Chorherr 2.0 – Videoblogging im politischen Einsatz
September 10, 2008Christoph Chorherr ist ein bisschen sowas wie der seltene Politiker meiner Idealvorstellung. Weniger weil er ebenfalls Projekte in Afrika macht, sich aus Klein-Hick-Hack raushält, auf zumindest zwei Gebieten (Bildung und Energie) unbestrittener Politexperte ist – und dazu trotz der “unwichtigen” Position als oppositioneller Landtagsabgeordneter enorm effektiv.
Nein. Sondern vor allem weil er bloggt. Lesenswert, authentisch und nicht nur zu Wahlkampfzeiten. Wäre Chorherr schwarz oder rot oder sonst was, ich fände ihn genauso lesenswert.
Jetzt erfindet sich der Blogger Chorherr gerade ein bisschen neu: Nachdem sich seine Blogreichweite mit seiner Plakataktion vervielfacht hat, scheint er Blut geleckt zu haben und versucht sich jetzt als Videoblogger:
Ich durfte ihm bei beiden Aktionen (Plakate und Videoblog) ein bisschen beratend zur Seite stehen. Beim Thema Videoblogs habe ich ihn auf internationale Vorbilder wie Larry Lessig, Pat Condell oder Climate-Greg verwiesen.
Für alle aspirierenden Videoblogger vielleicht nützlich – ein Auszug aus meinem Email:
- Keinen Wahlkampfspot! Sondern genauso wie dein Blog: Themen, die dir am Herzen liegen, in denen du kompetent bist. (Während des Wahlkampfs kannst du natürlich am Schluss sagen: Und darum ist es wichtig, grün zu wählen.)
- So wie deine Pressekolumnen: einmal “Energiewende”, einmal “Freies Mandat”, etc. Kontroversiell und scharf argumentiert. Zeitlos (wird über Jahre hinweg wirken – nicht wie ein Printbeitrag, der im Altpapier landet).
- Durchaus Anleihen an Inhalt und Aufbau von existierenden Vorträgen (davon gibt es dutzende sehr sehr gute im Netz!) nehmen.
- Ich würde mich da nicht von jemandem filmen lassen, sondern das selbst per Webcam aufnehmen. Vielleicht hat dein Macbook sogar eine eingebaut? Grund: Jeder soll das Gefühl haben, er könnte das selbst jederzeit auch machen, ohne Budget. Auf Augenhöhe. Umgekehrt soll aber unbedingt der Ton und eher auch die Beleuchtung “professionell” sein, also durchaus wen ranlassen, der was von Video versteht. Grund: Anschauen soll keine Qual sein. Das heißt: Ja, lass dir beim Setup helfen, aber nimm es dann selber auf.
- Du erinnerst dich vielleicht an den Vortrag von Peter Purgathofer in Graz? So in etwa.
- Nicht Body Shot oder Half Body, sondern nur ab den Schultern oder Face. Grund: Man schaut sich das im Mini-Youtube-Fenster an, nicht Fullscreen.
- Auf Youtube hochladen und dann bei dir im Blog einbinden. (So kann das jeder nachmachen!)
Und jetzt bin ich gespannt, ob und wie seine Videos ankommen.
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Guter Video-Blog-Beitrag. Angenehm zum Ansehen/Anhören.
wow, wirklich gut, nicht nur inhaltlich, sondern auch gut gesprochen…
[...] bringt Chancen auf einen Energieminister Christoph Chorherr. Wie das ausschauen würde, zeigt sein zweiter [...]
ein minister chorherr (bei verkehr und infrastruktur kann ich ihn mir besser vorstellen als bei der energie)ist aus meiner sicht einer der besten minister der österreich je passieren kann und wäre aus meiner sicht grüner minister-kandidat nummer 1.
Jetzt ist mir klar, wieso die Grünen vorgestern so einen Erdrutschsieg hingelegt haben! Sind ja auch hunderttausende “Leute von der Straße”, die sich täglich zig solche Videoblogs reinziehen…!
Ja, man muss schon wissen, was den Leuten unter den Fingern brennt. Fassaden mit Styropor bekleben z.B.
Dein großer Fan
Caro
[...] auch keine Zeit nehmen will. Es fehlen (auch wenn sie keine IAB Mitglieder sind!) Namen von Fachexperten, die anders als so mancher “Online Werber”, die Kultur der “Generation [...]