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Letztes Wochenende habe ich am BarCamp Graz zum Thema Politik 2.0 verbracht – und einige sehr spannende Vorträge gehört und Menschen getroffen:

  • Peter Purgathofer sprach in der Opening Session – per Webcam aus Wien zugeschaltet – über die Sicherheitsprobleme verschiedener E-Voting-Verfahren. (Barbaras Session zum selben Thema im Anschluss habe ich leider durch Verquatschen verpasst.)
    peter purgathofer
  • Ton Zijlstra (der überraschenderweise perfekt Deutsch spricht – ich hatte immer Englisch mit ihm geredet) stellte exemplarisch seinen ultimativ vernetzten Tagesablauf vor. Den politischen Impact dieser Vernetzung sieht Ton in den erstmals verfügbaren Möglichkeiten: Das Schaffen von eigenen Öffentlichkeiten (Publikationen, Events, Sozialer Graph) ist erstmals in der Geschichte nicht mehr mit Kosten verbunden. Ein sehr politisches Thema: “It’s cheaper to organize your own event than to find one that fits.” BarCamps sind dafür wunderbare Beispiele. Und: “It’s cheaper to start your own political movement than to find one that fits.” (An diesen Gedanken schloss ich später in meiner Session an, als ich u.a. von der Metternich 2.0 – Onlinedemo erzählte.) Hier Tons Slides und seine Nachbetrachtung.
    ton zijlstra
  • Eine sehr spannende Diskussion entstand in Keith Andrews’ Session ‘The Democratisation of Data’ (Slides) – hier ging es um die (immense!) politische Bedeutung der Verfügbarkeit und Aufbereitung von “Public Data”. Darüber habe ich im Rahmen der Betrachtung von Obamas Wahlprogramm schon mal gebloggt. In der Session saß auch Christoph Chorherr, den ich als einzigen anwesenden Politiker fragte, warum sich das keine politische Kraft in diesem Land auf die Fahnen geschrieben hat. Seine Antwort sinngemäß: “Unter tausenden politischen Vorschlägen in den letzten Jahren ist das Thema glaube ich kein einziges Mal an uns/mich herangetragen worden.” Das ist das Problem – das Thema ist derzeit auf niemandes Radar. Zeit dass sich das ändert.
  • Der steirische SPÖ-Geschäftsführer Toni Vukan disqualifizierte sich in seinem Vortrag so früh und massiv, dass ich den Raum verlassen musste – kann also nichts weiteres über ihn sagen.
  • Sehr spannend hingegen war die anschließende Politikersession, gestartet von Helmuth Bronnenmayer, der das SPÖ-Netzwerk campa.at vorstellte und Christoph Chorherr, der spannend über seine Erfahrungen aus einigen Jahren Politblogging sprach. Die Session wurde dann volley an Michi Mojzis übergeben, die aus ihrem Alltag in der Bundespolitik erzählte und ein paar Social-Media-Aktivitäten der ÖVP vorstellte.
    christoph chorherr
    Alle drei authentisch und sympathisch – und doch hätte der Unterschied größer und symbolträchtiger nicht sein können: Hier campa.at, der gut gemachte aber dennoch verzweifelte Versuch, überkommene Basisstrukturen einer Massenpartei im Web zu replizieren. Da Chorherr, der scharfe Denker und wertegetriebene Einzelkämpfer, Herr über seine Inhalte und seine Zeit, vom Parteienhickhack nur mehr am Rande berührt. Und schließlich Mojzis, deren Alltag (“6-8 Stunden pro Tag mit Email beschäftigt”) von struktureller Partei- und Medienarbeit geprägt ist, die eine machtbewusste und auch in Sachen Social Media überraschend professionell agierende Partei repräsentiert und die sich wie so viele ÖVP-Funktionäre dem Machtbewusstsein der Partei sauber und gut funktionierend unterordnet.

    Chorherr war übrigens der einzige Politiker, der – schon im Zug gemeinsam mit uns anderen angereist – die vollen zwei Tage ganz normal teilnahm. Und Mojzis punktete mit einer echten und dialogbereiten Auseinandersetzung mit dem Thema – hier ihre Nachbetrachtung.

  • Die Sessions von Michael Schuster (von der ich aber viel Gutes gehört habe), Olaf Nitz (der das “heiße” Thema Lobbying aufgegriffen hat) und Walter Rafelsberger habe ich leider nicht gesehen.
    heinz wittenbrink

Ein großes Danke an Heinz Wittenbrink und seine Studenten für die hervorragende Organisation und die Gastfreundschaft! Komme das nächste Mal gerne wieder. Hier Heinz’ Nachbetrachtungen.

