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Dann wählt doch beide!

August 31, 2008  

Hervorragende Idee von Franz Joseph:

doppelstimme

Kann das bitte wer plakatieren?

(via)


Hatte grad Zeit mir Mjam.at genauer anzusehen, das neue Startup von Enki, Angelo und Fin, alle drei aus der Metalab-Ecke.

mjam_logo

Mjam ist (von ein paar frühen Bugs abgesehen) ein Gedicht, was das User-Interface betrifft: Die ganze Website ist eine einzige Ajax-Anwendung (die trotzdem volle Bookmarkfähigkeit und Browser-Navigation zulässt) und der Weg zu einer Bestellung ist flott und einfach. Die Applikation denkt in jeder Hinsicht mit: Die Auswahl richtet sich automatisch nach aktuellen Öffnungszeiten und Bestellort des Users (der wiederum per Autocomplete denkbar einfach angegeben werden kann). Auch ohne (sowieso optionale) Registrierung erinnert sich Mjam an Standort und Bestellhistorie, zumindest solange man seine Cookies nicht löscht.

mjam-metadata

Die große Stärke von Mjam liegt aber im sogenannten “QualityRank”: Der wird aus einer Mischung aus Informationen wie Bewertungen, Kommentaren, vor allem aber auch automatisiert aus der Stammkundenquote ermittelt, und wird, so sich Mjam durchsetzt, die Zustellbranche zu höheren Standards zwingen. Zeit wär’s ja.

mjam-kommentar

Was meines Erachtens noch fehlt, ist eine API und/oder Widgets, die Diensten wie Tupalo eine einfache Integration ermöglichen.

Die Herausforderung für Mjam ist jetzt, möglichst viele User zu erreichen, dann wird man auch Bestellprovisionen oder Platzierungskosten für Premiumplatzierungen verlangen können. Ein potentielles Geschäftsfeld ist auch der Software-as-a-Service-Markt, wo tausende teuer handgestrickte und meist schlecht gemachte Bestellwebsites von Lokalen und Ketten weltweit jährlich neu online gehen und sich meines Wissens noch kein taugliches Mietmodell etabliert hat.


Konkret: Der Website-Hintergrund von Straches Site sieht dem von Obamas zum Verwechseln ähnlich. Nach dem Sloganklau von Haiders Kampagne 1994 schon der zweite schamlose Ideendiebstahl. Bald hoppst HC noch mit “Yes we can” durch die Wirtshäuser, oder vielleicht lobt er ja auch die Beschäftigungspolitik irgendeiner Epoche. :-)

Oben das (verkleinerte) Hintergrund-Bild von barackobama.com, unten das von hcstrache.at:

bg-obama

Quelle: http://www.barackobama.com/images/bg.jpg

bg-strache

Quelle: http://www.hcstrache.at/08/bilder/bg3.jpg

Der Vollständigkeit halber: Ich unterstelle keine Straftat, nur ein moralisches Vergehen.

(via c3o)


Christoph Chorherr fragte während der gemeinsamen Zugfahrt zum PolitCamp in die Runde, wie man das Internet nutzen könnte, um flexiblere Carpooling-Modelle für die städtische Peripherie zu entwickeln. Dort ist die Wohndichte zu niedrig für ein hochfrequentes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln, aber ein steter Strom halbleerer Privatfahrzeuge fährt täglich in die Stadt und abends zurück.

ride_with_hitler

Klar, hier gibt es längst eine Reihe von webzweinulligen Initiativen im Internet, die Carpooling organisieren, zb. GoLoco, eRideShare oder PickupPal. Spontan lässt sich ein solches Carsharing aber nicht abwickeln, man muss da schon gut planen. Das eigene Auto behält damit einen zu großen Vorteil.

Außer man möchte Autostoppen. Autostoppen?

Als die Russen Cuba 1991 schlagartig den Ölhahn zudrehten, begann die “Período Especial“, in der u.a. Carpooling und Autostopp von oben verordnet wurden. Jedes staatliche Auto ist heute noch verpflichtet, Autostopper mitzunehmen. Als ich vor ein paar Jahren mit dem Mietwagen auf Cuba unterwegs war, hatten wir auch ständig Autostopper hinten drin, fand ich sehr lustig. (Die Dokumentation “The Power of Community” zeigt, welche Lehren wir in Zeiten von Peak Oil aus den kubanischen Strategien ziehen können.)

