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Vor zwei Jahren, im superheißen Sommer 2006, brüsteten sich die Wiener Wasserwerke damit, das kühlste Trinkwasser aller europäischen Metropolen zu liefern: “Selbst in der höchsten Hitzewelle sprudelt das Wasser aus keinem Wiener Hahn mit mehr als zehn Grad Celsius.” (Siehe Presseaussendung.)

Mein erster Gedanke damals: Was für eine Energieverschwendung. Täglich muss ich das Wasser teuer mit meinem ineffizienten Mini-Gaskraftwerk auf erträgliches Niveau erhitzen, um duschen zu können. (Und täglich warte ich mehrere Minuten bei laufendem Wasser, bis diese Temperatur erreicht ist.)

Mit zwei Jahren Verspätung habe ich meinen Gedanken von damals, man könnte das Wasser ja bewusst vorwärmen (indem man es beispielsweise auf den 180km Wegstrecke aus den Alpen stärker der Außentemperatur aussetzt – da fällt den Technikern sicher was ein), durchgerechnet. Hier das Google Spreadsheet dazu:

Die Einsparungen wären wesentlich – mit 20 32 Mio. Euro (allerdings Einsparungen der Bürger, nicht der Stadt) pro Jahr rechnen sich auch größere Investitionen relativ schnell. Im Vergleich – das kürzlich gebaute Kleinkraftwerk Nußdorf hat 15 Mio. Euro gekostet und produziert nur ein Achtel Dreizehntel der hier einsparbaren Energie.

Das wär doch was für Stadt- und Energiepolitiker Chorherr – was sagt der dazu?

PS. Will nicht ausschließen, dass ich mich hier irgendwo kapital verrechnet hab. Zweckdienliche Hinweise in den Kommentaren..

Update 5.7.: Der Text hat in den Kommentaren eine lebhafte Diskussion entfacht, wunderbar. Hans hat detaillierte Verbrauchsstatistiken aus Wien ausgegraben, die zeigen, dass durchschnittlich nicht 45 sondern 74 Liter pro Tag erwärmt werden (Körperpflege, Waschmaschine, Geschirrspüler). Ich hab die Rechnung entsprechend aktualisiert, was das Modell natürlich noch viel attraktiver macht.

Mir geht es um den Gedanken, dass das Wasser nicht durch bauliche Maßnahmen bewusst auf diesem niedrigen Niveau gehalten werden soll, sondern umgekehrt. Möglicherweise lassen sich durch einfache Wärmetauscher über die Luft Erwärmungen erzielen.

Vielleicht nicht gleich 7 Grad. Aber: Schon ein halbes Grad Erwärmung spart Energie in der Höhe der Leistung des Kraftwerks Nußdorf (das weithin als klimapolitisch wichtige Maßnahme gelobt wurde).

Update 7.7.: Ok, viele Kommentatoren haben mich überzeugt, dass 15° warmes Leitungswasser doch vielleicht zuviel des Guten ist. Ich senke meinen Vorschlag also auf eine Erhöhung um zwei auf zehn Grad. Brächte immer noch eine Einsparung von 111.000 MWh (das Vierfache des Kraftwerks Nussdorf!) und 9,3 Mio € pro Jahr. Vielleicht lässt sich dieser Gedanke ja bei der nächsten anstehenden baulichen Veränderung am Transportweg mitdenken.


 

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29 Comments
#66529 Dominik says on July 4, 2008 at 11:09 pm
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vielleicht ist das jetzt ein naiver erster gedanke, und ich sehe schon worauf du hinauswillst, aber mir geht es beim trinkwasser eher ums trinken…
nach 4 jahren in london weiß ich das wiener trinkwasser wirklich mehr als zu schätzen und dazu gehört sicher auch die kühle und nicht nur die qualität und der geschmack.
kurz gesagt, ich möchte das exzellente und kühle wiener trinkwasser nicht missen…

vielleicht koennte man das ja mit einem hausinternen parallelen ‘umgebungstemperaturwasser’-system lösen…

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#66530 Helge says on July 4, 2008 at 11:14 pm
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@Dominik: Vielleicht ebenso naiv von mir: Kühlschrank? Eiswürfel?