Bei einer Feedbackrunde im Campusgarten wurden wir im Anschluss um ein Statement zum Politcamp gebeten. Hier meins:

(Danke an Sebastian Bauer)

Weitere Coverage findet sich über Blogsearch, Twitter und Flickr.


 

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10 Comments
#61520 Heinz Wittenbrink says on June 4, 2008 at 9:56 pm
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Danke Helge, bin selbst noch gar nicht zu einer richtigen Reflexion gekommen. An der FH ruht noch einiges an liegengebliebener Arbeit für mich …

Der interessanteste Aspekt für mich ist die Anschlussfähigkeit oder Nichtanschlussfähigkeit der Systeme Politik und Soziale Medien/Webkommunikation, von der Michael Schuster in seiner early morning session gesprochen hat. Wenn die Beteiligung der Politik auch noch nicht hoch war – das PolitCamp hat gezeigt, dass beide aneinander anschließen können, und zwar auch bei Teilen der jetzigen Berufspolitiker. (Damit will ich nicht sagen, dass ich Politik mit der Aktivität unserer Berufspolitiker gleichsetze.) Das Wochenende hat aber auch gezeigt, dass Dinge, die in unserer Szene selbstverständlich sind, selbst für Aufgeschlossene in der Politik ungewohnt und erkärungsbedürftig sind. Wir sind nicht der Nabel der Welt, weil wir via Twitter kommunizieren.

Vielleicht kann bei einem nächsten BarCamp die Frage nach der “Anschlussfähigkeit” ausdrücklich gestellt werden. Jedenfalls möchte ich gerne wieder eins mitorganisieren.

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#61522 Ton Zijlstra says on June 4, 2008 at 10:57 pm
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Hi Helge,

War gut dich wieder zu sehen. Bis zum nächsten mal, ob auf Deutsch oder English :)

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#61530 maschi says on June 5, 2008 at 1:01 am
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habe schon auf diese nachbetrachtung gewartet… du wolltest sie ja offensichtlich besonders gut machen – und das ist ja auch gelungen.

mich hätte vielleicht noch mehr oder noch offener (“noch mehr” ist ja richtig diplomatisch politisch, oje) interessiert, wie es sich in verhältnis zu barcamps angefühlt hat.

schade, dass ich nicht dabei sein konnte – ich mache momentan die wohl anstrengendste phase durch solang ich zurückdenken kann – und zwei kleine kinder zu haben füllt den in zukunft hoffentlich wieder vermehrt bleibenden rest an zeit wirklich vollkommen aus… und die beiden haben dann auch vorrang vor so politcamps.

naja, mal sehen, was die zukunft bringt.

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#61531 Helge says on June 5, 2008 at 1:10 am
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@Maschi: Die Diskussion rund um BarCamps und die Grenzen des offenen Formats führen wir gerade hier in Hannes’ Blog. Es waren sich alle einig, dass das Politcamp zumindest eine Spur zu “klassisch” organisiert war, mehr “echtes” BarCamp-Feeling wäre wünschenswert gewesen. Hier fehlte etwas der Mut. Trotzdem eine gelungene Veranstaltung!

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#61572 barbara says on June 5, 2008 at 1:07 pm
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jaja, hat sich “verquatscht” ;) …

was auch noch gesagt gehört ist, dass das catering (auch im kunsthaus) ausgezeichnet war!

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#61579 Start your own newspaper · Helge's Blog says on June 5, 2008 at 2:14 pm
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#61582 Philipp says on June 5, 2008 at 3:21 pm
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“Der steirische SPÖ-Geschäftsführer Toni Vukan disqualifizierte sich in seinem Vortrag so früh und massiv” –> wie hat er das denn zusammen gebracht?

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#61583 Helge says on June 5, 2008 at 3:24 pm
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@Philipp: Der lies so Sätze wie “Das Internet könnte ein wichtiges Informationsmedium sein, wenn man es ordentlich kontrolliert.” vom Stapel.

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#61597 johannes brötz says on June 5, 2008 at 6:00 pm
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zeisen Helge.

danke für die nochmalige zusammenfassung. ganz vergessen zu erwähnen, das die veranstaltung grade für socialnetworkerstarter wie mich viel gebracht hat. ich hätte gern mehr zeit dort verbracht, was der job aber nicht zu ließ, also danke für dein rückblick.

gruß Foesen.

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#171514 Politik 2.0 - Politcamp in Graz | linksblog.at says on May 15, 2009 at 12:43 pm
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[…] 2008 fand ein Politcamp in Graz statt. Darauf blicken unter anderem helge und Heinz […]

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