Das sind die österreichischen Web-2.0-Projekte 2009
February 23, 2009Für den Werbeplanung.at-Guide 2009, der in drei Tagen herauskommt (siehe auch hier, hier und hier) durfte ich auch heuer wieder eine Übersicht zusammenstellen, welche österreichischen “Web 2.0″-Startups es so gibt. Die Auswahl ist wie immer subjektiv, Beschwerden dazu bitte in die Kommentare. Umgekehrt alphabetisch, damit das schamlose Eigenlob wenigstens nicht ganz oben steht:
Twoday ist das Urgestein der sozialen Medien in Österreich: Die Blogplattform ging vor sechs Jahren ans Netz und ist nach wie vor eine der führenden Weblog-Communities im deutschen Sprachraum. Twoday wird von der Wiener Agentur Knallgrau betrieben.
Tupalo, die aus Wien stammende Lokal- und Shopbewertungsplattform, ist im letzten Jahr stark ins Ausland gewachsen und bietet bereits für etwa 20 Städte in Europa und Nordamerika beeindruckende Datendichte. Am Heimatmarkt Österreich ist Tupalo mit Qype.at jedoch Konkurrenz erwachsen.
Tunesbag ist wie der Name schon andeutet die Verlagerung der persönlichen Musiksammlung ins Netz. Wie Mindmeister ist Tunesbag ein Beispiel für den Trend, dass die Aufgabe von Desktopapplikationen (wie in diesem von Itunes) zunehmend von Webdiensten übernommen werden.
Tripwolf ist ein Projekt des Inkubators i5invest, der auch hinter 123people.com steht. Es ist der österreichische Beitrag zum äußerst umkämpften Geschäftsbereich nutzergenerierter Destinationsbewertungen und Reiseberichte. Tripwolf konnte in mehreren Finanzierungsrunden bereits etwa €4 Mio. Risikokapital lukrieren, erst im Jänner stieß der Unternehmer Dieter von Holtzbrinck zum Kreis der Investoren, zu dem auch die Mair-Dumont-Gruppe zählt.
Post Scriptum: 123people habe ich in der Liste leider vergessen. Aber dafür gibt’s ein ausführliches Interview.
Soup.io ist Microblogging-Plattform und Lifestream-Aggregator und richtet sich an ein junges und internationales Publikum. Kürzlich gewann Soup das Rennen gegen 22 ausgewählte Startups und gewann den renommierten Londoner Seedcamp-Bewerb – gewöhnlich die Eintrittskarte für eine Finanzierungsrunde.
Scoop bezeichnet sich als Community-Zeitung, tatsächlich trifft “Klon von Digg.com” besser zu. Scoop ist ein Hobbyprojekt noch ohne kommerzielle Ambitionen, hat aber seit Herbst 2008 ein beeindruckendes Wachstum hingelegt.
Popurls ist ein ausschließlich für den amerikanischen Markt ausgerichteter Echtzeit-Aggregator von populären Inhalten aus einer Vielzahl von Quellen. Siehe Interview mit Gründer Thomas Marban.
Prooms steht für “Private Rooms” und ist eine Vermittlungsbörse für Privatunterkünfte. Gegenseitige Bewertungen sollen für Vertrauen sorgen.
Mindmeister, ein Münchner Startup mit österreichischen Wurzeln, bildet kolaborative Mindmapping-Applikationen im Netz ab und entspricht damit dem Web-2.0-Klischee von Cloudcomputing und Online-Kolaboration. Mindmeister ist Innovationsführer in seinem Bereich und verspricht sich Profitabilität durch eine Monatsgebühr von etwa €5 pro Nutzer.
Mjam ist eine Gründung junger “Hacker” aus dem Wiener Hackerspace Metalab. Es soll den Missstand der fehlenden Transparenz im Markt der Essenszustellung beheben. Dazu wurden durchdachte Algorithmen und eine ansprechende Oberfläche entwickelt. Bislang ist Mjam in Wien, München, Hamburg und Berlin verfügbar, eine weitere Expansion soll folgen.
Kununu rollt das Geschäftsfeld der Stellenanzeigen über Bewertungen von Arbeitgebern auf – und feiert damit vor allem bei der deutschen Presse beachtenswerte Erfolge.
Factolex ist ein Projekt des früheren Netvibes-Entwicklers Alexander Kirk. Es ist ein Fakten-Lexikon, das Begriffe präzise beschreibt. Beschreibungen werden entweder von Usern eingegeben oder von Quellen wie Wikipedia aggregiert. Im Unterschied zur enzyklopädisch organisierten Wikipedia liegt der Schwerpunkt von Factolex in der Semantik zwischen Begriffen – was es zu einer wertvollen Quelle für zukünftige Semantic-Web-Entwicklungen machen könnte.
