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Ein etwas eigenartiger Email-Dialog mit einem Lehrer, der mir seine Schule als potentielle Location für ein nächstes BarCamp antrug:

Er:

Ich bin Lehrer an der <snip> und dachte mir, dass ein Barcamp durchaus ins schulische Umfeld passen würde. Warum nicht neue Ideen mit Schule und Unterricht verbinden?

Ich:

wenn wir das nächste barcamp organisieren (dzt. gibts m.W. keinen fixen termin), werde ich eure location in die diskussion einbringen.

gefühlsmäßig würde ich aber eher sagen, dass das wofür schule steht (frontalunterricht) eher schlecht mit barcamps kompatibel ist – wir brauchen hier grassroots-atmosphäre.

Er:

ist für mich ok – auch wenn ich nicht ganz verstehe warum Schule zwangsläufig mit dem Begriff “Frontalunterricht” verknüpft ist ;-)

Ich:

wenn das bei euch anders ist, dann gratuliere ich dir! was aber leider an der verknüpfung der begriffe wenig ändert ;-)

Darauf er:

ahhh…. ja…. ganz klar.
mein Angebot steht sowieso nicht mehr, aber eine Frage hab ich noch:

kann es sein, dass du in einem vorurteilsbehafteten Gedankensystem festgefahren bist, aus dem du nicht mehr ausbrechen kannst/willst?

sorry, aber sowas idiotisches wie deine Ansage hab ich noch nie gehört.

Ich lade dich herzlich ein dir die Lehrpläne der Schultypen HLW und HLM anzusehen um festzustellen wieviel Theorie- und Praxisfächer es gibt, und dich ein wenig mit aktuellen Bestrebungen im Schulsystem auseinanderzuestzen, um festzustellen, dass es viele Versuche gibt nicht nur Frontalunterricht zu bieten (aber bewußt *auch*, denn auch Frontalunterricht muss manchmal sein) und dich mit ein wenig mehr Weltoffenheit neuen Ideen zu stellen – denn dafür steht ein BarCamp.

Aber es ist natürlich auch eine Möglichkeit, zwanghaft Fuck-off-style mit “grassroots-Atmosphäre” gleichzusetzen und Fuck-the-System-Denken als Voraussetzung für Innovativität zu sehen.

Schulen sind eine Vorstufe zur Universität und damit zur Wissenschaft und zum Gedankenaustausch. Was, wenn nicht das, wäre eine passende Location für ein BarCamp??????


 

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28 Comments
#49747 sofastar says on March 28, 2008 at 2:28 pm
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die reaktion finde ich zwar etwas heftig, den gedankengang aber nachvollziehbar…

wie viele institutionen sehen sich auch schulen mit einem eher starren meinungskomplex konfrontiert, und mit (vor)urteilen wird hier nicht gespart…

persönlich kann ich der verknüpfung barcamp & schule auch einiges abgewinnen, schließlich get es um informationsaustausch, um dialog, um wissens-vermittlung, alles komponenten, die für eine schule charakteristisch sind (wenn auch die umsetzung nicht immer so ausfällt, wie sich das wünschen würde…)

und selbst wenn man davon ausginge, dass schulen für frontalunterricht stünden (was natürlich eine verallgemeinerung ist, mit der ich mich nicht anfreunden möchte), wäre es eine überlegung wert, solche systeme mit einer anderen form der wissensvermittlung bzw. der diskussion zu konfrontieren…

oder nicht?

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#49751 Bodenseepeter says on March 28, 2008 at 3:29 pm
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Tja, dann sei mal ganz lieb zu ihm. Er wird sich über dein Angebot freuen. Dann macht ihr ein BarCamp, das BarCamp in der Schule macht Schule, und alle freuen sich!

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#49757 supermaschine says on March 28, 2008 at 4:41 pm
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zumindest mutig ist er de kerl…

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#49761 Helge says on March 28, 2008 at 5:33 pm
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@Sofastar: Du schreibst richtig “mit vorurteilen wird hier nicht gespart”. Vorurteile sind auch Realitäten, mit denen sich ein BarCamp-Organisator auseinandersetzen muss.

