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Die “Krone” zitiert heute meinen Tweet “Wien ist zu blöd für eine staufreie Mahü. Muss man so hinnehmen.” (Hier die Online-Version.)

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Warum ich glaube, dass Wien (beachte: nicht wie die Krone behauptet “alle Wiener”) zu blöd ist für eine staufreie Mariahilfer Straße (oder fast, falls die Abstimmung doch für die Verkehrsberuhigung ausgeht):

1. Die rot-grüne Stadtregierung setzt eine Abstimmung über eine Fußgängerzone an, die angesichts der baulichen Gestaltung als Autostraße nicht als solche wahr- und angenommen wird. Eine Fuzo, die aussieht wie eine Straße, funktioniert nicht, da sind sich alle Verkehrsexperten einig.

2. Die rot-grüne Stadtregierung stellt, nach Jahrzehnten des mit gelegentlichen Pseudo-Befragungsfarcen unterbrochenen roten Von-oben-herab-Regierens eine tatsächliche Frage zur Abstimmung. Dass sich die von der Stadt beworbene Variante hervorragend als “Denen zeigen wir’s” eignet, ist nahe liegend. Also blöd. (Und zwar das jahrzehntelange Von-oben-herab-Regieren.)

3. Der rote Bürgermeister und die rote Personalvertretung der Wiener Linien schmeißen dem Projekt unterwegs wunderbar Stöckchen zwischen die Beine, etwa die Farce um den 13A, der plötzlich ach-so-gefährlich ist, obwohl von Linz und Graz bis Istanbul Bims und Busse wunderbar in Fuzos passen.

4. Der grüne Bezirksvorsteher des 7. Bezirks wehrt sich eisern gegen die logische Busroute des 13A (oder einer Straßenbahn 13) durch die Neubaugasse, wodurch die Route durch die Fuzo (oder deren verrückte Ausweichroute) erst nötig werden.

5. Die schwarz-blauen Oppositionsparteien sind sowieso gegen alles. Früher die Donauinsel, die Fußgängerzonen dieser Stadt, das Museumsquartier, das Parkpickerl. Egal was Wien heute lebenswert macht, ÖVP und FPÖ waren einst dagegen.

6. Die schwarze Wirtschaftskammer war schon 1980 gegen den Bau der U3, die heute hunderttausende Kunden in die Mahü karrt. Heute ist sie halt gegen die Fuzo.

7. Der Boulevard. Die “Krone” kampagnisierte einst gegen die “trost- und fantasielos angelegte Insel zwischen zwei Donaurinnen”, ein “Milliarden-Dings”. Das uns heute gegen Hochwasser schützt und das wichtigste Naherholungsgebiet der Stadt ist. Heute verwechseln neben “Krone” auch noch “Heute” und “Österreich” Fundamentalopposition mit Journalismus. Siehe auch obigen Artikel: Der Autor folgt mir auf Twitter und ärgert sich über meinen Tweet. Sein gutes Recht. Aber warum sollte diese “Nachricht”, was ein Nobody wie ich twittert oder nicht twittert, hunderttausende Krone-Leser interessieren? Der Autor will seine Meinung unters Volk bringen und tarnt das als “Bericht”. (Er wollte mich offenbar auch ärgern. Wenn jemand meine Meinung in einer Zeitung drucken möchte, ärgert mich das aber nicht. Feel free.)

Blöd sind also nicht die Wiener, sie lassen sich höchstens für blöd verkaufen.


 

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1 Comment
#479387 NCWien says on September 21, 2014 at 2:58 pm
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Es war ein wunderbarer Beschluss für alle Anrainer, die Firmen und Handwerker in Wien die laufend Ihre Arbeit auf der MAHI erldeigen müßen hat jedoch keiner gefragt.

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