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Vor vielen Jahren kommen ein Mann und eine Frau an Bord einer British-Airways-Maschine von irgendwo nach irgendwo ins Gespräch. Sie merken den jeweiligen deutschen Akzent und sprechen auf Deutsch weiter – beide sind zufälligerweise aus Österreich. Sie: “Woher sind Sie?” Er: “Linz.” Sie: “Ich aus Steyr.” Er: “Ah, da bin ich aufgewachsen.” Sie: “Die Welt ist ein Dorf! Meinen Sohn hat sogar einmal, 1980 nach einem Tennisturnier, irgendwo in Westafrika in einem Restaurant ein kleiner Bub mit ‘Grüß Gott Herr Feigl’ angesprochen. Seine Eltern und mein Sohn spielten im selben Tennisclub in Steyr.”

Sagt der Mann: “Die Geschichte kenne ich, das war mein Neffe.”

Diese Anekdote habe ich hier schon einmal erzählt, vor drei Jahren. Heute haben wir meinen Onkel in Linz begraben. Er kam letzten Montag in einer Lawine in der Steiermark ums Leben. Auf einem Hang, auf dem selbst die Bergretter bei Lawinengefahr Touren zu gehen pflegten, weil er als sicher galt.

gernot-werner

Mein Onkel war die Drehscheibe unserer Großfamilie, der keinen Geburtstag vergaß und allen hilfsbereit zur Seite stand. Obwohl er auf die 80 zuging, stürzte er sich per Kajak über meterhohe Wasserfälle, machte laufend Fortbildungen als Tauchlehrer und Schilehrwart, ging Touren, reiste quer um den Globus und schaffte doppelt soviele Klimmzüge wie ich. Ab und zu fragte er mich per Skype um Rat, wenn er ein Computer-Problem hatte. Zuletzt konnte ich ihm immer weniger helfen, weil Fragen wie “Welches Werkzeug würdest zu zum Ghosten von Festplatten verwenden?” mein Knowhow übersteigen.

Hier 2007 in einer Schlucht im Engadin:

Von ihm stammen auch die einzigen im Internet auffindbaren Strophen der böhmischen Version von Schillers Taucher – aus der auch die Wendung “Ein echter Wiener geht nicht unter” kommt.

Gernot, wir werden dich vermissen!


moo_minicards_photos

Am Wochenende bekam ich einen Gutscheincode um die neue deutsche Version von Moo.com zu testen, dem in der Webwelt so beliebten Flickr-Fotos-auf-Visitenkart-Druck-Service. Hab mir gleich alle möglichen Sachen bestellt, mit meinen Flickr-Fotos drauf. Bin gespannt – alle Moo-Cards, die ich bislang zu sehen kriegte, waren wirklich schön.

Die Usability ist (angesichts des komplizierten Designprozesses) gut, bis auf ein paar wesentliche Sachen – an denen vermutlich viele User scheitern. Dieses Feedback-Mail hab ich an Moo geschickt:

(1) Three times after form submits (if I remember correctly: twice after having chosen the image selection and clicked “next”, once when submitting the final order) I got the message “No suitable nodes are available to serve your request.” – without further explanation or link. I had to resubmit the forms to get results (which normal users don’t know how to do).

While this could have been a rare occurence of server errors the next problem is a true usability issue:

(2) After having created three products and placed them into the shopping cart I want to proceed to checkout.

  1. So I click “Manage your orders”, top right corner. What I get then is a login form.
  2. I am not registered yet. A text below reads “Don’t have an account? Don’t worry, we’ll create you one automatically when you place your first order.” No link whatsoever. That’s interesting.. Let me see: I can’t place an order because I don’t have an account and I am being told that an account will be created after I place an order? How can I get out of this vicious circle..?
  3. Only after at least a minute or two of trying, googling and clicking around I discover the ultra-tiny cart icon with a “3” in brackets on the top right which takes me where I had expected to be taken when I clicked on “Manage your orders”.

In a normal situation (= me not being a poweruser or simply less dertermined) I would have dropped out at three different times in this process. Especially point 2 is extremely easy to fix: Only show “manage your orders” after having placed one + make the ‘next best action’ shopping cart far more prominent.

Please note that these observations are based on just a single order and there was no intent to find ALL usability issues (or fully understand the whole process). There may be more.

Und hier der Screenshot dazu:

moo-usability

Ich hab den Leuten von Moo vorgeschlagen, mir 2% des zusätzlichen Umsatzes, den sie nach Beseitigung dieses Fehlers machen, zu überweisen ;-)


Für den Werbeplanung.at-Guide 2009, der in drei Tagen herauskommt (siehe auch hier, hier und hier) durfte ich auch heuer wieder eine Übersicht zusammenstellen, welche österreichischen “Web 2.0”-Startups es so gibt. Die Auswahl ist wie immer subjektiv, Beschwerden dazu bitte in die Kommentare. Umgekehrt alphabetisch, damit das schamlose Eigenlob wenigstens nicht ganz oben steht:

 

Twoday.net

Twoday ist das Urgestein der sozialen Medien in Österreich: Die Blogplattform ging vor sechs Jahren ans Netz und ist nach wie vor eine der führenden Weblog-Communities im deutschen Sprachraum. Twoday wird von der Wiener Agentur Knallgrau betrieben.

 

Tupalo.com

Tupalo, die aus Wien stammende Lokal- und Shopbewertungsplattform, ist im letzten Jahr stark ins Ausland gewachsen und bietet bereits für etwa 20 Städte in Europa und Nordamerika beeindruckende Datendichte. Am Heimatmarkt Österreich ist Tupalo mit Qype.at jedoch Konkurrenz erwachsen.

 

Tunesbag.com

Tunesbag ist wie der Name schon andeutet die Verlagerung der persönlichen Musiksammlung ins Netz. Wie Mindmeister ist Tunesbag ein Beispiel für den Trend, dass die Aufgabe von Desktopapplikationen (wie in diesem von Itunes) zunehmend von Webdiensten übernommen werden.

 

Tripwolf.com

Tripwolf ist ein Projekt des Inkubators i5invest, der auch hinter 123people.com steht. Es ist der österreichische Beitrag zum äußerst umkämpften Geschäftsbereich nutzergenerierter Destinationsbewertungen und Reiseberichte. Tripwolf konnte in mehreren Finanzierungsrunden bereits etwa €4 Mio. Risikokapital lukrieren, erst im Jänner stieß der Unternehmer Dieter von Holtzbrinck zum Kreis der Investoren, zu dem auch die Mair-Dumont-Gruppe zählt.

Post Scriptum: 123people habe ich in der Liste leider vergessen. Aber dafür gibt’s ein ausführliches Interview.

 

Soup.io

Soup.io ist Microblogging-Plattform und Lifestream-Aggregator und richtet sich an ein junges und internationales Publikum. Kürzlich gewann Soup das Rennen gegen 22 ausgewählte Startups und gewann den renommierten Londoner Seedcamp-Bewerb – gewöhnlich die Eintrittskarte für eine Finanzierungsrunde.

 

Scoop.at

Scoop bezeichnet sich als Community-Zeitung, tatsächlich trifft “Klon von Digg.com” besser zu. Scoop ist ein Hobbyprojekt noch ohne kommerzielle Ambitionen, hat aber seit Herbst 2008 ein beeindruckendes Wachstum hingelegt.

 

Popurls.com

Popurls ist ein ausschließlich für den amerikanischen Markt ausgerichteter Echtzeit-Aggregator von populären Inhalten aus einer Vielzahl von Quellen. Siehe Interview mit Gründer Thomas Marban.

 

Prooms.com

Prooms steht für “Private Rooms” und ist eine Vermittlungsbörse für Privatunterkünfte. Gegenseitige Bewertungen sollen für Vertrauen sorgen.

 

Mindmeister.com

Mindmeister, ein Münchner Startup mit österreichischen Wurzeln, bildet kolaborative Mindmapping-Applikationen im Netz ab und entspricht damit dem Web-2.0-Klischee von Cloudcomputing und Online-Kolaboration. Mindmeister ist Innovationsführer in seinem Bereich und verspricht sich Profitabilität durch eine Monatsgebühr von etwa €5 pro Nutzer.

 

Mjam.net

Mjam ist eine Gründung junger “Hacker” aus dem Wiener Hackerspace Metalab. Es soll den Missstand der fehlenden Transparenz im Markt der Essenszustellung beheben. Dazu wurden durchdachte Algorithmen und eine ansprechende Oberfläche entwickelt. Bislang ist Mjam in Wien, München, Hamburg und Berlin verfügbar, eine weitere Expansion soll folgen.

 

Kununu.com

Kununu rollt das Geschäftsfeld der Stellenanzeigen über Bewertungen von Arbeitgebern auf – und feiert damit vor allem bei der deutschen Presse beachtenswerte Erfolge.

 

Factolex.com

Factolex ist ein Projekt des früheren Netvibes-Entwicklers Alexander Kirk. Es ist ein Fakten-Lexikon, das Begriffe präzise beschreibt. Beschreibungen werden entweder von Usern eingegeben oder von Quellen wie Wikipedia aggregiert. Im Unterschied zur enzyklopädisch organisierten Wikipedia liegt der Schwerpunkt von Factolex in der Semantik zwischen Begriffen – was es zu einer wertvollen Quelle für zukünftige Semantic-Web-Entwicklungen machen könnte.

 

Edelwiser.com

Edelwiser ist der mutige Schritt, den Trend der Inidividualisierung in die Schiproduktion zu bringen: User können das Design ihrer Ski online selbst gestalten. Der logische Schritt zum echten Crowdsourcing à la Threadless.com fehlt bislang allerdings noch.

 

Bikemap.net & Friends
bikemap-thumb

Bikemap, ein Projekt der Wiener Kartenexperten von Toursprung, ist mittlerweile Europas umfangreichste Radroutensammlung. Benutzer können auf Karten ihre Lieblingsrouten mit anderen Radfahrern teilen. Mit sieben Sprachversion das internationalste Projekt in der Liste. Schwesterprojekte existieren für Läufer, Wanderer, Skater und Motorradfahrer.


Interessantes Beispiel, wie Wahlkampf auf Facebook stattfindet (von mir anonymisiert):

lunacek-facebook

Die grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek hat also ein Video aufgenommen, mit dem sie die Facebook-Community anspricht. Ich vermute, sie hat es veröffentlicht, indem sie es für ihre Kontakte “gepostet” hat. Einer meiner Facebook-Kontakte hat das Video für gut befunden und ebenfalls gepostet – so hat es mich erreicht. Die Diskussion bezieht sich alleine auf das Posting von meinem Kontakt – potentiell gibt es also viele solcher Diskussionen.

Das wäre auch der erste Kritikpunkt bei einer sonst grundsätzlich sinnvollen Aktion: Ich würde Videos auf Youtube veröffentlichen und dann von dort aus im Facebook posten. Auf diese Weise ist ein Video auch von außen referenzierbar. (Zb. in diesem Blogpost.)

In diesem Fall aber, das zeigen ja auch die Kommentare, ist der Inhalt selber dürftig. Das wird bei “Social-Media”-Kampagnen immer wieder übersehen: Es geht nicht in erster Linie um das Netzwerk, in dem eine Botschaft verbreitet werden soll, sondern um die “virale” Tauglichkeit dieser Botschaft. Das heißt: Eine Geschichte muss es wert sein, weitererzählt zu werden.

Ich habe mir Lunaceks Video angesehen: Es ist öde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele Leute erreichen wird, denn es gibt außer Lunacek- oder Grünen-Verehrung keine Gründe, es weiterzuleiten.


Großartige Visualisierung der Finanzkrise, ausgehend vom US-Immobilienmarkt:

Via Björn Ognibeni


Dieser Artikel darüber, wie Unternehmen Kanäle wie Twitter, Facebook und Weblogs einsetzen, um Kundenprobleme zu lösen und aus Kunden Fans zu machen, wird am 26. Februar im neuen Werbeplanung.at-Guide 2009 erscheinen.

Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt ein Produkt gekauft, weil Sie die Werbung überzeugt hat? Die Empfehlung Anderer ist in allen Studien die starke Nummer Eins unter den externen Faktoren, die zu einer Kaufentscheidung führen. Das geht auch über persönliche Freunde und Kollegen hinaus: Als Blogger erhalte ich ab und zu ein Dankesmail von einem mir völlig unbekannten Leser, der mich informiert, dass er sich eben aufgrund eines Postings bei mir ein bestimmtes Handy gekauft oder dass er aufgrund meiner unspektakulären Reisefotos eine Reise nach Thailand gebucht hat.

Doch nicht nur die relative Minderheit der Blog-Schreiber und -Leser ist betroffen, Online-Mundpropagande wird zunehmend zum Massenphänomen: Dienste wie Facebook (mit seinen “Friend-Feeds”) und Twitter liefern das alltägliche kleine Ärgernis plötzlich in die Augenwinkel eines meist jeweils dreistelligen Publikums von persönlich bekannten “Friends” oder “Followers”.

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Diese Vernetzung von Konsumenten führt zu einem weltumspannenden Frühwarnsystem, das zunehmend bestimmt, ob der neue Kinofilm nach dem ersten Wochenende floppt oder fliegt und ob das neueste Elektronikgadget für Abzocke oder für ein Must-Have gehalten wird.

Doch es gibt auch Markenartikler, die eben diese technischen Möglichkeiten für das besondere Kundenerlebnis nutzen: Stellen Sie sich vor, sie teilen Ihren Frust über ihre neueste Anschaffung per Twitter mit ihren Freunden – und erhalten daraufhin ungefragt persönliche Unterstützung des Herstellers!

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Genau das geschieht: Der US-Internet-Provider Comcast überwacht Millionen an täglichen Twitter-Nachrichten und Blog-Beiträgen nach Nennung seiner Produktnamen und lässt Problembeschreibungen von einem Mitarbeiter direkt – per Twitter-Nachricht oder Blog-Kommentar – beantworten. Unter twitter.com/comcastcares ist die Kommunikation zwischen Comcast und seinen Kunden übrigens öffentlich einsehbar. Selbst auf Facebook betreibt Comcast eine eigene Diskussionsgruppe für Kunden.

Der Hardware-Hersteller Dell agiert ähnlich und bewirtschaftet bereits zwei dutzend Twitter-Accounts (zu sehen unter dell.com/Twitter), mit denen Kundenanfragen beantwortet werden. Der Hauptaccount “DellOutlet” hat bereits über 15.000 Follower.

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Die Fluglinie Southwest Airlines nützt Twitter wiederum auch, um positive Produkterfahrungen zu verstärken: Kunden, die sich beispielsweise auf Twitter über den vereinfachen Check-In-Prozess freuten, erhielten ein nettes “Danke-Schön” von einer Southwest-Mitarbeiterin – worüber die sich natürlich neuerlich öffentlich freuten. Solche positive Überraschungen führen – in ausreichender Menge – zu einem veränderten, persönlicheren Markenbild in der Öffentlichkeit. Neben dieser Funktion als Rückkanal von Kunden eignet sich Twitter übrigens auch hervorragend als Frühwarnsystem oder zur Feinabstimmung der Kommunikation.

Besonders Startups und kleine Unternehmen mit geringen Marketing-Budgets nutzen Twitter, um auf sich aufmerksam zu machen. So kommt es vor, dass man über ein Produkt twittert und kurz darauf eine persönliche Nachricht erhält, das auf ein Konkurrenzprodukt aufmerksam macht. Sind solche Nachrichten nicht durch schlechte Automatisierung am Thema vorbei formuliert, werden sie übrigens nicht als Spam sondern als nützlich empfunden – zumindest solange die Summe solcher Nachrichten überschaubar bleibt.

Am besten Sie beginnen gleich heute damit, nach Ihren Firmen- und Produktnamen Ausschau zu halten: Durchsuchen Sie Twitter über search.twitter.com und Weblogs über twingly.com. Werden Sie dann Teil des Gesprächs – antworten Sie. Geben Sie dabei Ihre “Corporate Voice” an der Gardarobe ab – benutzen Sie Ihre menschliche Stimme.

Über Ihre Erfahrungen mit dieser Form der Conversation Economy würde ich mich freuen: Sie erreichen mich unter twitter.com/muesli.


Dieses Interview mit Bernhard Lehner vom Wiener Inkubator i5invest habe ich für den Werbeplanung.at-Guide 2009 geführt, der am 26. Februar erscheinen wird.

bernhard-lehnerBernhard, 123people.com wird gerade erst ein Jahr alt, gratuliere zum Geburtstag! Kannst du den Dienst kurz beschreiben?

Bernhard Lehner: 123people findet frei im Internet verfügbare Infos über Personen mittels Echtzeitsuche. Die Suchergebnisse, darunter Fotos, Videos, Telefonnummern, Weblinks, Dokumente, Profile aus Social Networks und noch einiges mehr, werden übersichtlich strukturiert dargestellt. Damit ist 123people so etwas wie das multimediale Telefonbuch der Generation Internet.

Was ist euer Business-Modell?

Bernhard Lehner: Zum einen generieren wir Umsätze über klassische Online-Werbung, zum anderen hat der Traffic, den wir verteilen, natürlich einen gewissen Wert für unsere Partner, die relevante Services anbieten.

Zum Beispiel?

Bernhard Lehner: Zum Beispiel Ärzteverzeichnisse, Gelbe- und Weiße-Seiten-Anbieter, Reputationsmanagement-Anbieter oder Social Networks.

123people.at ist nur eine von vielen Domains, die ihr betreibt. Wie ist eure Internationalisierungsstrategie?

Bernhard Lehner: Derzeit sind wir in sieben Ländern online: Neben Österreich, Deutschland und der Schweiz – in diesen Ländern feiern wir jetzt den ersten Geburtstag – sind dies die USA, UK, Frankreich und, in wenigen Tagen, Spanien. Da länderspezifische Datenquellen und Partner für uns enorm wichtig sind, haben wir uns für diese Multi-Domain-Strategie entschieden. Sieben Länder haben wir jetzt in knapp einem Jahr gelauncht – diesen Speed werden wir im zweiten Lebensjahr deutlich erhöhen.

Seit kurzem seid ihr ÖWA-gelistet – und habt aus dem Stand den vierten Platz der Einzelangebote erobert (nach Unique Clients). Wieviel von diesem Erfolg macht eure Suchmaschinenoptimierung aus?

Bernhard Lehner: Suchmaschinenoptimierung war von Beginn an ein wesentlicher Bestandteil unserer Marketing- und Produktstrategie. Wobei wir uns da nicht wesentlich von 90 Prozent aller anderen kommerziellen Seiten unterscheiden – Suchmaschinentraffic ist generell enorm wichtig. Aber auch Word-of-Mouth und klassische PR und Social Media treibt den Traffic. Und natürlich arbeiten wir intensiv daran, die Quote der wiederkehrenden User und Traffic, der direkt auf 123people landet, noch weiter zu erhöhen.

123people-Links sind in Google-Ergebnisseiten derzeit omnipräsent, oft sogar mehrfach mit euren unterschiedlichen Länderdomains. Von Google hört man jedoch immer wieder dass “Suchergebnisse innerhalb von Suchergebnissen” unerwünscht seien. Ist die Traffic-Party bald vorbei?

Bernhard Lehner: Der Traffic von Suchmaschinen ist weiterhin wichtigster Trafficmotor für alle Websites. Wir sind überzeugt, dass wir Added Value für die User liefern und damit suchmaschinenkonform sind. Wir haben eine gesunde User-Basis, viele Partner, die uns Traffic schicken und, auf hohem Niveau, noch viel Potenzial mit PR- und Marketingmaßnahmen. Alles in allem, denke ich, eine ganz gute Mischung.

Der Markt der Personensuche ist mit Wink.com, Spock oder Yasni heiß umkämpft – warum sollte gerade 123people überleben?

Bernhard Lehner: In meiner Wahrnehmung hat 123people das schärfste Profil: Wir wollen schlicht die beste Personensuche im Internet bei maximalem Datenschutz anbieten. Ein Schritt weg von Web 2.0, kein Social Networking, pure und schnelle Personensuche. Das können wir am besten, und die User werden das weiter goutieren.

Und was, wenn das Naheliegende eintritt und Google eine eigene Personensuche online bringt? Mit Google Local und Google Accounts existieren ja die besten Voraussetzungen dafür.

Bernhard Lehner: Wir sehen Google nicht als Mitbewerber und sind auch anders aufgestellt. Selbst wenn das von dir beschriebene Szenario eintreten sollte, wird es nicht so leicht sein, lokale Datenquellen und das Deep Web zu integrieren. Letztlich würde in so einem Fall die Qualität der Suchergebnisse und die angebotenen Services entscheiden. Hier sind wir gut positioniert.

Wo siehst du 123people Ende 2010?

Bernhard Lehner: Wir werden unseren Vorsprung als weltweit größtes Personensuch-Service ausgebaut und mit einer Vielzahl von neuen Tools die Qualität der Suchergebnisse verfeinert haben. 123people wird das Synonym für Personensuche – und profitabel sein.

Danke für das Gespräch!


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Morgen werden Christian Spanring und ich im Rahmen von Digitalks 8 etwas über Geo-Services erzählen.. allerdings nur für bereits Angemeldete – die Veranstaltung ist ausgebucht. Aber Digitalks richtet sich eh an Einsteiger, also nicht an die Leser dieses Blogs ;-)

Wir werden den Bogen von den frühen Tagen der webbasierten Kartenapplikationen über die ersten Mashups mit Start von Google Maps, die Mashups und Location-based Services der Gegenwart bis zum großen, gesellschaftspolitischen (Aus)Blick auf das Thema spannen. Wenn’s ein Video davon gibt, poste ich es hier – Slides werden wir keine verwenden.

Update: Hier das Video – danke fürs Filmen, Luca!


porn-apps (c) joy of tech

Im September schrieb ich, warum Google Chrome ein Betriebssystem ist, und kein Browser. Heute – beim Schreiben des G1-Reviews – wurde mir klar, dass Google Android (das Betriebssystem des G1) ebenso nur ein weiterer Mosaikstein zum globalen Web-Betriebssystem von Googles Gnaden ist.

Noch ist das G1 kein Gerät, das die Welt zum Staunen bringt. (Wobei: Hätte es das Iphone nicht gegeben, wäre das anders.) Aber bereits jetzt ist absehbar, dass Google mit Android genau das gelingt könnte, woran Symbian und Openmoko leider gescheitert sind: Den Standard für Handy-Betriebssysteme zu setzen. Ich kann mir vorstellen, dass mittelfristig auch Windows Mobile durch Android unter Druck kommt.

Das Betriebssystem Android ist solide und – im Gegensatz zu Windows Mobile oder dem Iphone – in alle Richtungen offen. Die Strategie heißt “Out-Open your competitors”. (Etwas, das Yahoo gerade – allerdings aus der Position des Verlierers – mit der Yahoo Open Strategy und BOSS versucht.)

Noch gibt es noch nicht viele aufregende Applikationen, aber das wird sich ändern. Die Android-Plattform wird es ermöglichen, dass Programmierer und Startups das Paradigma “Handy” gänzlich neu definieren. Außerdem werden wir vermutlich auch andere Geräte sehen, auf denen Android läuft: Netbooks, Kühlschränke, Digitalkameras, GPS-Geräte, Fernbedienungen, MP3-Player, Roboter, Autos.

Die Macht der Hersteller – Größen wie Sony, Motorola, HTC, LG, Samsung und Garmin arbeiten an Android-Hardware – und der Netzbetreiber wird durch die Offenheit auf ein erträgliches Maß zurückgestutzt. Langfristig werden Netzbetreiber lediglich die Rolle des kabellosen Internetproviders spielen – alle Dienste die in diesem Netz laufen (auch Voice) werden dem freien Markt unterliegen. Beschränkungen wie heute üblich sind auf offenen Plattformen wie Android technisch leicht umgehbar. Interessant zu sehen, wie Google die Branchengrößen vor sich hertreibt und zwingt, ihre eigenen Monopole abzutragen.

Neben der Offenheit profitiert natürlich Google: Ähnlich wie Microsofts Webdienste davon leben, dass viele Windows-User ihre Standard-Einstellungen nicht verändern, ist Android direkt mit Google-Webdiensten verbunden. Wetten, der erste große Android-Antitrust-Prozess gegen Google ist weniger als fünf Jahre entfernt?

Doch im Gegensatz zu Microsoft, deren Integration Betriebsystem <--> Webdienste hauptsächlich der größeren Reichweite zweiterer dient, beginnt Googles Strategie mit dieser Integration erst: Googles Stärke Nummer eins ist die “Computing Power”. In dutzenden Datenzentren rund um den Globus stehen hunderttausende Server.

Auf diesen Servern läuft das globale Internet-Betriebssystem (WebOS), das auch Android-Usern eine ganze Reihe von Diensten leistet: Übersetzungen (bald auch Voice und Realtime?), Spamschutz, Email, Kalender, Spellcheck, Kontaktverwaltung, Dokumentverwaltung, Presence (über Google Talk), Informationsmanagement (Google Reader), Navigation und Verkehr (Maps), Suche (Search und Local), etc.

google-g1

Übrigens fehlt Google zur universellen Strategie noch die richtige Voice-over-IP-Technologie. Was die alten Google-buys-Skype-Gerüchte wieder aufwärmen könnte. Ebay will Skype eh los werden.

Android ist kein Betriebssystem, es ist Teil eines Betriebssystems. Des Betriebssystems.

Foto (cc) Dekuwa. Thanks for sharing!


Seit ein paar Wochen teste ich das Google-Handy G1, das mir T-Mobile zur Verfügung gestellt hat. Ich hätte das Gerät gerne mehr getestet, war aber im Testzeitraum zu oft im Ausland unterwegs (wo die zur Verfügung gestellte Simkarte nicht funktionierte) und hatte auch sonst einfach zu wenig Zeit.

Warum Android strategisch ein großer Wurf ist, schreibe ich im nächsten Beitrag. Hier ein Abriss der High- und Lowlights des G1 mit Android.

g1

Georg beschreibt das G1 recht treffend als Das Anti-Iphone:

Für wen ist das G1 ein Muss? Für alle echten Technik-Fans, die mit kleineren Mängeln bei der Hardware leben können. Softwareseitig reift es gerade und wird sicher immer besser.

Positiv:

Negativ:

Negativ – aber vermutlich bald behoben:

Tipps für Anwender:

Applikationstipps:

Applikationen, die ich (noch) nicht gefunden habe, aber dringend vermisse:

Tipps für Fortgeschrittene:

Foto (cc) Miniroom549 – thanks for sharing!

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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