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supermen, (cc) by videoplacebo on flickr

Wenn man mich noch oft Österreichs meistgelesenen, bekanntesten oder einen Alpha– und Parade– Blogger nennt, stimmt’s vielleicht irgendwann :-)

(Bei “Blogger der ersten Stunde” geht das leider nimmer.)

Foto (cc) Videoplacebo


Gestern abend berichtete die ORF-ZIB2 über schwarze Avancen in Richtung Grün und in dem Kontext auch über unseren Blogstorm. Hier ein Screenshot aus dem Video:

blogstorm-zib

Und auch das Onlinemagazin Chilli.cc berichtete, samt Ansichtssache. Dazu waren einige Blogger interviewt worden, so auch ich. Meine Antworten ungekürzt:

Wie ist Christoph Chorherr an dich herangetreten – mit welchem Wunsch,
Anliegen?

Chorherr hat mich gebeten, ihm zu helfen, seine Plakatideen in Photoshop zu skizzieren. Als wir dann gemeinsam am Notebook saßen und Plakatideen wälzten, war die Idee naheliegend, auch gleich die Community zu Vorschlägen einzuladen. Er ist offen für Neues und fragt oft um Rat, wenn es um Onlineangelegenheiten geht – das schätze ich sehr an ihm.

Warum nimmst du an der Aktion von Christoph Chorherr teil? Möchtest du die Grünen aktiv unterstützen?

Ich werde diesmal die Grünen wählen, soviel weiß ich schon. Die große Koalition war eine echte Enttäuschung, darum hoffe ich auf eine grüne Regierungsbeteiligung oder zumindest eine Minderheitsregierung mit grüner Unterstützung.

Aber das ist nicht der eigentliche Grund – ich sehe die Aktion vielmehr als ein Social-Media-Experiment. Wir müssen beginnen, Politik stärker zu beeinflussen – zu manipulieren, wenn du willst. Was auf Wahlplakaten steht und wer auf den Listen kandidiert, kann uns Wählern nicht egal sein. Das Internet gibt uns da neue technische Möglichkeiten – die sollten wir nutzen.

Was hältst du von der Idee von Christoph Chorherr? Muss/sollte in Zukunft das Internet im österreichischen Wahlkampf eine größere Rolle spielen? Wie hoch schätzt du überhaupt die Reichweite und den Erfolg von solchen Aktionen ein?

Es gibt eine neue Generation, die über klassiche Methoden nicht mehr erreichbar ist. Nimm mich: Ich habe kein Zeitungsabo, kein TV, kein Auto (und fahre damit nicht an Plakaten vorbei) und bin in keiner parteinahen Organisation. Beispiel: Wenn du mich über Zeitungsartikel erreichen willst (deren ich viele lese), musst du erst durch meinen “sozialen Filter”, denn das meiste lese ich auf Empfehlung. Oder du erreichst mich über Blogs, Twitter oder Youtube – aber ebenfalls nur auf Empfehlung von Freunden oder anderen Bloggern.

Solche wie mich gibt es viele – und wir werden mehr. Darauf müssen Wahlkämpfe der Zukunft Rücksicht nehmen. Spam dringt da nicht durch.

Sind die Blogger – in Hinblick auf die vorherige Frage – Teil eines kreativen Marketing-Gags oder denkst du, werden die Grünen die Ideen der Blogger tatsächlich aufgreifen?

Wie die Grünen damit jetzt umgehen, wird zeigen, ob sie an partizipativer Demokratie interessiert sind. Aber am Ende geht uns gar nicht so sehr darum, den Plakatwahlkampf zu bestimmen. Die Aktion selbst ist bereits Wahlkampf. Das ist kein Marketing-Gag, den der Verkäufer eines Produkts steuert, sondern wir, die Käufer, bestimmen, wo’s lang geht. Die Grünen profitieren davon nur, weil sie das im Moment brauchbarste Produkt anbieten. Aber auch dieses Produkt ist noch recht schwach. Stichwort Kandidatenlisten – die gehören genauso öffentlich diskutiert.


