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Zwei österreichische Startups haben es ins Finale der Seedcamp-Woche geschafft, einem Event, das 22 europäischen Startups eine Woche lang Zugang zu Wissen und Netzwerk der renommiertesten Risikokapitalisten des Kontinents gibt: Soup.io und Tripwolf. Herzliche Gratulation!

soup-tripwolf

Während Tripwolf als Offspring des auch in den USA gut vernetzten Inkubators i5invest – und bereits mit einer Beteiligung des Reiseführerverlagshauses MairDumont ausgestattet – auf diese Art der Starthilfe weniger angewiesen ist, ist das vor allem für die blutjungen Soup-Gründer ein sensationeller Erfolg. Bin sehr gespannt, was da rauskommt – und ob eine der beiden Firmen am Ende der Woche unter den fünf Startups landet, die gleich €50.000 bekommen (für einen kleinen Firmenanteil).

(Via Hannes Schwetz, via Thomas Burg.)

Update 19.09.: Soup hat’s geschafft und ist tatsächlich unter die Top5 gekommen! Das bedeutet nicht nur Cash, sondern auch ziemliche Publicity, unter anderem voraussichtlich auch ausführlich auf Techcrunch. Gratuliere!!


Bill Gates und Jerry Seinfeld (ja, der aus der Apple-Werbung) hopsen durch Diskontschuhläden und Mädchenkinderzimmer. Ich stell’ mir vor: Wenn es gegen Ende des römischen Reiches schon Fernsehwerbung gegeben hätte, wäre der Caesar ähnlich sinnbefreit durchs Bild gesprungen um sein Reich zu preisen.

Arrington wettert auf Techcrunch – der denkt wahrscheinlich an den Shareholder Value. Selbiger ist mir wurscht, ich find’s köstlich. Seht selbst:

Und ja, das flimmert in den USA tatsächlich über die TV-Networks. Soll angeblich Vista beflügeln.


Ich hab’ echt mit mir gehadert, ob ich diesmal wieder (wie ein paar mal in den 90ern) liberal wählen soll. Viel spricht dafür: Ich halte die Liberalen, zumindest die die ich kenne, für einen Haufen intelligenter, moderner und reformfreudiger Menschen, die vor allem etwas beherrschen, was mir in der Politik meistens abgeht: Den Mut zu differenzieren anstatt dumm zu polemisieren.

(Danke übrigens für die vielen Argumente für grün oder liberal in den Kommentaren zu meiner Frage!)

Zwei Gründe haben zu meiner (knappen) Entscheidung für Grün und gegen LIF geführt:

1. Korruption: Viele Afrika-Reisen haben mich sehr für das Thema Korruption in allen Spielarten sensibilisiert. Siehe auch “Die SPÖ ist korrupt bis auf die Knochen“. So sehr ich Herrn Haselsteiner für einen interessanten Kopf halte – der Geruch der ihn und Alexander Zach rund um Geschäfte in Ungarn umgibt – siehe Armin Wolf: “Ich habe den falschen Beruf” – schmeckt mir nicht.

2. Energie: Bildung, Zuwanderung, Steuerreform, Teuerung, Soziales – sind ja alles wichtige Themen. Aber es gibt ein Thema, das unseren Wohlstand und Lebensstil mehr denn alles andere beeinflussen wird und gefährdet: Energie. Nicht mal die Grünen widmen dem genügend Raum, aber das LIF garantiert zu wenig. Nur eine grüne Regierungsbeteiligung bringt Chancen auf einen Energieminister Christoph Chorherr. Wie das ausschauen würde, zeigt sein zweiter Videoblog-Beitrag:

Trotzdem hoffe ich, dass das LIF den Einzug schafft! Bin aber recht zuversichtlich.

Was wählt ihr (nicht) und warum?

