Google this site (~ 2000 pages):

Home
RSS Feed RSS Feed

« Previous: Wählen alle Blogger grün oder liberal? Gibtsdochnicht. | Next: Ein Chef, ein Job, ein guter Ausblick »


Sorry, das wird lang.

wikipedia-neutralitaet

Das Ergebnis der Nationalratswahl ist enttäuschend, aber schockiert bin ich nicht. Davon geht die Welt auch nicht unter. Auch wenn die Bienenzüchter mit den Daham-statt-Islams fusionieren sollten und die größte Partei des Landes stellen, tut die Welt das nicht. (Im Übrigen halte ich den ORF für Haiders Erfolg hauptschuldig, der dem Spitzenkandidaten der 4%-Partei fast soviel Präsenz wie Faymann und Molterer – und mehr als allen anderen – eingeräumt hat. Und wie ein Ergebnis in einem Bundesland ausschaut, wo niemand die Krone liest, zeigt Vorarlberg.)

Klar, es ist besorgniserregend sich vorzustellen, was die Österreicher wählen würden, sollte eine echte (Energie-/Finanz-) Krise die Repubik erschüttern, mit massiver Arbeitslosigkeit, Stromausfällen und Ähnlichem. Das Wahlergebnis kann nur so interpretiert werden, dass die Österreicher dann die starke Hand wählen, die sich – nach der Logik von Schmitt, Bush und Schäuble – über die Verfassung hinwegsetzt.

Warum hat der Frust über die große Koalition die Wähler nur zu den Rechten, nicht aber zu Grün (und LIF) getrieben? Es war oft von “mangelnder Vitalität” (gemeint ist VdBs Alter), “Langweiligkeit” und “fehlender Agressivität” die Rede. Über die Wahlkampagne wird ebenso gern diskutiert.

Hier ist meine Sicht der Dinge:

Die Grünen sind keine Protestpartei (mehr). Und das ist gut so. Wenn sie damit weniger Stimmen bekommen, dann soll das eben so sein. Besser eine konstruktive 10%-Partei als ein 20%-Fähnchen im Wind. Wer glaubt mit Wahlplakaten und -spots seien Wahlen zu gewinnen oder zu verlieren, ist meines Erachtens sowieso falsch gewickelt.

Das Problem liegt eher im Wort “Partei”. Die Grünen sind eine echte “Partei” geworden, die die Liste ihrer Kandidaten nach der Zahl der unterstützenden Parteifreunde erstellt und nicht nach ihrer Strahlkraft und fachlichen Kompetenz.

Wenn die Grünen bei der nächsten Wahl in zwei oder fünf Jahren 15% oder mehr bekommen wollen, muss ihr Wahlkampf JETZT beginnen. Und zwar mit einem grundsätzlichen Umdenken auf allen Ebenen:

1. Die Öffentlichkeitsarbeit.

Das große Problem für die Grünen in diesem Wahlkampf waren die Medien. Die haben einfache (=stupide) Botschaften wie “Mehrwertssteuerhalbierung” dankbar aufgenommen und groß gemacht, komplexere Themen aber ignoriert. Das war immer so und wird sich auch so schnell nicht ändern – auch wenn Chorherr die Journalisten noch so in die Pflicht nimmt.

Statt dessen müssen die Grünen beginnen, an den Medien (“Vermittler”) vorbei unvermittelt zu Wählern durchzudringen. Das Internet eignen sich dafür hervorragend: Email, Blogs, Diskussionsforen, Youtube, Social Networks, etc. Chorherr und Pilz zeigen wie’s geht. (Neuerdings auch auf Facebook.) Jeder Mandatar und jeder Kandidat MUSS sich seine Ersatzöffentlichkeit von mindestens ein paar Hundert Menschen aufbauen (von denen die meisten wiederum weitere erreichen). Wenn das gegeben ist, reduziert sich der Durchgriff von Spindoktoren, Plakatemalern und Boulevardzeitungen auf die veröffentlichte Meinung.

2. Die Kandidaten.

Ich habe die Grünen weder wegen noch trotz VdB gewählt, ich habe sie gewählt, weil ich den ~20 Mandataren im Parlament bessere Entscheidungen, Fragen und Anträge zutraue als denen anderer Parteien. Doch wo waren die im Wahlkampf? Wer sind die überhaupt? Während des ganzen Wahlkamps waren sie beispielsweise auf der Grünwebsite kaum auffindbar, geschweige denn irgendwo als Person präsent. (Und bitte kommt mir jetzt nicht mit Presseaussendungen und Ständen in Fußgängerzonen – das ist sowas von antiquiert, davon krieg’ ich Ausschläge.)

Wo sind die öffentlichen Hearings, die Personen-vor-wahlkämpfe um die besten Listenplätze? Wo sind die innovativen Quereinsteiger wie parteifreie Solarenergieunternehmer, Koriphäen aus Wissenschaft und Wirtschaft oder junge, smarte Studenten? Mit Quereinsteigern meine ich nicht Tierschutzaktivisten und Kraftwerksblockierer, die nur wissen, wogegen sie sind, sondern helle Köpfe, die konstruktiv gestalten können.

Jeder (!) einzelne Kandidat muss spätestens am Wahltag zumindest (!) tausenden Österreichern ein Begriff sein. Darum muss der Wahlkampf am Tag nach der Wahl beginnen, sonst ist das nicht zu schaffen. Hört auf als Partei zu kommunizieren und beginnt, die Menschen dahinter hervorzuholen. Übrigens.. das wäre dann: heute.

3. Das Konzept “Partei”.

Die Wahrnehmung der Grünen wird aktuell auf das erfundene Konstrukt “Partei” geleitet, das nur aus Elementen wie “Programm” oder “Spitzenkandidaten” besteht. Die Menschen – allen voran die zu wählenden Mandatare – werden bis auf VdB und seine Stellvertreterin hinter diesem Konstrukt versteckt. Man schaue sich nur die für die Wahl relaunchte Website an. (Ausnahme: Das Kästchen “Blogs”.)