Und: “es wäre eine überlegung wert, solche systeme mit einer anderen form der wissensvermittlung bzw. der diskussion zu konfrontieren.”

Durchaus – aber diese Aufgabe soll doch bitte jemand anderer übernehmen. Wir organisieren schließlich BarCamps nicht, um das Bildungssystem (oder seinen Ruf) zu verbessern.

In Summe verstehe ich ja, dass er meine Ansicht nicht teilt oder sie ihm nicht schmeckt. Mit seiner Reaktion bestätigt er aber leider so ein paar meiner Vorurteile, die sich aus meiner eigenen Schulzeit in die Gegenwart gerettet haben.

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#49768 Stefan Leitner-Sidl says on March 28, 2008 at 5:59 pm
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hallo helge, hallo allerseits,
ich hab lehrern und schulen gegenüber mittlerweile auch ziemliche vorurteile und finde die reaktion des lehrers ziemlich bescheuert. da glauben dann manche, wenn sie projekte machen oder mal so ein barcamp ausprobieren, dann sind sie innovativ. am nächsten tag sitzen die kids wieder in ihren bänken und machen eine kurvendiskussion weil der stoff bei der nächsten schularbeit abgeprüft wird …

kennen wir eh alle.

mich emotionalisiert das thema so, weil ich einen kleinen sohn hab und grad das neue buch “der talentierte schüler und seine feinde” lese, wo der autor ziemlich mit dem schulsystem und den handelnden personen in kompetenter weise abrechnet.

was der autor darin beschreibt und was ich auch aus der eigenen erfahrung (mit meinen ex-schulkollegInnen, die lehrer geworden sind) bestätigen kann:
es waren nicht die besten, mutigsten, kreativsten, innovativsten, witzigsten leute, die diesen beruf anstrebten. eher das gegenteil. und die werden dann noch vom verstaubten system assimiliert und dann sollen wir ihnen unsere kleinen anvertrauen.

mir gruselts echt bei dem gedanken!
da kannst dann nur mehr privatschulen recherchieren.

lg
stefan

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#49968 Lum says on March 29, 2008 at 11:33 pm
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Auch wenn ich ein _sehr_ gespaltenes Verhältnis zum System Schule habe, geht der Punkt hier IMHO klar an den Lehrer. Man darf niemals eines vergessen: Es gibt da draussen durchaus Lehrer die wollen es besser machen und neue Maßstäbe setzen und nichts ist frustrierender als dann damit in der von sich selbst überzeugten “wie sind fortschrittlich und kreativ” Fraktion gegen Betonpfeiler zu rennen. Irgendwie ist man dann keinen deut besser, als diejenigen denen man starrköpfigen Frontalunterricht vorwirft. Sicher ist es nicht die Aufgabe eines “Barcamps” das Schul-/Bildungssystem zu verbessern – aber es ist IMHO durchaus dazu geeignet zusammen mit offenbar fortschrittlichen Lehrer den Schülern kreative Wege zu zeigen sich zu äußern und Stellung zu beziehen!

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#49969 Helge says on March 29, 2008 at 11:40 pm
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@Lum: ad “..geeignet, Schülern Wege zu zeigen..”: BarCamps sind keine Veranstaltungen für Schüler. Es spricht aber nichts dagegen, dass jemand das Modell Openspace oder Barcamp heranzieht, um für Schüler was zu veranstalten.

Außerdem werfe ich niemandem starrköpfigen Frontalunterricht vor. Ich habe lediglich festgestellt, dass “Schule” für viele (auch für mich) mit “Frontalunterricht” verknüpft ist. Das bezieht sich übrigens bei einer Location durchaus auch auf die Raumausstattung, Bestuhlung, etc. Das eignet sich einfach weniger für sowas als andere Locations. Nicht mehr, nicht weniger.

