahmen eines Unterrichts stattfindet. In Deutschland wurde wenigstes genau für solche Fälle (Schule + beschränkter Personenkreis) eine Ausnahme eingebaut.

Die Schutzrechte, die ursprünglich dazu gedacht waren, Kreativität und Innovation zu fördern, tun mittlerweile genau das Gegenteil, denn sie wurden immer wieder verschärft und werden dem Internet nicht gerecht. Eine Totalreform ist überfällig, aber auch hier passiert das Gegenteil: Übermächtige Lobbies drängen unter dem Vorwand der Terrorabwehr auf die Festplatten unserer Kinder.

Und jetzt das – überaus hörenswerte! – Corpus Delicti (Gesang ab Minute 1):

Siehe auch: Ein-Mann-Boybands und die Schieflage unseres Rechtssystems

PS. Keine Rechtsauskunft. Reine Laienmeinung. Widerspruch bitte in die Kommentare.

Das war 2008 auf Helge.at

January 4, 2009  

Wie letztes Jahr ein Überblick über Statistiken und Highlights dieses Blogs:

2008 haben 134.000 Besucher (+41%) für 385.000 Seitenaufrufe (+18%) gesorgt. Die wiederkehrenden Besucher sind um 91% auf durchschnittlich 70 pro Tag gestiegen. Die beiden Peaks sind übrigens die Google-Story und ein Hinweis auf FM4. (Quelle: Statcounter.)

Die Zahl der RSS-Abonnenten hat sich von ca. 400 auf ca. 800 verdoppelt. (Quelle: Feedburner.)

Die meistgelesenen Posts des vergangenen Jahres waren:

Und zum Schluss noch eine traurige Zahl:


Dies ist die Geschichte wie meine Freundin Patrizia und ich nach ihrem italienischen Großvater Pino suchten und – eine Großfamilie fanden. Wir kannten nur seinen Namen, sein Geburtsdatum im Jahr 1939 und die vermutete Herkunft Kalabrien.

Spurensuche nach Pino, dem unbekannten Großvater

Alles begann damit, dass sich Ende der 50er-Jahre Patrizias Großmutter in der Schweiz in Pino verliebte, einen Italiener, der wie sie dort jobbte. Beide waren erst neunzehn, als sie schwanger wurde. Sie wollten zusammen in der Schweiz bleiben, doch die Eltern der Großmutter verboten das, und sie musste zurückkehren. Der kinderlose Gutsherr, dessen Hof die Eltern verwalteten, adoptiere sie nach ihrer Rückkehr und überschreib ihr den Hof. Heute kann niemand mehr sagen, ob die Eltern die Verbindung zu Pino verboten, weil sie sonst nicht an den Hof gekommen wären – denn Patrizias Großmutter nahm sich vor Jahrzehnten aus Kummer das Leben.

Maria, Patrizias Mutter, erfuhr nicht viel über ihren Vater: Er hätte sie nicht gewollt und sei bei der Mafia. Typisch Italiener eben.

Wir machen uns also auf die Suche nach Pino – er müsste jetzt 69 sein. Anfragen in zwei Schweizer Gemeinden, wo das Telefonbuch Träger seines Namens kennt, bringen negative Antworten. Wir finden den Namen fünf weitere Male im italienischen Telefonbuch, dazu seinen Familiennamen etwa fünfzig Mal alleine in Kalabrien.

Zentrale Melderegister existieren in Italien nicht, also müssen wir hinfahren und suchen, mit der Telefonbuchliste der Namensträger ausgestattet. Man warnt uns: Die Kalabresen seien nicht so offen wie andere Italiener, wir würden auf verschlossene Türen stoßen.

Reise quer durch Kalabrien

Die Tage vor Silvester verbringen wir also im neblig-regnerischen Süditalien und besuchen so viele Familien mit diesem Namen wie wir können, oft in abgelegenen Bergdörfern. Die verschlossenen Kalabresen telefonieren für uns quer durch entfernte Familienzweige, lassen uns unsere Kaffeehausrechnungen nicht selbst zahlen und helfen uns mit Tipps durch den Behördendschungel. Der Pfarrer eines kleinen Dorfes telefoniert alle lokalen Mitglieder dieses Namens durch, gibt uns reichlich Verpflegung mit auf den Weg und empfiehlt uns, es bei der Vermisstensendung Chi l’ha visto zu versuchen. Wir nehmen viele Emailadressen mit und müssen allen versprechen, vom Ergebnis der Suche zu berichten.

Es ist nasskalt und nebelig, und wir haben nach hunderten Kilometern Fahrt die Bergstraßen satt. Niemand hier kennt Pino.

