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In wenigen Tagen erscheint der 150-Seiten-schwere “Werbeplanung.at-Guide 2008” als Horizont-Beilage und gibt wieder unschlagbar umfassend Übersicht über den Online-Werbemarkt in Österreich. Auf Werbeplanung.at ist der Guide bereits als Download erhältlich.

Ich durfte das Kapitel “Web 2.0” beisteuern, bestehend aus einer Definition von Web 2.0, einer Übersicht über erfolgreiche Plattformen aus Österreich: Popurls, Twoday, Bikemap (Sorry, Eigenlob), Fatfoogoo, Tupalo, Soup, 123people und – von den Herausgebern hinzugefügt – Ichkoche.at, sowie einem Interview mit Dieter Rappold und einem Artikel über Marketing 2.0.

Hier das Kapitel als PDF im neuen iPaper-Widget von Scribd:

Read this doc on Scribd: Web 2.0 @ Werbeplanung.at

Ritchie hat für den Guide einen Artikel über österreichspezifische Onlinewerbung geschrieben und eine Reihe weiterer Artikel befasst sich mit Suchmaschinen- und Emailmarketing, der Agenturszene, Ausbildungen oder einzelnen Kampagnen. Pflichtlektüre für jeden Onlinewerber.


Reposting eines Artikels von mir, der im aktuellen “Werbeplanung.at Guide 2008” erscheint und der bewusst provokant angelegt ist (der Guide erscheint als Horizont-Beilage und wird somit von Leuten gelesen, die von Marketing definitiv mehr Tau haben als ich):

Web 2.0 bringt auch die technische Perfektionierung eines uralten Prinzips: Mundpropaganda. Helge Fahrnberger über die Herausforderung, Marketing mit Rückkanal zu betreiben.

Eine persönliche Produktempfehlung, so sie ohne Eigeninteresse abgegeben wird, ist seit jeher jeder anderen Werbeform überlegen. Mit sozialen Medien erreichen diese Empfehlungen und Berichte über schlechte Erfahrungen jetzt eine ungleich größere Zahl an Menschen. Mehr noch: Sie sind permanent, gehen ins ewige Google-Gedächnis ein.

Der Kunde als Ihr bestes Werbemedium

Virales Marketing wird häufig mit lustigen Filmchen auf Youtube verwechselt, tatsächlich bedeutet virales Marketing jedoch, dem Konsumenten einen Grund zu geben, über das Produkt zu sprechen (und nicht über das Filmchen). Das Web bietet für solche Empfehlungen nun eine ungleich größere Bühne.

WOM-Marketing, by Tom Fishburne

Immer bessere Targeting- und Messmögichkeiten reduzieren unseren Streuverlust – wir müssen jedoch auch beginnen, in unseren Botschaften darauf zu reagieren, was der Konsument sagt (in Kommentaren, Blogs, Produktbewertungen) und was er tut (was er sucht, kauft und sich im Web ansieht). Nicht “der Kunde” als solcher, sondern dieser eine Kunde. Für uns Marketer bedeutet das einen Paradigmenwechsel vom Monolog zum Dialog. Sind wir selbst zum Dialog über unser Produkt nicht bereit, wird er ohne uns stattfinden.

Pull vs. Push

Glaubwürdigkeit heißt im Social Web mit einer menschlichen Stimme zu sprechen, auch und gerade als Unternehmen. Wir müssen aufhören, mit unseren Botschaften auf immer neue Art und Weise die immer knappere Aufmerksamkeit des Konsumenten erregen zu wollen (“Push”) – geben wir ihm stattdessen gute Gründe, sich die Botschaften selbst bei uns abzuholen (“Pull”): Zum Beispiel über Search, Email-Opt-In, Weblog-Subscriptions oder gut geführte Onlineauftritte. “Push” ist idealerweise persönlichen Empfehlungen unter Konsumenten vorbehalten.
Die mächtigen neuen Tools des Web 2.0 heißen Weblogs (mit authentischen, persönlichen Meinungen), Wikis (Gruppenkonsens zu bestimmten Themen, zum Beispiel anstatt der ohnehin veralteten Hilfeseiten auf unseren Websites) oder Mashups (geben wir den Menschen da draußen Zugang zu unserer Datenbasis – und lassen wir uns überraschen, welche nützlichen Dinge da entstehen).

