Ohne Worte
February 20, 2010
Via Microsiervos. Ursprung unbekannt.
Kundenservice im Web: Mobilkom hat’s begriffen, T-Mobile nicht
February 12, 2010Johannes Bauer hat in seinem Blog seine schlechten Erfahrungen mit seinem Netzbetreiber A1 dokumentiert. Nachdem das Ganze eine kurze Runde in Twitter machte, antwortete wenige Stunden später der Pressesprecher der Mobilkom per Kommentar: “Bitte melden Sie sich bei mir und wir finden eine Lösung!”
Offenbar kein leeres Versprechen, denn Johannes gab noch am selben Tag Entwarnung:

Umgekehrt ist diese Horrorgeschichte mit T-Mobile in meinem Blog nun bald 4 Jahre gänzlich ohne Reaktion. Stattdessen sammelten sich in den Kommentaren einige weitere Horrorgeschichten.
Und da die Story seit Anfang an bei Google an erster Stelle steht, wenn man nach dem Kundenservice von T-Mobile Österreich sucht – noch vor T-Mobile selbst, findet die Geschichte jeden Tag ihre aufs neue Leser – inzwischen waren es viele tausend.

(Wenn man “Österreich” weglässt, ist der Artikel übrigens an zweiter Stelle.) Wie damals mein Fazit:
Da baut ein Unternehmen mit teuren Printanzeigen, Kino- und TV-Spots und blonden Schönheiten in der Fußgängerzone mühsam an ihrer Marke – und auf Prozessebene und im Customer Care machen sie alles wieder kaputt. Noone cares.
Das dafür konsequent und über Jahre.
Internet-Offensive: Nach 708 Tagen viel heiße Luft
February 9, 2010
Im März 2008 präsentierte unsere Bundesregierung die “Österreichische Internet-Offensive”, einen “nationalen Schulterschluss” um uns “unter den führenden IKT-Nationen zu positionieren”. Artig posierten die Internetausdrucker mit dem Proto-Symbol ihres Offline-Seins, dem USB-Stick.
Bis Herbst 2008 wollte man das Abschlussdokument präsentieren – heute, im Frühjahr 2010, ist es so weit. Gut Ding braucht Weile:
In einem einzigartigen Schulterschluss haben 400 ExpertInnen, rund 170 Unternehmen und Organisationen sowie mehr als 35 Vorstände und Geschäftsführer führender Unternehmen an der Deklaration mitgearbeitet. Zahlreiche Maßnahmenvorschläge wurden eingereicht und in den Arbeitskreisen diskutiert, priorisiert und bewertet. (Quelle)
Na bumm, da 400 Experten zwei Jahre lang nachgedacht, das muss ein Meisterwerk sein. Aus diesem geht hervor, dass die Maßnahmen “bis 4. Juli 2008” erarbeitet wurden. Ich halte fest: Bald zwei Jahre alte Maßnahmen sollen uns jetzt an die Weltspitze katapultieren.
Die “konkreten” Maßnahmen (Liste, Details) sind zum Teil schwammig-unkonkret, zum Teil von Selbstüberschätzung und Realitätsferne getragen (“Qualitätsrichtlinien für Websites herausgeben”) und zum Teil unfreiwillig lustig (“Gesundheit: Werbeverkaufsfahrt für Internet zu den Vereinen und zu den Organisationen, in der die Zielgruppen verkehren”).
Es gibt aber auch ein paar vielversprechende, z.T. sogar konkrete Maßnahmen:
- Jede Schulklasse und jeder Raum einer Bildungseinrichtung soll über einen Beamer, Internetzugang über WLAN und einige PCs verfügen.
- Pflichtgegenstand „e-Didaktik“/„e-Pädagogik“ in der Lehrerausbildung einführen
- Zeitgemäße Medienkompetenz lehren/Unterrichtsgegenstand „Medien“
- Zentrales Gesundheits-Zugangsportal für Bürger (Achtung: Datenschutz!)
