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In den letzten Monaten bin ich öfters gebeten worden, auf österreichische Startups/Websites hinzuweisen, das hole ich hiermit nach. Keines der Produkte hat mich restlos überzeugt, darum gab’s dazu keine Einzelpostings. Aber als Übersicht vielleicht interessant. Chronologisch geordnet:

facesearch

Facesaerch.com (man beachte die Falschschreibung) ist die Suchmaske zum relativ unbekannten Filter auf Gesichter bei Google-Images (man hängt dort &imgtype=face an die URL an). Dazu ein von Apple inspiriertes, Javascript-lastiges Interface, das die Sache schöner, aber nicht unbedingt praktischer macht.

Das ganze ist ein Projekt von Franz Enzenhofer, der hier in Wien ein ähnliches Beratungsportfolio anbietet wie ich selbst. Wird Zeit, dass wir uns mal persönlich über den Weg laufen, Franz! (Barcamp?)

Der Dienst ist schön und ganz offensichtlich mit viel Knowhow umgesetzt. Für ein 1-Mann-Nebenbeiprojekt: Alle Achtung!

Ich finde aber Google Image Search in Kombination mit PicLens nachwievor praktischer. Einen Boost könnte Facesaerch übrigens die Ausschaltung der SafeSearch-Option bringen – Porno soll ja Traffic bringen.

youxcity

Heute bat mich Karin Schmollgruber, die youXcity.com (gesprochen: You cross the city) PR-mäßig betreut, was darüber zu schreiben. Bürgerbeteiligung auf Kartenbasis – grundsätzlich eine gute Idee. Die Grünen haben ja mit ihrer Radfalle schon mal gezeigt, dass das ganz gut funktionieren kann. Und als (vermutliches) Businessmodell ist eine Finanzierung durch die öffentliche Hand durchaus vorstellbar.

Leider nur sehr dürftig umgesetzt. Klarer Fall von Gerümpeltotale und von neu erfundenen Interface-Elementen, mit denen sich der User rumschlagen muss.

123people

Heute fand ich 123people.com erstmals echt nützlich, als ich für ein Maturatreffen Hinweise auf verschollene Ex-Mitschüler gesucht habe – was für sechs von sieben recht gute Ergebnisse brachte. Die Personensuchmaschine zapft dabei Quellen an, die man als versierter Internetuser auch selbst probiert hätte – aber das Ganze geht dann doch einiges schneller.

Sie liefert bei der Suche nach Österreichern bessere Ergebnisse als andere Personensuchmaschinen, da einige lokale Quellen angebunden sind. Doch der österreichische Markt ist für so ein Nischenprodukt zu klein, international ist das Gedränge dicht und 123people liefert keine besseren Ergebnisse als andere.

123people ist ein Produkt des Inkubators i5invest. Das 123people-Blog wirkt eher ausgestorben – Stefan, any News?

emailcharity

Emailcharity.com ist ebenfalls ein Projekt von i5invest. Vereinfacht gesagt: User sollen grafische Werbe-Signatures in ihre Emails einbauen, deren Vermarktung NGOs ihrer Wahl zugute kommt.

i5-Gründer Markus Wagner hat mich mal um Feedback gebeten, damals habe ich ihm geschrieben:

Hier auf kritische Masse zu kommen ist eine Herausforderung. Ich habe mir kurz überlegt, ob ich so ein Werbemittel für meine eigene NGO in meinen Emails haben wollen würde – eher nicht.

Für andere NGOs: Definitiv nicht. Außerdem blocken m.W. die meisten Email-Clients Remote Images (“web bugs”) per default. Abgesehen davon, dass das das Businessmodell grundsätzlich beeinträchtigt, würde ich als User nicht wollen, dass bei meinem Empfänger ständig entsprechende Fehlermeldungen aufpoppen.

Ich habe (außer von i5-Leuten) noch nie ein Mail mit Emailcharity-Signatur gekriegt, das sagt auch schon einiges über den Erfolg aus.

presentify

Presentify.com ist eine österreichische Variante der ebenfalls sehr dicht besiedelten Einladungs- und Event-Organisier-Website-Landschaft. Dahinter steckt ein junger Oberösterreicher, Sebastian Moser, der, sollte Presentify nicht aufgehen, sicher noch mit spannenden Projekten von sich reden machen wird.