Je früher wir uns damit abfinden, dass wir die Botschaft nicht mehr kontrollieren und dass nicht wir sondern die Konsumenten die “Brand” definieren, sie sozusagen der Community gehört, desto schneller können wir anfangen, mit einer menschlichen Stimme zu sprechen. Für einen Einstieg in die Welt des bidirektionalen Marketings empfehle ich die Lektüre der 95 Thesen des Cluetrain Manifests.

(Illustration © Tom Fishburne, used with permission)


“You know the media world has been turned upside down when Websites start buying magazines.” Techcrunch.


Gefühlte zwei Jahre nachdem Google die Wiki-Bude Jotspot, damals Innovationsführer, gekauft hat, geht der Dienst endlich als “Google Sites” und damit als Teil von Google Apps online und wildert ab jetzt supposedly in den Gefilden von Microsoft Sharepoint, Confluence, Socialtext oder aus österreichischer Sicht SystemOne.

Jotspot

Nach zugegeben nur fünf Minuten Test (Urteil ist also mit Vorsicht zu genießen): Ich check’s nicht, wie man so lange brauchen kann und die offensichtlichen Chancen so verbocken kann.

Fazit: Irgendeinen schnell angelegten Mediawiki-Intranet-Hack (ich bekenne mich mehrfach schuldig) wird Google Sites schon ersetzen können, aber der Intranet-Markt bleibt weiter in Händen der Profis. Dass hier eine andere Generation an Googlers das Ruder übernommen hat, zeigt ein Detail: Den neuen Dienst ziert kein “Beta”-Zusatz.

(Langerwartete Nachricht via Fuzo.)


Beim Plaudern mit Ritchie über alte Radiosendungen fiel mir heute diese Anekdote ein: Im zarten Alter von vielleicht 14 lag ich eines schönen Sonntagnachmittags in der Badewanne, im Radio lief Ö1. Dort wurde Axel Corti angekündigt, die möglicherweise beste Sprecherstimme der österreichischen Mediengeschichte: “Axel Corti heute im Schalldämpfer über die – Irokesenfut.”

Axel Corti  

Ein Begriff, zu dem sich (vor diesem Blog-Posting) übrigens nur eine Textstelle findet. Corti filosofierte (darf man das schon so schreiben?) in seiner sonoren Langsamkeit zehn Minuten lang über damals neue Trends in der Schamhaarcouture. Am Sonntag Nachmittag. Im Schalldämpfer.

Corti war mit seinem Schalldämpfer wohl der erste Podcaster des Landes, noch vor Captain Kirk mit seinem Logbuch von der Enterprise. Nur eben leider ohne Permalinks. Von 1969 bis zu seinem Tod 1993 ventilierte er ohne einen einzigen Ausfall allsonntäglich auf Ö3 und später auf Ö1 Beobachtungen aus dem Alltag, kompromisslos, mit subtilem Humor und unverkennbarer Stimme.

Wo ist er, der gute alte Schalldämpfer? Auf Youtube findet sich nichts, im ORF-Shop ebensowenig, auf Amazon ist eine unvollständige Sammlung nicht lieferbar und in den Wiener Büchereien existiert davon eine einzige Ausgabe, und die ist vergriffen. Lieber ORF, ein Medienarchiv unter einer CC-Lizenz, wäre das nicht ausnahmsweise eine sinnvolle Verwendung der Gebührengelder im Sinne des Bildungsauftrags?

Das einzige Audiobeispiel von Corti, das ich auf die Schnelle finden konnte, ist dieser TV-Beitrag über Kreiskys Umgang mit Journalisten:

À propos, ein Veranstaltungstipp: Am 4. März findet der nächste Digitalk zum Thema Podcasting statt.


Seit meinem Posting Fon als Gratis-WLAN-Killer unternimmt Florian Forster, Fon-Marketing-Chef für DE/AT/CH, alles, um die Krise im Anfangsstadium zu bekämpfen: Er hinterlässt Kommentare, kontaktiert Blogger per Email, versucht sie per Skype oder Telefon zu erreichen, trifft sich mit ihnen, duzt sie. Forster hat erkannt, dass das nicht nur ein paar Einzelmeinungen sind, sondern dass das sein Geschäftsmodell beeinträchtigen kann. Er kommuniziert sympathisch und mit offenem Visier, durchaus ein Lehrstück für Krisenmanagement im Zusammenhang mit Blogs.

