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Die Top-10-Erfolgsfaktoren von Social Media

Die Österreich Werbung gibt anlässlich der Tourismuskonferenz ENTER 2008 den “Social Web Wegweiser für den österreichischen Tourismus” heraus. Martin Schobert hat mich eingeladen, darin meine Einschätzung der Top-10-Erfolgsfaktoren für Social Software zu veröffentlichen. Voilà:

  1. Nische. Haben Sie keine Scheu, ihre Zielgruppe eng zu definieren. Versuchen Sie nicht zum nächsten Facebook, Google oder Ebay zu werden.
  2. Vom Kunden/User rückwärts arbeiten. Alle Funktionen und auch der Business Case müssen aus klar definierten Bedürfnissen abgeleitet werden. Wenn das nicht geht – lassen Sie’s.
  3. Reduktion. Verwerfen Sie die Hälfte Ihrer Feature-Ideen und streichen Sie vom Rest 50% weg. Verwenden Sie maximal 2-spaltiges Layout – um aus Platzmangel gar nicht in Versuchung zu kommen, zu viele Funktionen einzubauen.
  4. Offenheit. Offene Datenstrukturen (Stichworte: RSS, API, Datenexport), offene Kommunikation (Stichwort: Blog), offene Funktionen (ist Log-In-Pflicht wirklich nötig?).
  5. Klarheit. Wenn ein neuer User nicht in 2 Sekunden weiß, was die Website macht, haben Sie ein Problem. Ihre Website sollte nur wenig tun – aber das gut.
  6. Eat your own dog food. Bauen Sie Dienste, die sie selbst gerne nutzen würden, aber nirgendwo finden konnten.
  7. Release early, release often. Gehen Sie schnell und schlank online und lernen Sie aus der Art, wie Ihr Dienst verwendet wird. Haben Sie keine Scheu, Ihre Pläne der Wirklichkeit anzupassen. Werfen Sie über Bord, was sich nicht bewährt.
  8. Wording. Die sorgsame Wahl jedes Wortes, jeder Button-Beschriftung Ihres Dienstes hat hundert Mal mehr Effekt als die dreizehnte Funktion von links, an denen Ihre Agentur seit zwei Wochen bastelt.
  9. Teil des Webs sein. Denken Sie über Ihre Website hinaus, entwickeln Sie für das ganze Web, für Blogs, für Google, für RSS-Reader, etc. Seien Sie nicht einfach nur online, sondern Teil des Webs. Und stellen Sie sicher, dass Ihre Inhalte verlinkt werden können – auf ewig.
  10. Cluetrain. Wenn Sie die 95 Thesen des Cluetrain-Manifests noch nicht gelesen haben – tun Sie’s.

Dazu durfte ich noch eine Case-Study zu Bikemap als erfolgreiche Travel-2.0-Plattform verfassen. Und Ed hat eine praktische Anleitung für Reputation-Management geschrieben, die ebenfalls im Wegweiser erscheinen wird.

16 replies on “Die Top-10-Erfolgsfaktoren von Social Media”

Sehr schön, du bringst das wesentliche auf den Punkt – genauer auf 10 Punkte :-). Was ich noch vermisse ist eine explizite Aussage zum Thema Werbung auf Websites. Mir ist klar, dass dies ein heikles Thema ist. Die meisten Websites finanzieren sich heute grossteils über Werbung, beobachtet man aber das eine wirklich erfolgreiche Prozent sieht man das Werbung dort entweder sehr sparsam (Facebook, Youtube,…) oder aber unaufdringlich bis nützlich (Google, tomshardware,…) eingesetzt wird. Zu viel Werbung zerstört die Authentizität einer Site und schädigt so das Vertrauen der User in eine Website.

@axel: ich würde sogar noch weiter gehen, nämlich: never put ads onto a page you’re trying to sell something on. wenn aber die werbung selbst das produkt ist, dann bin ich ganz bei dir: vor allem nützlich sollte sie sein.

Uneingeschränkte Zustimmung.
Am wichtigsten finde ich allerdings Punkt 2, mit dem steht und fällt alles. Sonst kommen die typischen “wir machen jetzt auch auf Web 2.0” – Unfälle heraus …

Andererseits: Es gibt auch Services die derart offen sind dass sie sich mit der Zeit in eine völlig andere Richtung entwickeln. Dazu ist aber wie gesagt völlige Offenheit nötig, was bei vielen Projekten nicht möglich ist.

Ich finde es am wichtigsten, dass man sich überlegt. Ob der Dienst sinnvoll ist und ob man ihn wirklich braucht. Wieviele Projekte sind in der letzten Zeit aus dem Boden gestampft worden, die einfach überflüssig sind.

Typische WEB 2.0 Umfall ist doch der ÖSterreich Touristik schonpassiert oder – haben die den nicht schon ein WEB 2.0 Projekt – Problem ist immer wieder das Unternehmen nicht kapieren um was es geht die hären ein BUZZ Wort und Springen auf und zb am aller Lustigsten auf der Wiener Uni (Bekannte von mir) reden schon von WEB 3.0 – ich meine ich finde es total interessant besonders wie der Tourismus (eigentlich eine der am konservativsten Branchen in ÖSterreich) plötzlich versucht auf innovativ zu machen – naja ich bin mal gespannt was da rauskommt weil zb im Thema Bike gibts einige sehr gute Ansätze in Deutschland von Privaten Leuten – Web 2.0 besteht halt nicht nur darin das User WErbung untergejubelt bekommen als Content :)

@InnovateOrDie: Meinst du coolaustria? Naja, die haben halt was versucht, was nicht funktioniert hat – besser als nicht versuchen. “Web 3.0” hat übrigens schon eine Bedeutung – es wird als Synonym für das Semantic Web verwendet. Welchen Bike-Ansatz in Deutschland meinst du?

Hallo Helge,

Merci nochmals für deinen Beitrag in “Travel 2.0 in Österreich”. Wir haben durch deinem Input und den der anderen 6 web 2.0-Profis ein praxisnahen Wegweiser erstellt der das Potential hat österr. Touristikern tatsächlich Orientierung über mögliche Aktivitäten im Social Web zu geben.

Der ganze social web wegweiser ist hier zum herunterladen. Ãœbrigens ist dies ein weiteres Social Web Experiment der ÖW: Wissensvermittlung an Touristiker via B2B-Weblog. Bin gespannt, ob ich mich in einem Jahr auch über 80.000 Uniques wie beim Kulinarisch Reisen Blog freuen kann :-) …

Und @InnovateOrDie – wenn man nicht selbst Teil des social webs ist und ausprobiert kann man auch nichts lernen, oder?

Coolaustria ist nur einer von mehreren Geh-Versuchen der Österreich Werbung im neuen Web. Ein paar andere Erfolgsstories im web 2.0 aus unseren Offices stehen zum Nachlesen im Travel 2.0 Wegweiser …

Die Punkte gelten ja nicht nur für Touristik, sondern generell. Wichtig finde ich vor allem “eat your own dog food”, was man auch einfach unter dem Stichwort “usability” zusammenfassen kann. Wer sich viel im Internet bewegt, weiss das zu schätzen.

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