Das Medianet über den Onlinewahlkampf
October 22, 2008
Anja Herberth schreibt heute im Medianet über die Podiumsdiskussion von Montag:
Für Helge Fahrnberger, Blogger und Berater für Social Software in Wien, waren die großen Parteien während des Wahlkampfs vor allem in den traditionellen Medien „zu Hause“. Gerade für kleinere Parteien, die seitens der Medien ein geringeres Echo zu erwarten hatten, sei das Internet eine Chance gewesen, Zusatz- und Alternativöffentlichkeiten aufzubauen und mit den Wählern in einen Dialog „auf Augenhöhe“ zu treten. Durch die technologischen Fähigkeiten sei mit dem Internet ein stärkerer Hebel für Mundpropaganda entstanden.
und
Zum Abschluss plädierten Niko Alm und Helge Fahrnberger dafür, der nächste Wahlkampf möge bereits morgen wieder beginnen – es sei sinnvoll, aufgebaute Communities und Aktivitäten nicht versanden zu lassen und bis zur nächsten Wahl weiter aufzubauen.
(Verlinkung von mir.) Freut mich immer, wenn die Message auch halbwegs so rüberkommt wie erhofft. Passiert selten genug.

Foto © IAB
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hi helge,
als blog-leser finde ich diese form der politischen kommunikation jedenfalls den anderen überlegen.
ich bin nur – im falles des LIF, aber auch der grünen – traurig, wie unwirksam das medium scheinbar immer noch ist. ist offensichtlich bei uns in österreich nach wie vor ein randgruppen-phänomen.
wenn man die jugendlichen strache-wähler fragen würde, ob sie glauben, dass sich das internet durchsetzen wird, dann würden die wahrscheinlich die frage ernst nehmen. und drauf antworten “hmm, ich glaube schon!”.
internet heisst für wahrscheinlich über 95% der user: emailen und surfen. mehr nicht.
da hab ich wenig aussicht, dass ein zukünftiger wahlkampf im netz mit-entschieden wird.
@Stefan: Das größte und älteste Social Network heißt Email, auch das ist ein Teil des Netzes.
Zu Strache & Co: Was ich hier vorschlage, funktioniert nicht für alle gleich gut. Es funktioniert für die Parteien besser, die differenzieren und echte inhaltliche “Gespräche” führen wollen. Für simple “Weil er für euch ist”-Messages reichen stupide Oneway-Kanäle. Und es funktioniert vor allem für kleinere Parteien, die nicht an den Futtertröpfen der Medienaufmerksamkeit sitzen, sondern auf solche Alternativöffentlichkeiten angewiesen sind.
@helge: was ich damit sagen wollte ist: noch funktioniert es leider nicht in einem ausreichenden mass. was nicht heissen soll, dass es immer so bleibt.
neben den vereinfachenden botschaften auf den diversen one-way-kanälen war für haider’s und strache’s erfolg ausschlaggebend, dass sie die ochsentour auf sich genommen und sich bei jeder gelegenheit unter “die leute” gemischt haben.
wahrscheinlich zählen 3 worte mit dem kandidaten in realem dialog 10x mehr als eine ausführliche und differenzierte diskussion im netz.