Aber ich schweife ab. Also Autostoppen. Die Frage die mich seit dieser Zugfahrt beschäftigt, ist, wie man die Vorteile von Autostoppen (Spontaneität) mit den Vorteilen organisierten Carpoolings (Sicherheit, Vertrauen, kurze Wartezeiten) paaren könnte.

Mir ist ein Modell eingefallen, aber ich habe keine Ahnung, ob das technisch machbar ist. Aber ich vermute mal: Ja. (Bitte um sachdienliche Hinweise!) Nötig wäre die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Mobilfunkbetreibern – beim entsprechenden politischen Willen kein Problem.

Die Sache geht so:

(1) An Hauptrouten in der Peripherie Richtung City (oder wohin auch immer die Hauptströme der Pendler gehen) einerseits und an Ausfallsstraßen, Park-n-Ride-Anlagen und Ubahn-Endstationen andererseits (für den Rückweg) werden entsprechende Haltestellen installiert.

(2) Diese Haltestellen sind mit Mobilfunktechnologie (grob gesagt à la IMSI-Catcher) sowie zwei grünen Lampen ausgestattet.

(3) Sobald ein “Autostopper” sich auf eine solche Haltestelle stellt, und er sein Mobiltelefon in der Tasche hat, das auf der Website des Dienstes registriert ist (und sein User dort nicht zuviele negative Reviews gekriegt hat), leuchtet das Autostopper-Licht grün.

(4) Vorbeifahrende Autofahrer sehen den Autostopper und das grüne Licht und können nun stehen bleiben. Sind sie ebenfalls dort registriert (und vertrauenswürdig), leuchtet das Autofahrer-Licht ebenfalls grün. Die beiden können nun miteinander reden und ihre Ziele abstimmen.

(5) Jeder Haltestellen-Kontakt wird im Web-Dienst zur Sicherheit aller protokolliert. Dort haben die miteinander in Kontakt getretenen nachher auch die Möglichkeit, positive oder negative Bewertung des anderen abzugeben, à la Ebay. “Reputation Management”, dafür existieren mittlerweile genügend ausgewogene und getestete Modelle. Siehe Couchsurfing, dort funktioniert das sogar für gemeinsame Übernachtungen prächtig. Wie sich jemand nach zuvielen negativen Bewertungen rehabilitieren kann, müsste man noch überlegen, aber auch das ist lösbar.

(6) Dabei gefällt mir Chorherrs Vorschlag gut, den Autofahrer aus öffentlichen Mitteln mit ~50 Cent für jedes Mal Mitnehmen (oder für jede postive Bewertung?) zu belohnen. Sowie vielleicht besonders fleißige Mitnehmer irgendwie zu ehren. Schließlich ist sowas immer noch um einiges billiger als Individualverkehr subventionieren zu müssen (wie derzeit) oder teure Bus/Bahn-Linien hochzuziehen.

Weiß jemand der Mitlesenden, wie man das technisch umsetzen müsste? Wie erkennt ein “Laternenpfahl” die Identität eines Handybesitzers (der dies wünscht)? Wie kann man den Umkreis dieser Erkennung so einschränken, dass sicher ist, welcher Autostopper und welches Auto gemeint ist?

(Illustration aus der Wikipedia und Public Domain.)


Das finde ich spannend: Heute habe ich schon mehrere Einladungen erhalten, bei einem Experiment des Liberalen Forums dabei zu sein:

Unser Onlinewahlkampf wird nicht von einer Agentur bestimmt und von oben herab organisiert — wir wollen stattdessen jene Menschen direkt ansprechen und untereinander vernetzen, die aktiv im Web auf Blogs oder Social Networks tätig sind, und ihnen die Werkzeuge zur Selbstorganisation rund um liberale Themen in die Hand geben.

Jede Einladung enthält einen personalisierten Link, über den man diese annehmen kann. Wer das tut, erhält die Möglichkeit, weitere drei Einladungen zu verschicken. Clever umgesetzt:

Zum Thema politische Selbstorganisation und Partizipative Demokratie erscheint bald ein Buch, das ganz oben auf meiner Leseliste steht: The Deliberative Democracy Handbook.

