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Heute werde ich im Standard zum Kopf des Tages geadelt. Nicht dass das nicht auch das Ego streichelt, aber der Sache wird es nicht gerecht. Der Kopf des Tages sind in Wirklichkeit eine ganze Menge Köpfe: Das sind vor allem Jana Herwig, Martin Schimak und Michael Schuster, die schon zu einer Zeit dabei waren, als wir noch geglaubt haben, wir müssten zuerst ein “Manifest für eine neue Politik” verfassen, und die Vorwahlen in mühsamer Arbeit aus der Taufe gehoben haben. Kurz nach Start sind dann noch Max Kossatz und Nicky und Gerald Bäck zum Organisationsteam gestoßen und haben ganz wesentlich zum Erfolg beigetragen. Dazu gab es noch sehr viele Leute, die Sachen organisiert haben, im Freundeskreis Vorwähler-Registrierungen gesammelt haben oder mitgedacht und -diskutiert oder einfach nur einen Antrag abgeschickt haben. Danke!

Die Medien haben mich zu Beginn als “Face” der Initiative ausgesucht, vermutlich weil ich das bekannteste Blog der drei Initiatoren hatte und – dem Alfabet sei dank – in deren Aufzählung an erster Stelle stand. Dass sich Ideen besser vertreten und bekannt machen lassen, wenn man eine Person mit ihnen verbindet, kann man gut finden oder nicht – aber schwerlich bestreiten. Genau dieses Thema ist bei den Grünen sehr heikel – mehr als jede andere Partei haben sie ein gespaltenes Verhältnis zu starken Einzelpersonen (Stichwort “Silberrücken”), und wollen lieber als Kollektiv wahrgenommen werden. Ein ganz wesentlicher Grund, warum es die Grünen Vorwahlen grünintern so schwer hatten – zielen diese doch auf einen Wettkampf der besten Köpfe um einen Platz auf der Kandidatenliste ab. Das wäre irgendwann einen eigenen Blog-Beitrag wert.

Wieviel konstruktive Diskussion die Grünen Vorwahlen parteiintern ausgelöst haben, zeigt dieses bemerkenswerte Interview mit Klubobfrau Maria Vassilakou (die wie viele andere Abgeordnete am liebsten alle Vorwähler aufgenommen hätte):

In diesem Sinne: Die Grünen Vorwahlen leben. Das gilt besonders auch für Abgelehnte: Ihr seid trotzdem Vorwähler! Lasst euch nicht entmutigen, ihr wurdet nicht von den Grünen abgelehnt, sondern nur von ein paar Bremsern. Keiner kann euch verbieten, bei den Vorwahlen – als Mitdenkende und -diskutierende – trotzdem dabei zu sein. Meinungsbildend!

PS. Das Standard-Portrait liest sich nicht nur, als hätte es ein ehemaliger Mitschüler aus der Parallelklasse geschrieben, der mich nur aus dem Flurfunk kennt (kein Wunder, weil es auch so ist. Nix für ungut, Gerald ;-), sondern enthält auch ein paar Fehler: Ich war nicht Mitbetreiber von uboot.com sondern dort nur angestellt. Auch war mir das Lehrplan-Einhalten meines Turnlehrers egal – ich bin nur nicht hingegangen, weil ich keine Lust auf Fußball hatte (wär’ heute auch anders).


 

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13 Comments
#178824 Ulrich says on June 18, 2009 at 4:39 pm
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Vassilakou: “An alle die ein ‘leider Nein’ als Unterstützer erhalten haben: werded Mitglied!”

Der Vorschlag is schon ein bisserl pervers, oder?

************************

Von meiner Seite ein großes DANKE an Helge (der wortwörtlich seinen kopf hinhalten durfte) und die anderen Initiatoren.

Das war mit Abstand das spannendste demokratiepolitische Projekt der letzten Jahre.

Es war mir eine Freude dabeizusein.

Ich bin schon gespannt wie’s weitergeht!

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#178830 Helge Fahrnberger says on June 18, 2009 at 4:55 pm
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@Ulrich: Der Vorschlag ist nicht pervers, wenn man beachtet, dass sie gegen die Entscheidung des Vorstands ist. Sie zeigt einen Weg auf, wie man sich wehrt und trotzdem mitmachen kann.

Dass das nicht jedermanns Sache ist, verstehe ich aber.

