Kürzlich hatte ich einen Traum, in dem über die Grünen Vorwahlen Headlines gedruckt wurden wie: “Grüne experimentieren mit neuen Partizipationsformen”, “Vorwahlen-Experiment aus dem Web mobilisiert Nichtwähler” und “Grüne mit Beteiligungsmodell erfolgreich – Politik wieder in?”. Doch 200 Blogposts und etwa 35 Zeitungs- und TV-Berichte nach Start unseres kleinen Demokratieexperiments schaut die echte Welt leider anders aus.

Gestern abend tagte der Landesvorstand der Wiener Grünen, um endgültig darüber zu entscheiden, ob die Hundertschaften von Grünsympathisanten, die sich in den letzten Monaten als Vorwähler gemeldet haben, als Unterstützer der Grünen a) aufgenommen, b) abgelehnt oder c) erst nach Beantwortung einer Rückfrage nach Mitarbeitsbereitschaft aufgenommen werden. Die ersten Ablehnungsschreiben werden heute verschickt. Verrückt: Immerhin sind in den vergangenen Jahren nie Unterstützer abgelehnt worden (außer in Ausnahmefällen wie der Mitgliedschaft in einer anderen Partei) und mussten sich auch keiner Befragung nach Mitarbeitsbereitschaft unterziehen.
Im Vorstand sitzen ganz offensichtlich Menschen, denen die Erweiterung der Basis und Öffnung der Partei ein Grauen ist. Sie fürchten, dass dadurch irgendwelche Selbstdarsteller – das Voggenhuber-Gespenst geht um – Aufwind gewinnen und das “Kollektiv” an Einfluss verliert. Andere wie beispielsweise Stadtrat David Ellensohn haben Angst, wir Grünwähler könnten nicht so links sein wie die Funktionärsbasis und die Linken damit ihres Einflusses berauben. Zitat Ellensohn: “Derzeit sind die Grünen eher links als liberal. Das ist ein Versuch gegenzusteuern.”
Jetzt liegt sie vor, die unsägliche Vorstandsentscheidung, die ich nie für möglich gehalten hätte: Die Grünen lehnen die Anträge auf Unterstützerschaft von Dutzenden Grünsympathisanten ab, ohne mehr über sie zu wissen als ihren Namen – und damit in klarem Kontrast zum langjährigen Vorgehen. Zudem stehen diese Ablehungen in klarem Widerspruch zum Statut der Partei, in dem es heißt:
Wer der Landespartei gegenüber erklärt, dass sie/er sich mit den Grundsätzen und dem Programm der Grünen einverstanden erklärt und bei der Partei mitarbeiten und mitentscheiden will, ohne Parteimitglied zu sein, erwirbt mit Aufnahme durch den Landesvorstand den Status einer Unterstützerin/eines Unterstützers. (§ 5.7.1 )
Die Ablehnung der Bewerber erfolgt nun aber mit der Begründung – siehe diese Videos – der “Wunsch mitzuarbeiten” sei aus den Anträgen nicht hervorgegangen, obwohl alle Vorwähler wörtlich folgenden Satz unterschrieben haben: “Ich möchte bei der Partei mitarbeiten und mitentscheiden und bin nicht Mitglied einer anderen Partei.”
Wie kommt nun der Landesvorstand trotzdem zur Ansicht, ein Wunsch mitzuarbeiten läge nicht vor? Diese Frage stellte auch die Grüne Bezirksrätin Gerda Medek an Vorstandsmitglied Markus Rathmayr:
Wie kommst Du/kommt Ihr zu den Schluss, dass manche Leute gar nichts von Euch wissen wollen, obwohl Du/Ihr ihre Anträge vor Dir hast?
Markus Rathmayr antwortet und outet dabei das Ankreuzen der Option “Ich bitte darum, meine Adresse nicht für Massenzusendungen zu verwenden – ich informiere mich online selbst” als Grund:
von den selbst gestrickten anmeldeformularen. wenn mir jemand sagt ich such mir die infos schon selbst zusammen und will von euch nix bekommen, dann ist das wohl eindeutig, oder?
Das bleibt also nach dem ganzen Geschwurbel rund um die Ablehnungskriterien als Essenz über. Und das obwohl auch auf dem offiziellen Parteiformular steht: “Ich möchte via E-Mail über aktuelle Veranstaltungen und Termine der Grünen Wien informiert werden (Zutreffendes bitte ankreuzen): ❑ ja ❑ nein”
Aber warum das Ganze? Warum will man unbedingt Leute ablehnen, selbst um den Preis, dafür Begründungen an den Haaren herbeiziehen zu müssen? Dafür habe ich nur eine Erklärung: Die Grünen wollen die Vorwähler am 15. November zahlenmäßig so “klein” halten, dass sie bestehende Machtverhältnisse nicht gefährden. Landesgeschäftsführer Robert Korbei bestätigt in diesem Video, dass sich die Debatte genau darum drehte:
Es ist natürlich immer um die Quantitätsgeschichte gegangen. Die Debatte war tatsächlich, wieviel Einfluss nimmt sowas bei der Landesversammlung am 15. November.
(Wer sich für den Kontext der Aussage interessiert, schaue sich die Vollversion an.)
Ich fasse zusammen: In krassem Kontrast zur langjährigen Vorgangsweise werden neue Hürden eingeführt und auch Leute ohne jede Rückfrage abgelehnt, um den Einluss der Grünwähler auf die Listenerstellung möglichst gering zu halten (my words, not theirs) – unter Zur-Hilfe-Nahme fadenscheiniger Begründungen. Das passt ja ganz gut zu einer weiteren Statutenbestimmung, in der es heißt:
Die Grünen streben die Beteiligung der Bevölkerung an politischen Planungs- und Entscheidungsprozessen an. (§ 2.1 )
Ein “Streben” habe ich festgestellt, aber es war mehr das Steben nach der Verhinderung einer solchen Beteiligung.
Ich muss ehrlich sein, ich war drauf und dran, meine eigene Unterstützerschaft (ich wurde inzwischen angenommen) zurückzulegen und das Projekt Grüne Vorwahlen als gescheitert zu betrachten. Was allerdings dagegen spricht, ist, dass diese Vorstandsentscheidung illegitim und vor allem statutenwidrig ist – dem muss man sich nicht unbedingt beugen. Am kommenden Sonntag ist zudem Landesversammlung, auf der ein neuer Vorstand gewählt wird. (Oh welch Zufall, dass der scheidende Vorstand nach zweieinhalb Monaten des Wie-das-Kaninchen-vor-der-Schlange-Hockens in der letzten Sekunde vollendete Tatsachen schafft.)
Wie wird der neue Vorstand mit Anträgen umgehen? Was wenn alle abgelehnten Vorwähler dem neuen Vorstand einen neuen Antrag schicken? Wenn das nichts hilft, gibt es noch immer die Möglichkeit, dass jemand die Entscheidungen des Vorstands schlichtweg beeinsprucht. Meines Wissens kann das Partei-Friedensgericht alle Vorstandsentscheidungen aufheben. So himmelschreiend statutenwidrig wie die sind besteht da jede Menge Hoffnung.
Umgekehrt ist es für mich derzeit schwer vorstellbar, Unterstützer und Wähler einer Partei zu bleiben, die ihre eigenen Statuten aus Gründen des puren Machterhalts Einzelner so missbraucht, und, was schwerer wiegt, die ihren eigenen Wählern mit Ablehnung, ja mit Hass (habe ich mal hier skizziert) begegnet. Der Slogan der Vorwahlen war von Anfang an “Die Grünen brauchen Veränderung”. Wenn ich gewusst hätte, wie sehr..!
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. In den Statuten steht immerhin:
Ziel der Grünen ist die Zusammenführung aller grün und/oder alternativ denkenden Menschen in Wien. Dabei sind Toleranz und Pluralismus oberste Kriterien. (§ 2.4)
Was denkt ihr? Dürfen wir die Grüne Bewegung einzelnen Betonierern überlassen? Wird das noch was?
Update: Zu köstlich, von Heinz:




Ich fordere Transparenz darüber, wer oder zumindest wieviele abgelehnt wurden und warum. Ansonsten werde ich Schritte setzen. Und wenn mir das was die Transparenz liefert nicht gefällt, dann ebenfalls.
Das Aufgeben meiner Unterstützung ist eine Möglichkeit, ich kann aber auch deutlich unbequemer werden.
Fuer mich reihen sie die beschriebenen Ereignisse in die Reihe die zeigt, dass die Gruene Alternative auch keine Alternative mehr ist, sondern mittlerweile auch schon eine klassische Partei, die aber im unterschied zu anderen gerne zumindest den Anschein einer Buergerbeteiligung wahren wuerde. (im Gegensatz zur OeVP die Vorzugsstimmen ignoriert.) Was wird wohl vom Vorstand gesagt werden wenn es dereinst wirklich zu Verschiebungen zu ungusten der vom Vorstand praeferierten Kandidaten kommen wird? Werden dann gruene Vorwaehler endgueltig als boese erkannt werden? womoeglich als “liberal statt links” gebranntmarkt?
@Helge: Ich fuerchte das bleibt ein Traum …
In Wirklichklichkeit ist es schon lange zu spaet. Waere das nicht ein grossartiger Kontrapunkt zu den missglueckten (weil im Streit endenden) internen Wahlen der EU-Parlamentskandidaten gewesen?
go helge go!
Erstens: Wie wärs, wenn wir genaue Zahlen zu den Ablehnungen sammeln? Wir fordern einfach auf, Ablehnungen an uns bekannt zu geben. Das könnten wir ja auch mit einem Couter auf die Startseite packen.
Zweitens: Sobald der neue Vorstand im Amt ist, können wir, falls sich was am Personal geändert hat, den Vorstand bitten, die Ablehnungen zu überdenken.
Drittens: Ich werd am 15. November meine Konsequenzen ziehen und den Betonierern meine Stimme verweigern. ;)
[...] Ein nicht unübliches Blog mit nicht unüblichen Kommentaren rund um Grüne Vorwahlen hat Helge Fahrnberger [...]
Das ist ja echt zum Schreien. Die Grünen suhlen sich in Selbstdestruktion.
Die zentrale Frage: Ist es denkbar den Laden von innen zu reformieren?
Oder aufgeben und angesichts der nächsten Wahl auf akute “Legenot” vorbereiten?
Wie schaut’s eigentlich für die aus, die zusätzlich zum Unterstützer-Antrag noch eine Erklärung abgegeben haben, wie meine Wenigkeit und Thomas Lohninger?
Wenn wir eine Ablehnung kriegen, wäre das eigentlich völlig unverständlich…
Abgesehen davon, dass alle Ablehnungen absurd sind…
Ich bin jedenfalls dafür, beim neuen Vorstand noch einen Anlauf zu wagen und auch das Partei-Friedensgericht anzustrengen.
Es geht mE gar nicht darum, ob wir uns zurückziehen oder nicht… es geht darum, wollen wir den Grünen helfen oder nicht bzw. wollen wir Veränderung?
Da wir diese Frage unisono mit Ja beantworten sollten, ist klar, dass wir um unseren Unterstützer-Status kämpfen müssen, um überhaupt eine veränderung erwirken zu können… Das ist eine Frage der Konsequenz, völlig egal, welche Hürden man uns in den Weg legt!
Gespannt auf eine Antwort der Grünen wartend
Philipp
Den Robert Korbei, “der Mann mit dem Durchblick”, durschau’ ich nimmer.
“Helge lässt sich benützen…” – als ob es nicht eben dieses alles überlagende paranoisch-verschwörungstheoretische parteinterne Gezänk wäre, das die Vorwahleninitiative auf den Plan gerufen hat.
Der Rest: Diktion zwischen Rat der Weisen und Himmlischer Frieden – hat direkt fernöstlichen Touch.
1) Ich halte die Idee mit der Statistik über das Aufnahmeverhalten des Landesvorstands im Sinne der Transparenz für richtig: neben den Zähler mit den Anträgen gehört auch einer mit den angenommenen Unterstützern. Vielleicht kann auch jeder seine Begründung aus dem Ablehnungsschreiben anhängen.
2) Der neue Landesvostand soll die Möglichkeit haben, die Sache wieder geradezubiegen
3) das mit dem Friedensgericht halte ich für übertrieben (abgesehen davon haben Parteifremde wohl keine Möglichkeit dieses anzurufen)
4) Wenn aus der “Reform von Innen” nichts wird: “Plattform für Partizipative Politik – Die Grünen 2.0″ sammelt schon mal 50 Unterschriften pro Bezirk.