Es ist kalt in Kalabrien

Es ist kalt in Kalabrien

Am Montag haben endlich die Ämter wieder offen und wir fahren nach Cosenza, einer größeren Stadt in der Region, um das Regionalgericht zu bitten, in unserem Namen eine Anfrage an alle kalabrischen Gemeiden zu schicken. Im Bürgerbüro der Stadt will ich mich nach dem Weg erkundigen, während Patrizia sich in einem Café aufwärmt. Man empfiehlt mir, es zuerst beim lokalen Standesamt zu probieren. Ein Mitarbeiter der Stadt, der kurz zum Plausch vorbeigeschaut hat, adoptiert mich und schleust mich am Standesamt an allen Schlangen vorbei.

Nach drei Tagen Suche: Gefunden

Dann der Hammer: Pino lebe hier in Cosenza!

Man schickt uns zur Adressauskunft, doch der Computer dort spuckt keine Adresse aus. Verwirrung. Mein Mentor verschwindet hinter der Glaswand, fragt sich durch, telefoniert mit dem eigenen Handy. Er kommt mit langem Gesicht und einer sehr traurigen Nachricht zurück: Pino lebte nie in Cosenza, er ist 2003 hier im Krankenhaus verstorben. Er wurde nur 63 Jahre alt.

Auf der Suche am Friedhof

Auf der Suche am Friedhof

Wir bekommen eine Sterbeurkunde, aus der hervorgeht, dass Pino in seinem Heimatdorf Rogliano begraben liegt. Also auf dorthin. Wir parken das Auto im Zentrum und wärmen uns erst in einer Bar auf. Patrizia muss schmunzeln, denn die Frau die uns bedient, sieht ihrer Mutter ähnlich: “Schau, ein Cousin von dir” ist schon die ganze Reise lang der Running Gag.

Wir machen uns zu Fuß zum Friedhof auf und sehen uns dort um. Nach einenhalb Stunden Suche in Regen und Nebel finden wir Pinos Grab. Auf dem Grabstein ein Foto, auf dem ein freundlicher Herr mit Glatze etwas verlegen in die Kamera lächelt. Direkt daneben sein Vater, Francesco. Patrizias Urgroßvater. Er hatte bis 1995 gelebt.

Vor dem Grab ihres Großvaters

Vor dem Grab des Großvaters

Zurück im Dorf wärmen wir uns in einem Café auf. Wir fragen nach der Familie, als jemand einen vorbeigehenden älteren Herren zu uns hereinruft. Das sei Gerardo, der Bruder des Verstorbenen. Patrizias Großonkel. Wir erzählen ihm die Geschichte und zeigen ihm Pinos Jugendfoto. Er zeigt kaum Regung – wir sind nicht sicher, ob er verstanden hat. Ja, das sei sein Bruder. Er müsse jetzt zur Post, die sperre gleich zu. Er komme wieder.

Wir warten Stunden, vergeblich. Patrizia will aufgeben und heimfahren, man will sie hier offenbar nicht. Wir wissen aber noch gar nichts über Pino. Wo hat er gelebt? Was hat er gearbeitet? Hat er weitere Kinder?

Der Großonkel war offenbar der Situation nicht gewachsen. Ich frage die Leute im Café um Rat. Alle Gäste reden jetzt mit, alle wollen helfen. Einer hat eine Idee und nimmt uns wortlos an der Hand. Wir gehen über den Platz zu der Bar, wo wir uns zuvor aufgewärmt hatten. Darin nicht mehr die Frau, sondern ein alter Mann. Wir erzählen die Geschichte. Er grinst – ja, die Österreicherin in der Schweiz. Eine sehr hübsche Frau, er habe damals Fotos gesehen.

Eine neue Familie

Man holt die Frau – die, die Patrizias Mutter ähnlich sieht. Sie öffnet ihre Arme und umarmt Patrizia herzlich. Sie ist die Cousine von Patrizias Mutter. Auch sie hat die Fotos der Österreicherin gesehen. Alle kennen diese Fotos. Die Österreicherin war Zio Pinos große Liebe, vermutet man hier. Dass daraus ein Kind entstand, hat man in der Familie immer gemunkelt, aber niemand wusste Genaues.

Jetzt wird die Großfamilie zusammengetrommelt, wieder und wieder muss Patrizia von ihrer Großmutter und Mutter erzählen. Wir werden von Pinos Nichten, Neffen und Cousins zum Essen eingeladen und treffen Pinos Schwester, die in einer anderen Stadt arbeitet. Freudentränen fließen, Fotos werden ausgegraben. Patrizia bekommt ein silbernes Herz als Symbol dafür, dass sie zur Familie gehört. Sie ist das Weihnachtswunder ihrer neuen Familie.