Auch wenn die Begriffe “Wahlplattform” und “Bewegung” verbraucht sind – das ist genau, was nötig ist. Wenn sich die Grünen nach außen stülpen und aufhören, hinter verschlossenen Türen um innerparteiliche Macht zu rittern, wenn sie statt dessen zum loseren Zusammenschluss aktiver Bürger unter den Prämissen des Parteiprogramms werden, dann wird sich die Trennung zwischen außerhalb der Partei und innerhalb langsam auflösen. Die Freien Wähler in Deutschland machen’s vor (allerdings fehlt dort ein übergeordnetes Programm – nicht empfehlenswert).

In Summe bedeutet das auch, sich ideologisch zu öffnen (auch gegenüber dem “bürgerlichen Lager”), sowie das freie Mandat zu stärken und den Klubzwang zu reduzieren. Eine Bewegung, bei der man auch mitmachen kann, ohne durch die Ochsentour des Zettelverteilens gehen zu müssen. Eine Bewegung, die zuhört. People of earth..

4. Der Wahlkampf.

Ich glaube, dass eine kleine Partei vor allem dann präsent sein soll, wenn gerade nicht Wahlkampf ist, wenn das Rauschen der Großen nicht die eigenen Töne übertönt. Und zwar weniger als Partei, die nur Oppositionsarbeit macht (also: stänkert), sondern konstruktiv und vor allem auch regional, lokal und themenspezifisch.

  • Wo sind die Guerilleros der Grünen Jugend, die auf jeden Briefkasten im Bezirk einen Sticker “Bitte keine Werbung” kleben und dann der Welt vorrechnen, wieviel Papier und Energie eingespart wird, wenn nur jeder Dritte den Kleber drauflässt?
  • Wo sind die Aufkleber “Ein Auto weniger”, die jeder Radfahrer auf seinem Kotflügel kleben hat?
  • Wo sind die Bürgerinitiativen, die sich konstruktiv und integrativ (=zb auch die Interessen der Wirtschaft berücksichtigend) um eine lebenswerte Nachbarschaft kümmern?
  • Wo sind die Projekte, die die Grünen als Oppositionspartei mit der Regierung vereinbaren und umsetzen?
  • Wo sind die Beispielgemeinden in jedem Bundesland, denen die Grünen all ihr Knowhow zur Verfügung stellen, um sie zu energieautarken Aushängeschildern zu machen?
  • Und wo sind die 20 Mandatare mit öffentlichem Profil und direkter Stimme (Pilz mal ausgenommen)?

Wenn dann tatsächlich Wahlkampf ist, erreichen die Grünen direkt zehntausende und indirekt hunderttausende Sympathisanten (siehe oben) – ohne dass Medien vermitteln müssten oder filtern dürften. Und der durchschnittliche Wähler hat nicht nur ein medienvermitteltes Bild des Spitzenkandidaten, er kennt auch 2-3 Gesichter auf der Bundesliste “persönlich” – nicht aus einem belanglosen Gespräch in der Fußgängerzone, sondern durch Empfehlung aus seinem sozialen Umfeld (auch: Email) und in der Folge durch direkte Kommunikation mit dem Kandidaten online.

Mit diesem Hintergrund wird es auch leichter, selbst Themen im Wahlkampf vorzugeben (zb. “Ausstieg aus Öl und Gas”) und nicht nur denen anderer folgen zu müssen (“Halbierung der Mwst auf Lebensmittel”).

5. Der gläserne Mandatar.

Nicht zuletzt erwarte ich mir – wenn schon der gläserne Staat noch länger Illusion bleibt – den gläsernen Grünmandatar. Über Stimmverhalten, Ausschussarbeit und ähnliches soll jeder Mandatar öffentlich Tagebuch führen, ganz ohne zwischengeschaltete Pressesprecher oder Journalisten. Wenn er das mit Sachverstand und vielleicht noch einer Prise Humor macht, umso besser. Er muss ja nicht gleich vertrauliche Informationen veröffentlichen, wie das Pilz mitunter macht – Marie Ringler und Kollegen haben beim vergangenen Bundeskongress gezeigt, wie das ausschauen kann.

Liebe Grüne – der Wahlkampf beginnt. Heute.


 

« Previous: Wählen alle Blogger grün oder liberal? Gibtsdochnicht. | Next: Ein Chef, ein Job, ein guter Ausblick »

46 Comments
#103713 Markus Pirchner says on September 29, 2008 at 8:05 pm
Avatar
top

Du solltest öfter längere Posts verfassen, v.a. wenn sie so substanziell aufgeladen sind.
Man könnte es kurzfassen: Die Grünen sollten sich so verhalten, wie es einer Demokratie gut zu Gesicht stünde (so, wie du es im Detail beispielhaft vorschlägst) und nicht wie ein Stimmen-und-Mandate-Zähler-Verein.
Politik als positive Veränderung verstanden – das haben die Grünen nicht zu kommunizieren verstanden. In meiner Wahrnehmung hat beim Grünen Wahlkampf die Verweigerungshaltung dominiert, man denke nur an den unsäglichen Slogan: “mit mir nicht”. Zuviel “Gegen”.
Wenn’s gscheit sind, nehmen sie sich dein Post zu Herzen (oder besser: Hirn).

bottom
#103717 Andreas Klinger says on September 29, 2008 at 8:18 pm
Avatar
top

Stimme dir in nahezu allem zu.
Erstmal Gratulation zum Erreichten, auch wenns weniger geworden ist als letztes Mal.

Die Punkte bzgl alternative Medien sehe ich ähnlich aber sehe hier keinen zu grossen Fokus.

Ich finde dass die bekommene Aufmerksamkeit in den Breitenmedien nicht optimal genützt worden ist – hier sollte man ansetzen.

Ich hänge daher noch etwas an deine Liste:

* Themen in Diskussionen vorgeben und nicht nur darauf eingehen
* Wirtschaftskompetenz zeigen
* Kampfrethorikkurse – nicht um es zu können sondern um damit schnell umgehen zu können
* Simple, klare, schnelle, agressive Antworten – Punchlines die Herr Österreich schnell versteht und sich nicht belehrt fühlt

Ich persönlich glaube dass das LIF (vor der NEWS Atombombe) für viele Wähler der SPÖ und ÖVP eher eine Option gewesen wäre als die Grünen.
Nachdem die Einstellungen zu den Themen oft ähnlich sind: Vielleicht kann man sich etwas abschauen – vorallem Richtung vermittelte Wirtschaftskompetenz.

