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Alle Wahlempfehlungen und Outings von Bloggern, die mir in den letzten Wochen untergekommen sind, gehen entweder in Richtung grün (Tom Schaffer, HC Voigt, Georg Pichler, Franz Joseph, ich) oder liberal (Martin Schimak, Ritchie Pettauer, Andreas Lindinger, Flaneur, Feuerhaken). Auch bei der Aktion Endorsement 08 haben nur Grün- und LIF-Wähler mitgemacht.

Wo seid ihr Ich-wähle-schwarz-weil-die-so-gute-Wirtschaftspolitik-machen-Schwarzwähler und Die-Roten-haben-die-bessere-Sozialpolitik-Rotwähler..??


 

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16 Comments
#102943 clows says on September 27, 2008 at 11:27 pm
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ich entscheide mich diesmal in der wahlzelle. am ehesten wird’s wohl ebenfalls grün werden. diesmal erstmals seit ich wählen darf auch aus eigennützigen überlegungen: weil mir das am ehesten eine minimale chance zu erhalten scheint, dass ich noch eine zeitlang in österreich bleiben kann. sollte nämlich unsere alljährliche ochsentour für das visum meiner frau noch weiter erschwert werden, sind wir weg.
dennoch hier, auch um den grünliberalen konsens hierblogs zu stören, ein nicht uninteressantes mail meines freundes kurto wendt:

“Quäl dich nicht.

Kurz vor der Wahl ist regelmäßig ein erstaunliches Phänomen zu bemerken.
Ansonsten vernünftige Menschen beginnen sich zu quälen, herauszufinden welche Partei es wohl diesmal am klügsten zu wählen gilt. Selbst mögliche Koalitionsvarianten werden mitbedacht, um „taktisch“ zu wählen.

Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass die Entscheidungscodes weitgehend fremd bestimmt sind: von der „Kanzlerfrage“ bis zur
„verlorenen Stimme“ soll alles berücksichtigt werden, wenn man/frau gut
vorbereitet die Wahlkabine betritt.

Meine soziale Umgebung ist mehrheitlich der sogenannten Mittelschicht zuzuordnen, Sozialökonomisch am unteren Rand dieser und
überdurchschnittlich gebildet. Manche von ihnen überlegen intensiv, ob sie
Grüne, LIF oder vielleicht doch diesmal, vielleicht noch ein letztes mal, SPÖ zu wählen und wenn als „eigene Interessen vertreten“ bloß das gemeint ist, für das eigene Klientel einen kleinen Vorteil zu erringen, erscheint dies beinahe vernünftig.

Die „Mittelschicht“, deren Leben nicht gänzlich unerträglich ist, weil ihre linksliberalen Tageszeitungen von pakistanischen KolporteurInnen um drei Uhr morgens zugestellt werden, von KolporteurInnen, die kaum aufmüpfig werden, da sie von sozialdemokratischen GewerkschafterInnen nicht vertreten und von freiheitlichen Hetzern bedroht werden.

Wer also bloß die Verbesserung der eigenen Lage und die der seinen/ihren im Auge hat, kann getrost grün wählen oder LIF, oder vielleicht SPÖ wählen. Aber bitte sich nicht quälen mit endlosen Abwägungen und auch mich nicht!

Ich bin vor beinahe vier Jahren aus der KPÖ ausgetreten, da es konkrete unüberbrückbare Differenzen gab, die auch heute noch bestehen. Doch ich zögere keine Sekunde, auch diesmal wieder KPÖ zu wählen, nicht weil
sie meine Interessen so blendend vertritt oder weil ich mir von ihnen einen parlamentarischen Umschwung erwarte, sondern weil es die einzige Möglichkeit ist, bei der Wahl meinen Wunsch nach einer grundsätzlichen
Änderung der Gesellschaftsordnung zu manifestieren.