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#49971 Lum says on March 30, 2008 at 12:12 am
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Bzgl. Barcamp habe ich dann die Definition “Ein BarCamp ist eine Ad-Hoc-Zusammenkunft entstanden aus dem Wunsch, in einer offenen Umgebung zu lernen und Wissen zu teilen.” wohl falsch verstanden …

Im letzten Absatz Deines Kommentars widersprichst Du Dir selbst – bezogen auf den gesamten Artikel. Es liegt mir fern Dir irgendwie persönlich nahetreten zu wollen, ich lese Deinen Blog sehr gerne, aber das was ich hier in _diesem_ Eintrag lese, ist für mich gleichzusetzen mit Arroganz. Wenn Du Schule nicht im Bereich des Barcamps siehst, ist das völlig i.O. Aber das als eigenen Blogeintrag mit dem Tenor “eigenartiger Email-Dialog” abzutun, empfinde ich als befremdlich. Der gute Mann hat nichts anderes gemacht, als Wege zu suchen seinen Unterricht interessanter zu machen. Ich denke nicht, das er es verdient hat, das dieser Versuch als eigenartig dargestellt wird – ganz im Gegenteil: Gerade als jemand der aus seiner Schulzeit schlechte Erfahrungen mitgenommen hat, sollte man seine Verantwortung (und Chance) hier etwas besser machen zu können erkennen und ergreifen.

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#49972 Helge says on March 30, 2008 at 12:20 am
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@Lum: Ich habe _nicht_ seinen Versuch als eigenartig bezeichnet. Im Gegenteil: Wäre ich Lehrer, würde ich auch versuchen, ein BarCamp an meine Schule zu kriegen.

Aber ich würde nicht ausfällig werden, wenn der Wunsch nicht Anklang findet. _Das_ finde ich eigenartig.

Und ja, die BarCamp-Definition passt gut zum Thema Bildung. BarCamp _ist_ Bildung, ist ein Rahmen für informelles Lernen.

Nur umgekehrt finde ich’s nicht so passend – Bildung wie sie staatlich formalisiert wird, passt meiner Meinung nach nicht so recht zu BarCamp.

Jetzt ist das aber nur _meine_ Meinung. Darum habe ich ihm auch geantwortet:

“wenn wir das nächste barcamp organisieren, werde ich eure location in die diskussion einbringen.”

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#49973 Lum says on March 30, 2008 at 12:50 am
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>Ich habe _nicht_ seinen Versuch als eigenartig bezeichnet.

Nein, viel besser: Du stellst das als eigenen Blogartikel ein und bezeichnest den Dialog vorab als “etwas eigenartig”. Ich empfinde den Dialog nicht als eigenartig, ganz im Gegenteil eher diesen Blogartikel.

>Aber ich würde nicht ausfällig werden, wenn der Wunsch nicht Anklang findet. _Das_ finde ich eigenartig.

Ich habe seine letzte Antwort jetzt extra nochmals gelesen und ich empfinde diese nicht mal ansatzweise als ausfällig. Da spricht jemand der einfach nur frustriert ist, das er gegen den gleichen Starrsinn rennt der “seinem” System vorgeworfen wird. Und das ausgerechnet bei einem, der für Fortschritt, Kreativität und offenen Dialog steht. Das passt einfach nicht, sorry.

>Nur umgekehrt finde ich’s nicht so passend – Bildung wie sie staatlich formalisiert wird, passt meiner Meinung nach nicht so recht zu BarCamp.

Es kann sich nur etwas ändern, wenn Lehrer die offenbar weiter denken als bis zur nächsten Tafelabschrift auch eine Chance bekommen. Ob das in Eurem nächsten Barcamp passiert oder in einer getrennten Veranstaltung sei dahin gestellt. Es wäre aber Deine Chance gewesen, hier eine kreative Verbindung zu schaffen – wie auch immer diese ausgesehen hätte.

> Jetzt ist das aber nur _meine_ Meinung. Darum habe ich ihm auch geantwortet: “wenn wir das nächste barcamp organisieren, werde ich eure location in die diskussion einbringen.”

Mit welchem Enthusiasmus das passiert, kann man sich ja nach diesem Blogeintrag ungefähr vorstellen. Aber wie gesagt, geht es mir eher darum, wie ein offenbar eher fortschrittlicher Lehrer IMHO quasi vorgeführt wird.

Nun gut, ich will hier auch nicht zum Weltverbesserer mutieren. Mich hat dieser Beitrag einfach nur geärgert,warum sollte deutlich geworden sein.

