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Seit meinem Posting Fon als Gratis-WLAN-Killer unternimmt Florian Forster, Fon-Marketing-Chef für DE/AT/CH, alles, um die Krise im Anfangsstadium zu bekämpfen: Er hinterlässt Kommentare, kontaktiert Blogger per Email, versucht sie per Skype oder Telefon zu erreichen, trifft sich mit ihnen, duzt sie. Forster hat erkannt, dass das nicht nur ein paar Einzelmeinungen sind, sondern dass das sein Geschäftsmodell beeinträchtigen kann. Er kommuniziert sympathisch und mit offenem Visier, durchaus ein Lehrstück für Krisenmanagement im Zusammenhang mit Blogs.

Doch Forster streut dabei Nebelbomben. Hier die Gegenüberstellung von Fakt und Fiktion:

Behauptung (u.a. hier und hier in den Kommentaren):

FON ist kostenlos, FON ist sicher! Wir wollen nicht Bezahl-Hotspots aufbauen, aber freies Internet für alle Teiler!

Tatsache: Fon versucht Gastronomen dazu zu bewegen, ihre Gratis-Hotspots in Bezahlhotspots umzuwandeln. Oder ist ein Hotspot, dessen Einlogseite (Screenshot von meinem Fon-Spot heute morgen) so aussieht, kein Bezahlhotspot?

Frontpage Fon-Hotspot

Natürlich gibt’s auf der Seite auch ein Login-Formular für “alle Teiler”, das sind die, die selbst einen Hotspot betreiben. Doch nur die surfen gratis. Im Übrigen stelle ich mir gerade vor, in einem ruhigen Wiener Kaffeehaus zu sitzen und mir ohne Headset einen “lustigen Clip” anzusehen, um an die 15min gratis zu kommen..

Behauptung (u.a. implizit im Mailing):

[Mit Fon kann man] verhindern, dass auf illegale Inhalte zugegriffen wird.

Tatsache: Das kann man nicht verhindern. Wird auf illegale Inhalte zugegriffen und der Anschluss-Besitzer in der Folge behördlich ermittelt, wird der Gastronom über den Internet-Provider kontaktiert, egal ob Fon oder offener Hotspot. Der Unterschied beginnt hier: Bei Nutzung von Fon kann die Behörde weiter ermitteln und den Täter über Fon identifizieren. Beim offenen Hotspot wird die Behörde an diesem Punkt wohl aufgeben müssen. Wohlgemerkt sind das alles recht theoretische Fälle, die mehr der Angstmacher-Strategie von Fon entspringen als der Realität. Wer wirklich kriminell aktiv werden will, holt sich beim Hofer eine anonyme UMTS-Prepaidkarte und setzt sich in einen einsamen Park.

Behauptung (hier in den Kommentaren):

Wenn Du einen offenen WLAN Hostpot hast können Externe über diesen u.U. auf dein Intranet – zB auf Deinen Drucker, evtl auch auf Deinen Rechner zugreifen!

Tatsache: Eine recht theoretische Bedrohung. Schon eine einfache Firewall, die wohl jeder PC im Internet mittlerweile hat, schützt vor Zugriffen, wenn auch nicht vor denen wirklich guter Hacker (vor denen schützt aber auch Fon nicht). Aber Fälle von “Hacker druckt auf Kaffeehausdrucker” oder “Hacker stiehlt Speisekartenvorlage” sind wohl eher unrealistisch. Panikmache.

Dann stellt Forster noch eine Frage:

Wie stellt ihr euch ein kostenloses WiFi Netz vor, dass gleichzeitig so sicher sein muss, dass euch selbst nichts durch den Missbrauch dritter passieren kann?

Antwort: Wir stellen uns kostenlose Kaffeehaushotspots genauso vor, wie sie sind: Kostenlos! Finger weg davon, Fon. Es ist kein Fall bekannt, wo einem Gastronomen mit Gratis-WLAN (von denen es in DE/AT/CH Tausende gibt!) je etwas durch den “Missbrauch Dritter” passiert wäre.


 

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13 Comments
#44194 Bodenseepeter says on February 27, 2008 at 12:21 pm
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99% Zustimmung!
1% Frage: warum sollte Florian uns nicht duzen? Ich finde es angemessen, insbesondere in meinem Fall, da ich ihn getroffen habe.

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#44196 Helge says on February 27, 2008 at 12:24 pm
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@Peter: Ich habe nicht kritisiert, dass er uns duzt, sondern das nur festgestellt. Im Gegenteil: “Er kommuniziert sympathisch”.