Würde die KPÖ nicht kandidieren, fiele es mir nicht schwer, nicht zu wählen, auch nicht „die linke“, deren autoritärer Gestus und die Zusammenarbeit mit antisemitischen, islamistischen Gruppen sie disqualifiziert. Mit KPÖ-Forderungen wie der „Grundsicherung für alle“, „offene Grenzen“ und „Gratis-Öffis“ stimme ich überein, mein Wahlmotiv ist
allerdings abstrakter.

Für diejenigen die trotzdem noch ein ganz pragmatisches Argument benötigen, nur so viel: bei der letzten Wahl erzielte die KPÖ 1,01% der Stimmen, was sie erstmals seit den 60ern in die Lage versetzt hat, ihre
Wahlkampfkosten von 140.000 Euro rückerstattet zu bekommen, da die Hürde
dafür genau 1% ist. Geld, das die KPÖ sehr häufig für die Unterstützung von Alternativmedien, Anwaltskosten für AktivistInnen und ähnliches ausgibt.

Quäl dich nicht, wähl KPÖ und gebt deinE ZeitungskolporteurIn beim nächsten Zusammentreffen 10 Euro, nicht als Almosen, sondern als Lohnbestandteil, der ihm vorenthalten wird und der unsere Zeitungsabo
so günstig macht…”

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#102949 ritchie says on September 27, 2008 at 11:45 pm
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Ich stimme dir zu, dass es sehr kurzsichtig wäre, nur Vorteile für die eigene Gruppe erringen zu wollen; nachhaltige Politik muss Mittelwege finden und sollte keinesfalls ökonomische oder andere Gruppen gegeneinander ausspielen.

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#103108 ulli koch says on September 28, 2008 at 8:52 am
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Das Problem ist, dass alle Parteien im Moment ideenlos sind: die Grünen haben schon lange nichts grünes mehr gesagt/getan und kämpfen mit Strukturproblemen, über die Liberalen braucht man im Moment wohl kein ernsthaftes Wort verlieren. Schwarz und rot haben ein Kasperltheater auf Steuerkosten zu verantworten.

Mein Wunsch – den ich leider in dieser Form nicht wählen kann: Schwarz – Grün unter Josef Pröll. Ökosoziale Marktwirtschaft nicht nur als Schlagwort, sondern wahres Leben werden lassen. Verantwortungsvoll mit Steuergeldern umgehen und mir auch noch was von meinem Gehalt übrig lassen. Zukunftsorientiert und positiv agieren. Mein Wunsch halt.

Rot-Schwarz hassen einander, das wird nix mehr. Rot wählen – nach Gusenbauer und jetzt mit einem Faymann – da bewahrheitet sich einfach: rot bis in den Tod, die können aufführen was sie wollen und werden trotzdem gewählt. Eine 3-er Koalition bedingt orange/blau – die will ich in keiner Regierung. Die Kandidatur der Liberalen kostet den Grünen Stimmen.

Ich wähle die ÖVP, weil ich bei den ganzen kleinen Parteien nicht mehr weiß, von wem sie sich im Endeffekt ködern lassen… da werd ich wohl in diesen Kommentaren einsam bleiben ;0)

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#103122 christian passin says on September 28, 2008 at 9:44 am
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eh nicht… sie wählen alle brav schwarz… so wie ich… übrigens meine vorzugstimme kriegt walter tancsits… spitzenkandidat der währinger övp…

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#103130 Chrissi says on September 28, 2008 at 10:09 am
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Habe lange zwischen der KPÖ und der ‘Linken’ geschwankt und mich letztlich für die ‘Linke’ entschieden.

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#103132 Gerhard W. Loub says on September 28, 2008 at 10:13 am
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Ich finde Deine Beobachtung sehr interessant, vor allem, da sie tatsächlich der öffentlichen Wahrnehmung entsprechung dürften.