Patrizia mit ihren Großcousinen und deren Familien

Patrizia mit ihren Großcousinen und deren Familien

Pino, der vermeintliche Mafioso, ging nach seinem Militärdienst in den 60ern nach Wolfsburg und arbeitete bis zu seiner Pensionierung bei Volkswagen. Er hat dort drei Töchter – die älteste heißt ebenfalls Patrizia – und einige Enkel. Ob er versucht hat, seine Familie in Österreich zu finden, wissen wir nicht. Durch Adoption und Heirat änderte Patrizias Großmutter zwei Mal den Nachnamen, was eine Suche jedenfalls nicht einfach gemacht hätte.

Patrizias Urgroßmutter Leonilda lebt noch, sie ist 92, bei hellem Verstand, aber schwer krank. Die Familie will ihr die Aufregung nicht zumuten – man ist noch unentschlossen, ob ihr diese Nachricht überhaupt jemals überbracht werden kann. Francesco, Pinos Vater, war damals mit in der Schweiz, und hat die “schöne Österreicherin” kennengelernt. Er war begeistert von ihr und wollte, dass die beiden heiraten. Die ganze Famiglia war dafür, auch Leonilda.

Patrizia wird das Versprechen abgenommen, sehr bald wiederzukommen – und ihre Mutter mitzubringen. Bei unserer Rückkehr finden wir dieses Email in der Box:

La visita di Patrizia in questo Natale è stata la sorpresa più bella. Anzi possiamo dire che è stata la sorpresa più bella degli ultimi anni.
Un caro e caldo abbraccio a Maria e famiglia. Gli puoi riferire che tutti l’aspettono a presto, compresa la Nonna Leonilda.

“Patrizias Besuch war die schönste Überraschung der letzten Jahre. Sag deiner Mutter, dass sie alle bald erwarten – einschließlich der Großmutter Leonilda.”


Bodenseepeter über die Vergesslichkeit:

1. Vergesslichkeit stärkt den Willen
2. Vergesslichkeit macht fit
3. Vergesslichkeit lehrt die Ruhe im Sturm zu bewahren
4. Vergesslichkeit schärft die Rhetorik
5. Vergesslichkeit spart Geld
6. Vergesslichkeit spart Zeit
7. Vergesslichkeit macht Freude
8. Vergesslichkeit lehrt Niederlagen zu akzeptieren

(Erschreckend: Zu jedem einzelnen dieser Punkte fällt mir sofort eine Anekdote aus meinem eigenen Leben ein..)

Ein Gespräch mit Isaac Mao

November 7, 2008  

Für das aktuelle Gap habe ich ein Skype-Gespräch mit Isaac Mao geführt – und dort wird vollmundig angekündigt, die Aufnahme davon wäre hier zu hören. Sorry, da ist die Audio-Qualität vor.

Isaac ist ein spannender Gesprächspartner – und inspirierend: Das Gespräch hat mich darauf gebracht, über Löwen und Ameisen nachzudenken.

Hier die Übersetzung des Transskripts:

(more…)


Heute vormittag durfte ich auf der in erster Linie für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ausgelegten “Internationalen Tagung Kulturelles Erbe und Neue Technologien” ein Plädoyer für die technische und rechtliche Öffnung von “Public Data” und für die Nutzung von Open Source und Open Content bei GIS-Projekten halten.

Thomas’ Urteil freut mich sehr:

Sehr spannend Helge ‘s Plädoyer für API’s, openstreetmaps und die Public Domain Stellung von Daten, was besonders für den öffentlichen Bereich einen mutigen Schritt verlangt.

Hier die Slides:


medianet-headline

Anja Herberth schreibt heute im Medianet über die Podiumsdiskussion von Montag:

Für Helge Fahrnberger, Blogger und Berater für Social Software in Wien, waren die großen Parteien während des Wahlkampfs vor allem in den traditionellen Medien „zu Hause“. Gerade für kleinere Parteien, die seitens der Medien ein geringeres Echo zu erwarten hatten, sei das Internet eine Chance gewesen, Zusatz- und Alternativöffentlichkeiten aufzubauen und mit den Wählern in einen Dialog „auf Augenhöhe“ zu treten. Durch die technologischen Fähigkeiten sei mit dem Internet ein stärkerer Hebel für Mundpropaganda entstanden.

und

Zum Abschluss plädierten Niko Alm und Helge Fahrnberger dafür, der nächste Wahlkampf möge bereits morgen wieder beginnen – es sei sinnvoll, aufgebaute Communities und Aktivitäten nicht versanden zu lassen und bis zur nächsten Wahl weiter aufzubauen.

(Verlinkung von mir.) Freut mich immer, wenn die Message auch halbwegs so rüberkommt wie erhofft. Passiert selten genug.

medianet-foto

Foto © IAB

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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