Imho:
10% bei dieser Wahl zeigen in Wahrheit wie notwendig starke Grüne in Österreich sind.

bottom
#103720 Sonja Schiff says on September 29, 2008 at 8:23 pm
Avatar
top

Hallo Helge,

sehr guter Beitrag, ich nehme viel mit für michn und unseren Wahlkampf in Salzburg- die Landtagswahl und Gemeinderatswahlen finden am 1.März statt.

ich denk wir Grünen sollten jetzt mal mit offenen Ohren über unseren Tellerrand hinaus hören…….zum Beispiel bei dir…und vielen anderen.

Vielleicht hast du Lust dich an unserem neuen Blogportal, eine offene Diskussion über die Entwicklung der Grünen, betätigen:

http://www.gruenerblog.com/

Würde mich freuen.

Grüße
Sonja Schiff

bottom
#103723 Helge says on September 29, 2008 at 8:33 pm
Avatar
top

@Sonja: Danke für die Einladung! Ich beteilige mich aber eh schon hier an dieser offenen Diskussion.

bottom
#103741 linzerschnitte says on September 29, 2008 at 9:31 pm
Avatar
top

Super Analyse, danke!

Ich würde dem ganzen vielleicht noch einen Punkt hinzufügen: Die Einstellung

Und zwar die Einstellung gegenüber Menschen. Eigentlich ist es fast deckungsgleich mit dem, was du über das Aufbauen einer Ersatzöffentlichkeit meinst. Was den Grünen komplett fehlt, und da können sie noch soviele Luftballons kurz vor der Wahl verteilen, ist eine gewisse “Volksnähe”. Furchtbarer Begriff, ich weiß. Man stellt sich biertrinkende, händeschüttelnde und Babies herzenden Trachenjackenträger dabei vor. Das will natürlich niemand :)

Aber die Grünen leben – nach wie vor oder schon wieder – in einem elitären Elfenbeinturm. Und das reicht halt nicht, um sich an 3. Stelle zu halten. Schon gar nicht, wenn dann noch ein LIF kommt und im selben Revier wildert.

Die Partei ist von der Basis an völlig verkopft. Und außerhalb des Elfenbeinturms sind sie nicht sicht- oder spürbar (siehe dein Punkt: Die Kandidaten). Sie zeigen sich nur kommunikationsbereit gegenüber einer elitären Gruppe, die hauptsächlich aus Bobos, Bloggern, Akademikern, Standardlesern besteht. Und selbst da wirken sie oft arrogant, besserwisserisch, realitätsfern (so waren zumindest meine Erfahrungen).

Die Grünen müssen ganz dringend eines kapieren: Politik ist Dienstleistung. Und kein Networkingveranstaltung unter Leuten, die genauso sind wie man selbst.

bottom
#103749 Margit Hinke http://twitter.com/nobabe says on September 29, 2008 at 9:51 pm
Avatar
top

→ treffende analyse
→ meine analyse daraus: spätestens bei der übernaechsten wahl bist du selbst kandidat

bottom
#103751 Helge says on September 29, 2008 at 9:54 pm
Avatar
top

@Margit: :-D – aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bin ich dann weder Kandidat noch sonst irgendwas in einer Partei. Das tu’ ich mir nicht an..

bottom
#103759 Margit Hinke http://twitter.com/nobabe says on September 29, 2008 at 10:24 pm
Avatar
top

@Helge … never say never…. nah reden wir in ein paar jahren nochmal drueber ;-)

bottom
#103773 Bodenseepeter says on September 29, 2008 at 11:37 pm
Avatar
top

Wehe, Helge!

bottom
#103775 Helge says on September 29, 2008 at 11:39 pm
Avatar
top

@BP: Hehe, no worries.

bottom
#103792 Kewagi says on September 30, 2008 at 1:05 am
Avatar
top

Lieber Helge, sehr gutes Posting. Danke dir für die Formulierung von Dingen, die vielen im Kopf rumschwirrten die letzten Tage.

bottom
#103852 supermaschine says on September 30, 2008 at 6:46 am
Avatar
top

lieber helge, in deinem posting steckt viel hoffnung, viel power, aber auch ein wenig naivität drinnen. ich denke, dass die grünen aktuell einen ganz normalen konsolidierungsprozess durchmachen. deine antwort auf das posting von margit ist eigentlich genau das problem: neue leute – eines neuen systems – hüten sich davor in das geschäftsfeld “politik” einzusteigen und so bleiben nur (junge) leute des alten systems. ob in der spö oder auch bei den grünen. der nachwuchs in den parteien wird in system gross, in dem sich anpassen dazu führt, dass man karriere macht. andere “kollegen” werden oft nur als konkurrenz für zukünftige positionen (= mandate) gesehen. eigentlich ein völlig falsches anreizsystem für parteien: das credo ist möglichst gegen neuzugänge abdichten, weil dann der persönliche kuchen kleiner wird. das führt dazu, dass oftmals die jungen in den parteien wesentlich strukturkonservativer sind als alle “alten”. da hilft auch ein blog oder ein myspace-account nichts.

bottom
#103865 Sylvia says on September 30, 2008 at 8:07 am
Avatar
top

Eine wirklich schöne Analyse, allerdings möchte ich noch etwas hinzufügen:

1. sollte man das Medium Internet nicht überschätzen, immerhin besitzen sehr viele Österreicher noch keinne privaten Zugang zu diesem (19 % Breitband habe ich gelesen), andererseits muss ich dir schon Recht geben, dass man über die Kandidaten selbst sehr wenig Informationen Online findet.
2. habe ich das Gefühl, dass das Bild von den Grünen nicht wirklich dem entspricht, wofür sie selbst stehen. Das bedeutet für mich, dass wohl die Ziele nicht in ausreichendem oder einfach verständlichem Maße vermittelt worden sind.
3. und das liegt vielleicht auch direkt im Zusammenhang mit Punkt 2 muss ich sagen, dass im ländlichen Raum die Grünen kaum präsent sind. Zumindest in meiner Waldviertler Heimat habe ich einerseits wenig klassische Wahlwerbung gesehen, andererseits wüsste ich auch gar nicht, wo man hier Grüne Ansprechpartner finden könnte.

