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Plakatvorschläge erreichen Profiqualität – wie reagieren die Grünen?

Langsam erreichen die Vorschläge zu Chorherrs Aufruf, grüne Wahlkampfplakate zu gestalten, eine Qualität, die Parteigranden und ihre Werbeexperten kaum mehr ignorieren können. Als ich “Let’s Blogstorm” geschrieben habe, war mir nicht klar, wie spannend das noch wird. Wow und doppelwow.

Nach Michael Schusters durchdachter Kampagne (die vom Online-Standard leider unzulässig verkürzt wiedergegeben wurde), hat sich Martin Schimak eine Linie einfallen lassen, die – von Jutta Reichenpfader grafisch umgesetzt – das meiste in den Schatten stellt, das ich bei Wahlen auf Dreiecksständern gesehen habe:

maschi große koalition

maschi bildungssystem

maschi uns in die wüste schicken

Die Grünen featuren die Aktion zwar mittlerweile auf der Startseite von gruene.at, aber es stellt sich die Frage: Wird der Parteivorstand diese Vorschläge bei den Entscheidungen über die Wahlkampflinie ignorieren? Oder wird man umdenken und uns Wähler in Zukunft gleich in solche Nachdenkprozesse einbeziehen?

Und weiter: Werden es sich Parteien in Zukunft noch leisten können, ihre Kandidatenlisten im geschlossenen Kämmerlein zu erstellen? Denn auch da wollen wir Wähler mitreden. Der Cluetrain ist nicht zu stoppen.

Zum Schluss noch ein Plakatvorschlag von Raffael Hörlesberger. Gefällt mir auch recht gut, soll Nichtwähler ansprechen:

hoerlesberger fehlersuche

(Plakate © Martin Schimak, Jutta Reichenpfader, Raffael Hörlesberger)

19 replies on “Plakatvorschläge erreichen Profiqualität – wie reagieren die Grünen?”

ja, erstaunlich welch gute Dinge da an kommen. Ich finde das eine gute Idee von CC´brainstorming unter Bloggern. Die sind wirklich professionell.
beste Kampagne bis jetzt war die 02er der Grünen. Diese könnten sie toppen. aber ob sie beim allgemeinen Wahlvolk so ankommen als unter uns internetaffinen Usergeneration of the Internet steht auf einem anderen Blatt Papier.

Ich finde die Dynamik die hier entstanden ist herrlich!!! Aber bei der Gelegenheit: Ich habe keine Fanpage für die Grünen in Facebook gefunden, das wäre doch auch eine Möglichkeit um ihre Kampagne voranzutreiben. Vorallem Kosten das nix und man kann zb. alle “Plakate” dort reinstellen.

@Jürgen: Du könntest die Page gleich anlegen.

Ich sehe mich aber nicht als Fan der Grünen, auch wenn ich sie wähle – würde die Fanpage also nicht zu meinem Profil hinzufügen.

Eine Scheibe ZIB2 mit CHiLLi.cc….

Gestern Abend strahlte die ZIB2 einen interessanten Wahlkampf-Beitrag aus (Avancen in Richtung Grün), in dem u.a. auch ausführlich über Christoph Chorherrs Blogstorm Aktion “Grüne Plakate” berichtet wurde, und im Anschluss dann ei…

ich wundere mich immer wieder, was so alles als professionell bezeichnet wird — moechte niemanden beleidigen, aber ohne konzept dahinter bleibt das reiner aktionismus bestehend aus ein paar netten grafiken…

na gut, ich muss aber auch zugeben, schon alleine damit haben die vorschlaege wohl etlichen wahlplakaten der juengeren vergangenheit einiges voraus ;-)

@Michaela: Erstens definieren die Profis die wie du sagst aktuell niedrige Latte der Profiqualität, nicht wir Amateure. Zweitens haben die Herrn Smi und Maschi (und ansatzweise ich selbst) sehr wohl konkrete Konzepte mitgeliefert. Nicht nach Schulbuch, aber ich bleibe dabei: überraschend professionell.

@Michaela: Entschuldige meine Direktheit, aber für mich klingt das (und deine Kommentare bei Chorherr zum Thema “Briefing fehlt”) nach Weinerlichkeit eines dupierten Marketingpros.

Diese Aktion hat viele tausende Menschen dazu gebracht, sich mit den Positionen der Grünen auseinanderzusetzen. Zu Kosten von Null (in Worten: 0) Euro. Der Traum jedes “Auftraggebers”. Soviel zur Latte.

Hätte Chorherr seine Leser mit einem Briefing nach deinem Geschmack (siehe deine Kommentare dort) erschlagen, hätte sich niemand beteiligt – außer vielleicht irgendwelche um die Grünen buhlenden Agenturen.

My 2 cents.

@helge: deinen ersten absatz verstehe ich beim besten willen nicht.

zum 2. absatz: siehst du, das nenne ich eben aktionismus – kann ja durchaus ok sein, hab ich nie verurteilt – konzept kann ich dahinter aber keines finden.

abgesehen davon ist mir unklar wie du darauf kommst, dass sich “viele tausend Menschen mit den Positionen der Grünen auseinandergesetzt haben”.

und zu deinem 3. statement:
das war nie mein vorschlag, war einfach als hilfestellung gedacht und ist weder meinem persoenlichen geschmack entsprungen, noch von mir erfunden, sondern einfach nur ein nuetzliches kommunikations-tool, um mit umsetzenden menschen sinnvolle kampagnen zu erarbeiten. habe mir erlaubt, es per copy & paste der oeffentlichkeit zu verfuegung zu stellen.

@Michaela: Ersten und zweiten Absatz erkläre ich dir gerne mal im persönlichen Gespräch, wenn dich das interessiert.

Ist ja alles ganz nett und bringt den Grünen ein bißchen hippe PR, aber “professionelle Qualität” kann ich bei den Plakaten, im Gegensatz zur medialen Verwertung der Aktion, nicht erkennen.

Teilweise offen für unfreiwillige Selbstironie und teilweise fundamentale Verletzungen politischer Marketinglogik (z.B. Abbildung des mit Bekanntheitsproblemen kämpfenden Spitzenkandidaten einer anderen Partei – WTF??).

Ich befürchte, Ende September werden ein paar trendige Blogger einsehen müssen, daß für die gesamtgesellschaftliche Realität die ihrige im Cyberspace nicht repräsentativ ist. Außerdem hat die Grüne Jugend ja schon mit Plakatentwürfen “geglänzt”. Nimm Dein Flaggerl für Dein Bloggerl, oder wie hat das geheißen?

Nix für ungut und noch viel Spaß,

raptor

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