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Diözesanbischof Klaus Küng im Interview mit der Presse (“Ohne Glauben verrohen die Menschen“) zum Amstettner Missbrauchsfall:

Ohne Glauben wird der Egoismus immer stärker, die Menschen verrohen und vereinsamen.

Wie komme ich als Atheist dazu, mich vom Vertreter eines Kinderschändervereins, selbst durch den archaischen Zölibat von emotioneller Verkümmerung bedroht, als “verroht” bezeichnen und in die Nähe von Josef F. stellen lassen zu müssen?

im_museum
Illustration © Giordano-Bruno-Stiftung


 

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19 Comments
#55848 Sebastian says on May 4, 2008 at 2:05 am
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Ich hab das einfach im Kontext der Inquisition gesehen. So gläubig waren die Menschen damals…

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#55851 aniki says on May 4, 2008 at 3:02 am
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no, the question is not : religious or not…the question is much more if “you believe” in something or not.. I think that this man (if we could even call him “a man”.. better is “monster”….) is just perverse, he wanted the control and that he is full of fear… you just can abuse someone if you fear this person… in a psychological view “I am psychologist” he is in my understanding crazy “in a bad way” [ because some people are crazy in a good way ;-) ].. so atheist or not.. this is really not important…religion was only created for the civilisation of humans… this we know i hope .. and even if you are atheist.; you believe in your atheism ..so so .. how big is your inner cellar ???

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#55871 Andreas Pizsa says on May 4, 2008 at 8:03 am
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Ich stimme aniki zu; ein großes Missverständnis – auch im Selbstverständnis – ist IMHO, dass Atheisten nicht an etwas glauben würden. Tatsächlich sind Atheisten oftmals nicht weniger verbissen als so manches Mitglied anderer Glaubensgemeinschaften.

Die Challenge für Christen wie auch Buddhisten etc und gleichzeitig das Unvorstellbare, oftmals Empörende und Unverständliche für Atheisten ist, einem Kinderschänder zu vergeben.

Und da tun sich dann einige spannende Fragen auf. Wer von uns beiden eher ein Kinderschänder ist ist aus meiner Sicht allerdings nicht dabei :)

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#55888 Helge says on May 4, 2008 at 9:48 am
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@Andreas: Natürlich stellt sich die Frage, wer eher ein Kinderschänder ist, nicht. Was mich empört hat, ist, dass Küng diese Frage stellt – und beantwortet.

Was das Selbstverständnis betrifft: Es gibt schon einen Unterschied zwischen Christen, Muslimen, etc. auf der einen und Atheisten und Buddhisten auf der anderen Seite. Letztere haben keine Angst vor einer Antwort “Das weiß ich nicht”, erstere beantworten alles mit Gott.

Lange war mir das Thema Religion egal, jeder soll glauben woran er will – ich an nichts. Erst als mir aufgefallen ist, dass Atheisten für viele als Menschen zweiter Klasse gelten (siehe zb. Interview) habe ich beschlossen, mich zu “outen”.

Minderheiten brauchen Selbstbewusstsein. Wir müssen uns nicht jeden Müll unwidersprochen gefallen lassen. Klar, das “Verbissen”-Argument fällt dann natürlich schnell – so be it.

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#55892 Andreas Pizsa says on May 4, 2008 at 10:08 am
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@Helge: der Unterschied zwischen Christentum und Buddhismus ist _weit_ weniger groß als zwischen Buddhismus und Atheismus, sowohl in der Gottesfrage als auch in der Praxis.

Das atheistische “Ich-weiß-nicht” ist recht widersprüchlich. Das wäre eigentlich eine agnostische Position. Die atheistische wäre ja nach meinem Verständnis: “ich weiss, dass es Gott _nicht_ gibt”.

Die wirklich wichtige Frage ist ja, welche praktischen Schlüsse man letztlich aus einem “ich weiss nicht” – das ja jeden Menschen betrifft – zieht. Woran man sich schliesslich orientiert, wonach man sein Handeln ausrichtet.

Da vertraut der Christ im “Ich weiß nicht” eben an “Gott”. Das hat mit dem leider oftmals vermittelten Bild des strengen und gütigen alten weissen Mannes mit langem Bart, dem man mir nichts-dir-nichts ausgeliefert ist, nichts zu tun. Es ist halt ein Bild. Wenngleich es natürlich auch nicht falsch ist :))

Der Buddhist macht das nicht anders. Man nennt’s dort halt nicht Gott.