Ich kann hier meinen Vorpostern also nur zustimmen, dass die Ziele der Grünen besser und klarer an die Wähler kommuniziert werden müssen und zwar nicht in einer belehrenden Form, sondern sehr volksnah und auch für “den kleinen Mann” verständlich, sodass man sich besser mit diesen Inhalten und Zielen identifizieren kann und seine Interessen gut vertreten fühlt.

schöne Grüße
Sylvia

bottom
#103870 Margit Hinke http://twitter.com/nobabe says on September 30, 2008 at 8:26 am
Avatar
top

@helge … und wieso willst du dir ‘das’ eigentlich nicht antun? weshalb kommt fuer dich parteipolitische arbeit nicht in frage?

oder ist es einfach, weil du was besseres zu tun hast, als als robin hood zu enden, der von den eigenen parteifreunden das hackl ins kreuz gerammt bekommt und elendiglich im sherwood forest hinterm gebuesch verkommt?

bottom
#103877 Markus Pirchner says on September 30, 2008 at 9:07 am
Avatar
top

@Sylvia – natürlich soll man “das Medium Internet nicht überschätzen”, aber das gilt für alle Medien. Hinsichtlich der Verbreitung liegst du aber ziemlich daneben. Derzeit haben knapp unter 70% der Haushalte Zugang zum Internet, und wenn man den Berichten der RTR Glauebn schenken darf, hatte die Breitbandpenetration bereit im Vorjahr einen Wert von 53% erreicht (Quelle: http://www.rtr.at/de/komp/PI30112007TK). Aktuelle Zahlen habe ich auf die Schnelle keine zur Hand gehabt.

bottom
#103886 Judith says on September 30, 2008 at 9:52 am
Avatar
top

@markus pirchner

aktuelle zahlen bzgl internet in Ö:
http://www.statistik.at/web_de/presse/024081

http://mediaresearch.orf.at/index2.htm?internet/internet_aim.htm

@sylvia
mich würde eure Definition von “kleinem Mann” interessieren…Ich vermute, dass da eine große Diskrepanz zwischen eurer Eigenansicht und der Fremdansicht besteht.

bottom
#103890 Sepp Brugger says on September 30, 2008 at 10:03 am
Avatar
top

Du hast in vielem recht. Insbesdondere was unsere Parteistrukturen betrifft. Auch bei uns steht inzwischen die Partei im Vordergrund und nicht die Ideen, Aufmüpfigkeit oder Personen (ohne Partei bin ich nichts). Du weisst aber auch dass es neue MandatarInnen in unserem Klub im Parlament nicht leicht haben. Wir sind nicht mehr ein Klub mit 20 gleichberechtigten MandatarInnen, die mit ihren Ideen untereinander im täglichen Wettbewerb stehen sondern eine Parteispitze und der Rest, der auch dabei sein darf.
Du forderst die innovativen QuereinsteigerInnen bei den Grünen. Aber du planst diese Idee nicht zu Ende. Statt wem sollen innovative Interessierte quer einsteigen? Das Modell funktioniert nur, wenn wir wieder das Rotationsprinzip einführen. Nach zwei Perioden (10 Jahre)soll, nach 3 Perioden (15 Jahre) muss jede/r mindestens eine Periode pausieren (15 Jahre ist eigentlich schon zu lang, 12 hätte ich noch für akzeptabel gehalten).
Nur ein Rotationsprinzip garantiert eine Bewegung. Uhjnd wenn wir wieder eine Bewegung werden wollen, müssen wir uns auch bewegen.
sepp brugger

bottom
#103903 Rudi Simané says on September 30, 2008 at 11:35 am
Avatar
top

Hi Sepp!

Ganz so einfach wird das nicht sein. Man muß auch sehen, daß oft die, denen Du das Prädikat “dürfen dabei sein” verleihst nicht wirklich einen Level mitbringen, den ich mir von Grünen Parlamentsabgeordneten vorstelle.
Nimm ein Beispiel: Wenn Bettina Hradecsni das NÖ Mandat doch noch erreicht, kann es geschehen, daß Karl Öllinger rausfliegt. Bettina ist bemüht und fleißig. Aber kann sie die “Wertigkeit für die Grünen” von Karl erreichen????
Oder, Karl fliegt raus: Nun kommen zwei Frauen, die sich im Sozialbereich engagieren wollen nach. Bis die aber auf dem Wissensstand eines Karl stehen ist die Legislatur vorbei. Und genau da liegt das Dilemma. Solange sich die Grünen Bildungswerkstätten darauf beschränken (z.B: NÖ) irgendwelchen Leuten irgendwelche Filme vorzuführen, für die Niveauhebung der eigenen Leute aber nur marginal zu tun, wird das Problem immer da sein, daß Leute ins Parlament kommen, die “keine Ahnung” haben. Ich will damit niemanden beleidigen und achte alle, die ein Mandat anstreben. Aber da bedarf es konzentrierter Arbeit um das Level der möglichen Kandidatinnen zu heben.. Denn weder “jung” noch “Frau” sind ein guter Polster um selbstbewußt in den Nationalrat zu gehen und dort ab Stunde Null loslegen zu können. Und auch für sich selbst im Klub mehr beanspruchen zu können, als “sei froh, daß Du da bist”.
Das von Dir angesprochene Roationsprinzip hat was an sich. Alleine, es wird von uns auch erwartet, Antworten zu geben, was wir mit Menschen machen, die recht jung ein Mandat bekommen, die näxte Wahl geht schief, vor einem Scherbenhaufen sitzen. Da haben wir keine. Pöstchen in der Staatsverwaltung haben vier andere Parteien. Wir nicht.
Deshalb ist es ein Risiko, wenn jemand für die Grünen kandidiert. Was die Sache nicht leichtre macht. Als deklarierter Grüner einen adäquaten Job zu bekommen ist nicht das allerleichteste…
Natürlich – reformieren wir die Grünen. Aber wir sollten schon erst irgendwie Matten auflegen, damit sich die, die wir vom hohen Ross herunterstoßen sollten nicht wehtun.
Den auch mir ist völlig klar: DAS, was wir wollten als wir Ende 82 den Hintern lüpften – isses nicht geworden.