Nachsatz: Was ich allerdings schon ziemlich cool finde, ist dass das LIF sich nicht scheut, automatisch auch auf negative Blog- und Twitter-Postings zu verlinken. Auf diesmal-lif.at, Handschrift Christopher Clay.

diesmal-lif


Eine befreundete Accenture-Beraterin fragt:

Sag mal, würdest du mir verraten, wo ich anfangen muss zu lesen, wenn ich verstehen will, was es braucht, um ein Wiki in einem Unternehmen zu implementieren? Mich würde einfach ein Startpunkt / Übersichtswerk mit dem Basiswissen interessieren. Bei deinen delicious-Bookmarks habe ich schon gespickt ;-)

Die meines Erachtens zwei wichtigsten Punkte sind, sich erstens bewusst zu sein, dass Wikis offenere Unternehmenskulturen brauchen – oder herbeiführen. Wenn das nicht vorhanden oder gewollt ist, wird ein Wiki-Projekt scheitern oder zu Konflikten führen. Und zweitens sind Wiki-Projekte keine technologischen sondern “soziale” Projekte. Wichtiger als die Wahl der Wiki-Engine ist zb. die Wahl eines “Evangelisten” innerhalb des Unternehmens.

Diese drei aktuellen Bücher dazu stehen auf meiner Leseliste: Groundswell, Die Kunst, loszulassen und
Enterprise 2.0 (“How Social Software will Change the Future of Work”).

enterprise20-literature

Wenn das Projekt eine entsprechende Größenordnung hat, würde ich mich von Profis wie Michael Schuster oder Lee Bryant beraten lassen.

Disclaimer: Buchlinks sind laafifiziert.


logo-castlecamp

Dieses Wochenende fahr’ ich in die Heimat meines Vaters, ins Pinzgau, zum CastleCamp Kaprun, einem BarCamp über Tourismus. Werde etwas über Openstreetmap (Peter hat mich gebeten, ihn bei dem Thema zu vertreten), Bikemap und allgemein Kartennutzung im Tourismus erzählen.

Für Kurzentschlossene: Stefan hat glaub’ ich noch Platz im Auto.


..hinzuschreiben wär’ kürzer gewesen:

was-fuer-ein-kontaktformular

Gesehen hier.


Christoph Chorherr ist ein bisschen sowas wie der seltene Politiker meiner Idealvorstellung. Weniger weil er ebenfalls Projekte in Afrika macht, sich aus Klein-Hick-Hack raushält, auf zumindest zwei Gebieten (Bildung und Energie) unbestrittener Politexperte ist – und dazu trotz der “unwichtigen” Position als oppositioneller Landtagsabgeordneter enorm effektiv.

Nein. Sondern vor allem weil er bloggt. Lesenswert, authentisch und nicht nur zu Wahlkampfzeiten. Wäre Chorherr schwarz oder rot oder sonst was, ich fände ihn genauso lesenswert.

Jetzt erfindet sich der Blogger Chorherr gerade ein bisschen neu: Nachdem sich seine Blogreichweite mit seiner Plakataktion vervielfacht hat, scheint er Blut geleckt zu haben und versucht sich jetzt als Videoblogger:

Ich durfte ihm bei beiden Aktionen (Plakate und Videoblog) ein bisschen beratend zur Seite stehen. Beim Thema Videoblogs habe ich ihn auf internationale Vorbilder wie Larry Lessig, Pat Condell oder Climate-Greg verwiesen.

Für alle aspirierenden Videoblogger vielleicht nützlich – ein Auszug aus meinem Email:

  • Keinen Wahlkampfspot! Sondern genauso wie dein Blog: Themen, die dir am Herzen liegen, in denen du kompetent bist. (Während des Wahlkampfs kannst du natürlich am Schluss sagen: Und darum ist es wichtig, grün zu wählen.)
  • So wie deine Pressekolumnen: einmal “Energiewende”, einmal “Freies Mandat”, etc. Kontroversiell und scharf argumentiert. Zeitlos (wird über Jahre hinweg wirken – nicht wie ein Printbeitrag, der im Altpapier landet).
  • Durchaus Anleihen an Inhalt und Aufbau von existierenden Vorträgen (davon gibt es dutzende sehr sehr gute im Netz!) nehmen.
  • Ich würde mich da nicht von jemandem filmen lassen, sondern das selbst per Webcam aufnehmen. Vielleicht hat dein Macbook sogar eine eingebaut? Grund: Jeder soll das Gefühl haben, er könnte das selbst jederzeit auch machen, ohne Budget. Auf Augenhöhe. Umgekehrt soll aber unbedingt der Ton und eher auch die Beleuchtung “professionell” sein, also durchaus wen ranlassen, der was von Video versteht. Grund: Anschauen soll keine Qual sein. Das heißt: Ja, lass dir beim Setup helfen, aber nimm es dann selber auf.
  • Du erinnerst dich vielleicht an den Vortrag von Peter Purgathofer in Graz? So in etwa.
  • Nicht Body Shot oder Half Body, sondern nur ab den Schultern oder Face. Grund: Man schaut sich das im Mini-Youtube-Fenster an, nicht Fullscreen.
  • Auf Youtube hochladen und dann bei dir im Blog einbinden. (So kann das jeder nachmachen!)