Ich hab alle vier Varianten probiert, Atheismus kann am Wenigsten :)

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#55893 Helge says on May 4, 2008 at 10:15 am
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@Andreas: Atheisten beantworten nicht jede Frage mit “Ich weiß nicht”. Es geht um ungelöste Fragen aus dem “Woher kommen wir, wohin gehen wir”-Komplex. Und die Antwort ist eigentlich “Ich weiß NOCH nicht”.

Atheisten beantworten wissenschaftliche Fragen nicht religiös, that’s all. Die Gottesfrage ist m.E. keine wissenschaftliche Frage. Das darf aber natürlich anders gesehen werden!

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#55894 Andreas Pizsa says on May 4, 2008 at 10:18 am
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@”Minderheiten brauchen Selbstbewusstsein”:

Mehrheiten sind hoffnungslos overrated. Ein unsympathischer, aber leider zwingender Nebeneffekt eines orientierungslosen “ich weiss nicht”.

Ein tatsächlich selbstbewusster Mensch ist sich nur seiner selbst bewusst. Er sollte sein Glück nicht von irgendwelchen Zahlen abhängig machen. Ultimativ ist er sowieso eine einzigartige Persönlichkeit und damit immer eine “Minderheit”.

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#55895 Helge says on May 4, 2008 at 10:21 am
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“Ein tatsächlich selbstbewusster Mensch ist sich nur seiner selbst bewusst.” – für so eine Ansicht hast du aber ziemlich viel Sendungsbewusstsein in deinen ökonomischen Lieblingsthemen.

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#55896 Andreas Pizsa says on May 4, 2008 at 10:26 am
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Puh, “Wissenschaft” ist ja auch so ein Thema. Wenn ich mir den Zustand der Academia ansehe weiss ich nicht, ob ich lachen oder mich fürchten soll. Mehrheits- und Wissenschaftsglaube ist aus meiner Sicht das theologische Fundament vieler moderner Atheisten. Michael Crichton hat dazu einen exzellenten Vortrag: Aliens cause Global Waming” :)

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#55898 Andreas Pizsa says on May 4, 2008 at 10:34 am
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“für so eine Ansicht hast du aber ziemlich viel Sendungsbewusstsein”

Oh; danke. Ich bin mir dessen gar nicht so stark bewusst und hoffe, dass es nicht aufdringlich ist.

Es wird leider viel Leid und Ungerechtigkeit mit falschen Ideen verursacht; was die meisten Menschen verbindet ist, dass sie dabei nicht einfach zusehen können; mir geht es da nciht anders.

In meinem Falle sind meine Synapsen auch sehr auf gewisse Muster trainiert; Defects in einem System auf einer so großen Scale wie dem Geld- und Finanzwesen sind kein Lerchenflatus und machen mir Angst. Die motiviert ja bekanntlich :)

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#55904 Fabian says on May 4, 2008 at 11:06 am
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Ich finde es erstaunlich, dass die Presse ein sachlich irrelevantes Interview mit perfiden Behauptungen des Herrn Küng überhaupt druckt. Was haben wir mitgenommen? Nichts. Außer der Erkenntnis, dass die Selbstwahrnehmung der Kirche realitätsfremd scheint. Liberale Sexualerziehung, Zugang zu Pornographie und der mögliche Besuch von Erotikmessen als Enabler für grausame Sexualverbrechen? Sicher nicht, das Gegenteil ist deutlich wahrscheinlicher. Küng sollte reflektierter über das Thema ‘nachdenken’, zumal er das Bischofsamt der Diözese St. Pölten aufgrund eines Skandals um Kinderpornografie im Prieserseminar und deren Deckung durch seinen Amtsvorgänger Krenn übernahm, die Vorkommnisse innerhalb der Kirche also besser kennt als viele andere.

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#55905 Dominik says on May 4, 2008 at 11:14 am
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vielleicht jetzt grob unpassend nach einem derartigen dialog aber trotzdem.

“thank god i am an atheist.”

so gelesen im netz.