bottom
#103913 Markus Pirchner says on September 30, 2008 at 12:09 pm
Avatar
top

Es gibt Modelle, die die Probleme des Rotationsprinzips – Kontinuität und Kompetenz – zumindest eindämmen. Ich kenne solche aus diversen großen PR-Verbänden. Die KandidatInnen durchlaufen dabei über 3 oder 4 Perioden verschiedene Funktionen (z.B. Vizepräsident oder Geschäftsführer, President Elect, President, Past President), d.h. sie sind über mehrere Jahre mitten ins Geschehen eingebunden, z.T. in ganz entscheidenden Positionen; gleichzeitig rücken in regelmäßigen Abständen (hoffentlich) hoffnungsvolle NachfolgerInnen nach, während die Kapazunder nicht abrupt aus den Gremien fallen.

bottom
#103915 Heinz Wittenbrink says on September 30, 2008 at 12:19 pm
Avatar
top

Danke für das lange Posting, Helge! Ich finde alles richtig, vor allem aber die Bemerkungen in Richtung “Partei”. Die Grünen sollten sich eben gerade nicht konsolidieren, sondern auch organisatorisch als Alternative zu den älteren Parteien arbeiten. Das Modell der “Weltanschauungspartei” ist schlicht Kacke überholt, und zwar ganz und für immer.

bottom
#103919 Franz Joseph says on September 30, 2008 at 12:36 pm
Avatar
top

Ein super Beitrag, ein lecker Ansatz. Gut, dass er so lang ist …

Meine Gedanken zum kollektiven Was-Ist-Da-Mit-Den-Grünen-Los gibt’s hier:
http://franzjoseph.twoday.net/stories/5225876/

bottom
#103928 Helge says on September 30, 2008 at 1:08 pm
Avatar
top

Puh, da ist man kurz weg und schon überschlägt sich hier das Feedback. Großartig! :-)

@Supermaschine: Den “ganz normalen Konsolidierungsprozess” will ich eben verhindern. Hier gilt es, überholte Parteikonstrukte abzuwerfen und Neues zu probieren.

@Margit: Die Antwort, warum ich mich selber nicht für irgendwas aufstellen lassen möchte, ist einfach: Ich habe in meinem Leben andere Sachen vor als Politiker zu werden. Nicht bessere, nur andere. Außerdem: Ich versuche, eine Auflösung der Grenzen zwischen außerhalb der Partei und innerhalb herbeizuschreiben. Insofern ist das was ich mache bereits “Politik”.

@Sepp Brugger:

Du forderst die innovativen QuereinsteigerInnen bei den Grünen. Aber du planst diese Idee nicht zu Ende. Statt wem sollen innovative Interessierte quer einsteigen? Das Modell funktioniert nur, wenn wir wieder das Rotationsprinzip einführen.

Mir ist relativ egal statt wem die einsteigen sollen – Politik ist kein Kindergeburtstag. Rotationsprinzip ist wieder so ein überkommenes Konstrukt klassischer Parteidenke. Wer die Listenplätze bekommt, würden breit angelegte Vorwahlen entscheiden. Wer die verliert, kehrt in seinen Beruf zurück – oder kreiert sich einen neuen, zb. als Berater, Vortragender, Autor oder Unternehmensgründer. Die besten Köpfe des Landes werden damit wohl wenig Probleme haben. Und wenn das nicht reicht, spricht auch nix gegen das von Markus Pirchner beschriebene Modell.

bottom
#103943 Sylvia Swoboda says on September 30, 2008 at 2:24 pm
Avatar
top

OK, Internetzugang haben sicher mehr Haushalte/Personen, ich denke ich habe mich da an einen Artikel auf orf.at (finde ihn leider nicht) erinnert, in dem von 19% die Rede war, allerdings denke ich, es waren 19 % Breitband-Internetanschluss über Festnetz (in einem Vergleich von Ländern), allerdings ist hier ja nicht berücksichtigt, dass gerade in Österreich sehr stark mobiles Breitband Internet genutzt wird.

Wie auch immer, was ich damit eigentlich ausdrücken wollte, ist dass die Internetnutzung sehr verschieden ist und besonders, dass ich genug Leute kenne, die wohl einen Anschluss haben, aber sich nicht wirklich in das Web 2.0 einklinken, also es als Kommunikationsmittel und Informationsressource in Hinblick auf Politik verwenden.

Vielleicht ist das jetzt ein Vorurteil, aber ich denke, dass dies gerade auch in Familien der Fall ist, in denen Bildung nicht gerade hoch steht, also frühe Einsteiger ins Arbeitsleben, wie es so schön genannt wird “bildungsferne” Schichten und ich denke genau diese Leute sollte eine Politik auch zu erreichen versuchen. Da ist aber ein Fokus auf die Möglichkeiten des Internets vielleicht nicht der richtige Weg, wo hingegen ich persönlichen Kontakt oder auch Vermittlung über Fernsehen und Print (in welcher Form) auch immer, zu dieser Schicht leichter vordringbar ist.

Daran angeknüpft auch meine Gedanken zum Begriff “Kleiner Mann”. Ich denke hier weniger an kleines Einkommen, als an den sozialen Background. Wie schon oben gesagt, eher nicht so gut gebildet und auch mit der Einstellung, dass es wichtiger ist früher ins Berufsleben einzusteigen, als lange die Schulbank zu drücken (besonders Eltern gegenüber Kinder). Leute, die sich meist nur in einem sehr begrenzten Umfeld bewegen (Arbeitsplatz, Wohnung) und auch aus finanziellen Gründen wenig reisen, vielleicht auch wenig weltoffen sind, daher andere Kulturen nur von “zu Hause” kennen und sich dort vielleicht bedroht fühlen.
Ich glaube, dass bei diesen Menschen, es problematisch ist, wenn man ihnen Botschaften in zu akademischem Stil zu vermitteln versucht. Man müsste viel mehr komplexe Inhalte sehr einfach verständlich darlegen und zwar in Bezug auf die Person gesetzt, sodass man ohne große Überlegungen für sich daraus schließen kann, was es einem persönlich Gutes bringen kann.