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#49974 Helge says on March 30, 2008 at 1:00 am
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@Lum: Finde ich ok, dazu steht er ja online. (Nicht um wen zu ärgern, sondern um zu sehen, wie andere drüber denken.)

Aber wie gesagt, es steht nicht auf meiner Agenda, irgendwas am System Schule zu ändern. (Fraglich auch, ob das einem BarCamp gelänge.) Aber wenn ich ein BarCamp organisiere, ist meine Aufgabe, eine gute Location zu finden. Und ich halte eine Schule für weniger gut als zb. das WerkzeugH. So einfach ist das.

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#50045 maschi says on March 30, 2008 at 12:56 pm
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Helge, ich glaube mit Deinem letzten Statement triffst Du den wesentlichsten Punkt: es muss natürlich dem Organisator überlassen bleiben, die Entscheidungen zu treffen – samt der damit verbundenen (in jeder Hinsicht legitimen) Subjektivität.

Dein einziger “Fehler” (wenn man so will) war vermutlich, dass Du Deine Bedenken, die ja eher marketingorientiert gemeint waren, sehr offen vorgetragen hast (“Schule ist mit Frontalunterrricht assoziiert und wer eine Location sucht und eine erfolgreiche Veranstaltung organisieren will , muss sich mit diesen Assoziationen auseinandersetzen, und zwar auch dann, wenn sie im konkreten Fall gar nicht stimmen…)

Diese Offenheit konnte er offenbar nicht gut ertragen, oder hat auch nicht ausreichend gesehen, worauf Dein Beharren auf der Verknüpfung zum Frontalunterricht überhaupt abzielt (auf das Veranstaltungsmarketing nämlich) – was man wiederum ebenfalls gut nachvollziehen kann, weil es sich hier (wie schon gesagt wurde) sicher um einen der Innovativen in einem sich insgesamt nur langsam ändernden System handelt… Leute also, die man unterstützen sollte, aber eben nicht immer unterstützen kann, auch wenn’s schmerzlich ist…

Wie bring ichs rüber – eine der immerwährenden Fragen der Menschheit.

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#50072 Helge says on March 30, 2008 at 6:39 pm
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@maschi: Perfekt auf den Punkt gebracht. Ich hab es offenbar so formuliert, dass das nicht ganz klar war.

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#50080 Juergen Hoebarth says on March 30, 2008 at 8:48 pm
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Mhh, steht dann das Camp unter dem Thema Schule2.0 ??? studivz, facebook und schummeln via Handy ?? :-) Naja ich finde den Ansatz interessant das das Format Barcamp in Schulen Anklang findet, er kann doch selber eins veranstalten in seiner Schule? @ Barcamp Vienna – finde ich nicht das hier eine Schule das passende Umfeld ist, Werkzeug H ist schon richtig was die Location angeht. Was ich aber natuerlich spannend finden würde, wenn Schueler selber ein Barcamp veranstalten und man somit Infos bekommt, was die zukünftige Generation WEB/Mobile so beschäftigt.

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#50081 Helge says on March 30, 2008 at 8:51 pm
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@Jürgen: Er hat im ersten Email auch geschrieben, dass er selber keine Zeit hat, eins zu organisieren. (Habe das Mail gekürzt.)

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#50088 F. says on March 30, 2008 at 9:19 pm
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Lum hat hier meine Stimme. Den Punkt, warum du den Dialog mit dem Attribut “eigenartig” versiehst, hast du auch nicht adressiert. Allem Anschein nach bist du da wirklich den eigenen Vorurteilen (“Frontalunterricht” – deshalb wohl auch die gnervte Antwort eines einen engagierten Eindruck vermittelnden Lehrers) auf den Leim gegangen.

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#50089 Helge says on March 30, 2008 at 9:26 pm
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@F: Ich fand und finde es eigenartig, dass er ausfällig wurde: “idiotisch”, “Fuck-off-style” und “Fuck-the-System-Denken”.