Und jetzt bin ich gespannt, ob und wie seine Videos ankommen.


Siehe Chorherr. (Hintergrund.)

chorherr-plakatiert


Eine spannende und erfrischende Diskussion brandet gerade bei Robert Basic, der gefragt hat, warum Multi-Ehen verboten sind, also zb. eine Frau + zwei Männer oder umgekehrt. Robert:

1:1 Ehe: Einer geht arbeiten, der andere bleibt zu Hause. Kinder? Deswegen entweder gar keine oder sehr spät (empf. Einkommensverlust). 2:1 entspannt das Ganze.

Auf Reisen durch Westafrika kommt einem zwar auch ab und zu eine polygame Ehe unter (zb. dieser Herr hier lebt auf seinem Hof mit seinen vier Frauen und nach letzter Zählung 13 Kindern zusammen), aber die wesentliche Beobachtung in dem Zusammenhang betrifft was Anderes: Das System “Einer geht Geld verdienen, der Andere kümmert sich um Kinder und Haushalt” ist in Afrika unbekannt. “Familie” und “Haushalt” umfasst immer mehrere Generationen und vor allem auch Onkel, Cousinen, Schwiegersöhne, Großtanten.

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Konkret bedeutet das, dass sowohl Einkommen als auch (finanzielle und sonstige) Probleme immer auf die Großfamilie verteilt werden, egal ob poly- oder monogam. Es gilt als tabu, sein Geld nur für sich selbst, Frau und Kinder zu verwenden (wie es bei uns als tabu gilt, seine Umgebung mit seinen Problemen zu belästigen). Umgekehrt werden Aufgaben wie Kinderbetreuung immer auf die Großfamilie verteilt.

Für uns Individualisten klingt das natürlich grauenhaft, aber meine Wahrnehmung ist, dass in einem afrikanischen Land gänzlich ohne soziales Netz vielleicht sogar weniger Menschen durch selbiges fallen oder aufgerieben werden als bei uns. (Bitte hängt mich jetzt nicht – ist immer jeweils in Relation zu sehen!) Die Großfamilie – der Begriff umfasst in Dörfern sogar die Nachbarn – fängt das alles auf. Übrigens ein möglicher Erklärungsansatz für die ewige Frage, warum die Menschen in Afrika soviel fröhlicher sind als bei uns.

In dem Sinne finde ich es absolut notwendig, alternative Familienstrukturen zu ermöglichen – rechtlich, vor allem aber auch öffentlich-moralisch. Das nordeuropäische hyperindividualistische Lebensmodell mit Sozialstaatsabfederung führt zu Bevölkerungsschrumpfung, Zukunftsängsten und alleinerziehenden Working-Poors.

Das Verbot von Vielehen ist genauso abschaffenswert wie das Verbot von Homoehen. Auch wenn ich mir für mich persönlich nicht nur das Zweite nicht vorstellen kann, aber vielleicht bin ich auch nur zu sehr von der christlich-konservativen Gesellschaft geprägt.

Im Übrigen ist gar nicht gesagt, dass das auch etwas mit sexuellen Beziehungen zu tun haben muss – die brauchen die Rechtsform eh am allerwenigsten und passieren auch so schon. Es geht um einen rechtlichen Rahmen für andere Familien-Patchwork-Modelle.

(Picture (cc) sp3ccylad, thanks for sharing!)