Ich sags hier nochmal auch wenn meine Grundstimmung vielleicht zu negativ ist:
Die Grünen sind zu dem Klischee geworden dass ihnen rechte Parteien seit Jahren vorwerfen.
Scheinbar versteht sich die Partei nicht mehr als Vertreter von Ideen und Wählern sondern als Zusammenschluss von Berufspolitikern.
Stichwort: “mit uns, für uns” und nicht mehr “für die selbe Sache”.
Meiner Meinung nach muss diese aktuelle Partei erst komplett zerbrechen, damit wieder die Dynamik ihrer ersten Jahre Einzug halten kann.
Nicht falsch verstehen bitte: ich halte die Grünen Vorwahlen nicht für die ultimative Lösung, sondern bestenfalls für einen guten Ansatz. Es ist aber sinnbildlich und erschreckend für die ganze Partei wie mit diesem guten Ansatz umgegangen wird.
lg andi
Lieber Helge.
Ich würde nach dieser Farce schon lieber eine neue Partei – gegründet aus den grünen Vorwählern – begrüßen.
Die Systemtheorie behält recht: Ein System will sich nicht verändern und kämpft gegen Einflüssen von Außen, die eben das versuchen.
Es war ein tolles Experiment, ein großartiger Gedanke – aber die Realität holt uns ein. Die Weitsicht der Grünen ist in meinem Augen so groß wie Straches Migrantenliebe.
Die Spitze des Eisbergs: Mama Glawischnig schweigt und schweigt und schweigt. Leadership weder in Wien noch auf Bundesebene zu sehen.
PS: Meinen Antrag ziehe ich zurück. Obwohl ich eh nicht davon ausgehe, eine positive Antwort zu bekommen. Ich habe keine Lust eine derartigen Haufen zu fördern oder gegen diese Umstände zu kämpfen. Da ist die Energieeffizienz einfach zu schlecht.
@Hannes: Auch wenn dich das jetzt vielleicht enttäuscht, aber eine Partei zu gründen, ist für mich persönlich dann doch zuviel des politischen Engagements.. ;-)
“Es geht mE gar nicht darum, ob wir uns zurückziehen oder nicht… es geht darum, wollen wir den Grünen helfen oder nicht bzw. wollen wir Veränderung?
Da wir diese Frage unisono mit Ja beantworten sollten, ist klar, dass wir um unseren Unterstützer-Status kämpfen müssen, um überhaupt eine veränderung erwirken zu können… Das ist eine Frage der Konsequenz, völlig egal, welche Hürden man uns in den Weg legt!” (Philipp)
Möchte das hier ausdrücklich unterschreiben.
& ich hoffe, dass sich die Zusammensetzung des Landesvorstand – auch oder gerade wegen des Verhaltens in Bezug auf die Grünen Vorwahlen (egal, ob jetzt positiv oder negativ) – ändert.
@Hannes eine eigene Partei zu gründen ist genau der Mindset der dazu führt, dass wir dann in 10 Jahren niemand anderen/neuen in der Partei wollen ;)
heute vielleicht noch, helge :-)
Ich halte fest: Vier Stimmen für “Kämpfen”, drei für “Aufgeben”.
@Hannes: Ich finde Idee eine Partei zu gründen sehr verlockend! Nur wer machts, wer werden die Gründer sein, Basis hätten wir ja ;-)
Okay, also hatten Philipp und ich recht was unseren Brief angeht. mal schaun was es bringt.
Ich bin entschieden für Aktionismus! Wie wärs wenn die Unterstützer mal VOR DEN GRÜNENE DEMONSTRIEREN! Das hätte doch eine lustige Ironie, oder nicht?
Wobei das schon ein sehr hoffnungsloses Zeichen wäre, die Menge die um einlass schreit.
Die fehlender Transparenz bei dem ganzen Prozess ist wahrscheinlich beabsichtigt um ein direktes und adäquates Handeln der Masse zu verhindern…. wieso kommt mir das alles so bekannt vor?
Ich bin auch für weiterkämpfen! Aber irgendwie kommt es mir so vor als wären wir eine Gruppe von Don Quijotes.
Das ganze erinnert mich an einen Bekannten und seinen fiktiven Versuch die FPÖ von innen heraus verändern zu wollen, weg von der rechten und autoritären Partei zu einer liberalen Alternative in Österreichs Parteienlandschaft. Die Unterschiede: Er war von sich selbst so überzeugt, dass er das allein schaffen wollte – mit viel Überredungskunst. Und meines Wissens hat die FPÖ kein solches Statut, doch hat Norbert Hofer noch am Sonntag in der Pressestunde (in Richtung zur FPÖ abgewanderte SPÖ-Wähler) gemeint, dass ihm jede Unterstützung recht sei.
Was ich damit sagen will?
Ich will keine grünen Äpfel mit faulen, braunen Birnen vergleichen, ich will nur sagen, dass er sein Vorhaben abgebrochen hat, bevor er es gestartet hat, wegen mangelnder Erfolgschancen. Doch die Grünen haben mit ihrem Statut die Hoffnung geweckt, Partizipation zuzulassen. Aber warum versucht man eigentlich die Partei zu verändern bzw. ohne Mitglied zu sein mitzubestimmen, mit der man ohnehin sympathisiert? Warum nicht das andere Ende des politischen Spektrums verändern? Das kostet bestimmt mehr Anstrengung, ist annähernd erfolglos, aber angesichts der Vergrämung von Wählern und der negativen Reputation für die Partei doch ein Versuch wert um die “Psychohygiene” in der österreichischen Parteienlandschaft voranzutreiben. Außerdem würde das der paranoiden Haltung einiger Menschen entgegenkommen, die eine Unterwanderung der eigenen Partei befürchten. Und Spaß machen würde es der unbeteiligten aber interessierten Öffentlichkeit auch sicher viel mehr.
Zuerst einmal Danke für den Statusbericht, Helge …. und dann einige Fragen:
Was bedeutet das nun für die Vielen, die sich hier engagiert haben? Was werden sie tun bei den nächsten Wahlen?
Für mich ist diese Frage zentral, denn es bleiben ja kaum Alternativen, wenn man politisch mitwirken will. Aus den Kommentaren höre ich schon heraus, dass einige “abrechnen” wollen. Nun stellt sich die ewige Frage, wie schon bei vielen anderen Wahlen zuvor: Wie rechnen wir mit denen ab, die uns noch am nächsten sind, ohne die zu unterstützen, die am weitesten entfernt von uns sind.
Haben die “Grünen Vorwahlen” eine einseitige Zielgruppe gehabt?
wenn ich das nicht völlig falsch einschätze, dann wurde hier hauptsächlich online für die Zielgruppe geworben. Die neuen UnterstützerInnen für die Grünen rekrutieren sich also nur aus einem Teil der Bevölkerung. Damit verbunden ist auch die Konsequenz für die Wahlwerbenden bei den Vorwahlen: um stimmen von diesen neuen Unterstützerinnen zu bekommen müssen sie die neuen Medien nutzen. Das führt meiner Meinung nach auch zu einer Schieflage, denn das Spektrum der “grünen” WienerInnen wird dadurch nicht komplett abgebildet. (Wenn die Ktion auch anders beworben wurde, dann sieht das natürlich anders aus).
@Helge … ich lese deine Ablehnung einer neuen politischen Partei mit einem guten Sinn für die Realität. Denn nur, weil man einmal 500 Menschen mobilisiert hat sich politisch zu engagieren (auf sehr niedrigem Niveau) kann man noch lange keine Partei gründen. Insbesondere in Österreich gehört da sehr viel Vitamin B dazu.
Wir stecken also im Dilemma, das uns schon viele Jahre begleitet. Ich würde mich freuen, wenn zumindest Aktivitäten wie die “Grünen Vorwahlen” am laufenden passieren. Eine erste Sensibilisierung ist getan. Nun dürfen wir nicht wieder in die Lethargie verfallen.
LG
Roland
@Roland: Jaja, Österreich ist halt nicht Schweden!
Ad “aufgeben” vs. “kämpfen”:
Ich könnte mich mittlerweile mit einer Beendigung der Aktion Grüne Vorwahlen anfreunden. Allerdings mit dem Vermerk und Bewusstsein, dass dieses Ende nicht einer Selbstaufgabe der GV gleicht, sondern selbiges vom Grünen Landesvorstand gesetzt wurde. Dieser will offensichtlich keine neuen Inputs, kein neues Feuer & das schlimmste: keine neuen WählerInnen.
Na dann – eben nicht.
@Roland:
Naja, es gab dutzende Zeitungsartikel in Tageszeitungen, Regionalzeitungen, Politmagazinen, etc. – und zwei Fernsehberichte.
Natürlich muss man auch ein Zeitungsleser oder TV-Seher dann auf die Website gehen, um rauszufinden, wie man unterschreiben kann oder wann der nächste Infoabend stattfindet. Aber Internetzugang ist mittlerweile ja kein Minderheitenprogramm mehr. Um Wahlwerbung in einer Zeitung zu sehen muss man auch erst mal Zeitung lesen, so gesehen schließt keine Kommunikationsform alle Teile der Bevölkerung ein.
Und: die Idee der Parteigründung halte ich in diesem Zusammenhang für absurd. Das tolle an den GV ist ja, dass es sich nicht um eine ideologische Zusammenkunft, sondern um einen heterogenen Haufen mit unterschiedlichen Grün-Anknüpfungsmomenten handelt.
Würden die Grünen Vorwähler aufgeben, hätten die Wiener Grünen erreicht, was sie wollten (nicht alle, wohlgemerkt: Endlich wieder unbeschwerte zeiten in wolkenkuckucksheim.
Ich verstehe den persönlichen Zwiespalt zwischen “jetzt hauen wir den Hut drauf, in dieser Partei hat das einfach keinen Sinn” und “umso mehr brauchen die Grünen jetzt eine Veränderung” nur all zu gut.
Aber ich finde der Zeitpunkt aufzugeben ist noch nicht gekommen!
Ich würde gerne folgende, subjektive Beobachtung aus den Blogs und aus den persönlichen Gesprächen in den letzten Events in die Diskussion einbringen:
Am Anfang ging es thematisch ganz viel um diverse Ängste der Grünen, darüber ob die Grünen Vorwahlen eine Verschwörung für einen bestimmten Kanditaten sind, darüber ob ältere Kandidaten, die mit dem Internet nicht soviel anfangen können benachteiligt werden, darüber, dass die Initiative von einigen Grünen als Kritik an ihrer harten Arbeit verstanden wurde.
Nun ist aber folgendes zu beobachten: 1. sind diese ursprünglichen Themen nahezu aus der Diskussion verschwunden. 2. spitzt sich auch die Quanität der kritischen Wortmeldungen immer mehr auf die Wortführer des Landesvorstandes zu.
Meine These daher: Die Grünen Vorwahlen sind mit vielen guten Argumenten, mit vielen persönlichen Gesprächen nicht nur auf taube Ohren gestoßen. Viele der Ängste konnten tatsächlich ausgeräumt werden. Das hatte zur Folge, dass die Argumente der echten “Gegner” im Landesvostand immer absurder wurden, und inzwischen ein Niveau erreicht haben, dass unter Erwachsenen schon fast nicht mehr ernsthaft diskutierbar ist. Das kann auch an all den anderen, positiv eingestellten Grünen nicht spurlos vorbei gehen! Und die gibt es zweifelos, nicht zu knapp. Das sollten wir nicht vergessen.
Viele von euch halten diese Worte jetzt vielleicht für naiv, aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir noch etwas bewegen können, und unseren “sanften Druck” jetzt nicht sofort aufgeben sollten.
Ich schließe mich daher einigen meiner Vorkommentatoren an und schlage ebenfalls vor:
1. ändern wir den Counter auf der Homepage auf einen Zähler der angenommenen Anträge. Sammeln wir wenn möglich alle “offiziellen” Begründungen für die Ablehnungen. Wir brauchen dringend weiterhin Transparenz.
2. Nützen wir alle legitimen Mittel, die uns zur Verfügung stehen, d.h. z.B. auch das Einreichen aller Anträge auch unter einem neuen Vorstand.
@franzjoseph: aber vielleicht ist genau dieser ideologiezwang der faktor, der parteien auf lange sicht lähmt. wäre es nicht schön, wenn es eine partei geben würde, die sich an die begebenheiten anpasst und soviel anknüpfungspunkte mit der richten welt hätte wie möglich?
ich weiß, ich bin ein romantiker!
@all: Auch wenn die Idee einer neuen Partei vielleicht ein romantisch-spannendes Thema ist, sollten wir uns doch vorerst darauf fokussieren, wie’s mit den Grünen Vorwahlen weitergeht.