Das Londoner Wasser ist ja nicht schlechter weil es wärmer ist, sondern weil es kein Quellwasser sondern Flusswasser ist.

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#66532 ritchie says on July 4, 2008 at 11:25 pm
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Kühlen ist viel ineffizienter als Erwärmen; aber gut, wir brauchen mehr Wasser zum Duschen als zum Trinken. Aber ich nehm an, plus sieben Grad brächten ziemliche Algenprobleme mit sich… außerdem: das Wiener Trinkwasser ist für mich ein Hauptgrund, hier zu leben. Also wählt Helge bloß nie zum Bürgermeister! :-)

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#66534 Helge says on July 4, 2008 at 11:34 pm
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@Ritchie: Find raus, ab wieviel Grad man wesentlich mehr Chlor braucht als jetzt, ich füg die neue Zahl ins Spreadsheet ein und sag dir dann wieviel Einsparung das immer noch bringt. :-)

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#66538 smeidu says on July 4, 2008 at 11:39 pm
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ich liebe mein wasser weil es so kalt ist. ich trinke jeden Tag 3 Liter Leitungswasser und falls ich das erst noch abkühlen müsste im kühlschrank…

wer interessant zu wissen, wieviel Liter die Wiener täglich fürs trinken // fürs duschen, kochen, schei*** verbrauchen.

Vielleicht sollte man bei der Wiener Infrastruktur Abteilung mal nachfragen, wieviel es kosten würde in jede Wohnung eine zweite “lauwarme” wasserleitung zu legen;-)

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#66546 dieter says on July 5, 2008 at 12:23 am
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Das ist ja eine Schnappsidee zur Dritten. LOL

Erstens einmal müsste man alle unterirdischen Wasserrohre wärmeisolieren, denn sonst würde man praktisch ganz Wien mit aufheizen, damit dann auch 15°C aus dem Wasserhahn kommen. Keller zur Lagerung von Nahrungsmitteln kann man dann auch vergessen, denn dann hat auch jeder Keller 15°C und draußen würden die Leute reihenweise bei >45k°C kollabieren.

Weiters würde man sämtliches Wasser mit aufheizen, nicht nur den Anteil, der als Warmwasser genutzt wird; also sämtliches Wasser für die Industrie, für Autowaschanlagen und für jede Klospülung.

Die Wohnungen würden wärmer werden. Dann kaufen sich die Leute Klimaanlagen. Und zum Kühlen von Wasser gibt es überall auf der Welt Wasserkühler.

Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, wo die gigantische Energiemenge herkommen soll. Letztlich muss sie von der Sonne kommen, das Wasser also durch gigantische Sonnenkollektoren fließen. Es dauert auch lange Zeit, bis sich die Badeseen oder die Neue Donau im Sommer erwärmen. So einfach erwärmt man riesige Wassermengen nicht.

Sonnenkollektoren sind die bessere Idee. Nur da haben wir wieder das gleiche Dilemma, wie mit der besseren Wärmeisolierung der Miethäuser.

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#66552 Sylvia says on July 5, 2008 at 1:04 am
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Ich denke auch, dass diese Rechnung etwas zu einfach ist.
Erstens, denke ich, dass es problematisch ist, wenn das Wasser wärmer ist, einerseits wegen der schon angesprochenen Algen, andererseits aber auch generell, wegen bakterieller Belastung. Ich möchte hier kurz darauf verweisen, dass etwa in Gran Canaria darauf hingewiesen wurde, dass man das Wasser aus der Leitung mitunter auch deshalb nicht trinken soll, weil es in Rohren fließt, die nur sehr knapp unterhalb der Oberfläche verlegt sind, dadurch wird das Wasser natürlich wärmer.
Zweiter Punkt ist die Wassernutzung selbst, es wird ja schließlich nicht alles wasser dazu verwendet, um es zu erhitzen. Eine gute frage wäre auch, wie es mit dem Abwasser aussieht, wenn das Frischwasser wärmer ist, dann müsste das Abwasser auch wärmer sein, was dann wiederum Einwirkungen auf die Umwelt haben kann.

