Google this site (~ 2000 pages):

Home
RSS Feed RSS Feed

« Previous: Die Gewinner des Nokia N97 sind.. | Next: Abt Armin versteht die Welt nicht mehr »


playpumps
Photo: (cc) by mediamolecule

Sehr geehrte Frau Möllmann,

entsprechend meiner Email Blogability Policy erlaube ich mir, Ihnen öffentlich zu antworten:

Hinter dem Brunnensystem von Playpumps steht ein kommerzielles Unternehmen, die Technologie selbst ist patentiert und darf daher nicht nachgebaut werden. Wäre hier tatsächlich der Wunsch vorrangig, “die Lebenssituation in Afrika zu verbessern”, wie Sie schreiben, dann wären die Playpumps-Pläne als Open-Source-Technologie bzw. unter Creative Commons freigegeben und veröffentlicht. Geld verdienen kann man damit immer noch, nur eben ohne Monopol.

So wurden aber erst 1200 Playpumps-Brunnen in sehr wenigen Ländern installiert, obwohl die Organisation von Schwergewichten wie der CASE Foundation oder Laura Bush unterstützt wird. Geben Sie der Allgemeinheit die Pläne, dann werden solche Brunnen in ganz Afrika entstehen. Dann werden wir die ersten sein, die in Burkina Faso einen Playpump-Brunnen finanzieren!

Ich habe Verständnis, wenn Patentschutz dafür sorgt, Jahrzehnte dauernde Entwicklungskosten beispielsweise neuer Medikamenten wieder hereinzuspielen. Hier wird jedoch die Verbreitung einer zwar guten, aber simplen (und damit billigen) Idee verhindert.

Mit freundlichen Grüßen,
Helge Fahrnberger

Sehr geehrter Herr Fahrnberger,

um die Lebenssituation in Afrika zu verbessern ist vor allem eines nötig: Wasser. Die Aktion „Wasser sammeln!“ unterstützt die gemeinnützige Organisation PlayPumps dabei, eine flächendeckende Versorgung von sauberem Wasser in Afrika herzustellen. Sie können dabei helfen – und zwar vollkommen kostenlos!

Mit Ihrer Hilfe fließen monatlich 300 Liter Wasser in Afrika. Dies wird ermöglicht durch die innovative Funktionsweise von PlayPumps. Während auf einem Karussell Kinder spielen, wird Wasser aus dem Untergrund in einen 2,500 Liter Behälter gepumpt. Durch diese Funktionsweise ist das System nicht nur äußert effizient und nachhaltig sondern bringt zusätzlich noch Spaß bei dem Betrieb der Pumpe.

Um zu helfen, besuchen Sie einfach die Website http://www.tamundo.de/wassersammeln.html

Wir hoffen, dass Sie sich für dieses Konzept begeistern können und würden uns sehr über Ihre Teilnahme bei diesem Projekt freuen.

Mit freundlichen Grüßen,

Juliane Möllmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tamundo GmbH


 

« Previous: Die Gewinner des Nokia N97 sind.. | Next: Abt Armin versteht die Welt nicht mehr »

6 Comments
Avatar
top

[…] » Playpumps: Too good to be true – ein offener Brief · Helge's Blog http://www.helge.at/2009/08/playpumps-too-good-to-be-true-ein-offener-brief – view page – cached Helge Fahrnberger blogs about social media, politics, life in Vienna or whatever. — From the page […]

bottom
#191723 ritchie says on August 26, 2009 at 4:29 pm
Avatar
top

Ganz deiner Meinung! Dass die sich gar nicht schämen fürs Patentieren…

bottom
#192019 Nico says on August 28, 2009 at 9:08 am
Avatar
top

Sehr schade, dass anscheinend mal wieder das Geld im Vordergrund steht. Es wäre doch mit diesem Projekt sehr einfach, die Lebensqualität von Millionen Menschen zu verbessern.

bottom
#193803 Erik says on September 12, 2009 at 4:04 am
Avatar
top

Wie waers damit ganz frech eigene Playpumps direkt in Afrika herzustellen? Die Patentrechte sind in den meisten Staaten nicht durchsetzbar und die Produktion wuerde ausserdem Arbeitsplaetze schaffen. Warum in der Dritten Welt nach den Regeln der ersten Welt Spielen? War das nicht immer schon eines der Hauptprobleme von Entwicklungshilfe?

bottom
#195701 Thomas Fontanari says on September 28, 2009 at 4:20 am
Avatar
top

Tja, die Afrikahilfe ist, abgesehen von kleinen idealistischen Initiativen, eben ein beinhartes Geschäft.

Einmal abgesehen davon, daß sie nach Jahrzehnten Arbeit und astronomischen Milliardensummen, bereitgestellt von westlichen Steuerzahlern und Spendern, insgesamt offensichtlich unwirksam ist. Oder, wie u.a. auch afrikanische Kritiker bemerken, sogar autoritär-korrupte Strukturen einzementiert und die Selbsthilfe bzw. örtliche Wirtschaft erstickt. Und hier bei uns eine gar nicht so kleine Humanitäts-Industrie alimentiert.

Zum Brunnenbau: Meiner Wahrnehmung nach gibt es zahlreiche Brunnen-NGOs. Praktisch jeder, der da aktiv sein will, hat seinen eigenen Verein und macht die hohle Hand. Teilweise recht dreist und ohne Überprüfbarkeit durch die Förderer.

Da sind mir kleine Initiativen wie die gegenständliche lieber, bei denen schon aufgrund ihrer kleinen Budgets kaum Gefahr des “Versickerns” von Geldern besteht. Wenn es um NGOs geht, dann gilt definitiv: Small is beautiful!

bottom
#195703 Erik says on September 28, 2009 at 4:53 am
Avatar
top

Naja, dass die Staatlichen Entwicklungshilfen voellig eingennuetzige Hilfe fuer die Banken und Grossunternehmen der Geberseite ist, sollte jedem klar sein der das ein bischen mitverfolgt. Warum wuerden sonst Milliarden locker gemacht, wo man im eigenen Land vor Schulden erstickt?

bottom

Sorry, the comment form is closed at this time.

corner