Maschi hat seine Antworten auch veröffentlicht. Update: Eine davon will absolut wiederholt werden:

Eine heute wirklich greifbare und für immer mehr be-greifbare Formen annehmende Zivilgesellschaft beginnt immer stärkere demokratische Partizipation einzufordern. (..) Das Internet wird von Wahlkampf zu Wahlkampf eine immer grössere Rolle spielen. (..) Wer den entscheidenden Punkt der Beschleunigung dieser Entwicklung versäumt, wird früher oder später – und rein subjektiv dann sehr plötzlich – nur noch die Staubwolke der Zivilgesellschaft von hinten wahrnehmen.

Wann genau das sein wird? Da wir es alle miteinander nicht wissen, lassen wir uns doch einfach überraschen und tragen bis dahin das unsrige dazu bei, dass es nicht mehr allzu lange dauert.

Update2: Jetzt berichtet auch Oe24.at.

Update3: Hier Toms Antworten.


dichand (cc) by andrea dusl

Dass Außenministrerin Plassnik sich mit Schattenkanzler Hans Dichand anlegt, habe ich für eine lobenswerte Einzelmeinung gehalten. Wenn jetzt aber Bundesgeschäftsführerin Michi Mojzis folgende Zeilen bloggt, kann das nur entweder der Hoffnung entspringen, dass Onkel Hans das eh nicht mitkriegt, oder die ÖVP ist jetzt offiziell auf Konfrontationskurs mit der mächtigen Kronenzeitung:

Onkel Hans meint es gut mit seinem Werner. Eh klar, er ist ja sein Onkel. Er gibt ihm gute Ratschläge, die es zu befolgen gilt. Da kennt er wenig Pardon, denn er ist es gewohnt, dass man im gehorcht. Sein Werner ist gut dran mit ihm, keine Frage. Die Frage ist einzig: soll Onkel Hans zukünftig das Land regieren? Oder umgekehrt: wie selbstbestimmt ist Werner Faymann? Und auch: was wird der Onkel als nächstes anschaffen?

Ist das billige (wenn auch berechtigte) Polemik oder meint die ÖVP die Medienkritik ernst? Denn dann wird es Zeit, den Mediamil-Konzern, der mit seinen Publikationen fast 70% der Einwohner dieses Landes erreicht (eine in der freien Welt einzigartige Situation) zu zerschlagen.

Ich kenne nur leider nicht einen ÖVP-Politiker, der das fordern würde. Oder irre ich mich, Michi Mojzis?

Bild (cc) Andrea Maria Dusl


Heute morgen traf ich Florian Novak von Lounge.fm, einem recht hörbaren neuen Radiosender in Oberösterreich, der auch über DVB-H (vulgo Handyfernsehen bzw. -radio) sendet. Er gab mir ein Testhandy von Drei zum Ausprobieren mit.

nokia-n77-pro7

Foto des Nokia N77 mit Pro7 in Cinemascope. Foto von mir – so sieht ein offizielles Produktfoto aus.

Bislang ging ich eigentlich davon aus, dass Handy-TV uninteressant ist – wer will schon unterwegs fernsehen, noch dazu in mieser Qualität und auf einem Miniscreen?

Nur, jetzt hänge ich schon seit einer Stunde auf Pro7 bei irgendeinem Hollywood-Schmonzes fest. Die Bildqualität am Nokia N77 ist überraschend gut und die Soundqualität ausgezeichnet. Nur der Bildschirm ist etwas klein.

