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Vor einer Woche wurde die von mir angelegte nostalgische Fanpage für Windows 3.1 auf Facebook gelöscht. Ohne Anhörung, ohne über (unzutreffenden) Standardtext hinausgehende Begründung. Meine Nachfrage blieb unbeantwortet.

Die Vermutung, dass das jemand von Microsoft verlangt hat (die bezahlen bei Facebook ja auch die Rechnungen), hat sich jetzt indirekt bestätigt:

Ich wurde offenbar (wie vermutlich alle 346 Win3.1-Nostalgiker) automatisch zum Fan der MS-Windows-Fanpage gemacht. Die ist Teil der $300-Millionen-Kampagne “I’m a PC”, mit der Microsoft verzweifelt versucht, den Geruch der Uncoolness loszuwerden.

Zuerst lässt Microsoft also mit unzutreffender Begründung eine liebevoll-nostalgische Page löschen (mit ihr wurde jede Menge Content vernichtet), und mich bedrohen (“Continued misuse could result in your account being disabled”), jetzt werde ich auch noch zum Windows-Fan gestempelt. Dabei ist eher das Gegenteil der Fall.

Microsoft, ich fühle mich verarscht.

(Bild via)


Die Website der Bahn ist in jedem Land quasi nationales Kulturgut, und in einem reise- und pendelfreudigem Land wie Deutschland besonders. Dementsprechend haben sich jahrelang Bahnkunden über die “Scheiß-Usability” von Bahn.de geärgert (oben Frank Helmschrott über Twitter). Und dementsprechend wurde eine große Chance für die Bahn vertan: Denn Bahn.de wurde heute relaunched ohne die Schwarmintelligenz zu bemühen.

Denn für gute Usability gibt es gutbezahlte Experten (wie die Agentur Namics, die für den Relaunch verantwortlich zeichnet), doch wir Konsumenten wissen immer alles besser. (Echt jetzt.)

Das Zauberwort heißt Crowdsourcing. Grausliches Neudeutsch, mit dem man wunderbar Buzzword Bingo spielen kann. Aber auch ein Konzept, das Gold wert ist (buchstäblich): Deine Kunden wissen am besten wie’s geht.

Die Bahn-API

Im Falle der Bahn ginge das so: Statt eines Relaunches von Online-Fahrplan und Ticketbuchung (und darum geht es im Wesentlichen) werden die technischen Schnittstellen des Formulars so gestaltet und dokumentiert, dass Hinz und Kunz selbst Formulare gestalten können. Und nicht nur Hinz und Kunz, sondern auch die besten Designer und UX-Ingenieure des Landes werden mitmachen, des Ruhmes wegen. Bahn.de ist ja nicht irgendeine Website.

Die Formulare – voll funktionsfähig – werden dann gesammelt, vielleicht ein bisschen vorselektiert und dann längere Zeit parallel betrieben. Bei jedem Formular werden vorher definierte Performance-Indikatoren mitgemessen und veröffentlicht. Diese und die Popularität der Formulare (es werden sich schnell ein paar Favoriten herauskristallisieren) werden innerhalb weniger Monate zu einem Ergebnis führen, das besser ist als alles was die Namics dieser Welt gegen gutes Geld produzieren können.

Ganz nebenbei wird ein enormer Werbeeffekt für die Bahn und ihre Website erzielt. Vielleicht wäre das Modell ja was für unsere ÖBB? Mit Smeidus Iphone-Version gibt es ja schon ein gutes Crowdsourcing-Beispiel. Und ein bisschen Innovation hätte oebb.at dringend nötig.

Übrigens finde ich das Ergebnis zwar deutlich besser als die alte Website, aber die war auch verdammt schlecht. So richtig überzeugt bin ich immer noch nicht. (via)

Wer zähmt die WEGA?