Erinnert sich jemand an die Entstehungsgeschichte von Windows? Windows startete nicht als Betriebssystem sondern als grafische Oberfläche für die Betriebssysteme DOS und OS/2. (Der Ur-Name von Windows war “Interface Manager”.)

chrome-vs-windows

Eine ähnliche Strategie steckt auch hinter Google Chrome: Chrome ist genausowenig nur ein Browser, wie Windows damals nur eine grafische Oberfläche war. Natürlich ist Chrome auch ein Browser. Und zwar eigentlich kein eigenständiger, sondern ein Safari-Klon, denn das Herz jedes Browsers ist die Rendering Engine, und die kommt bei Chrome von Apple: Webkit.

Chrome will also nur ein guter Browser sein, kein besserer. Hier geht es aber längst nicht mehr um Browser Wars – das Ziel ist in erster Linie MS Office, aber auch darüber hinaus eine Dominanz im Betriebssystemmarkt. Alle Punkte, in denen sich Chrome von anderen Browsern unterscheidet, sind direkte Angriffe auf den Betriebssystemmonopolisten in Redmond:

  1. Googles brandneue Javascript Engine V8 soll dafür sorgen, dass Web-Applikationen à la Gmail, Google Docs oder Spreadsheets schneller laufen. Vor allem aber werden mit V8 neue, deutlich komplexere und ressourcenintensivere Applikationen denkbar. Aber was bringt das, wenn nicht alle mit Chrome surfen? Zweierlei: Im Enterprise-Markt darf von homogenen Browserlandschaften ausgegangen werden. Ein Konzern, der von MS Office und Exchange auf Google Apps umsteigt, steigt dann halt auch auf Chrome um. Und zweitens: Chrome ist Open Source und will mit V8 den anderen Browserherstellern (allen voran Mozilla/Firefox) zeigen, wie’s geht.
  2. Wichtiger noch als V8 ist die native Unterstützung von Google Gears, womit diese Webapplikationen auch offline funktionieren. Gmail im Flieger, Kalenderzugriff im UMTS-Funkloch – mit Chrome alles kein Problem mehr. Und wieder will Chrome anderen Browserherstellern zeigen wie’s geht – und gleichzeitig uns Webapplikationsentwickler motivieren, Offline-Unterstützung über Gears einzubauen.
  3. Die Art und Weise wie Chrome einzelne Websites und Tabs als getrennte Prozesse enkapsuliert und den Speicherhunger von Webapplikationen reguliert, sieht schon sehr nach einem Betriebssystem aus: Da Chrome dazu gedacht ist, immer geöffnet zu bleiben (man schließt ja Windows auch nicht während der Arbeit), will man verhindern, dass der Browser dabei immer langsamer wird – oder einzelne Websites gleich den ganzen Browser zum Abstürzen bringen können.
  4. Außerdem können Web-Applikationen als Desktop-Verknüpfungen am Desktop abgelegt werden und öffnen dann ohne Browser-Elemente, nur mit einem Rahmen drum herum. Warum aber der Missing Link zwischen Internet und Betriebssystem nicht geschlossen wurde, ist mir schleierhaft.

Verwunderlich finde ich auch, dass Google Desktop Search nicht auch gleich voll in Chrome integriert wurde. Ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis das passiert.

Mit Chrome geht nicht nur das Zeitalter von Microsofts Dominanz zu Ende, (spätestens) Chrome läutet auch die Ära des Cloud Computing ein. Firmen mit eigener Server-Infrastruktur werden in ein paar Jahren der Vergangenheit angehören. Und auch der gute alte Personalcomputer wird hauptsächlich Applikationen ausführen, die in der “Cloud” laufen – das wird bei Bildbearbeitung oder irgendetwas anderem genauso selbstverständlich sein wie ich diesen Text hier nicht in lokalem Word sondern auf einer WordPress-Installation auf einem in LA gehosteten Server schreibe.

In das gleiche Horn stößt auch Marcel Weiss: Der Anfang von etwas Großem.

(Hinweis auf grafische Ähnlichkeit der beiden Logos via Thomas Vehmeier, via Robert Basic)

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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