Aber: Das ganze auf einem Screen in Iphone-Größe, und ich frage mich, ob sowas “echtes” TV nicht komplett ablösen könnte? Ein Iphone in Armabstand bietet immerhin die gleiche gefühlte Bildschirmdiagonale wie ein riesengroßer Sony Bravia in ein paar Metern Entfernung:

iphone-bravia

Das Foto ist übrigens mit dem Nokia N77 gemacht, dessen Digitalkamera sichtlich versagt. (Nicht nur innen: Hier ein Außenfoto, gemacht heute bei der Österreich-Radrundfahrt.) Der Bravia im Hintergrund hat eine Diagonale von etwa 1,2 Metern – und mit DVB-T-Antenne gefühlt schlechtere Bildqualität als TV am Nokia. Das Iphone zeigt ein Youtube-Video.

Vor etwas mehr als 10 Jahren waren Telefone immer fix Räumen zugeordnet, heute sind sie mobil. Und sie waren in der Regel Familien zugeordnet, nicht Personen. Wird TV im letzten Jahrzehnt seines Bestehens vom Wohnzimmer in die Handys wandern? Alleine schauen = Handy, in der Gruppe schauen = Public Viewing? Das würde zumindest den Kampf um die Fernbedienungen lösen.

Ein Handy mit TV werde ich mir trotzdem nicht zulegen, aber ich bin auch nicht Zielgruppe – ich besitze ja nicht mal einen Fernseher.

Übrigens: Nach bald einem Jahr Iphone-Benutzung fühlt sich der Umstieg auf das Nokia N77 an wie ein Umstieg von Tasten- auf Wählscheibentelefon. Nein Danke.

PS. Georg Holzer weist in den Kommentaren zu recht auf die saftigen Kosten hin. Und, die Frage kommt mir gerade: Muss ich jetzt Rundfunkgebühren zahlen?


Langsam erreichen die Vorschläge zu Chorherrs Aufruf, grüne Wahlkampfplakate zu gestalten, eine Qualität, die Parteigranden und ihre Werbeexperten kaum mehr ignorieren können. Als ich “Let’s Blogstorm” geschrieben habe, war mir nicht klar, wie spannend das noch wird. Wow und doppelwow.

Nach Michael Schusters durchdachter Kampagne (die vom Online-Standard leider unzulässig verkürzt wiedergegeben wurde), hat sich Martin Schimak eine Linie einfallen lassen, die – von Jutta Reichenpfader grafisch umgesetzt – das meiste in den Schatten stellt, das ich bei Wahlen auf Dreiecksständern gesehen habe:

maschi große koalition

maschi bildungssystem

maschi uns in die wüste schicken

Die Grünen featuren die Aktion zwar mittlerweile auf der Startseite von gruene.at, aber es stellt sich die Frage: Wird der Parteivorstand diese Vorschläge bei den Entscheidungen über die Wahlkampflinie ignorieren? Oder wird man umdenken und uns Wähler in Zukunft gleich in solche Nachdenkprozesse einbeziehen?

Und weiter: Werden es sich Parteien in Zukunft noch leisten können, ihre Kandidatenlisten im geschlossenen Kämmerlein zu erstellen? Denn auch da wollen wir Wähler mitreden. Der Cluetrain ist nicht zu stoppen.

Zum Schluss noch ein Plakatvorschlag von Raffael Hörlesberger. Gefällt mir auch recht gut, soll Nichtwähler ansprechen:

hoerlesberger fehlersuche

(Plakate © Martin Schimak, Jutta Reichenpfader, Raffael Hörlesberger)


..Fridaynightskaten. Wer kommt mit?

Die Route:


these interwebs need regulation

Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen und damit einer der höchsten Medienwächter Deutschlands, zeigt wie die Überwacher und Regulierer in unserern Behörden ticken:

Schneider meint, das Internet habe traditionelle, vor allem am Rundfunk ausgerichtete Modelle der Medienregulierung über den Haufen geworfen. Aus dem Privileg, Rundfunk zu gestalten, werde “ein bezahlbares Jedermann-Prinzip”. Dies sei für Regulierer ein Albtraum, da “der Wert der Lizenz absackt”.

Das Internetz, dieses Teufelszeug. Da machen alle was sie wollen. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder sagen darf, was er denkt?