Doch Forster streut dabei Nebelbomben. Hier die Gegenüberstellung von Fakt und Fiktion:

Behauptung (u.a. hier und hier in den Kommentaren):

FON ist kostenlos, FON ist sicher! Wir wollen nicht Bezahl-Hotspots aufbauen, aber freies Internet für alle Teiler!

Tatsache: Fon versucht Gastronomen dazu zu bewegen, ihre Gratis-Hotspots in Bezahlhotspots umzuwandeln. Oder ist ein Hotspot, dessen Einlogseite (Screenshot von meinem Fon-Spot heute morgen) so aussieht, kein Bezahlhotspot?

Frontpage Fon-Hotspot

Natürlich gibt’s auf der Seite auch ein Login-Formular für “alle Teiler”, das sind die, die selbst einen Hotspot betreiben. Doch nur die surfen gratis. Im Übrigen stelle ich mir gerade vor, in einem ruhigen Wiener Kaffeehaus zu sitzen und mir ohne Headset einen “lustigen Clip” anzusehen, um an die 15min gratis zu kommen..

Behauptung (u.a. implizit im Mailing):

[Mit Fon kann man] verhindern, dass auf illegale Inhalte zugegriffen wird.

Tatsache: Das kann man nicht verhindern. Wird auf illegale Inhalte zugegriffen und der Anschluss-Besitzer in der Folge behördlich ermittelt, wird der Gastronom über den Internet-Provider kontaktiert, egal ob Fon oder offener Hotspot. Der Unterschied beginnt hier: Bei Nutzung von Fon kann die Behörde weiter ermitteln und den Täter über Fon identifizieren. Beim offenen Hotspot wird die Behörde an diesem Punkt wohl aufgeben müssen. Wohlgemerkt sind das alles recht theoretische Fälle, die mehr der Angstmacher-Strategie von Fon entspringen als der Realität. Wer wirklich kriminell aktiv werden will, holt sich beim Hofer eine anonyme UMTS-Prepaidkarte und setzt sich in einen einsamen Park.

Behauptung (hier in den Kommentaren):

Wenn Du einen offenen WLAN Hostpot hast können Externe über diesen u.U. auf dein Intranet – zB auf Deinen Drucker, evtl auch auf Deinen Rechner zugreifen!

Tatsache: Eine recht theoretische Bedrohung. Schon eine einfache Firewall, die wohl jeder PC im Internet mittlerweile hat, schützt vor Zugriffen, wenn auch nicht vor denen wirklich guter Hacker (vor denen schützt aber auch Fon nicht). Aber Fälle von “Hacker druckt auf Kaffeehausdrucker” oder “Hacker stiehlt Speisekartenvorlage” sind wohl eher unrealistisch. Panikmache.

Dann stellt Forster noch eine Frage:

Wie stellt ihr euch ein kostenloses WiFi Netz vor, dass gleichzeitig so sicher sein muss, dass euch selbst nichts durch den Missbrauch dritter passieren kann?

Antwort: Wir stellen uns kostenlose Kaffeehaushotspots genauso vor, wie sie sind: Kostenlos! Finger weg davon, Fon. Es ist kein Fall bekannt, wo einem Gastronomen mit Gratis-WLAN (von denen es in DE/AT/CH Tausende gibt!) je etwas durch den “Missbrauch Dritter” passiert wäre.


Dieser Artikel über Landing Pages im Werbeplanung-Blog erinnert mich daran, dass ich das bloggen wollte (ich habe mir vorgenommen, Ratschläge, um die ich gebeten werde, auch zu bloggen):

Vor ein paar Tagen erreicht mich auf der Schipiste der Anruf des Online-Chefs eines größen Markenartiklers, in seinem Team gebe es Meinungsunterschiede zur Gestaltung von Landing Pages für Onlinekampagnen zur Frage “Mit Navigation oder ohne, mit allgemeinen Website-Elementen oder ohne?”, er müsse eine Entscheidung treffen, wie ich das sehen würde.

Aus meiner Sicht gibt es zwei Faktoren, die die Gestaltung einer Landing Page bestimmen sollten:

Die Landing Page muss die Erwartungshaltung wiederspiegeln, das heißt vor allem auf die Kampagne selbst Bezug nehmen. Sie darf nicht, wie diese Negativbeispiele von H&M, Telering und One, auf Seiten zeigen, von denen der User sich erst zu den zur Kampagne gehörenden Seiten durchschlagen müsste. Sie muss aber auch auf andere mögliche Bedürfnisse Rücksicht nehmen, wie eben der Suche nach Kontaktmöglichkeit, Presseinfos oder einer anderen Produktreihe. In diesem Sinne würde ich auf die Navigation einer Website auf Landing Pages nicht ganz verzichten.