Ich möchte hier nur plakativ einmal gegenüberstellen:
“Ich zahle dir für diesen Winter 200 € Heizkostenzuschlag” zu
“Du zahlst nur die Hälfte, wenn du dir statt deiner Ölheizung eine Pelletsheizung/Solaranlage zulegst”.
Auch wenn die effektive Ersparnis auf Jahre gesehen größer ist, denkt sich diese Person, “wozu soll ich es tauschen, ich nehme lieber den Zuschuss, da habe ich gleich etwas davon.”

bottom
#103949 Judith says on September 30, 2008 at 3:07 pm
Avatar
top

@Sylvia

Zitat Statistik Austria
“Immer mehr Haushalte mit Internetzugang entscheiden sich für eine Breitbandverbindung. Während 2003 nur 10% aller Haushalte (28% der Haushalte mit Internetzugang) für den Einstieg ins Netz eine Breitbandverbindung nutzten, sind es 2007 bereits 46% (77% der Haushalte mit Internetzugang).”

Zum Thema Kleiner Mann.
Genau das könnte der Fehler sein – zu glauben, dass nur der Kleine Mann aus einem bestimmten sozialen Background nicht zu den Grünwahlern zählt, weil er ihre Aussagen nicht versteht. Die Grünen werden und sollen auch nicht unbedingt zur Arbeiterpartei mutieren.Die gibt es nämlich schon.

Ich kenne aber genug Leute, die FH- und Uniabsolventen, mittlers Management, IT-Branche whatever sind und politisch linksgerichtet – und trotzdem nicht grün wählen. Weil die Partei für diese Leute nur aus realitätsferne Hirnwichsern besteht – und niemand den Gegenbeweis antritt. Und diese Leute wären eigentlich die grüne Kernzielgruppe.

Für Leute, die nicht in einer größeren Stadt wohnen und sich an typischen bobokompatiblen Orten aufhalten (oder im Internet) ist die Partei nicht sicht- oder spürbar. Wie Helge bereits gesagt hat: die Grünen, das sind ein/zwei Spitzenkandidaten, ach ja, und der Pilz. Deren Job ist es, Bundespolitik zu machen, die dürfen gerne hirnwichsen. Aber wo ist die Basis geblieben? Was machen die? In einem Unterausschuß werden keine Wahlen gewonnen. Aber wenn mal irgend ein grüner “Ortsverein” seinen Arsch wirklich hochkriegen würde, und vor der eigenen Haustür mit Weltverbessern anfangen würde, wär das nicht schlecht. Die Grünen sind eine hochgradig homogene Gruppierung, die offensichtlich nicht daran interessiert ist, mal über ihren elitären Tellerrand zu schauen. Aber so mobilisiert man keine Wähler.

bottom
#103958 Sylvia Swoboda says on September 30, 2008 at 3:51 pm
Avatar
top

@Judith

bzgl. potentielle Wählerschicht: hier kann ich dir nur teilweise zustimmen, denn besonders Themen Richtung Umweltschutz/Klimawandel sind ein Thema das alle angeht und betreffen wird, ja je kleiner das Börsel desto mehr. Außerdem finde ich dass der Wahlkampf derzeit immer sehr Themen und nicht Wählerschichten zentriert ist, insoferne sehen sich die Grünen anscheinend in der Situation gerne alle treffen zu wollen und ich sagen, wenn man das will, dann muss man vielleicht teilweise andere Methoden anwenden.

Wie gesagt, es sollte um die Sache gehen und daher sollte man auch versuchen alle zu erreichen, die das Interesse teilen könnten.
Außerdem sehe ich auch einen weiteren Grund, warum man seine Botschaften breit kommunizieren sollte, denn unter vielen Leuten ist doch das Bild der Grünen vollkommen falsch (nicht dem entsprechend, was sie selbst sein wollen/sind), was soweit geht, dass die Meinung herrscht, diese Partei hat doch eh keine Inhalte, da kann sie doch nicht mitregieren.

Heute im Kurier zum Beispiel hat keine der Koalitionsvarianten die Grünen enthalten, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, wenn gleich es möglich wäre auch mit ihnen eine Koalition zu bilden, etwa SPÖ-BZÖ-Grün.

Ein Weg dahin, da hast du ganz recht Judith, wäre mehr Präsenz der Regionalorganisationen.

bottom
#103964 Markus Pirchner says on September 30, 2008 at 4:17 pm
Avatar
top

@Sylvia – das mit dem “breit kommunizieren” bereitet genau die Medienfalle, in die auch die Grünen getappt sind. Die Medien in Ö (und da nehme ich niemanden aus) sind große Vereinfacher. Komplexe Themendarstellung, wie sie bei den “alle angehenden” Problemen unerlässlich ist, geht nicht über “die Medien”, sondern nur über ein rhizom-artige Vernetzung mit der Bevölkerung (oder, um in PR-Sprech zu verfallen, mit den relevanten Bezgusgruppen). So wie Helge das in seinem Blogpost beschrieben hat.
Einfach gesagt: es geht nicht um “Kontakte”, sondern um “Beziehungen”, um Nachhaltigkeit.

bottom
#103966 Judith says on September 30, 2008 at 4:22 pm
Avatar
top

@Sylvia mit der potentiellen Wählerschicht hast du grundsätzlich recht. Gerade Klimaschutz/Umweltthemen sehe ich aber in Hinblick auf den “kleinen Mann” als “Luxussorge”. Ich denke mal, der will eher mehr Geld im Geldbörsel um die höheren Heiz-/Lebenskosten zu bewältigen, als sich über Nachhaltigkeit und alternativen Energien Gedanken zu machen. Rezession ist in nächster Zeit sicher das größere Thema als Klimaschutz. Damit wird der kleine Mann eventuell für ‘grüne’ Botschaften kein offenes Ohr haben. Aber vielleicht bin ich da auch einfach nicht ganz frei von Vorurteilen. Andererseits könnte die “regionalen Präsenz” ja in Sachen kostenloser Energieberatung schon mal loslegen….aber das wirkt nicht von heute auf morgen.