@schimi: Ich kann deinem Kommentar sehr viel abgewinnen! Beim Counter auf der Homepage sehe ich ein Datenschutzproblem: Dazu müssten sich die Abgelehnten (bzw. die Angenommenen) outen. Dazu wird nur ein geringer Teil bereit sein – was die Aussagekraft eines solchen Counters dann massiv in Frage stellt. Da würde ich eher empfehlen, sich selbst über Twitter ein ungefähres Bild der Größenordnungen zu machen, ohne pseudo-exakte Zahlen.
sprachlos
@Helge
Wenn wir nur einen Aufruf machen, bei einer Ablehnung kurz ein E-Mail an jemanden (verwalt ich gerne) zu schicken, damit wir zählen können, wie viele *mindestens* abgelehnt wurden, könnte ich mir schon vorstellen, dass Leute mitmachen. Outen für die Öffentlichkeit müssten sich die Leute dabei nicht.
Die, die einer Kontaktaufnahme durch die Initiative zugestimmt haben (gab’s da nicht ein Hakerl?), können wir per E-Mail bitten, uns bei einer Abmeldung eine kurze Rückmeldung zu geben.
der wunsch den ich oben geäußert habe, ist natürlich auch auf die grünen anwendbar.
Neue Partei gründen ist für mich nicht mal Plan C!
@Sebastian: Aufruf gerne, feel free! Für ein Anschreiben aller Vorwähler gibt’s im mittlerweile 10-köpfigen Organisationsteam derzeit keine Mehrheit, haben wir diskutiert. Ändert sich vielleicht in den nächsten Tagen, ist grad viel Bewegung drin.
@helge:
Erfolgsstatistik: ich hätte kein Problem mit dem “outen” der GVW-Initiative gegenüber, habe ja auch auf diesem Weg meinen Antrag eingereicht. Nach aussen ist ohnehin nur die Gesamtzahl zu sehen und eine ebenso anonyme Liste der Begründungen.
Falls der Landesvorstand nicht zu Sinnen kommt: Ein Gründung der “Grünen 2.0″ wäre als Fortsetzung des demokratiepolitischen Experiments GVW schon eine spannende Idee. Wir sind doch dabei auszuloten welche Möglichkeiten für Menschen bestehen, die sich einbringen wollen. Das gehört zu Ende gedacht.
Als grünes Mitglied in Salzburg finde ich diese Entscheidung des Vorstands einfach nur erbärmlich und scheisse. Wäre ich in Wien Mitglied, würde ich hiermit meine Mitgliedschaft zurück legen.
@all: ich halt es grad nicht mehr aus, einfach nur mitzulesen. daher ein kurzes persönliches statement:
kann frust und enttäuschung voll nachvollziehen, bin selbst auch traurig, dass keine mutigere lösung möglich war. aber die unterschiede in den einschätzungen und sichtweisen waren zu groß. und das alles in der gesamtheit sind eben wir wiener grünen, bitte auch zu sehen, dass da auch von vorstandsseite rücksicht drauf genommen werden musste. das vorliegende ergebnis (das ich momentan zahlenmäßig auch nicht zu erfassen in der lage bin, in zu vielen tranchen wurde das behandelt) war das in der jetzigen situation bestmöglich zu erzielende. ein schwacher trost, oder gar keiner, ich weiß. kann einerseits trotzdem nicht anders, als wieder mal um verständnis für die aufgrund der verfasstheit der grünen zustande gekommene entscheidung bitten. und euch ersuchen, bei allem frust uns grüne nicht ganz ad acta zu legen. es hat sicher jeder und jede eigene gründe, warum die grünen (noch) wählbar sind, bitte erinnert euch auch an diese. einige plädieren dafür, nach dieser ersten aufrüttelung nicht gleich aus enttäuschung in lethargie zu verfallen. ich würde das auch so sehen. wäre schade, wenn die, die aufgenommen oder noch in der rückmeldungsschleife sind, das hangerl werfen. aber auch für die “abgelehnten” sollte es noch grün-perspektiven geben. veränderung stößt meist erst auf widerstand. im ringen um veränderung und im versuch, den widerstand zu entkräften, werden auch oft die grenzen einer solchen veränderung klar. soll heißen: das faktisch machbare und erreichbare liegt sicher weit über dem jetzt beschlossenen, aber sicher auch unter euren erwartungen. wenn ihr euch nicht enttäuscht abwendet, sondern weiter überlegt und mit den grünen im dialog bleibt, wird eine weiterentwicklung möglich sein, da bin ich ganz sicher. tja, das war jetzt eh schon länger als geplant. bin für antworten dankbar, hab auch verständnis dafür, dass ich als teil des vorstands, der ich ja bin – wozu ich auch absolut stehe – , behandelt werde. ich halt das schon aus. weil ich – siehe oben – eben glaube, dass kopf in den sand stecken bei widerstand oder in unangenehmen situationen das falsche ist. diese herangehensweise möchte ich auch euch ans herz legen.
lg
angela stoytchev
Bin bei #178437 schimi und seinen Vorschlägen! Sehr konstruktiv!
Seien wir die Veränderung in Sachen Transparenz, Geschwindigkeit und Glaubwürdigkeit, die wir in der Grünen Politik sehen wollen.
Wirksam, beharrlich, mit Mäßigung.
Wobei mir auffällt, dass der leicht ins Bizarre lappende Blogpost von Robert Korbei “Vorstand behält Durchblick” einen Ton (Unterton sowieso) hat, der um ein emotionales Hickhack / Geplänkel geradezu BETTELT.
So dünn dürfte die Decke der glaubwürdigen Argumente mittlerweile sein…. : )
Das klingt sehr endgültig….
@Angela Stoychev: Großen Respekt für deinen Einsatz für diese Öffnung, auch wenn du – und andere, mit denen du in der Minderheit warst – leider unterlegen bist.
Bei einer Sache muss ich aber etwas einwenden:
Egal wie die Meinungen der Mehrheit der Vorstandsmitglieder auch immer gelagert sein mögen – nichts berechtigt sie, den Boden der Statuten der Grünen zu verlassen. Aber genau das ist hier geschehen.
Schön, dass es Kommentare von offizieller Seite gibt, die “uns” mal nicht irgendwas vorwerfen. Man könnte schon fast glauben, es gäb diese Stimmen nicht.
Zu den Unterschieden in den Sichtweisen: Sind die Grünen wirklich so unflexibel geworden, keine unterschiedlichen Herangehensweisen mehr zu vertragen? Ich mein ja, das sind sie geworden, das wussten wir ja schon vorher.
Aber wollen die Grünen denn das gar nicht mehr ändern? Das ist das, was ich nicht verstehen kann. Ich wär irgendwie davon ausgegangen, dass es neben den Sesselpickern die stille Mehrheit der Anderen gibt, die diese Initiative als Möglichkeit sehen, diese offensichtlichen Fehlentwicklungen zu korrigieren!
Nachdem nun seit Monaten hier leider nur über Politik (ist auch sehr wichtig, keine Frage!) geredet wird, werde ich mich verabschieden. Schade, dass es keinen Input mehr über die Welt des eTourism gibt.
Alles Gute Uwe und halte sie in Atem!
gregor
Ebenfalls großen Respekt für Angela Stoychev.
Als bereits akzeptierter Unterstützer verstehe ich nicht, warum mit folgenden Fakten noch immer hinter dem Berg gehalten wird:
1. Anzahl der eingegangen Anträge auf UnterstützerInnenschaft
2. Davon angenommene ohne Rückfragen
3. Davon abgelehnte ohne Rückragen – bitte mit Begründung, wie vorgesehen
4. Anzahl der noch in Bearbeitung befindlichen Anträge mit Rückfragen
5. Datum der endgültigen Entscheidung der Anträge wie in 4. beschrieben
LG, AH
ich dachte immer, die blauen sind ein verein von ängstlichen angsthasen
dass dies nun auch auf die grünen zutrifft, irritiert mich, betrübt mich und lässt mich ratlos zurück…
Wenn ich mich nicht verzählt habe ist der Zwischenstand: 10 Stimmen für “Weiterkämpfen”, 4 für “Aufgeben”.
Aufgeben ist was für Briefe – also ‘no available condition’
Sollte ich persönlich eine Ablehnung bekommen, dann hab ich vor direkt zurückzuschreiben mit der Bitte um genaue Erläuterung der Gründe bzw. auch mit Bitte um das Aufzeigen von Möglichkeiten mich trotzdem aktiv einzubringen. Mal schauen wie dann darauf reagiert wird.
Ich bin auch für Transparenz und Weitermachen. Durch die Initiative Grüne Vorwahlen wurden bis jetzt wichtige Inputs an die Grüne Partei gegeben, die sie beschäftigt und das ist gut so und sollte so weiterbetrieben werden – ala steter Tropfen und so.
@Angela und @Sonja:
Vielen Dank, dass ihr quasi gleich bestätigt, dass es auch die positiv eingestellten Grünen Stimmen gibt! Ich weiß, dass man es als “Grüner Vorwähler” natürlich leichter hat hier seine Meinung kund zu tun, es erfordert sicher mehr Mut als Grünes Mitglied. Umso wichtiger, dass sich alle Grünen, die die positiven Chancen, die in der Sache “Grüne Vorwahlen” stecken erkannt haben, auch dazu bekennen. Danke dafür.
@Angela: Leider ist mir klar, dass es nicht ganz fair ist vom Landesvorstand zu sprechen, in dem es offensichtlich auch positive Stimmen gab. Aber wie du selbst sagst, diese “Verallgemeinerung” wirst du wohl leider über dich ergehen lassen müssen, weil der LV nunmal hinter dieser Entscheidung steht, ganz egal wie das genaue Abstimmungsverhältnis ausgesehen hat. Aber genau diesem Umstand wollte ich mit meiner Aussage Rechnung tragen, dass die negativen Wortmeldungen sich immer mehr auf einzelne Personen zuspitzen.
@Alexander:
exakt das was du über Robert Korbei schreibst meinte ich auch mit “Niveau, auf dem fast nicht mehr diskutierbar ist”: Ich sags ganz offen, meine persönliche Meinung dazu ist, dass sich vor allem Robert Korbei und Markus Rathmayr schon allein mit ihrer Wortwahl selbst dabei entlarven, dass sie einfach keine guten Argumente gegen eine Aufnahme aller Unterstützer mehr in der Hand haben.
Aber es erfordert eben sehr, sehr viel Charakter, einen solchen Irrtum auch mal einzugestehen. Das wissen wir wohl alle.
@manuel: sehr richtig, ich würde auch allen Abgelehnten empfehlen, ein freundliches EMail zurück zu schreiben, um die genauen, individuellen Ablehnungsgründe zu erfahren, und NOCHMALS die Bereitschaft zur Partizipation zu bekräftigen.
Das gilt btw. auch für mich, als Angenommenen: dass ich aufgenommen wurde, Freunde von mir, die exakt dasselbe gemacht haben wie ich aber nicht, erfordert auch für mich Aufklärungsbedarf. Schließlich habe ich da auch persönliche Zeit und Energie hineingesteckt, um Menschen für die Unterstützung der Grünen Sache zu gewinnen.
@schimi: eigentlich wollte ich mit meinem langen kommentar auch rüberbringen, dass sich auch die skeptischeren kollegInnen sehr wohl “bewegt” haben, das sei bitte auch anzuerkennen. überhaupt, wenn man in der mehrheit ist, finde ich.
@alexander hrach: da wir mit listen und handschriftlichen vermerken gearbeitet haben, und laufend neue anträge dazu gekommen sind, glaub ich, dass es noch ein bissi dauert, bis wir den genauen stand der dinge benennen können. bitte noch ein bissi geduld.
@sebastian: es ließe sich trefflich und genüsslich streiten, wer wemgegenüber welchen faux pas begangen, welche verbale entgleisung getätigt, welche inhaltlich falschen argumente vorgebracht hat, bin sicher da habt ihr einiges auf lager (wurde auch schon teilweise geäußert) aber auch wir grüne (und auch das wurde teilweise geäußert). bringen tut es meiner meinung nach nix, außer weitere entzweiung und festigen der gegenseitigen vorurteile. daher spar ich mir das… sachliche argumente, auch wenn sie von der jeweils anderen seite nicht geteilt werden, müssen aber schon erlaubt sein, sonst wird die diskussion ja fake.
lg
angela
@Angela: Wie siehst du die Frage der Statutenkonformität? Würde verstehen, wenn du antwortest, dass du dich dazu nicht äußern willst. Über eine Stellungnahme freue ich mich umso mehr.