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#44199 Florian (ein anderer Florian) says on February 27, 2008 at 12:51 pm
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Und mittlerweile gibt es ja Urteile das der Anschlussinhaber nicht für alles haftet was mit seinem Anschluss passiert.

In der Vergangenheit hat man ja gesehen das Blogs durchaus etwas bewegen können und Inhalte weit verbreiten können. Also durchaus verständlich, was der Marketingexperte da macht, aber mittlerweile sollte sich in der Branche auch herumgesprochen haben, das ein Großteil der Blogger sich nicht so einfach um den Finger wickeln lassen und alles kritisch hinterfragen. Dementsprechend müssen Firmen wohl schon in Zukunft schon vorher überlegen was Blogger (bzw. die Kunden im Allgemeinen) über sie denken könnten und entsprechend handeln, was sicher nicht einfach ist.

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#44205 Walter says on February 27, 2008 at 1:36 pm
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Abgesehen davon, dass der Schutz des eigenen Netzwerks nichts damit zu tun hat, ob der Hotspot nun offen ist oder ein Login voraussetzt…

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#44206 Wolfgang/Freewave says on February 27, 2008 at 1:52 pm
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Kleine Ergänzung: Ist ein Gastronom Kunde von Freewave, würde die Behörde im Fall des Falles nicht ihn, sondern Freewave kontaktieren.

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#44207 max says on February 27, 2008 at 1:58 pm
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Ich finds schade das der FON-Florian zwar eine Diskussion anfängt aber dann nicht mehr weiterführt, wenn er schon mit Bloggern kommunizieren will (was ja, wie Helge schon sagt, sehr gut ist) dann könnte man die Chance gleich nutzen und auf Fragen antworten.

Z.B. wie das jetzt wirklich mit Bill und Linus ist (Texte auf der Webseite und Texte in den Geschäftsbedingungen ergeben unterschiedliche Sichweisen)?

Oder Wie FON einem User/einer Userin illegale Aktivitäten (was auch immer das ist) nachweisen soll wenn gleichzeitig z.B. 5 Personen einen Hotspot verwenden?

Da nutzt dann halt der 0815-Pressetext nichts mehr. :)

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#44328 Basic Thinking Blog | offene WLANs: mitgehangen, mitgefangen says on February 27, 2008 at 11:48 pm
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[…] mal, was ist dann mit FON? Auf Helge.at gibts über FON einen ziemlich kritischen Artikel. In einem zweiten Artikel erklärt […]

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#44459 MasterOfDesaster says on February 28, 2008 at 1:45 pm
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Wenn mal die “angstmache” – security – es kann so viel passieren – Argumentation anfaengt, hoert bei mir der Dialog auf. Florian mag nett sein. Sein Agitationsleitfaden is jedoch miesmiesmies/am ende.

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#44506 Gratis-Internet für 3 Euro pro Tag auf datenschmutz.net says on February 28, 2008 at 6:34 pm
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[…] nachdrücklich beweisen. Aber nicht genug mit dem Listen-Hijack, die Story geht noch weiter: Fon versucht mit einem Nebelbombenteppich und dem Verbreiten von Angst und Schrecken die […]

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#44603 Ute says on February 29, 2008 at 11:09 am
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Ich wohne in Bln-Friedrichshain und das ist sozusagen (neben Prenzlauer Berg) die Gegend, wo die Menschen leben, die in Internet-Unternehmen arbeiten, bwz StartUps gegründet haben. Ich kenne keinen einzigen, der sein Fon in Betrieb hat.

Ich fand ja Martins Idee mal richtig klasse, jedoch das Risiko ist vielen zu hoch, sich auf was einzulassen.

Im Prinzip gesehen: Schade!

In diesem Sinne: Liebe Grüße in die Heimat ;)

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#44604 Helge says on February 29, 2008 at 11:13 am
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@Ute: Das Risiko ist im Moment theoretisch da, weil sich ein Oberlandesgericht zu einem dummen Urteil hinreißen hat lassen. (Das betrifft übrigens nur Deutschland, in AT sieht’s dzt zum Glück ganz anders aus.)

Sobald dieses Urteil korrigiert ist (wovon ich ausgehe), gibt’s auch kein Risiko mehr.

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#45172 DimidoBlog » Bloglinks 09/2008 says on March 3, 2008 at 8:06 pm
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[…] über Fon denke, darf ich hier nicht schreiben, sonst droht mir… usw. Deswegen verweise ich hier auf passende […]

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#184918 Bloglinks 09/2008 | DimidoBlog says on July 18, 2009 at 3:26 am
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[…] über Fon denke, darf ich hier nicht schreiben, sonst droht mir… usw. Deswegen verweise ich hier auf passende […]

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