December 14, 2008  

Vor ein paar Monaten kam Roland J., Mitarbeiter eines Kunden von mir, nach längerem Krankenstand zu uns ins Projektteam zurück. Hier die Beschreibung seines Krankheitsgrundes:

Kurz vor Ende der EuroMayDay Parade am 1. Mai fingen mehrere Greifftrupps der WEGA an in die Menge hineinzuknüppeln und versuchten mehrmals Personen aus der Menge zu greiffen. Ich stand ca. 100m entfernt in einer Gruppe schaulustiger PasantInnen. Kurz darauf sah ich ca. 5-8 WEGAs in gepanzerter Kampfmontur in meine Richtung laufen. In wenigen Sekunden wurde ich zu Boden gestossen und mit Stiefeln und Schlagstöcken fast bewusstlos geschlagen. Nach 6h im Gefängnis wurde mir beim Verhör erklärt ich hätte 5 WEGA Beamte schwer verletzt und werde wohl so schnell nicht mehr rauskommen. Vor Gericht erklärten die WEGA Beamten meine über 10 teilweise schweren Verletzungen (Nasenbeinprellung, Rippenprellungen, Schulterzerrung, ausgeschlagener Zahn,…) hätte ich mir in einem Tobsuchtsanfall selbst zugefügt. Auch die knüppelförmigen Hämatome im Rückenbereich.

(Aus einem Email an mich.) Ich habe Roland als netten, ruhigen, konstruktiven Kollegen kennengelernt. Die Story wird klarer, wenn man Rolands Frisur kennt: Er ist Dreadlockträger. Entspricht also – meine Interpretation – dem Beuteschema der WEGA.

Im Prozess gegen – richtig geraten – Roland J., wegen Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt wurde er jetzt im Zweifel freigesprochen. “Meine Zweifel sind allerdings sehr gering”, betonte die Richterin.

WEGA-Beamte, auch als Frustfolterer und Taxifahrer bekannt, haben sich also wieder mit Ruhm bekleckert. Neu ist, dass sich die Justiz nicht mehr im blinden Korpsgeist auf die Seite der Polizisten schlägt. Es besteht also noch Hoffnung.

Hoffnung auf eine Verurteilung wegen Körperverletzung – der Polizisten.


Windows 3.1 war nicht besonders gut, schnell oder schön – aber es war in den 90ern für viele von uns das erste Betriebssystem ever. So auch für mich. Darum habe ich irgendwann auf Facebook eine liebevolle “Fanpage” eingerichtet, auf der sich bald einige hundert Fans sammelten, und dort alte Screenshots und Erinnerungen austauschten.

Seit heute ist die Fanpage Geschichte. Facebook hat sie gelöscht, vermutlich auf Aufforderung von Microsoft. Anders kann ich mir das nicht erklären: Würden sie vorauseilend löschen, wär’ die Hälfte aller Pages dran.

Diese “Warning” fand sich heute auf meiner Startseite, mit Hinweis auf die Terms of Use:


Anruf bei der Telefonzentrale der ÖBB:

Ich: “Ich habe vor 2 Monaten eine Vorteilscard bestellt und noch nicht gekriegt.”
Callcenter: “Dafür gibt’s eine eigene Nummer.”
Ich: “Zu der Sie mich sicher verbinden können.”
Callcenter: “Nein. Die haben eine eigene Servicenummer.”
Ich: “Ist aber kein gutes Service mit Ihrer Servicenummer, wenn ich mich da nochmal neu in eine Warteschleife stellen muss.”
Callcenter: “Das kann ich leider nicht ändern.”
Ich: “Aber Sie könnten’s aufnehmen und weitergeben.”
Callcenter: “Für Beschwerden gibt’s eine eigene Servicenummer, soll ich Ihnen die geben?”

(Illustration © The Cartoon Blog)


Four and a half years ago I wrote a post called RSS Usability Guidelines (on a top position on Google ever since) which to my surprise was widely referenced in the blogosphere and quoted by the likes of Robin Good, Stephen Downes or Lockergnome. It’s even been translated to Spanish by someone but the page seems to have vanished.

RSS has somehow gone mainstream by now, and there are plenty of great tips for feed publishers out there. Right from my feed reader: 10 useful RSS hacks for WordPress.

It’s still amazing how useful that technology is, and yet how few people really use it.

Iran, a Nation of Bloggers

December 1, 2008  

(Via Johannes Kleske, via Rivva)

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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