@schimi
Die oft und immer wieder vorgebrachten Argumente nicht zu teilen, heißt nicht, dass diese nicht stichhaltig sind. man kann unterschiedlicher meinung sein und trotzdem die des anderen respektieren. der kompromiss ist übrigens eine kernelement demokratischer prozesse, oder?
weder ich noch robert noch die anderen vorstandsmitglieder haben irgendein interesse an persönlichen feldzügen gegen irgendwen, dann hätten wir uns alle nicht so intensiv den diskussionen gestellt und unsere positionen agrumentiert. betonieren schaut anders aus und findet normalerweise still statt. ich lass mich auch gerne zum wiederholten mal hier prügeln.
@helge
man kann und darf es natürlich für einen großen fehler halten leute abzulehnen, genauso wie man das gegenteil für einen fehler halten darf, überhaupt darauf einzugehen. ich teile beide ansichten übrigens nicht. wo ich dir aber klar widersprechen muss ist der vorwurf der statutenwidrigkeit.
@Markus Rathmayr
Bin vollkommen deiner Meinung, Argumente nicht zu teilen, heißt nicht dass diese nicht stichhaltig sind. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass alle Argumente stichhaltig sind! Das ist ein großer Unterschied. Welche Argumente ich meine, hab ich auf deinem Blog gepostet (konkret ging es da auf deine Antwort zu Frage Nr. 6 von Gerda Medek).
Das mit den “persönlichen Feldzügen” war nehm ich an nicht an mich gerichtet, oder? Deinen Namen hier direkt anzusprechen hat für mich jedenfalls nichts mit “prügeln” zu tun. Das ist nur eine Reaktion darauf, dass es auch nicht fair ist den ganzen Landesvorstand anzusprechen. Darum hab ich es für mich persönlich konkreter festgemacht. Irgendwer im Landesvorstand muss ja für diese Entscheidungen verantwortlich sein und auch dazu stehen, das ist ja nichts Böses. Deswegen ist es denk ich okay, mit euch konkret die Diskussion zu führen. Du hast ja auch jede Gelegenheit hier ebenfalls deine Meinung zum Ausdruck zu bringen.
Habe mein Facebook-Foto eben auf dieses hier geändert:
BITTE WEITERMACHEN!
petra galkova – mitglied des “alten” und unter umständen auch des “neuen” vorstandes
@helge: cool, hab ich heute früh auch schon gemacht! Aber damit es hier im Forum keine Missverständnisse gibt: Dabei gehts um den Iran, nicht um die Grünen ;-)
Beste Grüsse an alle – danke für die viele positive Energie. Besonderen Dank @schimi, Du sprichst hier so wie Du sprichst auch für mich. Da ich momentan nicht die Kraft habe, mich in diese Diskussion so *konstruktiv* einzubringen, wie ich das von mir selbst erwarte, möchte ich gerne solange schweigen, bis das wieder geht. Und man wird dann wieder von mir hören.
@Schimi: Fand, dass das Profilbild auf die GrueneVW auch ganz gut passt ;-)
@Martin: Versteh ich total! Auch so eine Beobachtung, die ich gemacht habe, diesmal aber auf Seite der Grünen Vorwähler und nicht auf Seiten der Grünen: Viele die am Anfang fleissig gepostet, argumentiert und diskutiert haben, allen voran natürlich die Initiatoren, treten nun ein bisschen weniger in Erscheinung, und ich versteh das zu 1000% Irgendwann geht einem einfach auch die Kraft aus, und natürlich ist es auch eine Frage der eigenen Zeitreserven.
Das ist für mich eine der schlimmsten Sachen an der ganzen Geschichte: Wie man einer engagierten, ambitionierten Gruppe von interessierten Menschen immer mehr die Freude und den Schwung nimmt…. eigentlich unglaublich welches enorme Potential da weggeworfen wird!
Wie dem auch sei, was ich sagen wollte ist folgendes: Am Anfang konnte ich mich lange zurücklehnen, und beobachten was geschrieben und gesagt wurde, weil dem größtenteils einfach nichts hinzuzufügen war. Wenn manchen nun verständlicher Weiße langsam die Kraft ausgeht, müssen eben andere einspringen, jeder nach seiner eigenen Energie und seinen eigenen Zeitreserven eben. Und da ich derzeit ein bisschen mehr Luft hab, beschäftigt ich mich eben 2 Stunden am Tag mit den Grünen. Vielleicht gibts dafür auch irgendwann mal die entsprechende Anerkennung.
Ich will die positive Stimmung jedenfalls nicht ganz sterben lassen, wie gesagt, noch ist nicht die Zeit zum Aufgeben!
Als jemand, der zumindest gerüchteweise gestern abgelehnt wurde, bin ich dafür weiter zu machen und um jeden Vorwähler zu kämpfen.
Für einen normal denkenden, verantwortungsbewussten Menschen sind die Grünen leider die einzige wählbare Partei und die will ich mir nicht von der Willkür des Wiener Landesvorstandes kaputt machen lassen.
Aktueller Zwischenstand: 12 Stimmen für “Weiterkämpfen”, 4 für “Aufgeben”.
eine stimme fürs durchhalten und weitermachen…
ich selbst hab bis auf den bitte warten brief auch noch keine nachricht der grünen erhalten. werde aber bei einer ablehnung auf jeden fall um eine begründung ansuchen und meine persönlichen beweggründe nochmals offenlegen…
ich bin des weiteren ein freund von aktionismus… ein kleiner flashmob/aktion/demonstration FÜR die aufnahme und mehr würde mir da schon gefallen, aber auch die party morgen klingt in diesem zusammenhang sehr gut weil ich trotzdem finde, dass die ganze initiative auch wieder einmal befeiert gehört…
ich werde morgen aber auf jeden fall auch in meinen bezirk zum BG-treffen gehen und mir das dort einmal anschauen. ich muss gestehen, dass ich die grünen im bezirk noch nicht persönlich aufgesucht habe und das morgen nachholen werde. hier wird sich zeigen in wie weit vorurteile belegt oder widerlegt werden können…
Ich werde mich als Gründer der Männerpartei sicher nie als “Unterstützer” der Grünen melden.
Aber eine Frage stellt sich mir schon, wenn ich diese Entwicklung von außen beobachte: Warum melden sich alle die abgelehnten “Unterstützer” nicht einfach als Parteimitglieder der Grünen, setzen ihren eigenen Mitgliedsbeitrag auf 0€ fest und nützen dann ihre Rechte als Parteimitglieder?
Was spricht dagegen, als Gruppe den Grünen beizutreten und eine gemeinsame Aktion zur Reform der Partei zu machen? Wenn sich die Grünen tatsächlich als unreformierbar erweisen, kann man ja wieder austreten.
Oder? Was habe ich da nicht verstanden?
@Oliver: Jetzt hast du meinen Plan B aufgedeckt ;-)
Aber ganz ehrlich. Ich denke nicht, dass sich die Situation ändern würde, wenn sich plötzlich einige/viele oder alle Vorwähler dazu entschließen würden Mitglied werden zu wollen.
Dann müsste ja wieder darüber entschieden werden, wen man aufnehmen will und wen nicht!
Das Spiel würde von vorne beginnen und diesmal wäre es ja noch fataler, wenn man die “falschen” Leute aufnimmt.
@Jürgen Koprax
Ja, eben.
Es wäre viel fataler, die “falschen” Leute auszunehmen. Es wäre aber auch sehr fatal, die “richtigen” Leute nicht auszunehmen.
Zur Zeit ist der Wiener Parteivorstand in der praktischen Situation, auf Verdacht alle “Unterstützer” ablehnen zu können. Das ist zwar moralisch nicht vertretbar, aber machtpolitisch ohne Risiko. Weil wenn es keine neuen “Unterstützer” gibt, ist einfach alles so wie vorher, also genau so, wie es das Establishment will.
Wenn aber einige Hundert neue Parteimitglieder vor der Tür stehen, kann sich der Vorstand nicht auf die Position zurückziehen, auf Verdacht einfach nicht aufzunehmen. Dann würde sich die Partei nämlich selbst vollständig blockieren. Das wäre kein Erhalten des bekannten Zustands mehr, sondern ein Ausnahmezustand, in dem die Partei sich selbst den Zugang zum politischen Nachwuchs und zur eigenen politischen Basis abschneidet. Also wäre ganz offiziell machtpolitisch genau der Zustand herbeigeführt, der de facto moralisch schon jetzt besteht. Das wäre ehrlicher und würde eine Klärung der Situation beschleunigen.
Wie gesagt, ich beobachte das von außen. Ich wundere mich nur, warum Ihr Euch nicht dazu überwinden könnt, anstatt der halben Sachen das Übel an der Wurzel zu packen und diese Partei, die Euch ja offensichtlich am Herzen liegt, zu reformieren.
Wenn die Grünen untergehen, ist das auch ok. Wenn sie weiterleben, wäre mir lieber, es gäbe dort ein paar vernünftige Leute, mit denen man über die diversen Ideologieschranken hinweg an konstruktiven Lösungen arbeiten kann.
Was hält Euch auf?
solange die wahlergebnisse fürs grüne establishment erträglich sind wird sich nix ändern.
ie eu-wahl war ja eigentlich ein sieg. fast 10%, bei der vorgeschichte. allerhand.
ein verlust von 25% bei den wiener wahlen wär auch noch erträglich.
bei der vorgeschichte
die grünen können nur hoffen das die fpö weiter poltert und spövp sich nicht von ihr 100% distanzieren.
würde auf bundesebene eine gruppe mit der ungefähren positionierung wie HPM kandidieren die personell und finanziell gut ausgestattet ist dann würde es gefährlich für die grünen
agressiv populistisch und radikal antirassistisch und für direkte demokratie,
das wär ein gefährlicher mix für die grünen.
das wär das dynamit mit dem man die grünen pulverisieren kööte.
bei solch einer truppe könnte man nicht einfach auf die antifschistischen motive der wähler appelieren.
wie kontert man nen sager wie:
was sind das für demokraten die grünen, sind gegen volksabstimmungen, gegen vorzugsstimmen, gegen wählerinnenmitsprache.
wie kontert man angriffe wie: die grünen eine kontrollpartei? aber geh, die sind so glücklich mit ihren finanziellen vergünstigungen, dass sie nie und nimmer für eine halbierung des politisches apparats sind.
die grünen für gleichberechtigung. wirklich? warum setzten sie sich nicht für die tausenden väter ein, die sich nix zu schulden kommen haben lassen und die ihre kinder nicht sehen, weil es frau und justiz so wollen. kann frau auch schwer kontern.
so nebenbei kann man den grünen immer und ewig eine glühbirne auf den schädel werfen
wenn die grünen ehrlich wären würden sie plakatieren:
grün wählen heißt antifaschistisch wählen
die grünen – das geringste übel.
die grünen können nur hoffen und beten dass da nix neues frisches antifaschistisches daherkommt
ebenfalls: durchhalten.
aber bei mir ist es eher aus der “jetzt erst recht”-haltung raus. weil ich nicht will, dass die strategie der ellesohns aufgeht (steht hier nur als platzhalter, weil ers so schön aufn punkt brachte im kent).
prinzipiell: ists wirklich einfach beschämend. frustrierend. fürchterlich.
ich habe schon zu volksschulzeiten stolz verkündet grün zu wählen und bin im damals noch erzschwarzen dörfl von den mitschülerInnen als “kommunistin” verschrien worden.
aber diese “tradition” muss ich jetzt endgültig überdenken und mein einziges mittel heranziehen, das ich als bürgerin habe: die grünen nicht mehr zu wählen. gratuliere, werte mitglieder des landesvorstandes!
ich war vorwählerin nr.150 und hab bisher noch keine mitteilung über eine aufnahme oder nicht-aufnahme. bin ja gespannt, immerhin hab ich die “ich informier mich selbst”-box auch angekreuzt und kan keine besonderen grün-ambitionen vorweisen – wobei, ich hab letzte woche ganze drei flyer am grünen-stand verteilt ;)
aber go go go helge & co, i find ihr machts des großartig und i kann euch zur initiative und zu DEM engagement nur gratulieren!
was unbequemere maßnahmen betrifft bin ich etwas im zwiespalt zwischen meiner grundsympathie für die grünen (und der überzeugung, dass den grünen so oder so doch einiges mehr an mitsprachemöglichkeit in der österreichischen parteienlandschaft gewährt werden sollte) und der erkenntnis, dass die grünen schlussendlich doch nicht wirklich ein kontra-gesicht zum übrigen parteien-wahnsinn zu bieten haben – also auch keine besondere behandlung verdient haben.
falls es nichts werden sollte bin i für eine helge/schaffertom-partei :)
meine stimme gilt übrigens momentan noch klar der “weiterkämpfen”-fraktion ;)
DURCHHALTEN & KÄMPFEN! Bitte, ich will nicht mit ansehen wie die letzte, gerade noch wählbare Alternative in Österreich auch noch den Bach runtergeht!