Außerdem ist es natürlich eine Frage, ob das Wasser von der Quelle so transportiert wird, dass es möglichst sein “Frischtemperatur” behält, und zwar mit Kühlungshilfsmitteln oder nur durch Isolierung. Denn wenn keine Energie zur Kühlung aufgewendet wird, heißt das ja dass Energie zum erwärmen aufgewendet werden muss. Und weiter gesagt, wäre ja dann die Energie zum kühlen höher, weil das Kühlen ineffizienter ist (Verlustenergie) als das Erhitzen, womit ich für alles, was gekühlt werden soll, erst wieder einen Mehraufwand beim Endkunden habe.

Fragt sich, ob es nicht sinnvoller ist, sich aufs Dach eine Solar-Warmwasser-Anlage zu legen. Das würde dann nämlich nur noch die Anschaffungskosten verursachen. Naja vielleicht wird das ja auch noch mal ein Punkt bei Neubauten, dass die Warmwasserbereitung mittels Solarenergie und Pufferspeicher (Warmwasserbehälter) erfolgen muss, zumindest je meher desto besser.

Achja und noch ein Punkt zum Thema erhitzen und Wassersparen: Ein kleiner Tipp für Bumenbesitzer (Wasser, das normalerweise den Abfluss ungenützt runterrinnen würde, mit der Kanne auffangen, dann kann man das noch nutzen). Und generell war bislang mein Eindruck, dass es wichtig ist, dass Warmwasserbereitungsstelle möglichst nahe zur Armatur ist bzw. je besser die Leitungen isoliert sind (gegen Kälte/Wärme), desto weniger Wasser muss man ungenützt die Leitung hinunter rinnen lassen.

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#66553 axel says on July 5, 2008 at 1:15 am
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Kurz überschlagen müsste man dazu rund 1000 Liter Wasser pro Sekunde um 7 Grad Celsius erwärmen. Das erfordert beträchtliche Energiemengen. Genau diese Leistung verrichten derzeit sämtliche Gasthermen oder ähnliche Wassererwärmungsvorrichtungen verteilt auf ganz Wien. Die von dir vorgeschlagene Lösung verschiebt den Erwärmungsprozess weg von den Haushalten in Richtung eines zentralen, optimalerweise durch Solarenergie gespeisten Kraftwerks, was letztendlich keine Lösung des Kernproblems ist, nämlich Wasser umweltfreundlich zu erwärmen. Das Problem hier ist nicht wo das durchgeführt wird, sondern mit welcher Technologie. Diese könnte dann genau so gut auf jedes Wohnhaus / Wohnung verteilt werden, was auch die von Dieter aufgezeigten Probleme vermeiden würde.

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#66557 Marcus Meisel says on July 5, 2008 at 1:43 am
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@axel: Soweit ich Helge verstanden habe schrieb er mit dem Hintergedanken, dass das Wasser durch Isolierung und Verlegung tief im Boden künstlich kühler gehalten wird als Natur es tun würde. – Wissen tut das aber bis jetzt niemand hier.

@dieter: Schnapsidee ist das keine. Im Sommer hätte ich mein Haus gerne richtung 15°… und im Winter eigentlich auch. Lass es uns Wasserwärmetauscher-Passivhaus nennen, anstatt dem “üblichen” Luftwärmetauscher Passivhaus. Ich vermute ja, dass es diese Technologie schon gibt und bereits seltenenorts verwendet wird. Doch dass die Wasserzuleitung dafür verwendet werden könnte falls die Vermutung im ersten Absatz wahr ist – daran hab zumindest ich, vor Helges Post, nicht gedacht.