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#50099 christian says on March 30, 2008 at 10:50 pm
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eigenartig an der diskussion ist eigentlich nur, warum man bei helge um erlaubnis fragt ein barcamp veranstalten zu können. ich war bis jetzt der meinung ein barcamp kann jeder, immer und überall veranstalten. also auch in einer schule.

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#50100 Helge says on March 30, 2008 at 10:53 pm
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@christian: Hat er nicht. Er hat geschrieben, dass er selber keine Zeit hat, eins zu veranstalten (siehe #50081) aber seine Schule als Location vorschlägt.

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#50191 MasterOfDesaster says on March 31, 2008 at 10:56 am
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Das etwas anderes als Frontalunterricht in den Schulen existiert mag sein.

Die nicht vorhandene Kritikfaehigkeit, und der hang zu untergriffigen Aussagen, ist anscheinend noch (vereinzelt) vorhanden…

…so mancher deutet den Beitrag ja anders (jedem seine Meinung)…

…und zu guter letzt ein Lehrer der super tolle Ideen hat, und eh keine Zeit zum (mit)organisieren. Wenn man sich dann noch selbst disqualifiziert indem man nicht einfach selbst ein BarCamp macht, sondern (wie sonst) “oben” anfragt, is meiner Meinung nach der Zug abgefahrn.

Die Aussage von Helge: “werde ich eure location in die diskussion einbringen” hat mir den Montag morgen versuesst (man denke an die “BarCampMinisterumsFantasien” eines Oberstufenlehrers).

Wie soll da ein Dialog oder eine positive Veraenderung stattfinden?

Genauso Konsequent wie man’s gewohnt ist.

Danke Helge.

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#50219 Robert Schrenk says on March 31, 2008 at 3:38 pm
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Hallo,

nachdem hier ja wild herumspekuliert wird warum wer was wie gesagt haben will oder gemeint haben soll, möchte ich auch meinen Senf dazu abgeben.

Dass hier eine private Kommunikation ohne Rücksprache mit dem Kommunikationspartner unter der Einleitung “eigenartiger Email-Dialog mit einem Lehrer” öffentlich gestellt wird, finde ich doch sehr befremdlich.

Wie dem auch sei denke ich, dass man dann zumindest die vollständige Mail-Kommunikation posten sollte, und nicht nur jene Teile, die einem passen.

Hier daher nochmal meine 1. Mail im Original:

“Hallo Helge,

wir kennen uns vom sehen vom letzten BarCamp Vienna. Die Idee der BarCamps hat mir sehr gut gefallen und ich würde gerne wieder einem beiwohnen, habe aber keine Zeit eines zu organisieren.

Ich bin aber Lehrer an der HLMW9 Michelbeuern (http://www.hlmw9.at) und dachte mir, dass ein Barcamp durchaus ins schulische Umfeld passen würde. Warum nicht neue Ideen mit Schule und Unterricht verbinden?

Sollte für Wien wieder ein BarCamp geplant sein kann ich gerne versuchen unsere Schule als Veranstaltungsort zu reservieren.

Sofern du ein nächstes BarCamp planst (oder weißt wer eines plant), kann ich hier gerne einen kleinen Beitrag zum Zustandekommen leisten.

Lg,

Robert”

Meine Intention dahinter ist es meinen Schüler/innen die IT näherzubringen. Dieser Wunsch hört für mich nunmal nicht dann auf, wenn ich das Klassenzimmer verlasse.

Es wäre mir eine Freude gewesen das nächste BarCamp bei uns zu veranstalten, und es ist auch mit einer gewissen Arbeit verbunden hier für alle Rahmenbedingungen zu sorgen.

Warum habe ich dann Helge kontaktiert?

Er hat bereits Kontakte zu Sponsoren, er hat bereits die (ich denke mal obligatorischen) BarCamp-Leibern produzieren lassen und ihm gehört die Domain barcamp.at – also habe ich ihn einfach als eine Person eingestuft, die sich mit der Philosophie der BarCamps außerordentlich identifiziert und daher der richtige Ansprechpartner dafür ist.

Ich habe (wie man im Gegensatz zur Darstellung von Helge jetzt erst lesen kann) nicht gemeint, Helge soll alles organisieren und ich bin dann der coole Lehrer, der das BarCamp in seine Schule gebracht hat, sondern wäre durchaus bei der Organisation dabei gewesen.