Ich als angenommener Unterstützer verliere auch immer mehr an Lust, die Partei in der momentanen Form auch nur irgendwie zu unterstützen und da schließe ich mein Wahlkreuzerl durchaus mit ein.
Aber ich bin auch dafür weiterzumachen, die Hoffnung auf Öffnung lebt.
Soeben in meiner Mailbox – die Grünen Wien wollen nicht von mir unterstützt werden.
Hier die Begründung:
**********************************
Vielen Dank für Ihr Interesse, UnterstützerIn der Wiener Grünen zu werden.
Wir haben in den letzten zwei Monaten 682 Anträge erhalten. Das sind ungewöhnlich viele und das hat uns vor neue Fragen gestellt. Wir haben uns die notwendige Zeit für diese Debatte(n) nehmen müssen. Daher konnten wir über ihr Ansuchen erst jetzt entscheiden.
Eine Partei, gerade eine Grüne Partei, die ein hohes Maß an Basisdemokratie versucht, verlangt von allen, die sich daran beteiligen, auch ein gewisses Maß an aktivem Engagement. Damit meinen wir nicht nur die Möglichkeit zur Mitbestimmung, sondern auch gleichzeitig die Auseinandersetzung mit den Menschen, der Organisation, den Inhalten und den Zielen der Grünen. Einige der BewerberInnen, die sich im Rahmen der Initiative Grüne Vorwahlen mit einem Unterstützungsansuchen an uns gewandt haben, haben wiederholt betont bzw. durch ihr Ansuchen verdeutlicht, dass es Ihnen einzig darum geht, am 15 November auf der Landesversammlung der Wiener Grünen stimmberechtigt zu sein. Der WienerLandesvorstand ist sich einig, dass wir das nicht als ausreichende Beteiligungan den Wiener Grünen nach unserem Statut sehen:
„5.7.1 Wer der Landespartei gegenüber erklärt, dass sie/er sich mit den Grundsätzen und dem Programm der GRÜNEN – GRÜNE ALTERNATIVE WIEN einverstanden erklärt und bei der Partei mitarbeiten und mitentscheiden will, ohne Parteimitglied zu sein, erwirbt mit Aufnahme durch den Landesvorstand den Status einer Unterstützerin/eines Unterstützers.“
Die lange Debatte der letzten zwei Monate hat sich daher darum gedreht, ob wir trotzdem die Chance, die wir in ihrem Ansuchen für uns sehen, nützen können. Wir wissen ganz genau, dass es gerade für die Grüne Partei notwendig ist, offen für neue Menschen zu sein.
Leider konnte der Vorstand in Ihrem Ansuchen keine Bereitschaft zur aktiven Teilhabe an den Wiener Grünen erkennen. Deshalb können wir Ihnen den Status als UnterstützerIn der Wiener Grünen nicht zuerkennen. Das bedeutet, dass Sie am 15. November auf der Landesversammlung nicht stimmberechtigt sind.
Da wir aber überzeugt sind, dass die Idee der Grünen Vorwahlen eine richtige ist, möchten wir sie bereits jetzt zum „Grünen Vorwahlen Konvent“ einladen. Am 18. Oktober werden wir im Rahmen dieser Veranstaltung gemeinsam versuchen, ein Vorwahlenmodell für die Wiener Grünen zu entwickeln und auch ein erstes Experiment in diese Richtung für die Listenerstellung am 15. November starten.
Eine separate Einladung werden wir zur Erinnerung im Herbst erneut aussenden.
Mit freundlichenGrüßen
Robert Korbei
kurze Frage…
Ich versteh ehrlich gesagt wirklich nicht das Problem:
Darf eine Partei aufgenommen Parteimitglieder nicht mehr ausschliessen?
Der Brief liest sich für mich wie “am 15.11 könnte eure Idee funktionieren, daher drehen wir den Saft ab”
Die Idee würde einzig und alleine vorsehen dass sich Poltiker ihren Wählern zeigen müssen. Auch innerhalb der Partei. Man hätte eine breitere Unterstützer und Feedback Basis auch ausserhalb der Kernmitglieder. Multiplikatoren für jede Aktion für jede Wahl.
Ganz ehrlich: Die Zeiten ändern sich: Wörter wie Nachhaltigkeit hört man täglich von Schlippsträgern, Öko gibt es in jedem Supermarkt, sogar mein Leberkäs ist Bio. Alle Grünen in Europa legen zu. Und dennoch verlieren die .at Grünen an Wählern als gäbe es kein Morgen mehr.
Um es dramatisch auszudrücken (in den Worten von Juergen Hoebarth): Innovate or Die.
Äh, Verzeihung – ich lese in dem Post #178527 von Ulrich, ganz am Schluss, am 18. Oktober soll im Rahmen eines ‘Grünen Vorwahlen Konvents’ der Versuch gestartet werden, ein Vorwahlmodell zu entwickeln (!) für eine Abstimmung, die keine 30 Tage später (!) über die Bühne geht…(?)
Wenn das ein Witz ist: Ist dieser Witz auch nur für das “Interne Grüne Publikum”?
Ich hatte jetzt leider nicht die Zeit, alle Kommentare zu lesen, freue mich aber auf weitere Diskussionen morgen beim Abschlussfest. Und: Ich hoffe sehr, dass das Fest nicht der Abschluss, sondern ein neuer Anfang ist und dass die VorwählerInnen – ganz egal, ob aufgenommen, in Warteschleife oder abgelehnt – nicht aufgeben, mit ihrem Engagement weiter machen. Wir brauchen so dringend engagierte, kritische Geister. In der Grünen Partei, damit sie weiter eine offene, innovative Bewegung bleibt und ganz allgemein in Österreich. Wer (über) die gestern publizierte Wertestudie gelesen hat weiß, wie dringend politisches Engagement auf der richtigen Seite, mit den richtigen Inhalten ist. Der Wiener Vorstand hat ängstlich und falsch reagiert, der Status ist unbefriedigend. Ein postives Zeichen und ein Willkommen-Signal aus der Bundespartei ist ebenso zu vermissen. Aber es ist viel Energie in dieser Bewegung, man sieht, mit wie viel Leidenschaft sehr viele Menschen an dieser Grünen Partei teilhaben – von innen oder außen. Ich geb die Hoffnung nicht auf, dass sich letztlich doch die vernünftigen, offenen und zukunftsorientierten Menschen in bei den Grünen durchsetzen – und vielleicht auch der eine oder die andere von jenen, die jetzt noch mauern, einen gedanklichen Schritt nach vorn macht.
Wenn ich die Partei nicht unterstützend von innen ändern kann, wird es aggressiv von außen gemacht. Nichtwählen und Druck erhöhen.
In meiner Antwort auf die Ablehnung habe ich dem Vorstand mitgeteilt, dass ich die Begründung nicht akzeptiere, da das Häckchen nicht den Wert meiner Unterschrift haben kann, welche eindeutig dafür steht, dass ich die Grünen unterstützen will.
Bevor ich jemanden wähle, der mich als Person und meine Unterstützung, versuche ich einen Nährboden für neue politische Bewegungen zu schaffen.
@helge: auch weitermachen bitte, unbedingt!
die komischen argumente des vorstands, liegen an den komischen motiven des vorstands. angelika stoytchev ist die einzige authentische person dort. der rest ist zu vergessen. robert korbei wird endlich als plauderer und zerredner entlarvt (if you can’t convince them – confuse them). markus rathmayer arbeitet einzig und allein auf sein gemeinderatsmandat hin (worauf beruft er sich in seinen argumente sachlich eigentlich?? die statuten könnens nicht sein …). vom rest des vorstands hab ich persönlich noch nichts wahrgenommen.
über ellensohn, vassilakou gäbes es auch noch einiges zu sagen, das ist aber hier nicht thema.
lg
günter
luca, so sehr ich deine emotionale reaktion verstehe, so sehr hoffe ich dass du dir klar bist, was du damit hervorrufst – denn je mehr du auf die barrikaden steigst, je mehr wird sie das gegenüber auch einbunkern.
du musst die sache wie eine liebesgeschichte sehen. ein erstes sanftes kennenlernen und werben, doch das gegenüber ist nicht interessiert. was tun? holzhammer-methode, a la “na dir werd’ ich schon noch zeigen, was du an mir verpasst”? oder doch lieber einen neuen anlauf unternehmen, darauf hinweisen dass es sich um einen fehler handeln muss, dass dir nicht klar war dass die grünen gern wissen möchten, in welcher form du dir eine unterstützung vorstellen kannst, etc.
ich glaube, zweiteres ist zielführender. zumindest wenn es einem um die langfristige sache geht. denn dein “nichtwählen und druck erhöhen” bestätigt den vorstand nur in seiner entscheidung, dich nicht aufzunehmen.
@Günter Strobl: Ohne jetzt irgendwie einen Überblick über den Grünen Landesvorstand zu haben oder haben zu wollen: Petra Galkova habe ich auch als sehr offenen, vernünftigen und vor allem angstfreien Menschen erlebt.
Unbedingt weitermachen! Man muss die derzeitigen Kontroversen einfach als Kinderkrankheiten betrachten; wir stehen hier immer noch am Anfang. Wenn von 682 Personen nur die Hälfte aufgenommen wird, ist das immer noch ein schöner Erfolg. Darauf kann man aufbauen!
Es lässt sich wohl keine Organisation von außen gerne dreinreden – ganz unabhängig davon, ob die Argumente eigentlich überzeugend wären. Diesem leider wohl unvermeidlichen Abwehrreflex muss man mit Beharrlichkeit, Diplomatie und dem Willen zur unbeirrt sachlichen Diskussion begegnen – und wenn man tausend mal dieselben alten Vorurteile aufs neue entkräften muss. Die Grünen und ihre Prinzipien sind zu wichtig, als dass man sich von ihnen schon deswegen distanzieren könnte, weil man sich nicht auf Anhieb auf ganzer Linie durchsetzt.
Was tun? Die Vorwahlen als dauerhafte Plattform für die Kommunikation zwischen der Partei und ihren WählerInnen etablieren. Die Vorwahlen müssen langfristig der missing link zwischen den Grünen und der “Außenwelt” werden. Dazu braucht es konkrete Vorschläge, wie das aussehen könnte. Zwischen der sehr intensiven Arbeit eines Vollmitglieds und der bloßen Stimmabgabe auf einer Landesversammlung liegt ein weites Feld an Betätigungsmöglichkeiten. Lasst uns das beackern! Ich habe hier versucht, Vorschläge zu machen. Also: Wie solls weitergehen? Wöchentliche Podiumsdiskussionen? Open-house-camps auf regelmäßiger Basis? Wer hat da Ideen und umsetzbare Vorstellungen? Darum muss es jetzt gehen.
Verzetteln wir uns nicht in juristischen Kleinkriegen vor dem Friedensgericht oä, da gibt es am Ende keine Gewinner. Verstehen wir das Angebot für den 18. Oktober (siehe oben Kommentar von Ulrich) nicht als Chuzpe, sondern als Chance und nehmen wir die Grünen beim Wort. Es geht hier letztlich um die unbedingt notwendige Demokratisierung der politischen Strukturen Österreichs – aufgeben, weil es halt nicht gleich optimal funktioniert hat, ist (bei allem verständlichen (!) Ärger) einfach keine Option.
@Ulrich: Wahnsinn, die Ablehungsbegründung ist genial: Wie kann man sich das genau vorstellen: Zuerst unterschreibst du, dass du “mitarbeiten und mitbestimmen willst” und dann hast du auf demselben Ansuchen wiederholt betont, dass es dir einzig darum geht stimmberechtigt zu sein? Gewagte Interpretation…
Den Vorwahlen Konvent will ich ja nicht von Haus aus schlecht machen, kann durchaus eine gute Sache werden. Es entspricht aber irgendwie schon der österreichischen Mentalität zu sagen: “naja, eh eine tolle Idee, red ma halt mal drüber…”
Liebe Grüne, ihr müsst das Experiment nicht erst starten, ihr habt bereits das nötige Statut dafür! Nur geht es bei Experimenten nunmal ums aktive Ausprobieren, und nicht ums theoretische Reden. Und ja, Experimente erfordern manchmal auch eine Portion Mut!