- Offener, freier Zugang zu digitalisierten Kulturgütern mit Option zur weiteren Verwertung von Services
- Teil der Rundfunkgebühren für Netzkultur und neue Medien verwenden
- Abstellen auf individuelle Lizenzmodelle für neue Medien und neue Nutzergruppen (semiprofessionelle Anwender, Bildungsbereich) (Ob die schon mal von Creative Commons gehört haben..?)
- Ergebnisse von öffentlich geförderten Projekten als Open-Access-Dokumente veröffentlichen
Vor allem im Bildungsbereich stehen da viele sinnvolle Dinge drin. Andere Bereiche bleiben unklar: Zur Verbesserung der Breitbandversorgung ist nur Nebensächliches wie Informationskampagnen, verbilligte Sozialpakete und Internet-Terminals in Büchereien zu finden. Der einzige Hinweis auf Open Data findet sich in einem wenig konkreten Halbsatz à la “Zugang zu nicht genützten öffentlichen Inhalten”. Und so weiter.
Wie das formulierte Ziel, Österreich “in den nächsten fünf Jahren unter die Top Drei des Network Readiness Index (World Economic Forum) in Europa zu bringen”, erreicht werden soll, bleibt ebenso schleierhaft wie warum das zwei Jahre gedauert hat. Jetzt soll auch noch ein “Kompetenzzentrum Internetgesellschaft” gegründet werden. Ich befürchte, das produziert auch heiße Luft. Das heißt – in zwei Jahren dann.
(Danke an Hans-Peter Lehofer für den Hinweis.)
In einem Wort: Kobuk
February 5, 2010Ab Sommersemester mache ich etwas für mich komplett Neues (und Aufregendes!): ich unterrichte. Ich halte eine Übung am Publizistikinstitut der Uni Wien zum Thema “Online-Journalismus”. Und dabei vor allem das “Online”. Dialog statt Monolog, Auffindbarkeit, Hypertext, Umgang mit Quellen, Umgang mit Multimedia, eventuell noch so Themen wie Liveblogging. Worüber ich mich besonders freue: Luca wird der Tutor der Lehrveranstaltung.
Folgendes habe ich mir überlegt: Wir werden gemeinsam ein Online-Magazin zum Thema Medienkritik schreiben, quasi ein Watchblog. Der Name: Kobuk.at. Kobuk hieß der berühmte Eskimodichter, den am 3. Juli 1951 am Westbahnhof eine Schar Reporter und Fotografen in Empfang nahmen. Im Vorfeld waren in den Wiener Tageszeitungen Notizen über dessen Wienbesuch erschienen. Doch ausstieg – im Pelzmantel – Helmut Qualtinger, der die Zeitungen mit gefakten Einladungen reingelegt hatte. Berühmter Ausspruch auf die Frage eines Reporters, der ihn nicht erkannt hatte, wie ihm Wien gefiele: “Haaß is”. Ganz im Sinne Qualtingers soll Kobuk medienkritisch aber auch unterhaltsam sein. Zusätzlich zu den etwa 25 Studenten wird es noch Gastautoren geben – Lena und Isabella haben schon Interesse angemeldet.
Jetzt brauche ich eure Hilfe: Das Logo, das ich gebastelt habe, ist schlecht. Mag wer ein besseres basteln? Ideal wäre ein Trick, der den Namen leichter merkbar macht, denn Kobuk/Kubok/Kobak ist leicht zu verwechseln. Mir fiel bislang nur ein grafisches Spiel mit K.O. am Anfang oder ein britisches Einfärben von UK am Ende ein – nicht sehr überzeugend..
Hier zwei Entwürfe von mir, beide nicht das Gelbe vom Ei. Beim zweiten habe ich versucht, einen Letterpress-Effekt zu verwenden, der thematisch ganz gut passen würde.


Wer mag?
Übrigens: Es gibt natürlich auch schon eine Facebook-Page.
Update: Mandý Röver hat einen Entwurf gemacht:


