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AfrikaCamp diesen Samstag

January 30, 2009  

Europas erstes BarCamp rund um Afrika:

Es gibt noch Plätze.


Dass das Handelsblatt eine Zeitung ist, die das Netz verstanden hat, ist schon länger klar: So beheimatet man dort echt lesenswerte Blogger oder zeigt, dass man neue Kommunikationswege kapiert.

Eigentlich naheliegend, dass das Handelsblatt nun Trackbacks (also automatisches Rückverlinken auf Blog-Posts zu einem Artikel) ermöglicht, wie ich eben per Mail von einer Twingly.com-Mitarbeiterin erfahre.

Konkret heißt das – zumindest sehe ich das so: Das Handelsblatt versteht sich nicht mehr als exklusiver Gatekeeper zu Information sondern als Teil des Gesprächs. Das Handelsblatt will nicht nur online, es will Teil des Internets sein. Nicht mehr nur “Autorität” sondern auch “Hub” – was wiederum die Autorität steigert. Kurz: All das, was die Wolfgang Lorenz‘ oder Armin Thurnhers dieser Welt noch nicht verstanden haben.

Das ganze geschieht in Zusammenarbeit mit der schwedischen Blog-Suchmaschine Twingly (das bessere Technorati), womit sichergestellt sein dürfte, dass die Trackbacks spamfrei bleiben.

Hier das Mail von Twingly:

Hallo Helge!

Ab heute verlinkt www.handelsblatt.com zurück zu Blogs, welche direkt auf Handelsblatt-Artikel verlinken. Handelsblatt.com möchte auf diese Art und Weise Blogs unterstützen, die sich kompetent mit deren Inhalten auseinandersetzen und diesen auf diese Weise zu mehr Aufmerksamkeit und Traffic verhelfen.

Damit auch Dein Blogpost zusammen mit dem Artikel über den Du schreibst dargestellt wird, solltest Du Deinen Blog an Twingly pingen http://www.twingly.com/ping – und natürlich in Deinem Post über einen Handelsblatt-Artikel schreiben sowie auf dessen URL verweisen.


Während die Google-Watch-Welt über jedes gesichtet Google-Auto in europäischen Städten berichtet, ist die rumänische Firma Norc Google zuvorgekommen und hat ganz Wien abfotografiert. Die Fotos sind interaktiv als Streetview-Klon auf www.norc.at zu sehen:

Alles noch ein bisschen buggy, aber ist ja auch noch “beta”. Weitere erfasste Städte gibt es in Rumänien, Tschechien, Slovakei, Polen und Russland.

(via Hinweis vom Bodensee)


Vor 25 Jahren, genau heute am 24.1.1984, kam der erste Macintosh auf den Markt. Vor 15 Jahren begann ich mit Windows zu arbeiten. Zuletzt nur noch widerwillig. Seit heute ist Windows für mich Geschichte:


Wenn man dem Youtube-Blog glauben darf, verkaufen sich Monty-Python-DVDs um sagenhafte 23.000 Prozent besser als noch vor ein paar Monaten.

Begonnen hat alles mit dem selben Riesenproblem, vor dem alle Musik- und Videokünstler derzeit stehen: Die Konsumenten nehmen deren Inhalte und stellen sie massenhaft im Internet, ohne dass die Künstler irgendwas dafür bekämen.

Die meisten kämpfen dagegen juristisch an: Prince beispielsweise ließ eine Mutter verklagen, die die ersten Tanzschritte ihres Babies zu aus dem Nebenraum dröhnender Prince-Musik gefilmt und online gestellt hatte.

Nicht so Monty Python (letzten November):

Jetzt haben sie den Salat. Dreiundzwanzigtausend Prozent davon. Wenn der Wind of Change weht, bauen die einen Windschutz, die anderen aber Windmühlen.

(via Netzwertig)


Ob T-Mobile einen Blogbeitrag wie diesen hier im Sinne hatte, als sie neun österreichische Blogger, darunter mich, mit einem Exemplar des neuen Google-Handys mit dem vielversprechenden Betriebssystem Android ausstatteten, bezweifle ich.