@Günther Strobl: ich muss helge zustimmen, angelika stoytchev ist sicher nicht die einzige vernünftige Person im Wiener Landesvorstand. Spontan wäre mir da auch noch Petra Galkova eingefallen, und vermutlich gibt es da auch noch andere. Das sollte man nicht vergessen.
@Peter L.: Ewig einer unerwiderten Liebe nachlaufen geht wohl auch nicht, in einer Liebesgeschichte muss auch immer was von der anderen Seite kommen. Insofern finde ich, darf jemand wie Luca, der abgelehnt wurde, auch ruhig mal emotional reagieren. Emotional ist nichts böses. Seine Antwort auf das Ablehnungsschreiben klingt für mich eigentlich sehr vernünftig.
@Peter L.: tut mir leid, ich empfinde den Verlgeich mit der Liebesgeschichte vollkommen unpassend, denn was in der Anbahnung einer Liebesbeziehung zum Normalverhalten gehört unterscheidet sich doch wesentlich vom erwartbaren Verhalten einer wahlwerbenden Gruppierung die sich basisdemokratisch nennt ihren zukünftigen Humanressourcen gegenüber.
Im Fall der Grünen Organisation handelt es sich bei den pauschalen Ablehnungen der Unterstützer um krasses Fehlverhalten: da gibts nichts zu beschönigen.
Du darfst nicht vergessen, jemand der so eine Unterstützererklärung ausfüllt identifiziert sich ja ohnehin schon jahrelang mit den Grünen, hat schon seit längerer Zeit das Bedürfnis nach intensiverem politischem Engagement und gibt sich jetzt anlässlich der Vorwahlen-Aktion den Ruck und deklariert sich als Unterstützer.
Dann kommt die Antwort: Wir wollen Dich nicht.
Auf Grund parteiinterner Grabenkämpfe wird dem politischen Nachwuchs mit dem *rsch ins Gesicht gefahren.
Dann ist es ganz in Ordnung das als Betroffener auch so zu empfinden.
@schimi: Ja, die Begründung hat’s in sich: wenn ich sage “ich will mitarbeiten und mitbestimmen” wird mir das als “keine Bereitschaft zur aktiven Teilhabe” ausgelegt. Die ganze Begründung ist ohnehin nur Scheintext. Ellensohn hat das im Kent treffender rübergebracht: die Wiener Grünen wollen mehr links als liberal sein. Die Vorwahl-Aktion hat offenbar den “liberal”-Stempel aufgedrück bekommen. Pech.
@Luca … ich kann deine Reaktion gut verstehen, dennoch sollte man sie in einem größeren Kontext sehen.
Die Reaktion der Grünen ist IMHO eine Abwehrhaltung … sie re agieren eben, weil sie es verschlafen haben vorrausschauend zu agieren. Ich denke, dass die GV einen Prozess bei den Grünen ausgelöst haben, der erst am Anfang steht. Der “Konvent” im Oktober zeigt, dass sie die Sache einfach nicht aus der Hand geben wollen. Das ist natürlich traurige Parteien-realität in Ö (und vermutlich auch anderwo).
Was ich bei der ganzen Sache immer fürchte ist eben das, dass man dann den Grünen gleich den Rücken kehrt, sie also nicht mehr wählt. Die Konsequenz dessen ist nicht selten eine Stärkung der anderen Parteien (und ich rede da jetzt nur von den Parlamentsparteien).
Für mich ist also ein WEeitermachen ebenfalls ein starker Wunsch. Einige Stimmen aus den grünen Reihen zeigen auch, dass hierfür durchaus Platz und sogar Erfolgschancen bestehen.
Tja, da sieht man mal wieder, warum in .at deutlich mehr intelligente Leute blau oder orange und eben nicht grün wählen. Leider gibts bei Euch ja kein vernünftig gelbes Pendant wie bei uns. Drum wer nicht spiessig schwarz oder sozialistisch zurückgeblieben rot wählen will, aber dennoch etwas verändern will, der kann nicht grün wählen, der muss letztlich blau oder orange wählen. Da kann sich @muesli noch so sehr ins Zeug legen. Felix Austria… ?
@Götz: Wenn du wortgleiche Kommentare auf mehreren Blogs postest, die noch dazu haarscharf an der persönlichen Beileidigung vorbeischrammen, dann tust du letzteres am Spamfilter.
nur so zur information:
1) man kann bei den grünen mitarbeiten ohne mitglied oder unterstützer/-in zu sein.
dieser status wird weder in bezirksgruppen, noch in teilorganisationen abgefragt.
man darf dort unabhängig vom status konzepte mit entwickeln, diskutieren, als bezirksrat kandidieren und arbeiten, zeitungen, websites, flyer produzieren, an standeln stehen, bürgerinitiativen betreuen, sein wissen über verschiedenste gesetzesmaterien von der StVO, der bau- bis zur gewerbeordnung einbringen – sowohl für den umgang mit dem tagesgeschäft in den bezirken und im GR als auch hinsichtlich der verbesserungsmöglichkeiten bei den gesetzen.
und man wird aufgrund der tatsache, dass all das derzeit fast ausschließlich von freiwilligen, die das neben ihren brotberufen machen und sich daher über jede entlastung freuen, auch fast überall mit offenen armen aufgenommen.
wo das nicht passiert, so liegt das nicht an “abgeschotteten grünen” sondern an persönlichen befindlichkeiten – und die gibt es in jeder gruppierung, in der menschen miteinander zu tun haben.
die mitarbeit in gremien wie bezirkekonferenz oder landeskonferenz hängt ebenfalls nicht vom status mitglied oder unterstützer/-in ab, sondern die dort tätigen personen sind von ihren bezirken, einem gremium oder einer TO delegiert
2) die österreichische wahlordnung sieht das vorzugsstimmenwahlrecht vor.
dh jede person, die in österreich eine partei wählt, kann einer person, die dieser partei angehört eine vorzugsstimme geben.
und – wie man am beispiel karas aktuell sieht: er wird zwar nicht delegationsleiter, gewinnt aber doch erheblich an einfluss innerhalb der partei. er hat daher durchaus mehr möglichkeiten, die interessen derer, die ihn gewählt haben zu vertreten.
um eine vorzugsstimme abzugeben, muss man weder parteimitglied, noch unterstützer/-in sein.
um nachzusehen, wo man andocken könnte beginnt man am besten unter:
http://wien.gruene.at/
laut buschtrommeln haben ein paar der grünen vorwähler/-innen schon kontakt mit ihren bezirksgruppen aufgenommen und das soll auch durchaus gedeihlich verlaufen.
ich finde es schade, dass es all denen, die hier gegen die grünen stimmung machen, bislang nicht gelungen ist, genau diese informationen – die sich unter anderem ebenfalls aus dem statut herauslesen lassen – zu lesen und zu kommunizieren.
die holzhammermethode mag in wahlkämpfen sinnvoll sein, in der realen politik funktioniert sie am schlechtesten. reale politik bedeutet vor allem, mit dem gegenüber ein gesprächsklima aufzubauen, das dem gegenüber die möglichkeit gibt zuzuhören, sich überzeugen zu lassen und letztendlich, selbst wenn es gelingt dass die ureigenste idee verwirklicht wird, eine win – win situation zuzulassen und zu ertragen.
das gilt gleichermaßen für die bezirke, den gemeinderat und das übrige leben.
manchmal geht es nicht ohne holzhammer. aber das ist nach meiner bisherigen erfahrung eher selten.
und selbst wenn man ihn verwendet, hat es sich noch immer als gscheit erwiesen, ihn so zu führen, dass man die chance sich sich nachher auf einem kaffe zusammenzusetzen, nicht komplett zerschlägt. denn letztendlich geht es ja gottseidank den meisten nicht um persönliche eitelkeiten, sondern sie wollen in der sache was weiterbringen.
Also Karas ist wirklich ein äußerst schlechtes Beispiel. Die Wähler haben ihm ihre Vorzugsstimmen gegeben, weil sie IHN als Delegationsleiter sehen wollten (oder auch NICHT Strasser). Sein “Einfluss innerhalb der Partei” ist den meisten dabei höchst wahrscheinlich ziemlich egal.
Die paar die ich persönlich kenne sind schwer enttäuscht und werden bei der nächsten Wahl nicht mehr ÖVP wählen.
@patricia: Ich bin sicher, dass das nicht deine Absicht war, darum ist das jetzt kein Vorwurf gegen dich, aber dein Vorzugsstimmen-Beispiel ist pure Wählerverarsche. Außer bei der EU-Wahl gibt es keine Wahl, wo Vorzugsstimmen etwas anderes darstellen als Symbolik. Wir wollen keine Symbolik, wir wollen mitwählen.
Dein Vorzugsstimmen-Beispiel wäre ein gutes, wenn das Wahlrecht eine Umreihung zuließe, und zwar mit niedrigeren Schwellen als bei der Eu-Wahl.
@helge:
Eine umreihung lassen die vorzugsstimmen zwar nicht zu, aber ein grundmandat.
Eine erklärung dazu gabs von christoph chorherr vor der NR wahl im herbst.
@Stefan: Anyway, echte Wählermitbestimmung einer Liste lässt sich damit nicht abbilden (außer die Grünen schreiben sich die Umreihung auf Basis der Vorzugsstimmen in die Statuten, das wär natürlich überhaupt das Beste).
Lieber Helge!
Nachdem ich mich bisher nur intern geäußert habe (weil mir auch die Zeit für solche Auseinandersetzungen fehlt) muss ich jetzt doch ob deinem befremdlichen Beitrag einiges dazu sagen:
1. Der Vorstand verbiegt nicht die Statuten. Denn so wie du die Statuten liest, ist ungefähr so wie ein Fundamentalist die Bibel liest. Gültig ist nur das schwarz auf weiß geschriebene Wort, alles andere ist auszublenden. Das geht aber weder bei der Bibel noch bei Grünen Statuten. Daher eine kurze Erläuterung, wie diese „UnterstützerInnen“ ins Statut gekommen sind. Es gab bis ungefähr Anfang dieses Jahrzehnts die Möglichkeit sich einfach für die Landesversammlung anzumelden und dann mitzustimmen. Das hat NIE gut funktioniert (Stichwort: Autobusdemokratie) und so haben wir mit 2/3 Mehrheit beschlossen das zu ändern. Da wir aber nicht alle ausschließen wollten, die nicht Mitglieder und FunktionärInnen sind, wurde der „Unterstützerstatus“ eingeführt und die stärkere Kontrolle durch den Landesvortstand. Damit jene, die sich in Bezirksgruppen und sonstwo engagieren, aber (noch) nicht Mitglied werden wollen, nicht von der Wahl ausgeschlossen sind.
Wenn man diese Entwicklung berücksichtig wird klar, dass nie daran gedacht war alle die kommen aufzunehmen, auch wenn das manche (wenige) Grüne gerne so suggerieren und euch fälschlicherweise vermittelt haben. Daher kann ein Landesvorstand allein schon unter Berücksichtigung dieser Entstehung nicht alle UnterstützerInnen zulassen, weil er sonst erst recht wieder den alten Zustand hergestellt hätte, den das jetzige Statut verhindern sollte. Und auch ein Friedensgericht würde das wohl nicht anders sehen.
2. Nehmen wir Wiener Grüne aufgrund der negativen Erfahrungen mit der Autobusdemokratie (die beschönigend aber falsch öfters als Basisdemokratie missverstanden wird) immer an, dass solche Massenbewegungen nicht der grundsätzlichen Unterstützung der Wiener Grünen, sondern einzelner ExponentInnen oder Flügel dienen. Was ja auch – siehe manche Blogpostings am Anfang der Bewegung, die du jetzt noch versucht hast zu mildern – zumindest bei manchen InitiatorInnen durchaus ein zentraler Beweggrund gewesen ist.
Da aber der Landesvorstand zu Recht darauf achten muss, dass nach einer KandidatInnenwahl nicht das Chaos ausbricht, muss er diesen Faktor auch in Betracht ziehen. Und auch wenn eure Bewegung sehr offen und angeblich unorganisiert angelegt war – wer weiß, was bis 15.11. passiert und wer sich der Kandidatur stellen wird. Das schlimmste wäre eine Mehrheit von KandidatInnen auf den vorderen Plätzen, die zwar den VorwählerInnen gefällt, aber nicht den Mitgliedern und FunktionärInnen. Und dann?