Wichtig ist dabei aber, das strategische Ziel zu verfolgen – und nur das. Das heißt auch, auf Sekundär- und Tertiärziele zu verzichten. Wenn du willst, dass der User Produkt A bestellt, wirb nicht in der Sidebar dafür, dass er sich für den Newsletter anmeldet, oder erzähl ihm nichts von Produkt B. Wenn er gezielt nach Newsletter oder B sucht, wird er eh über die Site-Navigation fündig (Nicht? Dann Website verbessern!).

Conversion Rate

Meine Antwort war also: Ja, Navigation ist ok, aber bitte kein mehrspaltiges Layout, sondern im Contentbereich nur eine Message, und zwar eine die mit dem Kampagneninhalt zu tun hat und die direkt zu einer “Action” führt, die ihr als strategisch wichtigen nächsten Schritt, den der User gehen soll, definiert habt. Ein “Call to Action”. Buchempfehlung: Call to Action – Secret Formulas to Improve Online Results.

Falls sich der Markenartikler selbst outen möchte, freuen wir uns alle über einen Kommentar mit Link zur Landing Page, die’s dann geworden ist! ;-)

(Drawing by Jay MacCormack – thanks!)

Mac? Niemals!

February 26, 2008  

Hat es Apple mit iTunes-DRM, überteuerten MacBooks und 2-Jahres-Knebelverträgen beim iPhone endgültig übertrieben? Ein Dialog zwischen dem Electrobabe und Axel in Facebook:

Sony vs Apple


Für einen Artikel über Marketing 2.0 (wunderbare Welt der 2.0-Buzzwords), der demnächst erscheinen wird (Update: siehe hier), habe ich mich wieder mal an einer Definition von “Web 2.0” versucht:

Web 2.0 (seltener auch: Social Media) ist ein missverständlicher Begriff, mit dem die einen das „Mitmach-Web“, andere einen neuen Börsenhype und wieder andere einfach den massiven Einsatz von Javascript meinen. Der Begriff wurde vom US-Verleger Tim O’Reilly geprägt und beschreibt eigentlich die Entwicklung des Internets vom Publikationsmedium zur Software-Plattform, unter Nutzung von Netzwerkeffekten durch große Benutzerzahlen („kollektive Intelligenz“). Aus dieser eher technischen Sicht ergibt sich ein komplett neues Netzverständnis, das von Offenheit und über organisatorische und technische Grenzen hinausgehender Kollaboration geprägt ist.

Dieser Paradigmenwechsel betrifft in der Folge fast alle Branchen – auch und besonders jene, die mit dem Begriff Web 2.0 wenig anzufangen wissen: Sei es die seit 200 Jahren bestehende Brockhaus-Enzyklopädie, die 2008 zum letzten Mal in gedruckter Form erscheinen wird, da ihr mit Wikipedia eine Web-2.0-Plattform in nur sieben Jahren den Rang abgelaufen hat – oder die kleine Pension im Wintersportort, deren Gäste ihre Buchungsentscheidung nicht mehr auf Empfehlung des Reisebüros, sondern auf Basis von Online-Berichten und Bewertungen anderer Kunden treffen.

Blog 2.0 by Hugh McLeod

Related: Kann “Mitmach-Web” einfach nicht mehr hören, Cartoon (cc) by Hugh McLeod.

Blog-Zensur am Küniglberg?

February 20, 2008  

Weil wir gerade bei Permalinks sind: Wo ist eigentlich Armin Wolfs hervorragendes Blog hinverschwunden? War der Wolf der Zensur am Küniglberg zu bissig? Ist bereits seit einer Woche offline.

Aus dem Google-Cache sein letzter Beitrag, bevor der auch von dort verschwindet:

Ich muss heute ein Geständnis machen …
Dass in der Innenpolitik seit Tagen Aufregung herrscht, weil der ÖVP-Abgeordnete Kukacka erklärt hatte, es wäre “ein Kriegsfall” für die Koalition, wenn die SPÖ einem U-Ausschuss zu den Haider-Vorwürfen zustimmt – das ist meine Schuld. Ausschließlich meine.

