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Meine Kolumne im aktuellen UPDATE-Magazin. Und ja, ich genier’ mich eh, dass meine Blogbeiträge hier auf der Startseite fast nur noch aus zweitverwerteten Zeitungsartikeln bestehen. Aber nebenan im Sideblog gibt’s ab und zu was zu lesen und auf Kobuk sowieso.

Manche Unternehmen überlegen, auf einen Internetauftritt zu verzichten und statt dessen voll auf Facebook zu setzen. Selbst das Männermagazin FHM hat seine Website stillgelegt und leitet alle Besucher auf die eigene Facebook-Page um. Sollten Ihre Onlinebudgets 2011 eine ähnliche Schlagseite zugunsten eines einzelnen Anbieters aufweisen, wird Sie diese Anekdote interessieren:

Stellen Sie sich vor, Sie sind Wien Tourismus und betreiben eine Facebook-Page mit ein paar tausend Fans, doch die ist eines Morgens auf 145.000 angewachsen. So geschehen Anfang November, als man sich bei Facebook entschied, die von einer Privatperson geführte Seite „Wien“ mit 128.000 Fans zu löschen und die Fans ungefragt auf die Seite des Tourismusverbandes zu verschieben. Ähnliches geschah mit den 17.000 Fans der Seite „Innsbruck“. Ob davor jemand eine „Beschwerde über Verletzung geistigen Eigentums“ abgegeben hat, ist nicht bekannt.

Natürlich verstießen die Gründer der Stadtseiten gegen Facebook-Regeln, die die Pages-Funktion für Unternehmen vorbehalten – doch wurde die Nutzung für „ideelle“ Zwecke weitgehend geduldet. So hat die privat betriebene Seite „I Love Sleep“ beeindruckende 4 Mio. Fans.

Schön für die Tourismusverbände, mussten die doch bis dahin wie jedes Unternehmen um einen Euro pro Fan in den Reichenweitenaufbau investieren. Das Nachsehen haben in diesem Fall die User. Rechtsanwalt Dr. Ulbricht befasste sich auf Rechtzweinull.de mit dem Fall Innsbruck und hält die Übertragung von Fans und deren Inhalten für „eindeutig rechtswidrig“. Doch durch Facebooks Firmensitz in den USA dürften rechtliche Schritte wenig aussichtsreich sein.

Das Beispiel zeigt, wie groß das betriebswirtschaftlichen Risiko von Investitionen in Facebook-Pages und -Applikationen ist. Immer wieder ändert Facebook einseitig Rahmenbedingungen – wie beispielsweise das Ende der Profil-Features für Facebook-Applikationen – was zu unerwarteten Nachteilen oder Folgekosten führen kann. Das sollte man bedenken, auch wenn man an Facebook als – neben Google – trafficstärkste Website des Landes in keinem Marketingplan vorbeikommen wird.

Foto: (cc) Leo Reynolds


 

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4 Comments
#240173 Alexander Stocker says on November 24, 2010 at 10:06 am
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Lesenswerter Beitrag. Es ist immer besser, die meiste Energie in eine Site zu investieren, die einem gehört ;-)

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#240270 Damokles-Schwert Facebook | Cyclesummit says on November 25, 2010 at 7:44 pm
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[…] ist die Geschichte aus Innsbruck. Und eine ähnliche Geschichte aus Wien. Und hier die rechtliche Betrachtung des Vorgangs. Dieser Beitrag wurde unter Allgemein […]

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#241029 Volker Schaefer says on December 1, 2010 at 7:28 pm
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Jetzt gibt es auch die Möglichkeit auf Facebook Gruppen zu gründen, zu denen man einfach seine Freunde alle hinzufügt.

Damit ist man schon mal ungefragt in einer Gruppe zu einem Thema, zu dem man möglicherweise gar nicht in einer Gruppe sein will.

Natürlich kann man auch gleich wieder aus der Gruppe austreten, aber nur wenn man es gleich bemerkt, weil man ständig im Facebook ist.

Aber dann kann der Gruppeneigentümer auch noch Nachrichten mit einem Klick an alle Gruppenmitglieder senden.

Ist doch ganz klar SPAM, oder?

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#241936 Andreas says on December 7, 2010 at 11:11 pm
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Na mit den Gruppen das gibt es schon länger. Was total nervig ist, dass mit dem Anschreiben aller Gruppenmitglieder.

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