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welcherpreis

Seit ich mich ca. 2003 in einem Projekt mit dem Thema “Cooperative Pricing” auseinander gesetzt habe – das entsprechende Produkt erreichte seine Marktreife nie – halte ich das Thema für unterschätzt. Kurz gesagt geht es darum, die Mitglieder einer Gruppe selbst über den Preis für ein Produkt – zb. gemeinschaftliche Nutzung einer Webapplikation – entscheiden zu lassen.

Der Preis liegt für den Einzelnen dabei zwischen Null und einem überdurchschnittlich hohen Preis, je nach seiner Bereitschaft zu zahlen. Soziale Mechanismen sorgen aber dafür, dass das Produkt unterm Strich bezahlt oder, je nach Modell, auch überzahlt wird. Dass eine Überzahlung nicht unrealistisch ist, wird jeder bestätigen, der auf einer Party schon mal “Gebt mir jeder ein bisschen Geld, ich geh’ Bier holen” gerufen hat.

Meetup.com arbeitet seit 2005 mit einem einfachen kooperativen Preismodell: Der Organisator einer Meetup-Gruppe zahlt die Gebühren und kann sie bei den Mitglieder eintreiben, muss aber nicht.

Jetzt bin ich wieder über ein Beispiel gestoßen: Der Foto-Sharing-Dienst Picurio bietet “Räume” zum Fotos-Anschauen in der Gruppe an. Räume sind am Anfang gratis, dann kann für fünf Dollar um ein Monat verlängert werden. Wer in der Gruppe diese Verlängerung bezahlt ist dabei egal – der Raum verlängert sich für alle.

Simpel aber einleuchtend. Schon Picurio-Konkurrent Flickr ist mit den verschenkbaren Pro-Accounts sehr erfolgreich (vermute ich mal – konnte aber keine Zahlen finden), was ja ähnlich wie kooperative Preismodelle auf soziales Feedback setzt.

Whuffie als Kaufmotivation. Ich vermute, wir werden in Zukunft noch mehr solcher Modelle zu sehen kriegen.

Kennt jemand weitere Beispiele?


 

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12 Comments
#186271 Milo Tesselaar says on July 23, 2009 at 10:16 pm
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ist zwar nicht exakt wa du meinst, aber beim biorama magazin ist es seit anfang an möglich, den preis seiner wahl (in einer staffelung ab € 9, 15, 20, 50, 100, …) zu zahen:http://www.biorama.at/?page_id=949

das führt dazu das die kritsche menge an abos über 9,- zum durschnitt führt (klug, nicht;-)
der durchschnitts-preis macht also den waren preis, und der liegt erfreulicherweise nicht bei 9,- (was nicht wirtschaftlich wäre).

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#186277 Adrian Smith says on July 23, 2009 at 10:48 pm
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“wird jeder bestätigen, der auf einer Party schon mal “Gebt mir jeder ein bisschen Geld, ich geh’ Bier holen” gerufen hat.” – I’ve never experienced this; specifically I have experienced the opposite many times. (E.g. everyone has given me total 200 Euros, but the bill (at a reputable bar where friends of mine work) comes to 400 Euros… Now I always take a few hundred extra Euros to such a party if I host it…)

That’s not to say that model of payment on the web can’t work – I’ve no idea – But it certainly doesn’t work with beer. (At least in my experience.)

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#186308 Chrissi says on July 24, 2009 at 1:18 am
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da fällt mir spontan der deewan ein, ein pakistanisches lokal im 9., wo man nur bezahlt, wenn man will, und soviel man will. (übrigens ein tipp – ist in der regel sehr lecker!)

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#186374 Thomas R. Koll says on July 24, 2009 at 8:49 am
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Die taz hat ein Abo-Modell das auch in Stufen läuft. Nur drei Stufen und irgendwie geht’s sich doch ned ganz aus dass die Mitte getroffen wird. Plus das digitale Abo natürlich.

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#186382 Helge Fahrnberger says on July 24, 2009 at 9:46 am
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Leute, all diese Modelle sind zwar flexible Preismodelle, haben aber mit kooperativem Pricing nix zu tun, da es bei Zweiterem um gemeinsames Bezahlen in der Gruppe geht.

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#186488 Thomas R. Koll says on July 24, 2009 at 11:06 pm
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Bei weewar.com reicht’s wenn ein Pro-Account ein Spiel anlegt damit auch die Free-Account Spieler die Einheiten nutzen können die sie sonst nicht hätten.

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#186890 Simon Reitze says on July 27, 2009 at 12:58 pm
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Es gibt eine leise Bewegung hin zum Cooperative Pricing – über das Prinzip “Pay as you wish” in Restaurants (wie zB. in Berlin die Weinerei und die Schwester-Lokale; im FraRosa zB. isst und trinkt man extrem gut! – http://www.weinerei.com).

Ich glaube, dass wir hier einüben, was später kommt (das Cooperative Pricing). Das Gespräch nach dem Essen über den Pay-as-you-wish-Preis gehört dazu, oder?

Ausserdem scheint mir auch, dass das Pay-as-you-wish-Prinzip sich bereits zu einem Güte-Siegel entwickelt hat: Der Wiener Deewan, Berliner Weinerei u.a. heben sich deutlich positiv ab von anderen Lokalen (für mich).

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#187059 Lupe, der Satire-Blog says on July 28, 2009 at 12:33 pm
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ich tendiere eher richtung “cooperative piercing”, weniger emotional belastet.

spass beiseite, ich finde die idee nicht schlecht, allerdings überzeugt mich die idee der freiwirtschaftler (weiss nicht, ob die noch aktiv sind) mehr. anstatt zu bezahlen, ein leistungsaustausch auf vereinbarterter umrechnungsbasis. ein bäcker backt das brot, der webmaster gestaltet ihm die homepage, der elektriker …

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#188709 helmuth says on August 5, 2009 at 11:30 am
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@ lupe aber das sind ja nur alternative Währungssysteme. Keine Preismodelle, bei denen die Gruppe bezahlt.

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#188801 Andreas Ostheimer says on August 6, 2009 at 12:01 am
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Cooperative Pricing – eine eher philosophische Angelegenheit wenn man die breite Masse betrachtet.
Solange es Shareholder und vornehmlich Unternehmen gibt, die auf Gewinnmaximierung und Wachstum aus sind, wird das eine Randerscheinung bleiben.

Pay-as-you-wish klingt nach “freiwilliger Spende” – eine Sache die einen gewissen Zwang erzeugt und Unwohlsein. Manchmal ist man nicht zum diskutieren, oder verhandeln aufgelegt, möchte sich nicht vor sich selbst und anderen rechtfertigen müssen: da scheint der “normale Preis” oft als bequemer und erwünschter Ausweg.

LG,
Andreas

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#189088 Thomas Schandl says on August 7, 2009 at 2:01 pm
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Zum Stichwort “soziales Feedback” – ich denke die Zahlungsfreudigkeit könnte durch z.B. eine facebook Applikation gesteigert werden, die durch den Zahlungsempfänger bestätigte Statusmeldungen a la “Hans Muster hat sich mit 5 Euro am Bezahlen von X beteiligt” beteiligt.
Vielleicht auch noch in Kombination mit sammelbaren Icons für verschiedene Beträge

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#260088 Simon Reitze says on June 10, 2011 at 9:57 pm
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The GIFT ECONOMY:

http://www.charityfocus.org/blog/view.php?id=9178

Ein Riksha-Chauffeur in Indien paktiziert die “Gift Economy” in seinem eigenen Geschäft.

“Geschenk-Wirtschaft” ist noch viel schöner als “cooperative pricing”!

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