(Via Thomas Knüwer)

Mein Grünplakat

July 10, 2008  

So, hier ist meine Plakatidee für die grüne Nationalratswahl (siehe Chorherrs Aufruf):

mein gruenplakat

Meine Überlegungen dazu: Dieses Plakat soll urbane, von der SPÖ enttäuschte Wähler ansprechen und würde hauptsächlich in Städten affichiert. Aber wichtig: Nicht alle SPÖ-Wähler werden angesprochen (sind die Grünen so breit, werden die Stammwähler zuhause bleiben), sondern nur ein Teil davon. Wer Dichand und die Krone gut findet, soll Faymann oder Strache wählen.

Die Grünen positionieren sich dadurch gegen die Krone (Mut) und als Partei mit Rückgrat (Stabilität). Die Person Van der Bellen halte ich für einen Wahlerfolg für wichtig – er steht für unaufgeregte, differenzierte Haltung und für eine starke, nicht käufliche Meinung. VdB ist nach wie vor eine starke Marke – und angesichts der Schwächen von Faymann und Molterer mehr denn je.

Analog dazu würde ich Plakate produzieren, die enttäuschte ÖVP-Wähler ansprechen. Themen könnten sein: “Klimaschutz – aber nicht, was der Bauernbund dafür hält”, Überwachungsstaat, Entlastung der Mittelschicht / Steuerreform, oder ähnliches.


Wow. Christoph Chorherrs Aufruf gestern, die grünen Parteigremien doch mit Vorschlägen zu einer Plakatkampagne für den kommenden Wahlkampf unter Druck zu setzen, ist auf einige Resonanz gestoßen.

In nur 24h sind

erschienen. Nicht schlecht. Die Aktion schaffte es damit gar an die Spitze von Rivva.

Noch beeindruckender die dutzenden Plakatvorschläge, u.a. von Smi, Georg, Tom, Jana (deren köstlicher Vorschlag nur den Twitter-Usern was sagen wird, denen aber umso mehr..), Laurenz, Oliver, weitere sind meines Wissens in Arbeit.

Hier ein paar Beispiele, von Smi:

Smis Ideen

..und von Tom:

Toms G-Punkte

Aus Sicht einer wahlwerbenden Partei stehen unterm Strich dieser Aktion vor allem zwei Dinge: Erstens haben sich die Grünen gerade eine Fokusgruppe gespart. Nicht dass die paar tausend Euro ins Gewicht fallen würden, aber so eine Fokusgruppe dauert 1-2 Wochen und liefert weniger wertvolle Ergebnisse. So tiefgehendes Feedback zu den Inhalten (siehe Maschis Sorgen eines potentiellen Nichtwählers) oder Formen (siehe Max’ Ideen für einen Internetwahlkampf) eines Wahlkampfs wird eine Fokusgruppe nicht liefern.

Zweitens, und das ist der wesentliche Punkt: Es geht weniger um die Ergebnisse des “Crowdsourcings” als um den Weg dorthin. Die Aktion selbst ist bereits Wahlkampf. Wir Wähler machen Wahlkamp, wie Heinz es ausdrückt. Ein paar tausend Blogleser haben sich gerade auf relativ neue Art und Weise mit grünen Positionen auseinandergesetzt: in sie hineinversetzt.

Natürlich stellt sich jetzt die Frage: Grüne, was macht ihr draus? Hört da überhaupt wer zu, außer Chorherr und den üblichen Verdächtigen?


Weil das Briefschreiben gerade modern ist, hat auch ÖVP-Chef Willi Molterer einen Brief geschrieben. An uns, das Wahlvolk.

In diesem steht, dass wir um Himmels willen auf keinen Fall ihn und die ÖVP wählen sollen:

Was Österreich braucht, ist Handlungsfähigkeit. (..) Eine handlungsfähige Regierung, wie sie die Menschen in Österreich verdienen, kann endlich auch andere drängende Fragen wirkungsvoll beantworten (…)

Danke, Willi, für diese klärenden Worte. (Via Enlargeyourpen)

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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