Aber so ist das bei Bloggern, die sind noch weniger leicht einzuschätzen als Journalisten. Was sie dann schreiben, ist schwer vorherzusagen. Trotzdem zeichnet sich bereits ab, dass sich die Aktion auszahlt. Warum, und wie das ganze ablief, versuche ich hier nachzuzeichnen:

Die Kontaktaufnahme erfolgte über jemand, den ich persönlich kenne und der, nachdem ich Interesse bekundet hatte, den Kontakt zu T-Mobiles Agentur, Ambuzzador, herstellte. (Ambuzzador ist auf Buzz Marketing spezialisiert, neudeutsch für Mundpropaganda.) Nicht dass persönliche Kontaktaufnahme Voraussetzung für so eine Aktion wäre, aber es hilft.

Ambuzzador hatte nach Inhalten und Reichweite eine Liste von Bloggern zusammengestellt, die zum Thema passen aber auch genügend Reichweite und Google-Juice haben: Max, Michi, Luca, Peter, Ritchie, Robert, Martin, Peter und Georg. (Jana fällt krankheitsbedingt aus – gute Besserung!)

Ein gute Mischung: Thematisch breitere Blogs mit Reichweite sowie auf Mobil- und Technikthemen spezialisierte Blogs. Zur Auswahl hat sich Ambuzzador relativ eingehend mit den Blogs auseinander gesetzt, wie eine versehentlich beim Kennenlerntermin liegengelassene Liste zeigt: Nicht nur die Themen jedes Blogs waren sauber recherchiert, die Blogs waren auch nach diversen Reichweitenkriterien wie Technorati-Authority, Page-Rank, Feedburner-Zahlen und Google-Backlinks bewertet. Dazu wurde mit Mobileblogger.at ein Blog-Aggregator eingerichtet, der all unsere Beiträge zum Thema aggregiert.

Die Kontaktaufnahme erfolgte bei jedem persönlich. Die übermittelten Infos waren ok, auch wenn ein paar Wünsche ans Christkind dabei waren (“Regelmäßiger Bericht in deinem Blog, idealerweise mit Fotos und Screenshots bebildert, im Idealfall mindestens 3-mal wöchentlich..”, “SEO-Optimierung deines Blogs auf die Suchworte T-Mobile G1, HTC, Google, Handy, Wikitude, Shopsavy und Android.”). Ein dreimalig stattfindendes Treffen im WerkzeugH, Catering included, sorgt für genügend Schnittflächen mit den involvierten T-Mobile-Mitarbeitern und ist – ob geplant oder nicht – gleichzeitig eine kostengünstige Fokusgruppe für ein Produkt, dessen Positionierung am Markt ohnehin schwer festzumachen ist.

Kostenpunkt der Aktion: Die Agentur, neun Testhandies (müssen wir nicht zurückgeben), neun auf die Dauer der Aktion beschränkte T-Mobile-Simkarten und ein bisschen Catering. Überschaubar.

Auf der anderen Seite stehen dutzende Blogbeiträge zum Thema schon ein Monat vor offiziellem Verkaufsstart. Die Anzahl der Leser dieser neun Blogs alleine rechtfertigt den Aufwand jedoch nicht: Schon der Technikredakteur eines mittleren Regionalblatts erreicht mehr Leser als wir zusammen.

Das im Firmennamen der Agentur verkündete Ziel, “Buzz”, wird durch Blogleser – die selbst oft auch Blogger, Journalisten oder Twitterer sind – jedoch viel mehr erzeugt, als das bei Zeitungslesern der Fall ist. Der spontan vereinbarte “Hashtag” g1at wird auf Twitter beispielsweise auch schon von anderen, nicht an der Aktion beteiligten Twitterern verwendet.

Außerdem, und das halte ich für den wesentlichen Effekt der Aktion: Einen Monat vor Verkaufsstart sorgen dutzende Blogbeiträge auf gut gerankten Blogs dafür, dass sich T-Mobile für den zu erwartenden Suchmaschinentraffic zum Thema wappnet. Schon jetzt, kurz nach dem Start ist ein Blogpost der Aktion auf Seite 1, wenn man auf Google nach “T-mobile G1” sucht. Weiters wird Mobileblogger.at nachhaltig und glaubwürdig für gute Suchmaschinenplatzierung zum Thema sorgen.

