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welcherpreis

Seit ich mich ca. 2003 in einem Projekt mit dem Thema “Cooperative Pricing” auseinander gesetzt habe – das entsprechende Produkt erreichte seine Marktreife nie – halte ich das Thema für unterschätzt. Kurz gesagt geht es darum, die Mitglieder einer Gruppe selbst über den Preis für ein Produkt – zb. gemeinschaftliche Nutzung einer Webapplikation – entscheiden zu lassen.

Der Preis liegt für den Einzelnen dabei zwischen Null und einem überdurchschnittlich hohen Preis, je nach seiner Bereitschaft zu zahlen. Soziale Mechanismen sorgen aber dafür, dass das Produkt unterm Strich bezahlt oder, je nach Modell, auch überzahlt wird. Dass eine Überzahlung nicht unrealistisch ist, wird jeder bestätigen, der auf einer Party schon mal “Gebt mir jeder ein bisschen Geld, ich geh’ Bier holen” gerufen hat.

Meetup.com arbeitet seit 2005 mit einem einfachen kooperativen Preismodell: Der Organisator einer Meetup-Gruppe zahlt die Gebühren und kann sie bei den Mitglieder eintreiben, muss aber nicht.

Jetzt bin ich wieder über ein Beispiel gestoßen: Der Foto-Sharing-Dienst Picurio bietet “Räume” zum Fotos-Anschauen in der Gruppe an. Räume sind am Anfang gratis, dann kann für fünf Dollar um ein Monat verlängert werden. Wer in der Gruppe diese Verlängerung bezahlt ist dabei egal – der Raum verlängert sich für alle.

Simpel aber einleuchtend. Schon Picurio-Konkurrent Flickr ist mit den verschenkbaren Pro-Accounts sehr erfolgreich (vermute ich mal – konnte aber keine Zahlen finden), was ja ähnlich wie kooperative Preismodelle auf soziales Feedback setzt.

Whuffie als Kaufmotivation. Ich vermute, wir werden in Zukunft noch mehr solcher Modelle zu sehen kriegen.

Kennt jemand weitere Beispiele?


Update 30 Juli: Der befragte Presse-Redakteur, Martin Stuhlpfarrer, hat per Email geantwortet. Ich veröffentliche sie mit seiner Erlaubnis unten, eingerückt.

presse

Sehr geehrter Martin Stuhlpfarrer,

in der “Presse am Sonntag” vom vergangenen Wochenende haben Sie den Artikel “Die grüne Facebook-Rebellin” über die Grünen Vorwahlen verfasst, prominent als Aufmacher des Wien-Teiles der Zeitung.

Es finden sich darin einige Ungereimtheiten und eigenartige Annahmen. Darum habe ich ein paar Fragen an Sie – ich würde mich über Antworten freuen:

Es tut mir leid, Herr Stuhlpfarrer, wenn Sie nun ein bisschen den Frust abbekommen, der sich durch die vielen schlecht recherchierten Artikel unter den über 60 Presseberichten, die seit dem ersten April über die Grünen Vorwahlen erschienen sind, bei mir aufgestaut hat. (Verstehen Sie mich nicht falsch, die Presse war den Grünen Vorwahlen sehr gewogen, aber ich ziehe Qualität als Zeitungsleser einfach vor.) Ihr Artikel war auch sicher nicht der schlechteste unter diesen. Vielleicht muss ich nur endlich meine unrealistischen Vorstellungen über Qualitätsjournalismus (“Check, re-check, double-check”) über Bord werfen.

Stuhlpfarrer: Ich habe kein Problem wenn bei mir Frust abgeladen wird; ich habe auch kein Problem mit der Grünen Vorwahl-Bewegung, die ich durchaus als spannende Initiative sehe. Ich frage mich nur, warum in diesem Fall die Innensicht derart stark von der Außensicht abweicht. Und warum ich offensichtlich nicht der einzige bin, der diese(Außen)Sichtweise teilt.

Über eine Antwort würde ich mich dennoch freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
Helge Fahrnberger


copyright

(Illustration (cc) Terry Hart)

Heute bin ich durch Zufall über die Plattform Geistiges Eigentum gestolpert – eine gemeinsame Lobbyplattform des Verbands der Österreichischen Musikindustrie und des Verbands Österreichischer Zeitungen.

Geistiges Eigentum.

Genauso wie “Raubkopie” ein Begriff, der in unseren normalen Sprachgebrauch übergegangen ist – und doch gibt es sowas wie geistiges Eigentum nicht. In der Welt der Ideen und digitalen Produkte wird nicht gestohlen und geraubt, sondern kopiert und dupliziert. Dass dabei Schaden entstehen kann, will ich nicht bestreiten. Dass es einen rechtlichen Rahmen zum Schutz der Rechte eines Urhebers braucht, ebensowenig.

Und doch sind die Auswüchse des Urheberrechts gerade im digitalen Zeitalter zur Bedrohung für Kreativität, Meinungsfreiheit und andere Bürgerrechte geworden. Klingt ziemlich radikal? Der Grund, warum das radikal klingt, liegt am intensiven Lobbying der Verwertungsindustrie, das unser Bild von Urheberrechten geprägt hat – fernab vom “Gemeinwohl”, das diesen Regeln irgendwann mal zugrunde lag. Lobbying wie die Plattform GeistigesEigentum.com.

Hans Rauscher, einer der wichtigsten politischen Kommentatoren des Landes, warf in diesem Interview kürzlich nach meinem Hinweis auf die schwedische Piratenpartei ein: “Aber die nehmen doch geistiges Eigentum weg!”. Genauso wird obige Lobbying-Plattform von vielen gescheiten und honorigen Autoren und Künstlern unterstützt.

Das zeigt, wie sehr dieser Diskurs von Kräften dominiert wird, deren Aufgabe es ist, einen milliardenschweren Markt abzusichern, koste es was es wolle. Ein Gegenpol – von schwedischen Piraten abgesehen – ist kaum zu sehen.

Darum habe ich heute spontan in meinem Wiki eine Seite eingerichtet, auf der etwas entstehen kann, was der Plattform Geistiges Eigentum Paroli bieten könnte – wenn du als politisch Interessierte/r dabei mithilfst. Die nötige Domain OffeneKultur.com gibt es dafür auch schon. Let’s roll.

Sehenswert in dem Kontext:

Teil 2 des Beitrags: Urheber 2.0: Was tun, wenn keiner kauft?


Update: Die Gewinner.

n97

Nokia macht derzeit eine Blogger-Aktion rund um das nagelneue N97, und hat mir und ein paar anderen Bloggern ein Testgerät zur Verfügung gestellt. Hier wird es also bald einen N97-Testbericht (remember: G1) geben – mal schauen, ob es das Zeug zum Iphone-Killer hat. (Disclaimer: Ich muss es nicht zurück geben.)

Ein zweites Gerät darf ich verlosen. Gemeinsam mit den anderen Bloggern (Meral, Ritchie, Luca und Helmut) gibt es fünf Stück zu gewinnen. Die Geräte sind entsperrt, dh. mit jeder Simkarte verwendbar.

Wir wollen die Handys jemandem geben, der sie testet und danach auch darüber schreibt, darum haben wir uns diese Regeln ausgedacht:

Extrabonus: Einige von uns (ich nicht..;-) werden auf Twitter (Accounts: Digitalks, Luca, datadirt, muesli, mobilitylounge) einige Quiz-Fragen verschicken. Wer eine Frage am schnellsten richtig beantwortet, erhält jeweils ein Zusatzlos.

Die genauen Teilnahmebedingungen stehen bei Ritchie, der sich die auch ausgeheckt hat.

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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