@smeidu und @ritchie: ich glaube dass sich das 15° warme technisch mechanisch “einfach” in jedem Wasserhahn wieder auf 8° runterkühlen lässt. Ohne Energieaufwand… eher sogar mit zusätzlichem Energiegewinn. (kommt halt drauf an wie man die Sache angeht… die einen Sehen in Abwasser Abwasser, die anderen Energie und gewinnen Wärme/Strom/Geld daraus).

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#66558 ha|ns says on July 5, 2008 at 1:43 am
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Schönes Sommerlochthema, aber da bleibt es bitte auch – 7 Grad wärmeres Leitungswasser … *bääh*. Und wenn du wirklich jeden Morgen “mehrere Minuten” auf vernünftig warmes Wasser warten musst, sehe ich ganz wo anders Handlungsbedarf ;-)

@smeidu: Das ist kein großes Geheimnis

So setzt sich der durchschnittliche Gesamtverbrauch von täglich 130 Litern Wasser
pro Einwohnerin und Einwohner in Wien zusammen:

* Duschen, Baden: 44 Liter
* WC-Spülung: 40 Liter
* Wäsche waschen: 15 Liter
* Körperpflege: neun Liter
* Putzen: acht Liter
* Geschirr spülen: sechs Liter
* Gartenbewässerung: fünf Liter
* Trinken, Kochen: drei Liter

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#66640 christoph chorherr says on July 5, 2008 at 10:54 am
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lieber Helge,
danke für die ehrenvolle Adressierung.
Ich glaube, Du hast hier etwas völlig Richtiges gedacht, jedoch mit einer m.E. “falschen” Lösung.
Richtig ist:
Es gibt Alternativen zu Gas, um Wasser zu erwärmen.
Du schlägst eine zentrale Lösung vor.
Dazu zwei Einwände:
Der technische Einwand: Das gesamte aus den zwei Wiener Hochquellwasserleitungen stammende Wasser zu erwärmen, indem man Umgebungswärme nützt ist nicht ganz trivial. Die Leitungen sind derzeit(um ein kontinuierliches Gefälle zu erzeugen)meist unter der Erde. Mittels Wärmepumpe zu erwärmen braucht auch Strom, und zwar angesichts der Gesamtmenge nicht ganz wenig.
Gewichtiger mein zweiter Einwand, er ist kulturell:Es ist einfach herrlich, kaltes Wasser aus der Leitung zu empfinden, zu trinken. Ein “kühles Nass” aus den Bergen hat einen enormen Wert.
Die Kommentare auf Deinen Vorschlag gehen ja v.a. in diese Richtung.
Gerade um den Unfug des(mit Erdöl-“Plastik”)verpackten Trinkwassers Einhalt zu gebieten ist das “kühle Nass” eine unschätzbare Alternative.
Das ist kein Nein, sondern die Übersetzung dieses Gedankens auf eine dezentrale Alternative:
1.) Fast 90% des Stroms (immer mehr aus kalorioschen Kraftwerken oder Atomstromimporten), den Waschmaschinen&Geschirrspüler brauchen, wird zur Erwärmung von Wasser gebraucht.Entweder dezentral Solar auf den Dächern (hier ist Wien Bundesländerschlusslicht) oder Fernwärme (Überschusswärme aus Kraftwerken oder der Müllverbrennung)ist hier die dezentrale Alternative.Das bedürfte nur einer getrennten Warm/Kaltwasserleitung im Haushalt sowie entsprechenden Vorschaltgeräten bei den Waschmaschinen.
2.) Und v.a., wie auf meinem blog oft beschrieben:
Die wirkliche Energievergeudung ist das Heizen im Winter (über 41% der Wiener heizen mit Gas).Ein flächendeckendes Sanierungsprogramm der Gebäudesubstanz kann den Energieverbrauch im Schnitt (das zeigen Dutzende Beispiele) um mindestens 50%, in vielen Fällen um mehr als 2/3 reduzieren.
Hier spielt die Musi.
Das hiesse: Milliarden Euro gehen nicht an Putins Gazprom sondern in Wiens Bauwirtschaft.
Und wir dürfen weiter kühles Wasser geniessen.