Zum Handy selbst ein anderes Mal mehr. Leider umfasst die Testvereinbarung kein Roaming, also wird’s die nächsten Tage nichts mit Testen – da bin ich in Deutschland unterwegs, und das Handy ist berüchtigt dafür, ständig “nach Hause zu telefonieren” und auch ohne bewusste Internetnutzung hohes Datenvolumen zu erzeugen.

Wer’s nicht erwarten kann: Auf t-mobileg1.com gibt es ausführliche Demos.

Zum Foto: Der vorinstallierte Browser ist für Iphone-verwöhnte Menschen eine Enttäuschung. Zum Glück gibt es im Android-Applikationsmarktplatz einen kostenlosen Browser namens Steel, der keine Wünsche offen lässt. Oder, doch, einen: Multitouch für Zoom geht beim G1 nicht (bzw. nicht ohne irgendwelche Hacks).

Update: Auch bemerkenswert: Der 10. Platz wurde ausgeschrieben, den Zuschlag bekam Barbara. Die 22 weiteren Blogger, die sich bewarben, lädt T-Mobile zu einer Testveranstaltung vor Verkaufsstart. Sauber, so macht man das.


Letzte Woche plauderten Heinz und ich mit der Radiojournalistin Astrid Schwarz über Blogs als Informationsquellen, am Beispiel des aktuellen Gaza-Konflikts. Der Beitrag dazu ging vorgestern online sowie auf Ö1 (und anders geschnitten auf FM4) on air:

(© ORF / Radio Ö1, Podcasts)

Heinz hat sich über die Glaubwürdigkeit von Weblogs weitere Gedanken gemacht. Somehow related: Meine Sicht des Gaza-Konflikts.

Wir sind Obama

January 20, 2009  

Obamiconisiert euch und postet das Ergebnis!

Via Fontblog.


Zum ersten Mal ever gibt es eine freie Straßenkarte von Wien. Frei im Sinne von frei und kostenlos nutzbar, auch für kommerzielle Zwecke. Denn seit kurzem ist die Openstreetmap von Wien komplett und umfasst etwa 7.000 Straßen. Wer sich überzeugen will, um wieviel die OSM detaillierter ist als Google Maps kann das mit diesem Überblend-Tool machen.

Da drängt sich die Frage auf: Wann reagiert ViennaGIS auf die OSM? Wieso stehen diese mit Steuergeldern produzierten Daten nicht unter einer freien Lizenz?

Und das war die Openstreetmap 2008:

(via Christian und Peter)


Seit Beginn des jüngsten Konflikts in Gaza wurde in Blogs viel über Israels Selbstverteidigungsrecht und die Legitimität der Hamas diskutiert. Mit dem Thema macht man sich leicht Feinde, aber ich will meine Meinung trotzdem nicht verschweigen. Auch wenn ich zugebe, dass es viele Blickwinkel auf dieses Thema gibt – und es ein heikles ist, besonders für Deutsche und Österreicher.

Die Hamas, obwohl relativ demokratisch an die “Macht” gekommen und obwohl sie sich in Gaza auch mit Sozialeinrichtungen einen Namen gemacht hat, ist für mich mehr mörderische Vereinigung fanatischer Sektierer als politische Partei. Sie beschießt wahllos israelische Wohngebiete und nimmt zivile Opfer nicht nur in Kauf, sondern zielt auf sie ab. Kurz: Die Hamas ist der Abschaum einer implodierten Zivilgesellschaft.

Trotzdem greift die Folgerung, Israel ein militärisches Selbstverteidigungsrecht gegen diese Terrorangriffe zuzusprechen, zu kurz:

Denn erstens trägt Israel die Hauptverantwortung für eine Aussöhnung: Israel ist das einzige Land im nahen Osten, das seine Regierung demokratisch wählt (wenn auch nicht alle Bewohner des von ihm verwalteten Gebiets stimmberechtigt sind, aber das ist hierzulande ja ähnlich). Es ist, so traurig das ist, ein einsamer Hort der Vernunft im Meer des Despotismus. Und seine Wirtschaft, seine strategischen Allianzen und seine Bildungsstandards sind denjenigen seiner Gegner haushoch überlegen.

