Wiki im Unternehmenseinsatz – Lesetipps
September 12, 2008Eine befreundete Accenture-Beraterin fragt:
Sag mal, würdest du mir verraten, wo ich anfangen muss zu lesen, wenn ich verstehen will, was es braucht, um ein Wiki in einem Unternehmen zu implementieren? Mich würde einfach ein Startpunkt / Übersichtswerk mit dem Basiswissen interessieren. Bei deinen delicious-Bookmarks habe ich schon gespickt ;-)
Die meines Erachtens zwei wichtigsten Punkte sind, sich erstens bewusst zu sein, dass Wikis offenere Unternehmenskulturen brauchen – oder herbeiführen. Wenn das nicht vorhanden oder gewollt ist, wird ein Wiki-Projekt scheitern oder zu Konflikten führen. Und zweitens sind Wiki-Projekte keine technologischen sondern “soziale” Projekte. Wichtiger als die Wahl der Wiki-Engine ist zb. die Wahl eines “Evangelisten” innerhalb des Unternehmens.
Diese drei aktuellen Bücher dazu stehen auf meiner Leseliste: Groundswell, Die Kunst, loszulassen und
Enterprise 2.0 (”How Social Software will Change the Future of Work”).

Wenn das Projekt eine entsprechende Größenordnung hat, würde ich mich von Profis wie Michael Schuster oder Lee Bryant beraten lassen.
Disclaimer: Buchlinks sind laafifiziert.






Das hilft, danke dir.
Natürlich ist ein Wiki eine Kulturfrage – das wiederum ist keine Frage. Allerdings sollte man auch die Frage, warum denn dem so ist, beantworten können und dafür lohnt es sich meines Erachtens nach zu wissen, was das eigentlich ist und was es kann (können sollte).
@Mar-Tina: Yep, dazu eignen sich die genannten Bücher vermutlich hervorragend.
auf der triple-i gab’s dazu eine keynote von peter kemper, von shell, die haben mittlerweile 40,000 nutzer im wiki (alle user sind registrierte user -> transparenz) und eine kultur des content stimulierens entwickelt; es wurden sogar mitarbeiter aus der pension geholt, um da mitzuwirken; habe am dienstag drüber gebloggt: http://is.gd/2xaB, in den conference proceedings sollte der vortag dann ebenfalls als paper enthalten sein: http://triple-i.tugraz.at/about/proceedings
Grundswell ist zwar prima, aber hier nicht relevant. Sagt einer, der sein firmeninternes Wiki erst auf den zweiten Versuch geschafft hat.
@BP: Warum nicht relevant? Hab das Buch wegen den 25 Casestudies vorgeschlagen, die es enthält.
Ich finde ja sogar, dass man beim Einführen jedes neuen Systems, mit dem Menschen direkt arbeiten die Sozialekomponente nicht außer Acht lassen sollte. Denn gerade in großen Firmen ist es doch wichtig, dass die Mitarbeiter das System auch annehmen und effektiv nützen, sonst hilft die beste technische Lösung nichts.
@Sylvia: Genau – vielfach erprobt und ausprobiert ;-)
Und damit sie es annehmen können, muss die Lösung das bieten, was sie brauchen (oder ihnen Funktionen anbieten, von denen sie nicht wussten, dass sie sie brauchen, die ihnen aber die Arbeit erleichtern). Und um so eine Lösung zu finden, muss das Business verstehen, was die Technik können wird. Und die Technik muss verstehen, was das Business brauchen muss. Und dafür brauchen beide einen Dolmetscher.
Et voilá … ich fange mal an zu lesen ;-)
ps: sehr gut lesbares mobile / iphone layout übrigens. Schick!
Bonjour, nett dass du vorbeigeschaut hast. Heuer im Frühjahr hab ich dir mal eine Picasa webeinladung von den Tanzania-Bildern geschickt, hast du die überhaupt gekriegt? salutations de la merveilleuse ville de Paris;)! laura
In Ergänzung zu Janas Kommentar:
Shell hat in Form von Peter Kemper nicht nur einen Evangelisten, sondern auch ein Wiki-Back-Office. D.h. Image-Uploads, Formatierungen etc. werden nach Indien ausgelagert.
hallo, kann wenn’s gewünscht ist auch mal live von den erfahrungen einer wiki-einführung berichten. wir haben im unternehmen raiffeisen-leasing in einem teilbereich (information & organisation) ein wiki eingeführt (der protagonist war ich gemeinsam mit einer wissensmanagerin) das wir nun unternehmensweit ausrollen.
es hat eine zeit gedauert, bis wir den richtigen drive reinbekommen haben, aber jetzt haben wir eine gute eigendynamik beim thema. wenn ich es mit einem kamin vergleiche, dann kann ich sagen, dass feuer ist soweit entzündet, dass es nicht mehr ausgeht (außer jemand schüttet einen kübel wasser drüber ;-)
also, beteilige mich gerne an einem erfahrungsaustausch!
lg
günter strobl