Internetwahlkampf durch VorwählerInnen und alles andere bleibt liegen, weil die Motivation bei Null ist. Eine Partei, die nicht hinter den KandidatInnen steht? Sorry, aber so kann politische Arbeit heute nicht geleistet werden. Das ist zugegebenermaßen ein Horrorszenario, aber deswegen kann man es nicht ausblenden. Und wir sind alle massiv flügelkampfgeschädigt und froh, dass sich das in den letzten 5 Jahren sehr beruhigt hat (insofern war vorhersehbar wie die große Mehrheit der grünen auf diese Initiative reagieren wird).
Wer wirklich etwas bewegen und verändern will bei den Grünen, der/die muss sich leider engagieren und mitarbeiten. Zu glauben alle 5 Jahre mittels Vorwahlen sich eine Grüne Partei zu konstruieren, die man für wählbar hält geht nicht. Nachhaltigkeit und kontinuierliche Arbeit sind auch zwei wichtige Eckpfeiler. Und die Motivation der hunderten Menschen, die diese Arbeit schon jetzt machen.
Das heißt nicht, dass wir nicht genug falsch machen und es auch ändern wollen. Aber dass muss bitte anders passieren. Und wenn ihr nicht in die Strukturen wollt, werden wir auch Wege finden. Das über die Wahl der KandidatInnen auszutragen ist aber der falsche Weg, weswegen er auch immer mehr zugemacht (werden) wird.
Und um noch eines anzumerken: Prinzipiell ist vielen bei den Wiener Grünen eine inhaltliche und personelle Breite wichtig. Aber nicht über alle 5 Jahre über abrupte und wenig nachvollziehbare Massenbewegungen.
Marcel Kneuer
schon ewig Grüner, Bezirksrat und Klubobmann, usw.
P.S. Und weil hier schon wieder komische Gerüchte gestreut werden: Die jetzt akzeptierten VorwählerInnen werden sicher am 15.11. mitstimmen dürfen, da bin selbst ich dafür. Das wird auch die kommende Landesversammlung nicht ändern. Wie das aber 2015 sein wird, wird sich noch zeigen.
@Marcel: Danke für deinen Beitrag! Nur eine inhaltliche Korrektur, weil definitiv falsch:
Nein. Das war nie Beweggrund und da wurde nichts gemildert, auch nicht versucht, denn diesbezüglich gibt’s da nichts zu mildern. Da hast du was falsch verstanden. Im Zweifel nochmal lesen.
@Marcel:
*) (…) gültig ist nur das geschriebene Wort (…)
Davon muss man aber schon ausgehen können, ansonst kann man ja je nach belieben die Statuten auslegen und ich glaube nicht das das im Sinne der ErfinderInnen ist.
*) (…) zentraler Beweggrund (…)
Alle 3 InitiatorInnen haben ihre Beweggründe auf http://www.gruenevorwahlen.at offen gelegt, ich glaube nicht, dass es da auch nur einer/einem darum gegangen ist, mit den gruenevw einen Kanditaten zu pushen, zu heterogen ist die Masse der Menschen die den Antrag auf Unterstützerstatus abgegeben haben.
*)(…) Das schlimmste wäre eine Mehrheit von KandidatInnen(…)
Ähhhm, sorry, aber das ist Demokratie. Wenn bei den nächsten Wahl 50% FPÖ Wählen, dann gefällt mir das auch nicht, aber 50% der Wähler haben das entschieden und in einer Demokratie (sofern die Wahlen korrekt abgelaufen sind und alle gleiches Stimmrecht haben) muss ich damit leben, ob es mir gefällt oder nicht.
[...] Aus gegebenem Anlass habe ich zwei weitere T-Shirts für den Flickr-Pool der Grünen Vorwahlen erstellt. Ich kann meine Appelle eigentlich nur wiederholen. Ob’s was bringt? [...]
Phuuuuu…. ganz tief durchatmen….
Also:
@patricia
ad 1.: die Möglichkeiten der Partizipation bei den Grünen aufzuzählen ist völlig in Ordnung, ich verstehe nur nicht ganz, was das hier an dieser Stelle verloren hat? Wenn du damit den Grünen Vorwählern immer noch verallgemeinernd unterstellen willst, dass sie kein Interesse an Partizipation haben, dann musst du dir umgekehrt den Vorwurf von mir gefallen lassen, dass du dich offensichtlich seit unserem persönlichen Gespräch beim OpenHouse nicht mehr wirklich weiter mit den Grünen Vorwählern beschäftigt hast. Nicht dass ich das von dir verlangen würde, aber ich habs getan, und ich kenne viele Gegenbeispiele, insofern keine Vorurteile bitte!
ad2: siehe helges antwort. Karas ist darüber hinaus leider ein ganz schlechtes Beispiel. Den Vorzugstimmen wurde in keinster Weise Rechnung getragen, keinem einzigen der Vorzugstimmenwähler ging es wohl darum, dass Karas sich nun mit irgendwelchen Parteiämtern zufrieden gibt.
Und das mit dem Holzhammer (ist das tatsächlich auf die Grünen Vorwähler bezogen?) kann ich auch nicht nachvollziehen: Es gibt ein Statut für Menschen, die die Grünen unterstützen wollen. Wir wollen das, daher nützen wir das Statut. Wo ist da ein Holzhammer? Wo ist da die Stimmungsmache gegen die Grünen?
@Marcel: noch so ein Vergleich der furchtbar hinkt: Erzähl deine These mal Vertretern christlicher Glaubensgemeinschaften. Glaubst ein Einziger wird behaupten, dass es nicht sie sind, die die Bibel schwarz auf weiß lesen? Glaubst du ein einziger wird sich deshalb als Fundamentalist bezeichnen lassen?
Bei einem Statut gehe ich prinzipiell schon davon aus, dass es so gemeint ist, wie es dort steht. Und nicht wie es irgendwer, irgendwann gemeint oder interpretiert hat.
“Einzelne Unterstützung von Exponentinnen oder Flügeln”?! Das war nie ein Beweggrund der Innitiatoren. Aber bitte, alles steht online, alles ist transparent. Bitte schlag nach und zeige was du meinst.
“Das schlimmste wäre eine Mehrheit von KandidatInnen auf den vorderen Plätzen, die zwar den VorwählerInnen gefällt, aber nicht den Mitgliedern und FunktionärInnen.” Sorry, bei so einem Demokratieverständnis stellt es mir echt die Nackenhaare auf. Kandidaten sollen also nur dem kleinen Parteikreis gefallen, aber nicht den Wählern und WählerInnen, die sie vertreten? Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen.
Euch beiden möchte ich mit auf den Weg geben: EURE Wortmeldungen sind es, die versuchen ein Keil zwischen zwei Lager zu treiben. Ich hab diese Lagerbildung aber echt satt! Ich kenne inzwischen viele Grüne, sowohl aus persönlichen Gesprächen, als auch aus den Medien, die die Grünen Vorwahlen vorbehaltlos unterstützen, und die erkannt haben, dass wir am selben Strang ziehen. Glaubt ihr das sind alles Idioten?
@Schimi: Piano, piano – nur weil du mit Patricia und Marcel nicht übereinstimmst (tue ich auch nicht), musst du ihnen nicht vorwerfen, dass sie einen Keil irgendwo reintreiben. Sie sagen nur offen ihre Meinung, das ist m.E. uneingeschränkt zu begrüßen!
@helge: Offene Meinung ist uneingeschränkt zu begrüßen, gar keine Frage, da wollte ich kein gegenteiliges Gefühl vermitteln.
Was ich hingegen offensichtlich anderes sehe als du ist, dass Pauschale Vorwürfe meiner Meinung nach immer einen Keil in die Gesellschaft treiben, ganz egal in welcher Frage. Das hilft nicht weiter.
Mein Schlusssatz war daher als Appell gedacht, dass man sich wirklich anhören und ansehen sollte, was wir sagen, was wir wollen, anstatt pauschale Vorwürfe wie “Holzhammermethoden” und “zentrale Beweggründe” zu propagieren. Ich denke dann ist es durchaus möglich einiges besser zu verstehen. Viele Grüne haben das dankenswerterweise getan! Das will ich auch immer wieder betonen, weil ich es wirklich positiv finde.
Abgesehen davon nehm ich mir das “piano” aber tatsächlich gerne zu Herzen ;-)
Für mich ist das Projekt Grüne Vorwahlen seit gestern Geschichte. Die Ablehnung kam per Email.
Ich kann mich den Ausführungen von Helge in seinem Post nur anschließen.
Keine Transparenz, Unbequemes meiden und schon gar nicht etwas am Machtgefüge ändern wollen müssen.
Bewundernswert finde ich Helges Durchhaltevermögen und den Glauben an die Statuten in Bezug auf:
“Ziel der Grünen ist die Zusammenführung aller grün und/oder alternativ denkenden Menschen in Wien. Dabei sind Toleranz und Pluralismus oberste Kriterien. (§ 2.4)”
Ich frage mich nur warum sollten die Grünen diese Bestimmung nicht mit der gleichen Ignoranz behandeln wie den oft zitierten Paragrafen über die UnterstützerInnen:
Wer der Landespartei gegenüber erklärt, dass sie/er sich mit den Grundsätzen und dem Programm der Grünen einverstanden erklärt und bei der Partei mitarbeiten und mitentscheiden will, ohne Parteimitglied zu sein, erwirbt mit Aufnahme durch den Landesvorstand den Status einer Unterstützerin/eines Unterstützers. (§ 5.7.1 )
Für mich ist somit die Glubwürdigkeit dieser Partei leider auf die Ebende der anderen gesunken. Eine klare Niederlage für Leute, die meht erwartet haben.
@ helge, schimmi, teekiller
ich fange mal inhaltlich von hinten an.
warum habe ich mich bemüht, das mit dem holzhammer klar zu machen?
Was erwartet sich der wähler/die wählerin denn von politikern? Die ANTWORT wird lauten: „dass sie für mich arbeiten“. Das BILD dazu ist aber ein charismatischer politikER, der im persönlichen stammedium des wählers mindestens einmal wöchentlich sichtbar ist. und mit sichtbar meine ich: auf einem photo zu sehen. wenn text daneben, dann bitte nicht zu lang und nicht zu politisch. Überspitzt formuliert: solange die person oft genug in den seitenblicken vorkommt, hinterfragt niemand die inhaltliche und fachliche kompetenz sowie den fleiß. Optische präsenz und das eigene trommeln der kompetenz reichen. Die mühe zu hinterfragen, was die person denn so GENAU macht, tut sich kaum jemand an.
Nur: die arbeit ist eben in 90 prozent das, was im hintergrund abläuft. Das, wo der holzhammer, das angriffige, das die anderen medial vor sich hertreiben, all das womit man es schafft, in die öffentlichkeit zu kommen, nicht funktioniert oder nicht sinnvoll, ja sogar kontraproduktiv ist.
So, und was bekommt der durchschnittliche medienkonsument, von dieser arbeit mit? Null, nada, niente. Es ist – aus einer fülle von sehr, sehr verschiedenen gründen – wenig bis nicht kommunizierbar.
Dh, der souverän kriegt zwar, was er sagt, dass er will, nur dadurch dass er es nicht erfährt, glaubt er, er kriegt es nicht.
jegliche hilfestellung, wie wir diesen gap überwinden können, wird freudig angenommen.
Profiteure dieser diskrepanz zwischen artikulierter und realer forderung sind jene politiker/-innen, die zwar viel fordern “den finger auf die wunde legen” aber sonst nix und/oder keine ahnung haben wovon sie eigentlich reden.
Umgelegt auf die grünen heißt das: ja, wir haben defizite in der medienarbeit. Aber nein, es heißt nicht, dass deshalb nicht die mehrheit vernünftige arbeit macht.
Und damit kommen wir dann auch zum beispiel karas:
Haben ihm die wähler/-innen die vorzugsstimmen gegeben, explizit, damit er delegationsleiter wird (öhmm – welche macht GENAU hat eigentlich der delegationsleiter ggü seiner fraktion? Ich muss gestehen, ich hab das noch nie hinterfragt.) oder um ihre solidarität mit ihm zu bekunden und der partei zu signalisieren: “wir wollen, dass er auch weiterhin unsere interessen in brüssel vertritt”? Nun, das tut er. Und er wurde so aufgewertet, dass er für seine brüsseler positionen auch in österreich mehr lobbying betreiben kann.
im übrigen bin ich mir dessen bewußt, dass das ein text ist, der an der typischen grünen krankheit leidet: lang, kompliziert, detailiert. ich gehe aber davon aus, dass hier in diesem umfeld menschen unterwegs sind, die sowas trotzdem
lesen.
