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dichand (cc) by andrea dusl

Dass Außenministrerin Plassnik sich mit Schattenkanzler Hans Dichand anlegt, habe ich für eine lobenswerte Einzelmeinung gehalten. Wenn jetzt aber Bundesgeschäftsführerin Michi Mojzis folgende Zeilen bloggt, kann das nur entweder der Hoffnung entspringen, dass Onkel Hans das eh nicht mitkriegt, oder die ÖVP ist jetzt offiziell auf Konfrontationskurs mit der mächtigen Kronenzeitung:

Onkel Hans meint es gut mit seinem Werner. Eh klar, er ist ja sein Onkel. Er gibt ihm gute Ratschläge, die es zu befolgen gilt. Da kennt er wenig Pardon, denn er ist es gewohnt, dass man im gehorcht. Sein Werner ist gut dran mit ihm, keine Frage. Die Frage ist einzig: soll Onkel Hans zukünftig das Land regieren? Oder umgekehrt: wie selbstbestimmt ist Werner Faymann? Und auch: was wird der Onkel als nächstes anschaffen?

Ist das billige (wenn auch berechtigte) Polemik oder meint die ÖVP die Medienkritik ernst? Denn dann wird es Zeit, den Mediamil-Konzern, der mit seinen Publikationen fast 70% der Einwohner dieses Landes erreicht (eine in der freien Welt einzigartige Situation) zu zerschlagen.

Ich kenne nur leider nicht einen ÖVP-Politiker, der das fordern würde. Oder irre ich mich, Michi Mojzis?

Bild (cc) Andrea Maria Dusl


 

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11 Comments
#68307 Max says on July 14, 2008 at 4:59 pm
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Denke mal das Problem wird sich von selbst lösen wenn die ÖVP den KHG als Kandidat präsentieren wird…

Da wird sich dann der Dichand eins lachen, Faymann, KHG und Martin mit Dinkelhauser, egal wie die Wahl ausgeht, Dichand hat gewonnen…

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#68309 Helge says on July 14, 2008 at 5:11 pm
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@Max: KHG, glaubst du wirklich? Kann ich mir angesichts der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft (Meinl) nicht vorstellen – das Risiko wird die ÖVP kaum eingehen.

Aber du hast recht: Faymann, Grasser, Martin, Dinkhauser, Strache und Westentaler – klingt nach einem Dichand-Gruselkabinett.

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#68311 Max says on July 14, 2008 at 5:17 pm
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Also der Cato-Beitrag am Samstag (“Wer hat Angst vor Grasser”) gemischt mit der (daneben stehenden) Berichterstattung über die Meinl-Geschichte (“MEL beschädigt Ruf von Meinl”) passen sehr gut dazu…

Und Molterer schafft es ja nicht mal den Satz “Jetzt reichts” natürlich und authentisch zu sagen, selbst dafür wurde er “niederberaten”.

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#68312 judith says on July 14, 2008 at 5:22 pm
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ich vermute weniger eine beabsichtigte Medienkritik, sondern eher eine etwas verrutsche Anti-SPÖ-Polemik die versehentlich zur Medienkritik wurde. Vielleicht hat die Autorin mittlerweile eh schon Angst vor der eigenen Courage.

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#68314 Nachrichtenfluss » Blog Archive » Wahlkämpfer says on July 14, 2008 at 5:34 pm
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[…] Blogger Helge fragt sich ob es die ÖVP mit ihrer Medienkritik ernst meint. Dann sollte man Helge zufolge den Mediaprint-Konzern zerschlagen. Der hält immerhin laut MediaWatch etwa 60% des […]

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#68336 Thomas R. Koll says on July 14, 2008 at 8:29 pm
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Ich hätte ja fast wetten wollen dass die Große Koalition erst noch ein Mehrheitswahlrecht einführt, aber dann hätte Cato weniger Spielfiguren…

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#68352 laurenz ennser says on July 14, 2008 at 9:41 pm
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schau ma mal. denke, dass würde alles ganz anders klingen, wenn die övp in der gunst des alten herrn stünde. weil sie das derzeit nicht tut, hat sie wenig zu verlieren. und damit kann sie die (gar nicht so wenigen) krone-skeptiker ansprechen.

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#68418 maschi says on July 15, 2008 at 8:40 am
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Ach Helge, Du hast ja so recht, wenn Du die billige Polemik in einen Kontext mit trotz grosser Machtfülle fehlender Medienpolitik setzt.

Mut beweist die ÖVP in den vergangenen Jahren leider nur auf genau einem Feld: dem Wahlkampf. Und daher deute ich diesen Frontalangriff als wahlkampftechnisch durchaus mutigen Schritt, der bedenkt man die Zielgruppe solcher Formulierungen noch klarer macht, in welche Richtung es aus Sicht der Schwarzen diesmal gehen soll: Schwarz-Grün(-Schwarz). Und das ist ja auch nicht die schlechteste aller Varianten, wenn man so wie ich weder einen Krone-Kanzler, noch eine neue GroKo, und ja wohl schon gar keinen H.C. am Hebel haben möchte.

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#68420 maschi says on July 15, 2008 at 8:54 am
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@Max: KHG wird diesmal nicht kommen, weil er nicht ins Konzept dieses Wahlkampfs passt. Er muss sich diesmal wohl als Einfädler der laut Herausgeber des Profil in einem ORF Interview angedeuteten Finanzierung Dinkhausers durch Swarovski begnügen – und eben derart seine ausgeprägt christlich-sozialen Politambitionen ausleben. ;)

Wie sehr oder wie wenig “eingefädelt” auch immer: für die ÖVP kommt Dinkhauser meiner Ansicht wie gerufen: er wird ihr helfen trotz Konzentration auf H.C. an ihrer linken Flanke (eben mit Dinkhauser) so breit zu bleiben, dass sich Schwarz-Grün-Schwarz trotz relativ starkem H.C. ausgehen kann. Wenn ja, wird der Druck auf die Grünen, das auch zu machen, diesmal enorm werden. Stellt Euch rechtzeitig drauf ein, liebe Leute…

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#68423 Max says on July 15, 2008 at 9:00 am
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@maschi: Kannst schon recht haben, aber die ÖVP braucht dringend einen Spitzenkandidaten neben Molterer, wer wird das sein?

Die Aussichten auf Schwarz-Grün-Schwarz finde ich nicht so prickelnd und ich glaube auch nicht daran, da wird die ÖVP wohl für sich (und die Krone) das kleinere Übel, die FPÖ nehmen.

Aber zuerst müsste sie mal erste werde, siehe Spitzenkandidat…

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#68425 maschi says on July 15, 2008 at 9:18 am
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Wichtiger als erste zu werden ist für die ÖVP der Kanzler, dh eine realistische, gangbare Koalitionsoption möglichst ohne die mehr oder weniger gleichstarke SPÖ.

Ich persönlich glaube (und hoffe, gar keine Frage), dass H.C. auch wenn sichs ausgeht und er natürlich aus wahltaktischen Motiven nicht von vornherein “ausgegrenzt” werden wird nicht als realistische Option für die Schwarzen in Betracht kommt. Wenn sie das machen, gibt es nämlich Strassenschlachten im ansonsten so beschaulichen Alpenländchen. Und dafür werden sie nicht verantwortlich zeichnen wollen…

Just “my Five Cents”.

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