Google this site (~ 2000 pages):

Home
RSS Feed RSS Feed

« Previous: Wer wirklich hinter den Grünen Vorwahlen steht | Next: Bing, die beste Art zu googlen seit Yahoo »


Diesen Text habe ich für das neue Update-Magazin geschrieben:

In einer Vorlesung stellte der britische Rechtsprofessor James Boyle seinen Studenten kürzlich folgende Aufgabe:

Stellen Sie sich vor, sie befinden sich in den frühen 90ern. Die Potentiale elektronischer Netzwerke zeichnen sich ab, und Sie haben zwei Möglichkeiten: Die erste umfasst von Behörden gestellte BTX-Terminals in allen Wohnzimmern, ausgestattet mit ausgewählten Datenquellen von BBC bis Reuters. Auf jede Information ist Verlass. Die andere Option ist ein System, in dem jeder alles publizieren kann – auch Lügen, Pornographie und Hetze. Was hätten Sie gewählt?

james-boyle

James Boyle auf der letzten Ars Electronica in Linz, (cc) by Joi Ito

In Boyles zweiter Aufgabe müssen die Studenten eine globale Enzyklopädie entwerfen: Entscheiden Sie sich für ein Team von erfahrenen Experten, die Artikel schreiben, bewerten und korrigieren? Oder setzen Sie eine Website auf, die jeder editieren kann?

Wir alle hätten der Welt wohl das Web und die Wikipedia vorenthalten und uns für BTX und Britannica entschieden, denn wir tendieren dazu, die Nachteile fehlender Zentralkontrolle zu über- und die kreative Kraft der Offenheit zu unterschätzen. In Zeiten, in denen in Brüssel, Berlin und Wien an Entwürfen zu Internetsperren und Aufhebung der Netzneutralität gearbeitet wird, eine wichtige Erkenntnis.

(via Netzwertig)


 

« Previous: Wer wirklich hinter den Grünen Vorwahlen steht | Next: Bing, die beste Art zu googlen seit Yahoo »

4 Comments
#180191 ano says on June 27, 2009 at 8:27 pm
Avatar
top

wenn sogar die oberösterreichischen grünen eine internetspeere fordern (http://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Hirz), dann werden wir eher eine zensur mit totaler sicherheit und einen wunderbaren polizeistaat bekommen.

bottom
#180284 Elisabeth says on June 28, 2009 at 12:56 pm
Avatar
top

es ist nicht alles besser geworden mit dem internet, aber vieles. Man darf jedoch nicht alles opfern nur um ein klein wenig voranzukommen – daher bitte Strafe dort, wo es richtig ist, aber nicht mit der Brechstange!

Die Aufgabe von Hrn. Boyle ist genial und zeigt wie engstirnig wir doch alle denken und dass unsere Vorstellungskraft doch sehr beschränkt ist.

bottom
#191284 Rainer says on August 23, 2009 at 7:11 pm
Avatar
top

Die Stärke des Web ist gerade sein Dezentralismus und die erstmalige Gelegenheit in der Geschichte der Menschheit, seine eigenen Ansichten theoretisch jedem anderen Menschen auf der Welt mitzuteilen.
Dies läuft natürlich dem zentralistischen Monolith der “Realpolitik” zuwider, die ja außerdem das Informationsmonopol besitzt.
Folglich wird das Web in derzeitiger Form immer stärker unter Beschuss und reglementiert werden.
Schade drum …

bottom
#215346 Journalismus 2.0 – Zwei geniale Projekte | BHofer.me says on April 3, 2010 at 12:37 am
Avatar
top

[...] Twitter as Publishing) oder Fred Wilson (z.B.: Streaming Kills Piracy) und Helge Fahrnberger (z.B. Lügen, Porno und die seltsame Kraft der Offenheit). Um jetzt nur drei Beispiele zu [...]

bottom

Sorry, the comment form is closed at this time.

corner