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#66645 Helge says on July 5, 2008 at 11:40 am
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Danke für die zahlreichen Antworten. Darum geht’s mir ja – eine Diskussion über das Thema auslösen.

Die 7 Grad Erwärmung sind vielleicht ein bisschen hoch gegriffen. Ich trinke auch lieber kühleres Wasser. Aber umgekehrt bringt schon ein halbes Grad Erwärmung (das niemand auffallen dürfte) Einsparungen in der Höhe des Kraftwerks Nussdorf.

@Christoph Chorherr: Getrennte Warm/Kaltwasserleitungen nach deiner skizzierten dezentralen Alternative sind sicher ein spannender Weg. Das widerspricht sich aber nicht. Das Wasser erwärmt sich am Weg aus den Alpen von 6 auf 8 Grad. Erhöht man diesen Wert allein durch bauliche Maßnahmen, Luft-Wärmetauscher, etc. auf 10 Grad (was “kulturell” immer noch großartig und angenehm ist), spart man sich vier Kraftwerke Nussdorf (ok, nicht wirklich, da die Einsparung mehrheitlich Gas betrifft, aber du verstehst, was ich meine.)

Legt man nun dieselbe Relation von Investion zu Energieausbeute an wie beim Kraftwerk Nussdorf, dann stünden für solche Maßnahmen 60 Millionen Euro (=4x 15 Mio.) zu Verfügung!

Und wir dürfen weiter kühles Nass genießen. (Weil: Immer noch 10 Grad kalt.)

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#66646 laurenz ennser says on July 5, 2008 at 11:53 am
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genial! chapeau für diese rechnung …

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#66649 Bodenseepeter says on July 5, 2008 at 12:11 pm
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Helge, das Problem liegt hier sicher auch baulich in deinem Bad, wo es tatsächlich eine geschlagene Minute dauert, bis das Wasser warm in der Dusche ankommt. Bei mir drehe ich auf warm, und schwupps isses das auch.

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#66672 Markus Gansterer says on July 5, 2008 at 1:44 pm
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ich glaube, es wäre wesentlich gescheiter, wenn einfach jeder haushalt – auch in wien in mietshäusern – sein warmwasser mit einer solaranlage am dach aufwärmt.

dann bräuchte man nicht das trinkwasser, das man ja eigentlich auch kühl haben will, aufwärmen. außerdem hätte man dort, wo man wirklich warmes/heißes wasser braucht, selbiges in gewünschter temperatur.

das wiener wasser ist ja so schön kühl, weil es vom schneeberg kommt und unterirdisch geleitet wird (und nicht wie zB in london aus der themse).

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#66676 Helge says on July 5, 2008 at 2:30 pm
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@Markus: Keine Frage von gescheiter oder weniger gescheit. Das eine schließt das andere nicht aus. Ganz im Gegenteil: Weniger kaltes Wasser erleichtert solche Solarmodelle.

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#66685 Markus Gansterer says on July 5, 2008 at 3:50 pm
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eine solaranlage wenn sie – gerade bei mehrparteienhäusern wichtig – adäquat ausgelegt ist, bringt so viel, so heißes wasser, dass die paar grad aus deinem vorschlag da keine rolle mehr spielen.

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#66689 ha|ns says on July 5, 2008 at 4:14 pm
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Hehe ist ja fast ein politischer Entscheidungsprozess: Vision/Maximalvorschlag -> Einwände -> 1. Kompromissvorschlag -> … spannend

Für eine kleine Temperaturanhebung könnte ich mich durchaus, äh, erwärmen (falls die Rechnung unter Einbeziehung aller Faktoren von den Größenordnungen her stimmt).