Um zur Wählerschicht zurückzukehren: Im Marketing beginnt man zuerst, die Kernzielgruppe zu definieren und zu gewinnen. Dann erst kümmert man sich um die erweiterte Zielgruppe. ich denke mal, dass es bei den Grünen noch wesentlich mehr in der Kernzielgruppe zu holen gäbe – vor allem außerhalb des Wahlkampfs und (siehe Helge) via persönlichen Kontakt/Netzwerk. Damit würde ich asap beginnen. Und dann erst zur erweiterten Zielgruppe übergehen. Mit zielgruppengerechten Botschaften. Eine Kampagne, die einfach ALLE ansprechen soll, kann schwer Inhalte kommunizieren – eher Image/Grundhaltungen einer Partei.

bottom
#103970 Sylvia Swoboda says on September 30, 2008 at 4:47 pm
Avatar
top

Tja dann würde ich sagen, da muss dann mal überlegt werden, WER denn wirklich die Kernzielgruppe der Grünen ist? WIE sich diese Gruppe von anderen ABGRENZT? Welche MOTIVE diese Gruppe hat, sich für die einen oder anderen zu interessieren und ganz wichtig, WIE kann man diese Gruppe dazu bringen, sich das nächste Mal für GRÜN zu entscheiden bzw. generell diese Partei weiterhin zu bevorzugen?

Ehrlich gesagt sehe ich bisher keine definierte Zielgruppe außer vielleicht das, was man als ÖKO-Freak bezeichnen könnte (soll nicht abwertend gemeint sein).
Das ist aber ja wohl nicht die einzige Kernzielgruppe, oder?

Für mich ist da zu wenig Fokus vorhanden…

bottom
#104007 » reicht das ? czujan.com says on September 30, 2008 at 8:07 pm
Avatar
top

[…] ich bin hoch erfreut, wie schnell die Aufarbeitung der verg. Wahl begonnen hat. Ein Artikel von Helge Fahrnberger spricht mir besonders aus der […]

bottom
#104009 lilly says on September 30, 2008 at 8:08 pm
Avatar
top

danke,
du sprichst mir aus der seele!
lg
lilly

bottom
Avatar
top

[…] es, wenn die Grünen sich wieder auf eine bessere Oppositionsarbeit besinnen. Eine auffälligere. Vor allem auf solche Dinge. Sie können als Oppositionspartei ja eh dann mitstimmen und für eine 2/3-Mehrheit sorgen, wenn […]

bottom
#104313 me says on October 1, 2008 at 1:24 pm
Avatar
top

Der Seitenhieb auf Bush ist billig. Hättest du eine Ahnung von den USA, könntest du keine solch abstrusen Vergleiche zu Haider und Co ziehen.

bottom
#104318 ernst says on October 1, 2008 at 1:39 pm
Avatar
top

zuallererst: sehr guter kommentar, kann ich fast zu hundert prozent unterschreiben.

@rudi simané
aus meiner sicht sind das sesselkleber-argumente. wie sollen nachstrebende talente denn erfahrung sammeln können, wenn sie den erfahrenen den platz nicht wegnehmen dürfen? “ich bin ja ach so unersetzlich…!” das war schon bei der listenerstellung eine ziemlich unwürdige show mancher abgewählter mandatare.

grundsätzlich sind die leute, die nachstreben allenfalls auf der NR.ebene vorhanden. im bereiche gemeinderat sind sie leider mangelware.

jedenfalls sind die vorgeschlagenen “kampfrethorik-seminare” eine sehr gute idee. wer jemals als grüner GR in ein blauoranges haifischbecken (“stammtisch”)geraten ist, weiß, was uns grünen fehlt: die argumentation der “gegner” klug entkräften zu können

wir müssen sofort anfangen uns zu stärken, sonst isses bald zu spät!

ernst

bottom
#104324 Der Krone-Effekt « g u e n s b l o g says on October 1, 2008 at 2:04 pm
Avatar
top

[…] hebt sich auch Helge´s Analyse zu den GRÜNEN ab. Er hat in vielen Punkten Recht, insbesondere was die Medieneinschätzung […]

bottom
#104345 Katrin says on October 1, 2008 at 4:17 pm
Avatar
top

Spät aber doch mag ich auch noch meinen Senf abladen:

_Grünes Ergebnis ist aus meiner Sicht besser als erwartet – ein Absturz an die 8% hätte mich nicht verwundert angesichts des Abtauchens der Grünen seit der Wahl 06, der generellen Politikfruststimmung und dem Antreten des LIFs – die Idee des 15%-Slogans hat sich mir bisher nicht erschlossen;

_Grüner Wahlkampf kam mir besser als die bisherigen vor – v.a. das Wahlprogramm und die Blogs kamen bei mir gut an – Balluch-Geschichte hätte ich weniger gebraucht;

_Auch das Jammern, dass man in der Opposition nix bewirken kann, find ich eine Selbstunterschätzung – die Grünen halfen bereits einigen wichtigen Themen auf den Weg – auch wenn sie dafür keine adequate direkte Gratifikation erhalten, tun sie der österreichischen Gesellschaft gut;

_Wahlkampf ab heute – JA BITTE! Nicht wieder so ein selbstmitleidiges, überlanges Winterschläfchen wie nach der letzten Wahlenttäuschung einlegen (btw realistischere Selbsteinschätzungen würden übrigens den Frust danach geringer ausfallen lassen) – verlange keine permanente Selbstausbeutung wie zu Wahlkampfzeiten, aber deutlich mehr sichtbare Aktivität – mir ging es wie Helge als ich mir die bisherigen Mandatarinnen ansah – viel zu viele unbekannt – Hinterbänkler sind schon bei Volksparteien mühsam, aber bei einer Fraktionsgröße von 22 Menschen unerträglich;

_Warum war alles auf van der Bellen zugeschnitten? Warum gab es keine Gegenwehr gegen die Reduktion auf Spitzenkandidatinnen bei ORF/ATV/Puls4? vdb nach der KHG-Anstecknadel war auch nicht grad der Brüller;

_LIF-Bashing war unsympathisch – Hinweis auf fehlendes Programm hätte völlig gereicht;