Deswegen muss sich Israel gefallen lassen, mit anderen Maßstäben gemessen zu werden als die arabischen Nachbarn. Deswegen trägt Israel meines Erachtens die Hauptverantwortung für eine historische Versöhnung. Ich differenziere hier bewusst zwischen Verantwortung und Schuld: In diesem Konflikt, der mehr als drei Generationen zurückreicht, gibt es wahrscheinlich keinen mehr, den weniger Schuld träfe.

Graffiti an der völkerrechtswidrigen Sperranlage durch die West Bank

Graffiti an der völkerrechtswidrigen Sperranlage durch die West Bank

Zweitens basiert der Staat Israel auf der sukzessiven Verdrängung und Vertreibung der moslemischen und christlichen Palästinenser. (Jüdische Palästinenser, immerhin etwa 11% der ursprünglichen Bevölkerung, wurden nicht vertrieben, sondern staatsbürgerschaftlich integriert.) Dass die Vertreibenden gleichzeitig selbst Vertriebene waren, die sich nur auf ihrer biblischen Muttererde niederließen, war für die Palästinenser vermutlich wenig Trost. Umgekehrt wurden während des Palästinakrieges auch hunderttausende Juden aus arabischen Staaten vertrieben.

All das ist Geschichte und nicht mehr rückgängig zu machen. Der Forderung, seine eigene Geschichte aufzuarbeiten, muss sich Israel aber wie jeder Staat stellen.

Nicht Geschichte sondern traurige Gegenwart ist jedoch die illegale (weil völkerrechtswidrige und gegen dutzende UN-Resolutionen verstoßende) Siedlungspolitik und Besetzung des Westjordanlandes, die Abschottung des Gazastreifens und die Behandlung der arabischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten als Menschen zweiter Klasse.

Einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft wie der israelischen kann man vorwerfen, wenn sie aus ihrer eigenen Geschichte nichts lernt* und die Mitbewohner der Region für die Politik der Vorväter nicht mit entsprechender Beteiligung an Land, Politik, Bildung und Wohlstand entschädigt, anstatt sich auf den Hass und die Anschläge der Gegenseite rauszureden und eine Strategie der ethnischen Segregation zu betreiben. Auch wenn sich die Mehrheit der Israelis das noch so wünschen mag, die fast 4 Millionen Palästinenser werden nicht einfach so verschwinden.

Es braucht eine Politik, die das ewige Spiel von Rache und Vergeltung beendet. Eine Politik, die die Apartheidpolitik entlang der Grenze von Religion, Ethnie und Sprache auflöst und einen gemeinsamen demokratisch-säkularen Staat bildet. Das wäre möglicherweise eine Lösung, die König Salomon gefallen hätte: Unter ihm herrschte im vereinigten Königreich Israel 40 Jahre Frieden.

In diesem Kontext einer echten und nachhaltigen Friedenspolitik ohne ethnisch-religiöser Segregation ist auch die militärische Bekämpfung und Entwaffnung der Hamas argumentierbar. Ohne einer solchen reiht sich die Intervention jedoch nur in die ewige Spirale sinnloser Gewalt.

Zum Abschluss eine provokante Rede, die der jüdische Labour-Abgeordnete Gerald Kaufman (für manche wahrscheinlich nur ein weiterer, Zitat, “Hofjude“) letzten Donnerstag im britischen Parlament gehalten hat:

(Blogpost im Wesentlichen schon vor einem Jahr als Kommentar hier erschienen. Video via S&R. Foto (cc) James Traceur)

* Chrissi hat mich in einem Kommentar darauf aufmerksam gemacht, dass das mit dem “aus der Geschichte lernen” in Richtung Holocaust verstanden werden könnte. Gemeint ist es aber so: Israel hat seit vielen Jahrzehnten Troubles mit den Palestinensern (wichtig: ich unterscheide hier zu den arabischen Nachbarländern). Und obwohl sie seit Jahrzehnten mehr als schlecht damit fahren, spielen sie immer noch die militärische Karte. (Mehr in den Kommentaren.)

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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