Hätte übrigens ein Chemiker vor 144 Jahren Recht behalten, dann würden wir heute ein ganz anderes Problem diskutieren:

Die definitive Schlussabstimmung [zum Bau der Hochquellenwasserleitung] fand zwei Jahre später statt; diesmal gab es 65 pro und 45 Gegenstimmen. Mittlerweile äußerten Zweifler vielfältigste Bedenken. Ein Chemiker befürchtete, das Wasser könnte sich auf dem Weg nach Wien durch Reibung zu sehr erwärmen. Andere meinten, dass es durch das steirische Wasser auch in Wien zu Kropfbildungen kommen könnte. Und der Bezirksvorsteher Karl Ley pochte auf seine gute gesundheitliche Konstitution: „Wir Alten haben nur die Donau gehabt, und was sind wir für Kerle geworden…!“
(Quelle)

Wobei, die Mikrowelle funktioniert ja vom Prinzip her tatsächlich so ähnlich, hmmm… starke Sendeanlagen wirken doch in ihrer unmittelbaren Umgebung auch ein bisschen wie eine Mikrowelle … *SCHNIPP* … Helge, ich glaube, ich hab die Lösung! (Herr Chorherr – bitte kurz weghören… ;-)

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#66692 ha|ns says on July 5, 2008 at 4:28 pm
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PS: im style.css, ca. Zeile 91: blockquote {width: 65%} (statt fix 600px) sollte das Layout-Problem bei Blockquotes in den Kommentaren fixen ;-)

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#66838 links for 2008-07-06 - schorleblog says on July 6, 2008 at 7:33 am
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[…] trinkwasser vorwärmen und €32 mio. sparen · helge’s blog user generated energiesparen … hoffentlich (tags: gesellschaft wirtschaft österreich blog rechnung energie sparen geld via:mento.info) […]

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#66866 Helge says on July 6, 2008 at 1:33 pm
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@hans: Danke für den Hinweis (blockquote/css)! Done.

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#66927 Blogistan Panoptikum KW26 2008 auf datenschmutz.net says on July 6, 2008 at 8:38 pm
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[…] hat einen neuen perfiden Plan zur Erlangung der Weltherrschaft gefasst: er will das Wiener Trinkwasser vorwärmen. […]

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#67055 Trinkwasser vorwärmen und damit Geld sparen? says on July 7, 2008 at 9:11 am
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[…] weitere Informationen siehe Trinkwasser vorwärmen und €32 Mio. sparen und die Kommentare […]

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#67076 Tom Schaffer says on July 7, 2008 at 12:54 pm
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sehr interessant die ganze überlegung.

selbes thema, etwas andere baustelle: wie krieg ich das wasser dann kühl, wenn ichs trinken mag? nachdem ich zu 90% nur kaltes wasser trinke und keine lust drauf hab, alle paar stunden eine karaffe in den kühlschrank zu stellen oder lauwarmes pisswasser zu trinken ;)

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#67117 Alexander Kirk says on July 7, 2008 at 5:23 pm
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Hab mir unlängst ziemlich die Hand verbrannt und war froh, dass das Wiener Wasser so kalt ist :)

Ich schließ mich aber auch den anderen Kommentierenden an: Weißt du, ob Energie aufgewendet wird, um das Wasser zu kühlen bzw. kühl zu halten?

Wenn es einfach durch entsprechende Fließgeschwindigkeit und bauliche Maßnahmen (unterirdische Speicher, Isolation) kalt gehalten wird, dann kostet dein Vorschlag viel eher ein weiteres Kraftwerk Nußdorf, als dass es uns eins ersparen würde..

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#67120 Helge says on July 7, 2008 at 5:36 pm
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@Alexander: Du wirfst eine Frage auf, deren Antwort halbwegs sicher bekannt ist (Nein es wird nicht aktiv gekühlt).

Dann stellst du etwas als Tatsache dar (“Wenn das so ist, dann kostet Aufwärmen viel aktive Energie”), das alles andere als sicher ist, ohne dafür Argumente anzuführen.

Beides (Rhetorische Frage, vermeintliche Tatsache) sind rhetorische Methoden. Möchtest du ein Denkverbot? Warum?

