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oe3

Heute ging ein schönes Projekt online, das ich in den letzten Monaten mitkonzipieren durfte: Die Facebook-Präsenz des Radiosenders Ö3. Das Team von Ö3 ging sehr offen und pragmatisch an das Projekt heran: Statt hochgestochenen Zielformulierungen voller Marketingspeak war das Motto “Da passiert was, da wollen wir dabei sein, ein bisschen was ausprobieren.”

Schnell wurde klar, wie diese Facebook-Präsenz aussehen könnte:

  1. Inhalte des Radiosenders sollen “sharable” sein und sich “viral” im Facebook verbreiten können: Das wurde beispielsweise mit den Comedy-MP3s umgesetzt, die direkt auf der Facebook-Page – und auch auf der Homepage – anhörbar sind und alle einen “Teilen”- (netzdeutsch für Weiterleiten) Button haben. Dazu werden zunehmend alle Artikel und sonstigen Elemente der Ö3-Website mit solchen “Teilen”-Buttons ausgestattet. Die regelmäßig stattfindenden Events von Ö3 können direkt in den eigenen Kalender übernommen werden (was wiederum alle Freunde sehen) und Freunde können zu den Events eingeladen werden.
  2. Die Funktionen von Facebook sollen für Hörer-Interaktion untereinander und mit dem Sender genutzt werden: So dominieren Kommentare von Ö3-Fans die Startseite, zu Events können Fotos und Videos hochgeladen werden, alle Inhalte können kommentiert werden. Dazu wird Facebook neben Email, Telefon und SMS als vollwertige Kommunikationsmöglichkeit mit dem Hörerservice des Senders etabliert, und einzelne Ö3-Mitarbeiter werden (so sie jeweils nichts dagegen haben – beruht auf Freiwilligkeit) über Facebook erreichbar.
  3. Facebook ist die Stoßstange 2.0: Man kann sich den Player als digitalen Bumpersticker auf das eigene Profil holen – oder natürlich auch direkt auf der Page Ö3 hören. Viele Ö3-Promis sind zudem mit eigenen Fanpages vertreten.
  4. Crossmedia: Konsequenterweise werden Facebook-Funktionen auch auf den existierenden Website verlinkt und auch onair wird wohl ab und zu auf Facebook verwiesen werden.

(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit – und einige Funktionen werden erst gelauncht.)

Stellt sich die Frage nach der Erfolgsdefinition und -messung eines solchen Projekts. Harte Zahlen liegen noch keine vor, und ich bezweifle auch, dass der Effekt einer solchen Aktion überhaupt vollständig messbar ist. In einem Markt, in dem Nennungen eines Sendernamens beim Radiotest die alles bestimmende Währung sind, wird sich eine funktioniernde und prominente Präsenz in einer Community, in der die Internetbevölkerung bereits über 4% ihrer gesamten Onlinezeit verbringt, sicherlich bezahlt machen.

comscore-facebook-stats

Besonders bemerkenswert waren für mich in diesem Projekt zwei Personen, ohne die das Ergebnis unmöglich so geworden wäre wie es ist: Zum einen Albert Malli, der stellvertretende Senderchef, der das Projekt mit viel Mut zum Social-Media-Experiment initiiert und uns den Rücken von der Senderbürokratie frei gehalten hat. Wir hatten dank ihm maximalen konzeptionellen Freiraum. Zum anderen Andreas Klinger von den Socialisten, der das Projekt technisch bestens umgesetzt und mit seinen hervorragenden Kontakten zum Facebook-Headquarter viele Dinge erst ermöglicht hat.

Danke, hat Spaß gemacht!


 

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15 Comments
#169023 hedu says on May 5, 2009 at 8:34 pm
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Coole Sache, Helge. Das hat was.

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#169027 Tom Schaffer says on May 5, 2009 at 8:40 pm
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hör zwar kein ö3, aber die seite ist super gemacht. vor allem das liveradio gefällt mir. ist das ein speziell programmiertes plugin?

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#169029 Helge Fahrnberger says on May 5, 2009 at 8:42 pm
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@Tom: Ja, das ist eine eigene Facebook-Applikation.

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#169042 heimo says on May 5, 2009 at 9:12 pm
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ja, gut gelungen!
gib’s das bald auch für ö1?
lg
heimo

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#169044 David says on May 5, 2009 at 9:15 pm
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Ich muss zugeben, dass ich bei den permanenten Facebook-Nennungen der vergangenen Wochen auf Ö3 (ich hör das meistens in der Früh) eher an bezahlte und nicht als solche gekennzeichnete Werbung für Facebook gedacht habe.
Ansonsten ist das natürlich interessant und konsequent durchgezogen, so ist man das von den ÖR sendern in Österreich tatsächlich nicht gewohnt!

Die Schattenseite der Aktion ist für mich als Gerechtigkeitsfan(atiker) natürlich auch deutlich sichtbar: es wird immer nur von Facebook geredet als ob es nichts anderes auf diesem Sektor gäbe (das stimmt auch in einem gewissen Rahmen, aber die Menschen hören mit der Zeit auf nach Alternativen zu suchen). Etwas mehr Diversität als Gegenpol zu monopol-artigen Marktstellungen wie der von Google und Facebook würde sicher nicht schaden.

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#169052 Heinz Grünwald says on May 5, 2009 at 9:30 pm
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Gratuliere an @helge und @andreasklinger ist wirklich toll geworden!

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#169333 ritchie says on May 6, 2009 at 12:26 pm
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Tolle Page, angenehm aufs Wesentliche reduziert, find ich sehr gelungen. Gratulation auch von mir an @helge (dass der überhaupt sowas zustande bringt… #datadirtvshelge) und Meister Klinger!

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#169732 CEEA says on May 8, 2009 at 10:33 am
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Cooles Features. Mal schauen, ob Ö3 es schafft, ordentlich zu vermarkten. Dir (Radio)reichweite dazu ist ja schon mal vorhanden. ;)

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#170427 Heinz Grünwald says on May 11, 2009 at 3:59 pm
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yeah, ich hab es auf den Sceenshot geschafft ;) – nein, wirklich gut gelungen – ein Paradebeispiel für eine gute Facebook Fan Page.

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#170473 hedu says on May 11, 2009 at 9:16 pm
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@Heinz Grünwald: bei mir ist es sich um Minuten nicht ausgegangen :-(

Aber gratuliere an dieser Stelle auch an Helge, nicht nur dem Albert … ;-)

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#176902 JohnM says on June 9, 2009 at 10:43 pm
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Gerade diese zahlreichen Integrationen werden Facebook dauerhaft einen Vorteil gegenüber Studivz verschaffen und allein das freut mich ;)

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#176930 Markus Hübner says on June 10, 2009 at 10:09 am
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Weiter so :)

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#177380 Volker Schäfer says on June 12, 2009 at 6:06 pm
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Ja, der Facebook Auftritt von Ö3 sieht wirklich gut aus. Gefällt mir.

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#178717 anonymous says on June 17, 2009 at 11:05 pm
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wieso oe3 und nicht fm4!?

ah fm4 ist seid mehr als 1 jahr auf facebook :)

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[…] Development Consultant unterwegs und kann auf eine sehr feine Klientel verweisen (sms.at, ORF, Shapeshifters (see this arcticle in BrandEins) Knallgrau, O2 Germany, Mobilkom Austria, Telekom […]

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