Nur halt nicht für alles, sondern speziell für die Location und die Infrastruktur.

Aber das ist jetzt sowieso egal.

Helges harsche Absage mit Verweis auf ein eindeutig verallgemeinerndes Vorurteil hat mich ganz einfach dazu veranlaßt _IHM_ mal meine Meinung über sein Denken zu schreiben.

Ich finde es doppelmoralisch sich auf der einen Seite darüber zu beschweren, wie altmodisch die Schule und das Schulsystem sei, und auf der anderen Seite genau das als Begründung dafür zu nehmen, dass dort die Umsetzung von etwas Innovativem “unpassend” wäre und insofern schlichtweg unmöglich sei.

Als Lehrer identifiziere ich mich natürlich mit der Schule und empfinde es als Herabsetzung meiner Leistung, wenn ich mit solchen Verallgemeinerungen konfrontiert werde. Zudem nicht einmal eine geringfügige Bereitschaft vorhanden war sich mal mit der spezifischen Situation in der spezifischen Schule mit den spezifischen Personen auseinanderzusetzen.

Es mag jeder darüber denken was er mag. Ich finde es jedenfalls schade, weil ich hier meinen Schüler/innen gerne mal etwas mehr geboten hätte, was nicht alltäglich ist.

Aber tja… wer von uns fördert jetzt das einbetonierte System der altmodischen Schule?

Danke,

Robert

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#50220 Helge says on March 31, 2008 at 3:46 pm
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Dass hier eine private Kommunikation ohne Rücksprache mit dem
Kommunikationspartner unter der Einleitung “eigenartiger Email-Dialog mit einem
Lehrer” öffentlich gestellt wird, finde ich doch sehr befremdlich.

Das kann einem passieren, wenn man mir gegenüber ausfällig wird. Anonymisiert natürlich.

Ansonsten freue ich mich (no irony), dass du dazu Stellung bezogen hast! Meine Position dazu hat Maschi schon zusammengefasst.

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#50221 Robert Schrenk says on March 31, 2008 at 3:51 pm
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Ich stehe auch in der Öffentlichkeit zu meiner Aussage, auch wenn ich das nicht als “Ausfälligkeit” ansah. Es sollte dich zum Nachdenken anregen und scheinbar hat es dich zumindest soweit innerlich bewegt, dass du diesen Blogpost geschrieben hast.

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#50222 Helge says on March 31, 2008 at 3:58 pm
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Yep. Hat mich auch nicht beleidigt oder so, fand es nur, wie gesagt, “etwas eigenartig”.

Aber so hat wenigstens eine Auseinandersetzung zum Thema stattgefunden, find ich gut.

By the way, ein spannendes Interview zum Thema Informal Learning (auf diesen Begriff bezog sich mein Hinweis auf “staatlich formalisierte Bildung” in der Diskussion):

Das ganze Interview (sehenswert) findet sich bei Robin Good.

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#52653 Hannes says on April 13, 2008 at 11:04 am
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Barcamp in einer Schule? Sorry, ich würde einfach nicht hingehen, mehr fällt mir nicht ein dazu. Und das reicht als Gegenargument allemal. Weil ich wahrscheinlich nicht ganz allein wäre mit dieser Reaktion…

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#52840 ritchie says on April 14, 2008 at 7:27 pm
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geh helge… jetzt sträub dich doch ned so dagegen, das österr. Schulsystem zu reformieren :-)

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#52906 Blogistan Panoptikum KW15 2008 auf datenschmutz.net says on April 15, 2008 at 2:12 am
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[…] war in der vergangenen Woche in verbale Auseinandersetzungen mit einem Angestellten des Bildungsministers verstrickt und ich wurde binnen einer Woche auf […]

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#76218 Meine Mail-Blogability-Policy · Helge's Blog says on August 13, 2008 at 8:16 pm
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[…] da ich auch schon für das Veröffentlichen eines (wenn auch anonymisierten) Emails kritisiert worden bin, habe ich mir dazu jetzt eine Policy überlegt (um sie auf der Kontaktseite verlinken zu […]

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