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#178862 Martin Staudinger | Werbeplanung.at says on June 18, 2009 at 7:40 pm
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Habe mich heute früh sehr gefreut, dass Helge zum Kopf des Tages geadelt wurde. Nachdem ich fast 3 Jahre mit Helge bei uboot sehr, sehr intensiv zusammengearbeitet habe, kann ich nur sagen ein perfektes Porträt! :-)))

ps: Link zum Standard-Porträt: http://derstandard.at/fs/1244460861330/Kopf-des-Tages-Ein-Blogger-gegen-gruene-Blockierer

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#178955 Grüne Konter says on June 19, 2009 at 9:52 am
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enjoy your 15 minutes of fame;-(

http://en.wikipedia.org/wiki/15_minutes_of_fame

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#178956 Grüne Konter says on June 19, 2009 at 10:00 am
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“Maria Vassilakou (die wie viele andere Abgeordnete am liebsten alle Vorwähler aufgenommen hätte):”

Das Interview wurde in Grinzing nach einem Heurigenbesuch aufgenommen.
Es floss Alkohol.
Für das, dass sie besoffen ist, spricht sich noch lupenreine, schöne,in sich geschlossene Sätze.

Meine Vermutung: eine dominante Punktmutation im 3. Codon des Alcolingo-4- Gens ermöglicht das.

Lass dich einmal untersuchen Maria.

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#178965 schimi says on June 19, 2009 at 11:22 am
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@Grüne Vorwahlen: Erstmal auch von meiner Seite ein nochmaliges, herzliches Dankeschön an alle Mit-Initiatoren, für Idee, Kraft, Engagement und Zeit. Am 3. April hab ich auf meinem Blog zum ersten Mal über die Grünen Vorwahlen geschrieben, unter dem Titel “Es bewegt sich was”. Und ich sehe es nach wie vor so: Egal ob manche nun schon einen Misserfolg orten wollen: Hauptsache, es bewegt sich was.

@Grüne Konter: absolut entbehrlich.

Nun geht es weiter. Am Montag, Dienstag ist hier in Helge´s Blog noch heftig diskutiert worden, wie es weitergehen kann. Meiner Interpretation nach, ging es da vor allem noch um die Frage, wie mit den abgelehnten Anträgen weiter verfahren werden soll. Es gab dazu auch eine Reihe konkreter Vorschläge. Nun les ich hier, vor allem aber auch bei Michael Schuster, den Wunsch heraus, dieses Thema abzuschließen, und nicht weiter für einzelne Aufnahmen zu kämpfen. Daher meine Frage: Interpretiere ich das richtig?

Ich würde diesen Wunsch auch absolut verstehen, denn schließlich geht es am Ende allen Grünen Vorwählern darum, endlich den wirklich spannenden Teil in Angriff zu nehmen, die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Grünen Kanditaten. Dafür ist es auch durchaus wichtig, diese “Kontroversen” bezüglich Aufnahmen endlich zu beenden, und konstruktiv weiter zu machen.

Nichts desto trotz möchte ich sagen, dass ich persönlich (als einer der Aufgenommenen) mich damit nicht ganz wohl fühle, weil es mir eben ein bisschen wie ein Argument der “Aufgenommenen” vorkommt, als “Nicht-Aufgenommener” würde ich das wahrscheinlich schon wesentlich enttäuschter sehen.
Vor allem gebe ich zu bedenken, dass ich das Gefühl habe, dass gerade jene Leute, die hier im Netz viel bloggen und kommentieren mehrheitlich unter den Aufgenommenen sind (weil die Grünen bei diesen vermutlich mehr das Gefühl des “Teilhaben-Wollens” hatten – für mich kein stichhaltiges Argument, aber die genauen Kriterien kenne ich ja nach wie vor nicht). Was ich damit sagen will ist: wir laufen glauben ich schon Gefahr, gerade jene Menschen im kommenden Diskussionprozess zu verlieren, die im Internet vielleicht nicht so “zuhause” sind. Damit will ich nicht das alte Argument aufwärmen, die Grünen Vorwahlen würden nur im Netz stattfinden. Natürlich nicht. Aber es geht um eine Tendenz. Und nur zu sagen, “ihr seid weiterhin herzlich willkommen, beteiligt euch an den Diskussionen” ist in der jetzigen Situation vielleicht zu wenig Anreiz. Nicht falsch verstehen, ich finde diese Einladung super, und unterschreibe sie zu 100%. Aber sie erinnert doch auch ein wenig an die Einladung der Grünen zum Konvent: Redet ruhig mit, aber mitbestimmen dürft ihr am Ende halt nicht.