_Helges Probleme mit der Parteiidee teile ich weniger – die Koordinationsform Organisation hat Vorteile, aber die Grünen müssen sich parallel Gedanken machen, welche Irritationsstrukturen sie einbauen, um nicht zu stabil zu werden;

_Jedenfalls: Kopf nicht hängen lassen! Österreich braucht die Grünen als Vertreterin einer positiven Demokratie- und Gesellschaftsidee mehr denn je! Nur weil’s mühsam ist, mag ich nicht aufgeben, meine Nachbarin davon zu überzeugen zu versuchen, dass optimistisches Anpacken der Zukunft mehr Freude bringt als Keppeln :-)

bottom
#104615 wolfgang pirker says on October 2, 2008 at 12:46 pm
Avatar
top

diese wahl hat was ausgelöst: noch nie wurde so viel kommuniziert wie in den vergangenen tagen, intern wie öffentlich. und es sind so viele kluge kommentare dabei, echte kostbarkeiten. fragt sich nur, ob die partei(spitze) bereit ist, diese anzunehmen …

bottom
#105087 Wahl08: Ein kleiner Rückblick | Wissen belastet says on October 3, 2008 at 9:36 am
Avatar
top

[…] (bis auf eine handvoll Ausnahmen) fehlen. Dazu gibt es eine sehr gute Analyse (und Diskussion) von Helge und ein sehr gutes Interview von Christoph Chorherr im heutigen Standard das anscheinend Online […]

bottom
#106313 milo says on October 5, 2008 at 11:23 pm
Avatar
top

super beitrag. genau, whalkampf beginnt jetzt!

eine bewegung, eine partei neu zu denken und zu leben ist für die grünen essenziell und gleichzeitig auch die chance gegenüber allen anderen parteien.

in bezug auf die massenmedien glaub ich, kann den grünen auch ein bisserl mehr plakativität und populismus nicht schaden, im gegenteil, es muss sein.

bottom
#106651 johannes says on October 6, 2008 at 1:33 pm
Avatar
top

Super Kommentar

Wenn ich derartiges vor der Wahl bei den Grünen wahrgenommen hätte wäre ich grüner Stammwähler geblieben. So habe ich am liberalen Experiment teilgenommen.

Am wichtigsten erscheint mir die Erfrischung des Teams mit Newcomern/ Quereinsteigern die aber eine professionelle(re) Ausbildung für Standardsituationen benötigen.

ICh frage mich bloß wie man die wirklich Fähigen zum Einstieg motivieren könnte da wie im Posting von “supermaschine on September 30” beeits erwähnt.
Einerseits ist “real Talent” nicht wirklich willkommen – interner Wiederstand durch die parteiinternen Nachwuchs- apparatschiks (die haben ja Zeit investiert und wollen auch einmal was werden) ist jedenfalls zu erwarten.
Andererseits muß für die echten Leister -zB Solarunternehmer usw. auch die Perspektive passen (ich weiß das ist noch viel zu vage).

Fazit: High Potentials an der Spitze sind der Schlüssel zum Erfolg – diese sind in der bestehenden Struktur aber weder willkommen noch gibt es besondere Anreize da einzusteigen…

Viel Erfolg bei der Umsetzung der genannten Vorschläge – wenn nur 50% gelingen und kommuniziert werden, werde ich wieder überzeugter Grün- Advokat in meinem Umfeld ;-)

bottom
#107380 Die Krise der Grünen | Feuerhaken says on October 9, 2008 at 1:16 am
Avatar
top

[…] Rede von der Krise war da. Und damit hagelte es auch schon Verbesserungsvorschläge (zB von Helge und […]

bottom
#108557 greg says on October 20, 2008 at 1:44 pm
Avatar
top

so, äußerst spät bin ich über den chorherr-blog auf deine seite gestoßen.

die ereignisse haben sich ja mittlerweile “überschlagen” … kann dir in vielem nur zustimmen. gratuliere! v.a. dass sich die grünen mehr zur sogenannten “bürgerlichen” seite hin öffnen sollten. wie die detailergebnisse in den “bürgerlichen” bezirken von wien und graz zeigen (im schnitt 20% und mehr) liegen die stimmen hier förmlich auf der straße. gerade jetzt, wo ein bürgerliches vakuum entstanden ist (betrifft jene wähler, die die große koalition ablehnen, nicht links, nicht rechts sind, liberal, ungültig oder den neulich “moderateren” haider protest-gewählt haben).

ich sehe sonst keine kraft im land, die die künftigen herausforderungen (energie, bildung, finanzkrise) vernünftig angehen könnte. allerdings müssten auch einige grüne noch ein wenig nachhilfe bei vdb nehmen, denn es kann nicht sein (bei aller liebe, bei allem romantischen verständnis), dass man im 21.jh. noch immer über die marktwirtschaft an sich diskutieren muss … aber das ist eine andere geschichte …

lg
greg

bottom
#108787 Das Medianet über den Onlinewahlkampf · Helge's Blog says on October 22, 2008 at 10:46 am
Avatar
top

[…] Abschluss plädierten Niko Alm und Helge Fahrnberger dafür, der nächste Wahlkampf möge bereits morgen wieder beginnen – es sei sinnvoll, aufgebaute Communities und Aktivitäten nicht versanden zu […]

bottom
#126038 Das war 2008 auf Helge.at · Helge's Blog says on January 4, 2009 at 9:37 pm
Avatar
top

[…] Liebe Grüne – das wäre dann: heute. […]

bottom
Avatar
top

[…] 33 Mio. Emails, 210.000 Online-Spenden, 15.000 Videos auf Youtube. Damit, liebe Grüne, hättet ihr am 29. September beginnen […]

bottom
#141214 Demokratie wagen! Gedanken zur partizipativen Republik says on February 16, 2009 at 10:14 am
Avatar
top

[…] Helge hat diese Gedanken schon vor einiger Zeit elaboriert. […]

bottom
#155588 » Ein Experiment: Grüne Vorwahlen · Helge's Blog says on April 1, 2009 at 2:09 pm
Avatar
top

[…] Tag nach der Nationalratswahl habe ich skizziert, wie ein partizipativer Wahlkampf der Grünen für mich ausschauen müsste: Wo waren die [20 […]

bottom

Sorry, the comment form is closed at this time.

corner