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Michel Reimon und Niko Alm (Neos) beginnen eine Menschenkette für einen Hypo-Untersuchungssausschuss, Feb. 2014. Foto: Der Standard / Matthias Cremer

In zwei Wochen ist Europawahl und ich wähle Michel Reimon (Blog/Twitter), Zweiter auf der Grünen Liste, mit Vorzugsstimme.

Ich kenne Michel aus seiner Zeit als Autor und Journalist, als er Ende 2007 per Rundmail gegen das zu der Zeit beschlossene, skandalöse Sicherheitspolizeigesetz mobil machte. Ich organisierte damals die Metternich-2.0-Onlinedemo, an der sich rund 200 Websites beteiligten, und aus Michels Rundmail wurde ein regelmäßiger “Demokratischer Salon”, der sich monatelang regelmäßig in Wiener Kaffeehäusern traf.

Kurz darauf wechselte Michel in die burgenländische Landespolitik und fiel weiterhin mit klugen Texten auf. Sein Artikel “Bequem im Filz“, geschrieben mitten im fidelen Ernst-Strasser-Fingerpointing, zeigte auf, wie Korruption bei uns selbst beginnt. Überhaupt ist eine differenzierte, besonnene Sichtweise sein Markenzeichen. Lesenswerte Beispiele finden sich in seiner Reportage aus Syrien während des Konflikts um die Mohammed-Karikaturen, seiner Abrechnung mit dem Freihandelsabkommen TTIP oder immer wieder auch in sehr persönlichen Texten, etwa über Kränkung oder Frustration.

Und natürlich Netzpolitik. Schon 2009 bekam die Netzpolitikerin Eva Lichtenberger meine Stimme. Auch wenn man hierzulande von ihr wenig hörte, ihr Impact hinter den Kulissen war beträchtlich. Eine Suche nach ihrem Namen auf Heise.de vermittelt eine Ahnung davon.

2009 kam Eva Lichtenberger nur knapp ins Parlament, heuer ist es für Michel Reimon ebenso knapp: Die niederösterreichischen Grünen stecken €200.000 in einen Vorzugsstimmenwahlkampf, mit dem sie Madleine Petrovic nach Brüssel entsorgen wollen. Was Michel Reimon auf den dritten Listenplatz verdrängen würde – der vorraussichtlich nicht ins Parlament kommt.

2014 ist Netzpolitik wichtiger denn je, denn dass die technische Infrastruktur für den modernen Überwachungsstaat längst existiert, hat sich auch jenseits von Hackerkreisen rumgesprochen. Reimon ist einer der wenigen politischen Köpfe, die Netzpolitik verstehen, im großen Zusammenhang wie in ihrer Konsequenz für jeden einzelnen von uns, für die Gesellschaft und ihre Kultur.  Darum ist es wichtig, Michel eine Vorzugsstimme zu geben und dafür zu sorgen, dass das alle tun, denen an Netzpolitik gelegen ist.

Als erster Schritt bietet sich ein Beitritt hier an: Ich wähl’ Michel. Wir brauchen schlaue und integre Köpfe wie ihn im Europaparlament.


 

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6 Comments
#476520 josef says on May 13, 2014 at 8:37 am
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Einer der (für mich) wichtigsten Artikel, den Michel Reimon geschrieben hat, ist “Die Hegemonie der Abstiegsangst” http://derstandard.at/1313024413209/Politik-in-Oesterreich-Die-Hegemonie-der-Abstiegsangst

So sehr ich mit der Grünen Partei hadere, so sehr hat mich damit die Person Michel Reimon überzeugt und neben Eva Lichtenberger sicherlich einer der Politiker, die Netzpolitik am glaubwürdigsten vertreten.

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#476529 Helge Fahrnberger says on May 13, 2014 at 1:43 pm
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@Josef: Stimmt! Ein hervorragender Text.

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#476532 c3o says on May 13, 2014 at 5:24 pm
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Heise-Suche als Netzpolitik-Gradmesser ist interessant!
Mai 2009-2014:
Eva Lichtenberger: 15
Martin Ehrenhauser: 10
Weidenholzer: 3

Hältst du eine Vorreihung von Petrovic wirklich für realistisch? Beim 2009er-Ergebnis (aber der 2014er-Vorzugsstimmenregel) hätte sie dazu 25% der Grün-Stimmen in Niederösterreich gebraucht. Realistischer wären vielleicht 20% der Grün-Stimmen in NÖ und ein paar Prozent überall sonst, aber es bleibt ein echt hoher Wert.

Dass Reimon in’s EP muss sind wir uns aber jedenfalls einig :)

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#476533 Helge Fahrnberger says on May 13, 2014 at 5:30 pm
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@c3o: Michel schreibt dazu: “Madeleine hatte 20.000 Vorzugsstimmen im Landtagswahlkampf und wird diesmal (aber bei niedriger Wahlbeteiligung) ca. 15.000 brauchen.” Wenn das stimmt, ist das ein beträchtliches Risiko, zumal sie in NÖ ordentlich Gas geben.

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#476534 c3o says on May 13, 2014 at 5:55 pm
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Tatsächlich, sie hatte ziemlich genau 25% Vorzugsstimmen bei der letzten Landtagswahl (allerdings als Listenerste, und solche kriegen komischerweise scheinbar meistens „automatisch“ extraviele Vorzugsstimmen.)

Ich wünsch uns jedenfalls ein EP mit 2 guten Netzpolitikern, nicht eines mit 0.

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#476691 One Brick says on May 17, 2014 at 8:58 pm
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Eigentlich kurios , wie der Vorzugstimmenwahlkampf von Petrovic den Grünen doppelt nutzt:
Sowohl Petrovic-Fans als auch die, die die bekannte Übung des Weglobens ankotzt, werden mobilisiert.

Ich würde die Grünen ohne die Petrovic-Aktion nicht wählen. Trotz Bauchweh bei ökonomischen Themen wähle ich sie jetzt aber, mit Vorzugstimme Reimon.

Bonne Chance!

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