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#55910 axel says on May 4, 2008 at 11:37 am
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Auch wenn ich abschweife, Helge ich denke auch dass aktuelle Religionen in sich überholte und tote Relikte sind (den Buddhismus nehme ich mal aus weil er nicht die Vermessenheit besitzt sich selbst als Religion zu sehen). Wenn man die grundlegenden Fragen des woher und wohin stellt scheint es in Anbetracht der Unmäßigkeit des Universums vermessen und sehr unwahrscheinlich dass wir Menschen – entwicklungsgeschichtlich gesehen gerade an der Schwelle des Bewussteins kratzend – auch nur annähernd in der Lage sind größere Zusammenhänge zu begreifen. Genau dieses Unverständnis erzeugt wohl in den meisten Menschen ein Gefühl der Leere und Einsamkeit – die meisten Gottesbilder schließen genau diese Lücken ja nicht zufällig.

Die Frage nach einem Gott stellt sich mir nicht primär. (Sollte es einen geben ist für mich sicher, dass es kein relevante Wechselwirkung zwischen der Menschheit und Gott gibt :-) ) Die primäre Frage ist für mich das woher und wohin, da wage ich noch zu hoffen auch wenn mein naturwissenschaftlich geschulter Verstand hier abwinkt und es logisch scheint, dass es nicht mehr geben muss!

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#56394 maschi says on May 7, 2008 at 12:05 am
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auch wenn das grundsätzliche ja fast ein wenig off-topic ist, es kommt ja doch vor in diesem thread: natürlich “glauben” atheisten auch an viele dinge, dieser immer wiederkehrende hinweis vernebelt aber eher den blick auf den grundlegenden unterschied zwischen atheismus und religion, den es meiner ansicht sehr wohl gibt. atheismus ist eben keine “weitere religion”, denn er ist grundsätzlich jederzeit offen für uns noch unbekannte phänomene welcher art auch immer, aber eben nur, so es nachvollziehbare und für jedermann wahrnehmbare hinweise auf sie gibt. atheisten sind lediglich – wenn man so will – für sich selbst zum schluss gekommen, dass noch kein mensch etwas in irgendeiner form objektivierbares und dann auch nach ihren vernunftmaßstäben relevantes über einen gott gesagt hat oder hätte sagen können.

auch der weitverbreitete glaube, dass atheisten im gegensatz zum “mit den achseln zuckenden agnostiker” per se eine art anti-gott “fundamentalismus” vertreten würden, fusst auf einer aus religiöser sicht gefärbten wahrnehmung. sie ist genauso wenig richtig wie es richtig wäre, stark überzeugten religiösen menschen fundamentalismus zu unterstellen. der normale, durchschnittliche atheist schliesst keineswegs aus, dass es götter geben könnte. im gegensatz zum agnostiker hält er diese frage aber nicht für eine 50:50 geschichte, sondern er meint, auf basis seines aktuellen wissens davon ausgehen zu dürfen, dass die weit überwiegende wahrscheinlichkeit gegen die existenz von göttern spricht.

der atheist interessiert sich aber für alles neue und hat daher auch immens grosses vertrauen, dass ein gott, so es ihn gegen seiner überzeugung doch geben sollte, auch ihn selbst sehr bewusst genauso geschaffen haben muss wie er eben ist…

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#56399 Die mediale Exkommunikation des Josef F. says on May 7, 2008 at 12:37 am
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[…] zu diesem Interview : http://www.helge.at Sind das nicht die standardisierten Vorwürfe der Katholen an die Atheisten ? Oder soll das […]

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#56767 Helge says on May 8, 2008 at 4:14 pm
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Der Herr Maschi hat ein Talent, die Dinge so auszudrücken, wie ich sie gerne ausdrücken würde.

Great having you here!

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#56798 maschi says on May 8, 2008 at 7:47 pm
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Hey, great to be appreciated! And great being here… wonderful day for me, by the way. One of my best since month… thank you for being part of it!

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#57496 Alm says on May 13, 2008 at 12:12 am
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Josef F. braucht seinen Gott nur um Vergebung bitten und alles ist gut. Das ist ja das Schöne bei den Christen. Sie können Leid zufügen wem auch immer sie wollen und es wird ihnen von dritter Seite vergeben.

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#58638 Artur says on May 21, 2008 at 10:37 am
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Ja, Christen haben es echt gut.

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