Im Großen und Ganzen ist die Sache sauber umgesetzt, das genaue Featureset ist Geschmackssache. Wäre da nicht eine Sache – der absolute Liebestöter: Anstatt auf “gradual engagement” zu setzen, wird man mit einer Registrier-Hürde konfrontiert. Viel besser machen das Doodle oder Pingg.

prooms

UPDATE:
Jörg Hofstätter bittet mich per Twitter, auch noch ein paar Zeilen über Prooms.com zu schreiben, ebenfalls ein österreichisches Produkt. Prooms steht für “Private Rooms” und ist sowas wie der Missing Link zwischen Couchsurfing und Hotels. Man kann hier seine Wohnung – oder auch nur eine Couch oder ein Zimmer – tageweise an Reisende vermieten. Die Bezahlung erfolgt unkompliziert in bar vor Ort; um die Provision für Prooms kümmert sich der Vermieter. Prooms deckt damit eine echte touristische Marktlücke ab und stiftet ganz klaren Nutzen. Auf der Negativseite stehen wieder eine massive Registrierungshürde und noch recht unterentwickelte “Reputation Systems” (Lesetipp), also Möglichkeiten für den Vermieter, abzuschätzen, wen man sich da in die Wohnung holt. (Couchsurfing kriegt das zb. sehr gut hin.) Beides – und möglicherweise noch zu geringe Bekanntheit – führt dazu, dass das Angebot an vermietbaren Objekten noch etwas dünn ist.


Und weil ich grad beim erbetenen Schreiben bin: Mirjam Mieschendahl möchte gerne auf das BarCamp für Frauen (Geheimtipp für geekige Single-Männer!) am 30. August in München hinweisen.


 

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7 Comments
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[…] Beitrag 1 zu youXcity und anderen österr. Websites […]

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#72522 Bernhard Lehner says on August 1, 2008 at 12:59 pm
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Hi Helge, find ich fein, dass dir 123people eine Hilfe war :). Wir arbeiten dran, schon in naher Zukunft werden wir auch international stark verbesserte Ergebnisse haben. Der Traffic steigt jedenfalls stetig & stark, wir sind ganz zufrieden mit der Entwicklung. Im Blog müsste sich mehr tun, da hast du recht. Werde mich bemühen …

Bei email charity gebe ich dir mit der “kritischen Masse” recht; aber da haben wir auch noch keinen Grund zu Panik. Wir sind erst ein paar Monate online. Es entwickelt sich. Das Interesse der NGOs ist enorm, ein paar neue Koops kurz vor dem Abschluss. Schon an Bord sind Namen wir Caritas, Licht ins Dunkel, Licht für die Welt, Ärzte ohne Grenzen, um nur einige zu nennen. Man wird von email charity in diesem Jahr noch viel mehr hören!

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#72577 Facesaerch covered by helge.at | facesaerch blog says on August 1, 2008 at 3:18 pm
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[…] writes about facesearch (in german): Facesaerch.com (man beachte die Falschschreibung) ist die Suchmaske zum relativ […]

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#72706 c3o says on August 2, 2008 at 12:27 am
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So schlimm kann’s mit der Registrierungs-Hürde bei Presentify nicht sein — immerhin haben sie Events in der Datenbank, bei denen sich schon ein Drittel der Weltbevölkerung eingetragen hat: Links unten auf dieser Seite findet man “2147483647 Teilnehmer/innen” ;)

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#72910 Sebastian says on August 2, 2008 at 4:59 pm
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@c3o
Ach, dieser fiese und peinliche Fehler. Der wird behoben, sobald ich zu Hause bin. ;)

@Helge
Danke für die freundliche Erwähnung! Wir arbeiten gerade auf Hochtouren an “Presentify 2.0”, haben jetzt einen SEO-Spezialisten an Bord und werden die Features “streamlinen”. Wir haben bei Presentify eine bestimmte, etwas andere Idee gehabt, sind aber aus verschiedenen Gründen (die 3000 Mitglieder sind von einer anderen Community, die ich entwickelt hab, zu Presentify gewechselt) davon abgekommen.
Die neue Version von Presentify wird ohne Anmeldung mehr bieten, die Anmeldung selbst wollen wir noch mehr vereinfachen, diese Hürde ist uns bewusst.
Ich freue mich aber natürlich über jedes Feedback.

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#74254 ritchie says on August 7, 2008 at 12:56 pm
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Am Anfang hat mich das youXcity Interface auch gestört, aber die neuen Elemente sind gut durchdacht und die Lernkurve ist steil.

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#119447 Christine Mark says on December 11, 2008 at 6:02 pm
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Wir haben das Feedback der letzten Monate genutzt und http://www.youXcity.com überarbeitet und verbessert. Der Relaunch ist jetzt online. Der Fokus geht stärker in Richtung Meinungsaustausch und Diskussion, die Suche ist umfangreicher und die Bedienung vereinfacht.
Wir freuen uns über Feedback :)

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