Das LIF ist offenbar die erste wahlwerbende Gruppe hier, die erkannt hat, dass klassische Organisationsformen wie Parteien – entstanden aus kommunikationslogistischen Nöten, die’s längst nicht mehr gibt – an Berechtigung verlieren und sich neu erfinden müssen. Man könnte fast sagen: Das LIF scheint noch vor den Grünen die Zeichen der Zeit am besten verstanden zu haben.

Aber eben nur fast: Die Liberalen müssen sich fragen lassen, wo sie sich in den letzten Jahren versteckt haben und warum sie erst jetzt aus den Löchern kriechen. Auch der junge Berufspolitiker Alexander Zach hat nirgendwo im Netz den Dialog gesucht (wann hören diese Leute eigentlich auf, die Welt mit Presseaussendungen zu bombardieren, die eh keiner liest?), geschweige denn Heide Schmidt.

Für Strategie und Umsetzung der Aktion ist Christopher Clay verantwortlich, der sich auch mit Soup und CanvasPaint schon mit Ruhm bekleckert hat. Wer eine Einladung will (hab meine noch nicht verschickt), bitte Kommentar hinterlassen, ev. mit Twitter-Usernamen.

Im Übrigen: Ich habe zwar angekündigt, die Grünen zu wählen, finde aber die Liberalen auch sehr spannend – und ich bin mir fast sicher, dass sie den Einzug ins Parlament schaffen.

Wie soll ich wählen? Hilfe willkommen!

Ich wurde hausbesucht

August 24, 2008  

Daniel Gebhart hat mich zu Hause besucht (hier Info zum Projekt). Und mein Stöckchen schmeiß ich auf Patrizia und Veronika. Bin schon sehr gespannt, wohin es noch reisen wird – werde berichten.

Und das war der Hausbesuch:


Ein Gastbeitrag von Daniel Messner (Chilli.cc, Medienschelte):

Ob das Internet verblödet, fragte nicht nur der Spiegel in den letzten Wochen. Und auch im Netz gibt es eine nicht enden wollende Diskussion. Vom Kommunikationswahn ist die Rede, der nervöse Individuen hervorbringt, die sich nicht mehr konzentrieren können und sich im Datenmeer verlieren. Nicholas Carr beschreibt in einem Artikel, dass er sich nicht mehr auf längere und kompliziertere Texte einlassen könne.

spiegeltitel-internet

Ich möchte für die kommende CHiLLi.cc-Ausgabe einen Beitrag über das Thema “Datensucht”, “Internet macht uns doof” und “Google verblödet uns” schreiben, nicht zuletzt, da ich finde, dass das Thema allzu einseitig behandelt wird.

Inwiefern verändert das Internet unser Lese- und Schreibverhalten, ganz allgemein unseren Umgang mit Informationen? Und gibt es eine Beurteilung jenseits von Verteufelung und Verherrlichung? Ich würde gerne Stimmen, Erfahrungen und Meinungen von Menschen in den Beitrag einbauen, die mit den neuen Medien arbeiten.

Ich werde versuchen alles einzubauen, was ich bis Montag, 25.08., 15.00 Uhr erhalte.

Fragen:

Über Antworten würde ich mich freuen.


Sorry, ein Ausritt in “Software as a Service” und “Enterprise 2.0” – man sehe es mir nach.

enterprise-geek-poke

Wir bewegen uns mit Toursprung immer mehr auch in Richtung Enterprise-Lösungen – großteils Neuland für mich; und auch für einen lokalen TV-Sender konzipiere ich gerade eine webbasierte TV-Programmplanungsplattform für die interne Nutzung und den Vertrieb an andere Lokal-TV-Stationen.

Darum ein Hinweis auf einen Artikel auf ReadWriteWeb, den ich wirklich spannend finde: 11 Things Startups Should Know About Enterprise 2.0:

Besonderes Highlight ist Punkt 6 zu “SaaS ++”:

SaaS (software as a service) alone is not a barrier to entry. Anybody can replicate it. Which means (smart) VC will/should pass. You need the “++” bit as well. That is likely to be something to do with viral, communications and network effects that create a growing user base and proprietary data coming from that base. That is the “magic sauce”.