Ich weiß das, weil es mir ÖVP-Klubobmann Wolfgang Schüssel am Freitag im ZiB 2-Studio nachgewiesen hat:

Wolf: “Ihr Abgeordneter Kukacka hat vorgestern hier im Studio gesagt, das wäre ein Kriegsfall. Was ist denn ein Kriegsfall? Wär das das Ende der Koalition?

Wolfgang Schüssel: “Herr Wolf, Sie sind natürlich ein sehr intelligenter Frager. Ich habe das Interview nämlich gesehen, das Sie gemacht haben mit dem Doktor Kukacka. Das haben Sie ihm in die Frage hineingelegt, das ist, das ist ein Kriegsgrund.”

Wolf: “Ich habe gefragt: Das wäre ein Kriegsfall? Er hat gesagt: Ja, das wäre ein Kriegsfall.”

Schüssel: “Sie haben in Ihrer Frage das Wort Kriegsgrund hineingebracht. Das finde ich eigentlich bemerkenswert von einem Moderator, dass er eine kriegerische Sprache in ein solches Interview hineinbringt. Das ist nicht meine Sprache, Herr Wolf.”

Wolf: “Herr, Doktor Schüssel …”

Schüssel: “Das ist nicht meine Sprache. Wir führen keine Kriege …”

Wolf: “Herr Doktor Schüssel, Ihr Abgeordneter Kukacka hat wörtlich hier im Studio gesagt …”

Schüssel: “Lassen Sie mich ausreden …”

Wolf: “… das wäre ein Kriegsfall.”

Schüssel: “Ja, auf Ihre Frage. Ich führe diese Sprache nicht im Mund.”

Wolf: “Es hat ihn ja niemand dazu gezwungen, diese Antwort gegeben, Herr Doktor Schüssel.”

Schüssel: “Es hat Sie auch niemand gezwungen, eine solche Frage zu stellen.”

Wolf: “Ja, eh nicht.”

Schüssel: “Ich rede nicht von Kriegen. Wir sind in einer Koalition und wir wollen eigentlich für Österreich arbeiten.” (…)

Seither mache ich mir Sorgen um Österreichs Politiker. Jetzt stellen wir uns mal vor, ich hätte Wolfgang Schüssel gefragt: “Sie treten als Klubobmann zurück?” Er hätte praktisch keine andere Möglichkeit gehabt, als zu antworten: “Ja, ich trete zurück”. Oder ich würde Herrn Platter fragen: “Frau Zogaj darf also bleiben?” Er könnte nicht anders: “Ja, Frau Zogaj darf bleiben”.

Und seither frage ich mich auch: Funktioniert das nur bei ÖVP-Politikern oder bei allen? Ich muss das weiter probieren …

Er meinte natürlich die Haidinger-Vorwürfe, nicht die Haider-Vorwürfe. Via Maschi.

Update: Eine Quelle aus dem ORF-Umfeld hat mir zwar bestätigt, dass Politik im Spiel gewesen sei, aber nur zwischen ZIB-Crew und ORF ON. Und dass der eigentliche Grund sei, dass es sich aufgrund der geringen Zugriffe nicht auszahle, das Blog zu führen.

Bloggen ist am Anfang ein einsames Hobby, da muss man halt durch, Herr Wolf. Ich kann auch verstehen, dass das in den Tiefen der ORF-Website wenig Spaß macht und man hat verabsäumt, auf politikblogs.at zu aggregieren oder sonst irgendwie die Werbetrommel zu rühren. Da wäre ich an der Stelle der ZIB-Crew auch sauer. Das ist aber alles kein Grund, die alten Beiträge zu löschen. Da muss ich gleich wieder motzen.

Update 2: Der Wolf bloggt wieder (leider immer noch ohne Kommentarfunktion):

Vor zwei Wochen haben wir das Moderatoren-Tagebuch der ZiB 2 eingestellt. Vor allem auf meinen Wunsch. Wir hatten eine Zugriffsstatistik von unseren ORFon-Kollegen bekommen – und 350 Leser pro Tag schien uns doch ziemlich wenig für den zeitlichen Aufwand. Vor allem, da Marie-Claire Zimmermann und ich in der Regel erst nach der Sendung dazu kommen, nach einem ohnehin langen Tag. Erstaunlich – und natürlich erfreulich – war dann, dass offenbar fast jeder der regelmäßigen Leser persönlich bei uns protestiert hat.

Der Aufschrei hat also geholfen.

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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