Edelwiser ist der mutige Schritt, den Trend der Inidividualisierung in die Schiproduktion zu bringen: User können das Design ihrer Ski online selbst gestalten. Der logische Schritt zum echten Crowdsourcing à la Threadless.com fehlt bislang allerdings noch.
Bikemap, ein Projekt der Wiener Kartenexperten von Toursprung, ist mittlerweile Europas umfangreichste Radroutensammlung. Benutzer können auf Karten ihre Lieblingsrouten mit anderen Radfahrern teilen. Mit sieben Sprachversion das internationalste Projekt in der Liste. Schwesterprojekte existieren für Läufer, Wanderer, Skater und Motorradfahrer.



Mit gefällt, wie man selbst bei dir durch die Anführungszeichen merkt, wie abgegriffen der Begriff “Web 2.0″ schon daherkommt.
Hey, Du hast wohl glatt niuus.com vergessen. Kein Problem ;-)
tolle liste!
hoffentlich ist meublounge.com auch bald dabei ;)
Nach sechs Jahren zählt man immer noch als “Startup” ???
Super Liste, war mir bei einigen davon nicht bewusst, dass diese eigentlich aus Österreich sind. Freut mich zu sehen, dass wir auch ein paar gute Start-Ups haben.
Kleine Erweiterung vielleicht noch Szene1.at … ist zwar schon ähnlich lange auf dem Markt wie Twoday, aber vor allem im Raum Oberösterreich sehr bekannt und auch kürzlich mit Weblife1.com einen seitenübergreifenden Login-Provider gestartet.
@Michael: Ja, “Web 2.0″ ist kaum ohne Augenzwinkern zu gebrauchen. Ganz ohne kommt man (publizistisch) leider auch nicht aus.
@Hans: Hab ich nicht vergessen, sondern nur noch nie davon gehört. Sorry.
@Roman: Meublounge.com macht mich neugierig. Kannst du mir einen Code schicken?
@Martin: Du hast Recht, nicht alles in der Liste ist ein Startup.
@Fabian: Szene1.. was soll ich sagen.. Das schreit mich an: “Summer of 2000″. Ist sicher subjektiv ;-)
@Helge
Sollte dich über das Kontaktformular erreicht haben.
lg,
Roman
http://www.justhunger.com/ absichtlich nicht drin?
@Heinz: Die sind mir schon länger nicht mehr untergekommen und offenbar auch niemandem, den ich befragt hab. Sind die gut unterwegs?
Denke http://www.lovo.cc sollte auch erwähnt werden
@Markus: Lovo.cc ist in erster Linie ein redaktionelles Angebot und passt darum nicht so recht. In der Liste geht’s um Social Software.
@Helge: Ah, alles klar!!
Ich denke, die fangen jetzt erst so richtig an. Als Web 2.0-Startup gelten sie allemal …
mhh http://alpengluehen.com/
@Jürgen: Na eh.
[...] ich meine Pizza in Wien – Frage mjam Geschrieben von taz Donnerstag, 26. Februar 2009 Bei Helge bin ich auf ein mir bis dato unbekanntes – und wie ich finde tolles – Web 2.0 Projekt aus [...]
Die Seite mit den Radrouten fand ich prima. Danke dafür!
[...] Helge hat eine Liste österreichischer Web 2.0 Projekte zusammengestellt – von T wie Twoday bis T bis Tunesbag. Und U wie Urgestein bis H wie Hacker, trotzdem ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Und weil das Land relativ klein, muss man sich nicht mal eine Woche frei nehmen, um sämtliche Services ausprobieren! [...]
[...] Das sind die österreichischen Web-2.0-Projekte 2009 · Helge’s Blog. [...]
Ich verstehe die Zusammenstellung nicht ganz, wie kommst du zu dieser Liste mit der Überschrift “Web 2.0 Projekte 2009″, meinst du damit, diese werden im Jahr 2009 ein Renner sein, oder wie?
@Meral: Anfang 2009, das Ende bleibt noch spannend.
Die Überschrift irritierte mich, jetzt hab ich im Werbeplanung Guide gesehen “Verzeichnis heimischer Web-2.0 Projekte”, finde ich dennoch passender.
[...] das Jahr 2009. Für den Ende Februar erschienenen Werbeplanung:Guide 2009 stellte Helge eben jene Liste zusammen, in der man Prooms.com neben weiteren vielversprechenden Start-Ups wie z.B. Soup.io, [...]