Der gute alte Netzwerkeffekt. Ohne ihn ist Software sowieso langweilig. Davor, in Punkt 5 ist beschrieben, wie das aussehen muss:

You have to show how you will do something really basic such as either a) increase revenue with a low cost of sale or, b) reduce cost on an existing process or c) create strategic sustainable advantage in measurable ways. Most likely you will do this by enabling better collaboration/communication, both within the enterprise but also, more critically, outside the firewall to the “extended enterprise”. For a startup, this has to be “blue ocean“, a market that has not yet been defined by the incumbents. By its very nature, this means the market size will be very hard to define and there will almost certainly not be recognized external authority that has defined the market size.

Zu “reduce cost” fällt mir auch ein: Gut, dass nicht alle Mitarbeiter meiner Kunden gleich übernausern, dass meine Softwarelösung möglicherweise ihren Job obsolet macht.

Mit Punkt 11, “Know how to deal with secrecy, structure and control needs”, schlagen wir uns gerade herum: Ein externer Security-Experte wird uns ein paar Tage lang helfen, mögliche Sicherheitslücken zu finden – eine teure Übung, aber notwendig. Kontrolle, Struktur, geschlossene Systeme – gewöhnungsbedürftig für einen alten Social-Media-Hasen wie mich, da geht’s sonst immer um mehr Offenheit.

(via SoulSoup; Cartoon (cc) Geek & Poke)


Update3: Scheint ein versehentlich ins Public Internet gerutschter Proxy zu sein, siehe Kommentare. Eignet sich als Anonymizer!

Es sieht so aus, als würde das Landwirtschaftsministerium das gesamte Internet spiegeln wollen. Eben an den Pressesprecher des Landwirtschaftsministers, Daniel Kapp, geschickt:

Sg. Herr Kapp,

auf dem auf das Landwirtschaftsministerium registrierten Server mit der IP-Adresse 81.223.95.116 läuft ein vollständiger Mirror meiner Website Helge.at unter der Adresse https://81.223.95.116/zdr/000…61742s. (Hinweis: Man muss erst eine Ausnahme des Sicherheitszertifikats zulassen, bevor die Seiten laden.) Anbei ein Screenshot.

Auch sämtliche von mir verlinkten Websites werden auf diesem Server gespiegelt. Beispiele:

Auch wenn ich annehme, dass keine böse Absicht dahinter steckt, ist das unangenehm und verletzt mein geistiges Eigentum. Ich bitte um eine Erklärung dieser Sache.

Mfg,
Helge Fahrnberger

ps. Ich erlaube mir, Ihre Antwort in meinem Blog zu veröffentlichen.

Mal schauen, was da kommt.

Update1: Dieser Artikel war innerhalb einer Minute auch am Klon zu sehen. Spooky.
Update2: Getestet – unter einer Sekunde. Beim ersten Reload. Double-spooky!

Update4 26.8.: Antwort eines Abteilungsleiters des Ministeriums:

Wie Sie uns in Ihrer e-Mail vom 21.8.08 freundlicherweise informiert haben, war auf einem Server des Lebensministeriums irrtümlich ein Proxy aktiviert, der für Relaying beliebiger URLs benutzt werden konnte.

Es handelt sich dabei um ein Testsystem für die Zentralen Strahlenschutzregister, das nur zeitweise – eben zu Testzwecken – aktiv geschaltet ist. Das von Ihnen beobachtete Verhalten, dass durch die fehlerhafte Konfiguration für einige Zeit Inhalte beliebiger fremder Webseiten unter der Adresse der Strahlenregister aufgerufen werden konnten, war selbstverständlich nicht beabsichtigt und ist umgehend abgestellt worden. Es soll hier jedoch darauf hingewiesen werden, dass diese Zugriffe von einem Benutzer wissentlich initiiert werden müssen.

Wir danken für Ihren Hinweis auf diesen Fehler und entschuldigen uns für allfällige Unannehmlichkeiten.

Ich bekomme Hausbesuch

August 20, 2008  

Daniel K. Gebhart, der Fotograf meines Vertrauens (siehe hier und hier) hat ein neues Fotoprojekt: Hausbesuche.

Er besucht Menschen zuhause und lässt sich dann weiterreichen, ganz nach Stöckchen-Manier. Mir hat das Stöckchen er selbst zugeworfen (das Projekt startet gerade), heute krieg’ ich Besuch. Und bin nervös.

Aus Daniels erstem Hausbesuch, bei Andy Jackson in Innsbruck:

andy-jackson-by-daniel-gebhart

© Daniel K. Gebhart

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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