Doch die Erklärung ist nicht, dass die Blogger-Szene derart links orientiert ist. Es sind hauptsächlich 2 Gründe,die für diese Wahrnehmung sorgen. Einerseits deklarieren sich ÖVP-Blogger etwa klar als solche, während Grüne und LIF-Blogger gerne als “unabhängig” deklarieren (wie auch bei der Aufteilung auf http://www.politikblogs.at erkennbar ist). Andererseits gelingt es linken Bloggern wesentlich besser ins Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken und so den Eindruck einer Dominanz zu vermitteln.

Blogger wählen also keineswegs generell LIF oder Grün, es sind nur Anhänger dieser Parteien, die am lautesten schreien…

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#103146 ritchie says on September 28, 2008 at 10:57 am
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@Gerhared W. Loub: was heißt deklarieren? Ob man eine Parteimitgliedschaft besitzt oder “nur” wählt, macht möglicherweise doch einen Unterschied.

@Ulli Koch: ist eh schon mehr oder weniger ausgemacht, dass bei einer gröberen Niederlage (mit der wohl zu rechnen ist) Pröll Molterer ersetzen wird. Seinen Führungsstil als Landeshauptmann finde ich allerdings etwas veraltet, und zwar um ca. 150 Jahre.

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#103165 Herr B says on September 28, 2008 at 11:56 am
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@G. W. Loub: Ihre Theorie ist ungefähr so schlüssig wie die Theorie von kreationistischen Bibelforschern zur Entstehung der Arten.

Ich glaube vielmehr, die scheinbare grün-gelbe Vorherrschaft liegt eher daran, dass vor allem von jungen, urbanen und gebildeteren Menschen (oftmals Studierende oder Personen mit kreativen Jobs) politisch gebloggt wird – und unter jener Gruppe ist die genannte Geistesströmung eben tatsächlich vorherrschend.

Was ich aber schade finde: Wo bleiben die Bloggerinnen?!?

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#103166 Tom Schaffer says on September 28, 2008 at 11:58 am
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@loub: ich kenn kein grünes parteimitglied, dass seine mitgliedschaft in seinen blogs verschweigen würde. was soll denn der blödsinn?

@clows: zur kpö-empfehlung deines freundes bleibt mir nur zu sagen, dass ich ebenfalls nicht aus eigeninteresse wähle, sondern weil ich eine verbesserung der gesellschaftsordnung erhoffe.

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#103169 ulli koch says on September 28, 2008 at 12:08 pm
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@ritchi: der junge Pröll, noch war er nicht LH ;0)

@Herr B: zumindest eine – ulli ist in diesem Fall weiblich

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#103200 Blogistan Panoptikum KW38 2008 auf datenschmutz.net says on September 28, 2008 at 2:00 pm
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[…] repräsentativ sind, zeigt sich deutlich an der Aktion Endorsement 08 – die wählen ja alle grün oder […]

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#103284 ulli koch says on September 28, 2008 at 7:16 pm
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gezeigt hat sich zumindest, dass auf die Österreicher Verlass ist… warum hab ich das Ergebnis voraus gesehen??

Kein klar denkender Mensch kann damit zufrieden sein, was da raus kommt, wird definitiv ein Desaster. Blau/orange – hoffentlich keine 4 jahre!

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#103410 Tom Schaffer says on September 29, 2008 at 2:07 am
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hoffentlich keine 5 …

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#103585 MasterOfDesaster says on September 29, 2008 at 12:15 pm
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no offence – aber…

…im altersheim helge. die sind hauptsaechlich im altersheim.

davon abgesehn gabs immer schon populaere meinungen, und die unpopulaeren (spo, ovp).

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#103627 Gerhard Hardt says on September 29, 2008 at 2:50 pm
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Weiß wählen. ich wüßte nicht, was sonst…

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#110723 maschi says on November 4, 2008 at 9:54 pm
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Und ich sage mal: heute wären sie sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sogar überhaupt einig… Gibtsdochauchnicht?

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