@adi: ich verstehe deinen frust!
schade, dass du gestern nicht beim treffen warst. es hat wieder etwas positive energie gespendet.
alle aufgenommenen unterstützer und die die sich nicht abschütteln lassen werden weiter darum kämpfen, dass die grünen zu dem werden was sich die meisten wünschen.
@ schimi
nein, ich möchte den GVW keineswegs en bloc unterstellen, dass sie an mitarbeit kein interesse haben. Das zu unterstellen und einen absatz weiter von den gegenbeispielen zu berichten, die mir zu ohren kamen, das wäre ja wohl ziemlich blöd von mir, oder? Ganz im gegenteil: sowohl in der lindengasse als auch im kent kamen etliche GVW unter, die meinten dass sie gerne täten, aber nicht wüßten wie,
Und diese unwissenheit orte ich z.t. noch immer, wenn ich mir so manche blogposts durchlese.
Was ich nicht verstehe ist, dass ich genau diese information, die ich gab, auf keinem blog gelesen habe. Sehr wohl aber eine menge meldungen in richtung: “abgeschottet, verkrustet, die wollen uns ja nicht” Und niemand von den GVW, die sich so aufmerksam mit der auslegung des von der grünen website gesaugten status beschäftigten, konnte diesen kollgen von den GVW helfen? ihnen sagen: also laut statuten brauchts ihr nichtmal unterstützer werden, wenn ihr mitreden wollt. Und für alles weitere: schaut doch mal selber auf die website. Nein, das verstehe ich nicht. Und das hat mir leider auch noch niemand zu erklären versucht.
Ad stimmungsmache gegen die grünen, ein paar beispiele nur von dieser seite hier, die ein öffentliches medium ist: „Im Vorstand sitzen ganz offensichtlich Menschen, denen die Erweiterung der Basis und Öffnung der Partei ein Grauen ist.“, „Fuer mich reihen sie die beschriebenen Ereignisse in die Reihe die zeigt, dass die Gruene Alternative auch keine Alternative mehr ist, sondern mittlerweile auch schon eine klassische Partei“, „Das ist ja echt zum Schreien. Die Grünen suhlen sich in Selbstdestruktion.“ „Die Grünen sind zu dem Klischee geworden dass ihnen rechte Parteien seit Jahren vorwerfen. Scheinbar versteht sich die Partei nicht mehr als Vertreter von Ideen und Wählern sondern als Zusammenschluss von Berufspolitikern.“
Würdest du das als stimmungsmache FÜR die grünen sehen? Ich weiß nicht warum wer von den GVW angenommen oder abgelehnt wurde – aber es ist für alle diejenigen, denen es um partizipation geht in wirklichkeit völlig blunzen, welchen status sie haben. Sie können sich in bezirken und TO ab dem ersten tag bei themen wie lokalen/gruppenspezifischen wahlprogrammen, -themen, -strategien einbringen. Alles miteinander ned nix, würde ich sagen, sondern enorm wichtige strategische themen. Und gleiche augenhöhe ist dabei gegeben. Andernfalls hieße das nämlich im umkehrschluss, dass all diejenigen, die sich jetzt schon einbringen ohne status zu haben, weniger wert wären. Und das ist, soweit mir bekannt ist, die mehrheit bei den wiener grünen. Glaubst du, dass diese menschen auch nur einen finger krumm machten, wenn dem so wäre, wenn sie nicht gleichwertige partner wären? ohne die freiwilligen, stünde das werkel still.
ja, und sowohl im kent, als auch in der lindengasse hielten sich unter denen die ich traf, die, die andocken wollen und diejenigen, die ganz explizit meinten: “mitarbeit interessiert mich nicht”, die waage.
Hallo Patricia,
ich habe nie angezweifelt, dass ihr schlechte Arbeit macht oder faul seit!
Aber wie du auch selbst schon angesprochen hast, liegt einer der Hunde in der Öffentlichkeitsarbeit vergraben. In letzter Zeit war es doch so, dass nur negative Dinge über die Grünen in die Medien gelangt sind.
Ich hätte nichts dagegen, wenn es bei den Grünen eine Persönlichkeit geben würde, die dafür steht was die Grünen tun/sind und dafür weniger “anpackt”.
Denn es reicht nicht sich darüber zu beschweren, dass die Politik so unfähr zu Menschen ist die sich wirklich engagieren.
Am Ende des Tages zählt das was die WählerInnen mitbekommen. Und da sehe ich die GrünenVW auch als Plattform für erweiterte Kommunikation.
Ich verstehe, dass ihr wollt, dass wir mitarbeiten! Doch es gibt auch Dienste die sich nicht nach Arbeit anhören, aber sehr wohl Arbeit sind zb. Kommunikation und Wissensvermittlung! Dort sehe ich meine Aufgaben, sollte ich von den Grünen darum gebeten werden.
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ACHTUNG Metapha:
Es reicht nicht nur die ganze Zeit Bäume zu fällen. Irgendwann ist die Axt stumpf und dann muss man diese Axt auch mal wieder schleifen, oder sich eine neue zulegen!
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Zu der negativen Stimmungsmache: Ob es stimmt oder nicht. Es ist der Eindruck den ihr uns(GVW und WählerInnen) vermittelt. Wir haben das nur öffentlich ausgesprochen. Nun habt ihr die Chance, darauf zu reagieren und diese Vorwürfe am Besten in einer öffentlich wirksamen Aktion zu entkräften oder zu widerlegen.
@patricia: erstmal vielen Dank für deine ausführlichen Antworten. Über zwei Dinge freu ich mich besonders:
1. dass du auch der Meinung bist, dass im Umfeld der Grünen Vorwahlen viele Menschen unterwegs sind, die auch “lange, komplizierte, detailierte” Texte lesen. Ja, tatsächlich halte ich das für eine der ganz großen Stärken dieser Initiative. Mein Eindruck ist wirklich, dass sich hier viele höchst-interessierte Menschen gefunden haben, denen die Grünen Ziele am Herzen liegen. Gerade deshalb halte ich es für extrem wichtig, dass die Grünen dieses enorme Potential aufgreiffen und für sich nützen, und nicht durch irgendwelche unbegründeten Ängste wieder von sich stoßen.
2. finde ich es schön, dass du auf den Treffen auch etliche GVs getroffen hast, von denen auch du überzeugt bist, dass sie ihren Teil der Mitarbeit für die Grünen gerne erbringen würden.
Was ich allerdings nicht unterschreiben kann ist, dass sich solche und solche “die Waage gehalten haben”. Ich will jetzt wirklich nicht kleinlich über Prozentsätze diskutieren, aber ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung nur sagen: Ich habe tatsächlich KEINEN EINZIGEN GV bisher getroffen (oder von ihm gelesen), der dezidiert gesagt hätte “mitarbeit interessiert mich nicht”, auch wenn du das jetzt vielleicht nicht glauben kannst. Mein Verdacht ist vielmehr, dass es da um Dinge geht, die vielleicht teilweise nicht ganz richtig angekommen sind. Es geht zum Beispiel um Fragen, was man alles als Mitarbeit definiert und dementsprechend von den anderen akzeptiert. Ich für meinen Teil glaube daran, dass jede kleinste Mitarbeit, egal wieviel kleiner sie gegenüber all euren Leistungen auch sein mag, ihre Berechtigung hat, und auch Annerkennung verdient. Da geht es nicht um ein Aufwiegen der einzelnen Leistungen gegeneinander. Jede Hilfe ist wichtig, jeder eben nach seinen Möglichkeiten. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang daher auch nochmal zu betonen, dass du die Grünen Vorwahlen nicht als Kritik an dir und deiner Arbeit verstehen solltest!
Und damit wären wir auch noch bei den von dir angesprochenen Zitaten angelangt. Ich will jetzt garnicht einzeln darauf eingehen, in welchem Zusammenhang diese gefallen sind, weil es auch nicht meine aufgabe ist, die Wortmeldungen der anderen 400 Grünen Vorwähler hier zu kommentieren oder zu verteidigen. Was ich aber schon sagen muss ist: ALLE der von dir zitierten Stellen stammen nicht vom Beginn der Initiative Grüne Vorwahlen, sondern es handelt sich dabei durchwegs um Reaktionen auf die Geschehnisse der letzten Wochen. Ich finde Kritik muss auch möglich sein. Ich kann nicht einfach zu einer Entscheidung, die ich nicht für richtig halte, nichts sagen, nur weil ich Angst habe jedes schlechte Wort könnte den Grünen schaden. Im Gegenteil: Kritik an einzelnen Punkten soll die Grünen weiterbringen und weiter verbessern. Ich habe den Eindruck, dass genau das das Ziel der meisten Grünen Vorwähler ist, und keineswegs den Grünen Schaden zu schaden.
Nur ist es, um das auch verstehen zu können, eben wichtig in all den Blogs auch die “langen, komplizierten und detailierten” Texte zu lesen, und sich nicht nur von einzelnen, plakativeren Sätzen abschrecken zu lassen. Das wird beim gegenseitigen Verständnis ganz wichtig sein. Danke daher auch nochmal, dass du dich mit meiner Kritik an deinem Text offensichtlich länger auseinandergesetzt hast.
@ jürgen:
“ich habe nie angezweifelt, dass ihr schlechte Arbeit macht oder faul seit!”
nun, einzelnen grünen politikern wird das sehr wohl unterstellt (”wo sind denn die?”) und da ersuche ich eben um eine etwas differenziertere sichtweise.
insbesondere, da der blogspace nur für
einen teil der bevölkerung repräsentativ ist. ja, in diesem teil befinden sich vermutlich überdurchschnittlich viele grünaffine menschen und in der kommunikation mit diesen haben wir nachholbedarf.
es gibt aber – und das ist noch immer das größere segment – eine menge menschen, die man mit einer vielzahl anderer wege erreichen muss.
das sind mal die zeitungen. und zwar auch krone oder “heute”, auf bezirksebene sind die bezirkszeitung und das bezirksjournal ganz, ganz wichtig.
medien, über die viele die nase rümpfen. nur: nase rümpfen heißt an der realität vorbei zu produzieren. weil: auch wenn ein gstandener “heute” leser nicht gleich zum grünwähler umgepolt werden kann: es ist auch ein erfolg, wenn diese person sich manchmal denkt: “so blöd sind die ja gar nicht” und beim nächsten posting oder am stammtisch nicht gegen die grünen polemisiert.
und da wird es schon interessant, mal zu googeln und sich in die archive zu begeben: wer von unseren GR kam wo vor, wie oft, mit welchen themen vor und nicht zuletzt: taten sie das auch außerhalb von wahlkampfzeiten?
gebt mal ein paar namen ein und überprüft das. ich könnte mir vorstellen, dass das ein ziemliches aha erlebnis sein könnte.
dann gibt es newsletter, websites von bezirken, gemeinde, teilorganisationen, bund.
dann gibt es flyer und zeitungen von bezirken, TOs und landesorganisation.
und nicht zuletzt den face to face kontakt.
einzelgespräche, die betreuung und unterstützung von bürgerinitiativen, dia standeln, festeln etc.
politiker, die nicht im blogspace und im standard aufscheinen sind daher trotzdem existent und tun was.
und ich würde mir wünschen, dass menschen, die meinen, dass sie sich mit den grünen auseinandersetzen auch diese differenzierte sichtweise entwickeln.
ja – und sollte sich die frage stellen: “die red so gscheit und wo ist sie?” – auch noch so ein mediengesetz: man kann nicht alle politikerinnen medial rausstellen, weil das die aufnahmefähigkeit der menschen überfordert. auf bezirksebene heißt das, dass wir versuchen eine person zu positionieren, nämlich die für die innere stadt mit ihren spezifischen strukturen am besten geeignete. und diese person unterstütze ich. und immerhin ist rainer, der eigentlich “nur” der klubobmann der drittstärksten partei ist – also an sich recht uninteressant für die medien, damit regelmäßig in den printmedien von der presse angefangen bis zu heute und krone. wir haben eine durchaus passable website (ja, verbesserungen wären möglich, wissen wir, machen müsserts wer), es gibt seit april einen bezirksblog (noch viel mehr verbesserungen möglich :-(), wir haben alls 2, 3 monate einen flyer, der im ganzen bezirk verschickt wird etc.
das mediengesetz von der beschränkten aufnahmefähigkeit der leser umgelegt auf den gemeinderat bedeutet, dass es es vermutlich am klügsten wäre maximal 3 personen öffentlich zu positionieren. nun, wer einmal googelt wird rasch feststellen, dass es trotzdem noch immer weit mehr sind, die immer wieder ihre themen an die öffentlichkeit bringen. allerdings an eine öffentlichkeit weitgehend außerhalb des blogspace.