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Vor meiner Haustüre (direkt am Schnittpunkt zwischen Balkanmeile und Little Istanbul gelegen) war gestern Ramba Zamba mit jeder Menge feiernder Kroaten (vor dem Spiel) und Türken (danach).

Auf Flickr gibts ein Album meiner Fotos dazu, hier Christophs und Peters Sicht der Dinge.

kroatien - türkei in ottakring

Die große Mehrheit der Fans verhielt sich friedlich, lediglich eine Handvoll besoffener Kroaten schmiss Bierflaschen in Richtung Fenster mit türkischer Fahne und auf die Polizei. Die sich übrigens vorbildlich und deeskalierend verhielt – ebenso wie der kroatische Türsteher vom Days, der – anders als die Polizisten nicht in Star-Wars-Outfit – unbewaffnet und alleine gröbere Schlägereien verhinderte. Auch interessant: Ein Drittel der Meute waren Neugierige (Der Standard: “Die Bobos gehen Türken-schauen”) oder von der Presse.

Warum es Spaß macht, in so “gefährlicher” Nachbarschaft zu leben, schreibt Walter: OTK.


 

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6 Comments
#64422 BodenseePeter » Blog Archive » Kroatien-Türkei in Bildern says on June 21, 2008 at 10:12 pm
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[…] In besserer Auflösung und geringerer Kompromierung stehen dieselben Bilder auch in einer Dia-Show bei Flickr, und hier sind Helges Fotos. […]

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#65166 jupe says on June 26, 2008 at 9:43 am
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Warum es keinen Spaß macht, in so einer Umgebung zu wohnen:
Weil ich als Frau dazu umerzogen hätte werden sollen, nicht mehr in die Augen zu schauen. Weil ich als Frau das Gefühl vermittelt bekommen habe (und zwar täglich, und zwar von so gut wie sehr vielen, auch von den kleinen Jungs im Stiegenhaus), dass ich nichts wert bin, dass ich nicht begrüßt werden muss. Nur um das banalste Beispiel zu nennen.
Weil das wie eine Aufforderung zur Begaffung, Betatschung, Be-blödanredung ist, wenn man als Frau doch noch in die Augen der Mitbewohner schaut. Um etwas konkreter zu werden.

Weil ich so nicht werden will, so still, so unsichtbar, bin ich weggezogen.
Ich hatte es nach über 10 Jahren Ottakring einfach satt. Und zwar Ottakring abseits von Stadterneuerungsplänen und so genannten Bobo-Ausflugszielen. Ganz normales Ottakring, wo mich der Taxifahrer fragt, ob ich wirklich da aussteigen will (ja, ich wohne da!). Das ganz normale Ottakring, wo mich in der Nacht Polizeisirenen aufwecken, weil wieder die Trafik ausgeraubt wurde (durch den Keller, wie aufregend!). Das ganz normale Ottakring, wo man vom Fenster aus beobachten kann, wie zwei Männer im gegenüberliegenden Haus die Scheiben einschlagen und in die Wohnung einsteigen.

Manche mögen es aufregend finden, in Actionfilmen zu leben. Ich schau die lieber im Kino an. Jetzt muss ich mir zwar vorwerfen, dass ich an der Gettoisierung von Ottakring aktiv teilhabe (weil ich ja weggezogen bin) und dass ich eventuell ziemlich verspießere. Aber dafür lebe ich entspannter. Woanders.

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#65196 Helge says on June 26, 2008 at 12:02 pm
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@jupe: Ich hatte schon mehrere Mitbewohnerinnen, denen ging es durch die Bank anders. Die nächtliche Belebtheit der Otterkringerstraße (mehrheitlich durch Migranten) haben sie beispielsweise angenehm empfunden, weil viele Leute auf der Straße automatisch Sicherheit bedeuten.

Zur Erfahrung mit Augen-schauen und so erinnere ich mich, dass meine damalige Freundin das bei einer langen Rucksacktour durch die Türkei auch so empfand. Schlechtes Benehmen Frauen gegenüber halte ich aber eher für eine Eigenschaft sogenannter “bildungsferner Schichten” – an einen Zusammenhang mit (muslimischen) Migranten will ich nicht so recht glauben. Meine Mutter hat sieben Jahre in Ankara gelebt und nichts dergleichen erlebt.

Ich will deine Erfahrung in Ottakring in keiner Weise schmälern, sie ist real und zu akzeptieren. Meine schaut aber anders aus – fühle mich hier wohl und sicher.

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#65207 jupe says on June 26, 2008 at 1:29 pm
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@Helge
ja, ist eben meine Erfahrung. Nur zur Sicherheit, damit ich nicht falsch verstanden werde: Ganz absichtlich habe ich die Verursacher in kein bestimmtes Eck gestellt, weil ich gegen Pauschalierungen bin. Für mich geht es immer um einzelne Personen und nicht um Personengruppen. Ich bin völlig deiner Meinung, dass schlechtes Benehmen größtenteils in “bildungsfernen Schichten” vorkommt und nix mit jeglicher Herkunft im geografischen Sinn zu tun hat. Ich bin auch der Meinung, dass Leuten einfach fad wird, wenn sie nicht arbeiten dürfen und viele kommen im Laufe des Tages auf blöde Ideen. Meistens bin ich auch der Meinung, dass keine bösen Hintergedanken schuld sind an seltsamen Benimmformen. Aber mir wurde es einfach zu viel.

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#65491 Bobos und der bobotalk … « Don’t panic! says on June 28, 2008 at 9:20 am
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[…] des nicht stattgefundenen Gemetzels unter dem, der Standard-Redaktion entlehnten Titel “Bobos gehen Türken-schauen” zur Schau gestellt. Denn wie’s scheint, waren die Schau-, Fotografier- und […]

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#254638 jure says on April 1, 2011 at 11:19 am
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Naja, idioten gibt es leider immer wieder und das auf allen Seiten. Aber im großen und ganzen scheint es ja friedlich gelaufen zusein

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