Im Gegenteil zu deiner Argumentation ist es so, dass sich das Wasser auf den 180km aus den Alpen bereits um 2 Grad erwärmt – ganz von selbst und ohne aktives Aufheizen.

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#67127 Alexander Kirk says on July 7, 2008 at 7:12 pm
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Ich bin mir nicht ganz sicher, warum es so gut ist, dass das Wasser kalt bleibt (weiter oben hat wer was von Algen geschrieben, das klingt nach einem plausiblen Teilgrund, meine verbrannte Hand nenne ich als persönlichen Teilgrund), aber das scheint ja mal eine Tatsache zu sein.

Du schlägst du vor, das gesamte Wasser anzuwärmen, indem baulich nicht die Kühlung sondern die Erwärmung begünstigt wird, richtig? Das funktioniert mutmaßlich im Winter eher weniger, das müsste dann bei deiner Kalkulation auch berücksichtigt werden.

Auf wien.at gibts noch eine Statistik-Seite: http://www.wien.gv.at/wienwasser/statistik.html
Da steht, dass durchschnittlich 379.588 m^3 (== 379.588.000 Liter) pro Tag in Wien verbraucht werden.
Wenn 1.760.000 Menschen 74 Liter pro Tag aufwärmen sind wir bei 130.240.000 Litern, ca. 34%, für die würde sich die Erwärmung des Wassers auszahlen.

Insgesamt bleiben noch 150.788.000 Liter (knapp 40%) über, die nicht von Privatpersonen verbraucht werden. Wäre interessant, welche Anteile davon wofür verwendet werden (hab da keine Aufschlüsselung gefunden, vielleicht hat wer anderer mehr Glück). Bei der Anwendung als Kühlwasser wäre eine Erwärmung offensichtlich nicht gewünscht, würde also auf der Seite wieder Kosten verursachen.

Ich hab vielleicht etwas missgedeutet, dass du das Wasser aktiv aufwärmen möchtest. Das wäre dann angesichts dessen, dass nur ein Drittel des Wassers dann tatsächlich nochmal angewärmt wird, etwas überzogen.

Tut mir leid, dass du meinen Beitrag als Denkverbot gedeutet hast. Im Gegenteil: ich finde derlei Ideen sehr spannend, muss da aber Christoph Chorherr zustimmen, dass vielleicht an anderen Stellen dringenderer Handlungsbedarf ist. Und persönlich find ich kaltes Wasser auch wohlschmeckender :)

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#67130 Helge says on July 7, 2008 at 7:19 pm
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@Alex: Ja, das sind jetzt die richtigen Fragen ;-)

Eine Teilantwort auf die Frage, ob negative Folgen woanders zu erwarten sind, könnte die Tatsache sein, dass kaum eine Stadt so kaltes Wasser hat. Also vermute ich mal eher nicht. Aber ich weiß es nicht.

Auch “kalt” oder “warm” – siehe mein zweites PS oben. 10° ist immer noch ziemlich kalt! Und wäre trotzdem schon eine enorme Einsparung an Energie.

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#67131 Alexander Kirk says on July 7, 2008 at 7:32 pm
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Naja, wenn zur Kühlung von x auf y Grad derzeit jetzt z Liter Wasser verbraucht werden, dann würde dann in Zukunft z+u Liter nötig werden. Die Größenordnung ist mir als Laie jetzt unklar, weiß nicht, ob das relevant wäre.

Ich muss nochmal auf den Winter pochen. Ich nehm an, dass es einen gewissen Temperaturunterschied geben muss, damit sich das Wasser innerhalb der Zeit des Transports z.B. auf 10 Grad aufwärmt.

http://www.zamg.ac.at/klima/klima_monat/temperaturmittel/?jahr=2007&monat=GJ
Im Jahr 2007 war die Durchschnittstemperatur in 6 Monaten weniger als 10 Grad.

Das heißt diese “automatische” Erwärmung wär nur in 6 von 12 Monaten gegeben.

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