Für diese Abgelehnten möchte ich hier daher meine Stimme erheben: Sollten wir wirklich aufhören, uns um weitere Aufnahmen zu bemühen? Sollten wir darüber hinaus nicht darüber nachdenken, wie wir im Sinne eines “Vorlebens von partizipativer Demokratie” diese Leute noch enger an die Grünen Vorwahlen und damit an die Grünen binden könnten? Ich persönlich könnte mir z.B. durchaus vorstellen, meine Stimme “Wahlmänner”-Artig anzubieten. Das würde zwar an den Stimmanzahlen bei den Wahlen konkret nichts verändern, könnte aber doch einen Anreiz bieten sich verstärkt weiter am Prozess zu beteiligen. Das ist jetzt natürlich nur eine schnell dahin gesagte und unausgereifte Idee (Wahlgeheimnis etc.) Und ich bitte jetzt auch alle Grünen nicht gleich wieder aufzuschreien, dass ich meine Verantwortung als Unterstützer nicht ernst nehme, und Stimmen am Jahrmarkt verscherbeln will. Auch will ich nicht den Eindruck mancher verstärken, es ginge “nur” um eine Wahl und sonst nichts. Im Gegenteil, alles was ich damit zum Ausdruck bringen will ist eigentlich: Sollten wir nicht trotzdem noch weiter darüber diskutieren, wie man gewisse Dinge besser machen kann? Wie man Menschen besser integrieren kann, die von einer Wahl ausgeschlossen wurden? Da gibt es doch sicher noch andere, bessere Ideen…

Das ist nur meine bescheidene, persönliche Meinung. Wie seht ihr das?

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#178980 Ulrich says on June 19, 2009 at 2:21 pm
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@schimi:

“Nun les ich hier, vor allem aber auch bei Michael Schuster, den Wunsch heraus, dieses Thema abzuschließen, und nicht weiter für einzelne Aufnahmen zu kämpfen.”

Als ich das gelesen habe dachte ich mir: “Na wusch – die Stimmung kippt da ja ganz schön flott! Gestern Friedensgericht – heute Schwamm drüber.”

Ich glaube, dass der Ball bei den Grünen liegt: die Ablehnungen waren intransparent und zufallsgesteuert, die Begründung kein Ruhmesblatt, das ist denke ich evident. Bei den “Opfern” der Willkür des LV bleibt ein übler Nachgeschmack zurück, keine Frage. Diese Beziehung wieder zu kitten liegt an den Grünen Wien, zu denen mittlerweile ja auch eine ansehnliche Gruppe Vorwähler gehört.

Als Abgelehnter sehe ich die Sache so: Der Weg war schon das halbe Ziel und das ist schon ein gutes Ergebnis.
Im optimalen Fall gibt es vom neugewählten LV ein Angebot an den Rest der Vorwähler (damit meine ich nicht der Konvent im Oktober).

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#178981 adi says on June 19, 2009 at 3:11 pm
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Und wenn man Mitglied wird, entscheidet nicht der Landesvorstand, sondern ein anderes Gremium?

der Bundesvorstand vielleicht?

sitzt das auch der Korbei drinnen?

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#179829 Sebastian says on June 24, 2009 at 5:41 pm
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Ich finde den Standard Artikel NICHT in Ordnung.

Weil Helges Vater Funktionär der FPÖ war, tendierte er erst ins rechte Lager?

Ich würde an Helges stelle, eine Klage wegen Rufschädigung gegen den Autor einbringen!

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#179891 Martin Konzett says on June 25, 2009 at 1:31 am
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AWESOME!

i pay u a beer and you tell me which one to bribe :-p

keep going! greetings out of Doha … MK

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#180681 a.m. says on June 29, 2009 at 11:33 pm
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Mich würde interessieren, wann ich meine Ablehnung oder Zustimmung erhalte.

Hast du da eine Ahnung, wie lange das noch dauert?
Oder kannst du beim neu gewählten Vorstand mal nachfragen.

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#180682 Helge Fahrnberger says on June 29, 2009 at 11:37 pm
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@a.m.: Keine Ahnung, das würde mich auch interessieren. Bitte selbst nachfragen! Am besten bei Landes-GF Robert Korbei: robert.korbei@gruene.at

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#180966 Sebastian says on June 30, 2009 at 10:59 pm
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@ Helge
Ich habe die Bestätigung meiner Aufnahme als UnterstützerIn am 24.6.2009 per Email erhalten. Vorab am 9.6. wurde ich aufgefordert, mein Willen zur Beteiligung an der politischen Arbeit der Grünen darzulegen, weil Sie selbiges nicht aus meinem Ansuchen über eure Vorwahlen herauslesen konnten.

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