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Magritte Ceci n’est pas une pipe

Die Geschäftsführerin der APA-Tochter Tourismuspresse erzählte mir heute, dass sie es spannend fände, touristische Presseaussendungen auch kartenbasiert darzustellen.

Da dachte ich mir, gute Gelegenheit, mal mit Yahoo Pipes zu spielen – und siehe da, ein kleines Mashup, das den RSS-Feed der Tourismuspresse mit der Hilfe von Geonames.org in einen GeoRSS-Feed umwandelt (= geografische Begriffe extrahiert und sie georeferenziert) und diesen dann auf einer Yahoo Map darstellt, war in wenigen Minuten gebastelt: GeoTourismuspresse.

Screenshot:

Screenshot Tourismuspresse Pipes

Pipes ist wirklich cool.


Stephan Bruckner, der letzten Juni einen wirklich guten Beitrag über das Barcamp gedreht hat, hat mich kürzlich gebeten, eine Petition gegen die Abschaffung der Sendung Metro am Wiener Stadtfernsehen Puls TV zu promoten. (Puls TV wird verpro7nisiert und ging eben als viertes österreichweites Vollprogramm on air.) Ich hab abgelehnt, ich besitze ja nicht mal einen Fernseher.

Die letzte, nicht ganz nüchterne Sendung von Metro ist aber doch sehens- und hörenswert (“Kane Sau kennt si aus bei so ana Mod”):

(Video auf Youtube)


Der Grazer Verein Wirdorange hat vor kurzem still und leise das Projekt Orwell.at ins Leben gerufen, das ich nicht nur wegen meiner bekannten Vorliebe für Geo-Apps schätze, sondern vor allem weil es auf den schleichenden Einzug privater und staatlicher Überwachungskameras in unseren Alltag aufmerksam macht.

Orwell.at ruft dazu auf, Videokameras im öffentlichen Raum auf einer Google-Karte zu dokumentieren. Außer in Graz ist die Erfassungsdichte erst recht mäßig, das sollte sich doch ändern lassen, oder? Also bitte mit offenen Augen durch die Stadt gehen, Standorte merken und dann auf Orwell.at eintragen!

Screenshot Orwell.at

Mir fällt auf, dass es in Österreich viele Initiativen gibt, die sich des Themas Überwachungsstaat annehmen, die aber wenig vernetzt zu sein scheinen: Die ARGE Daten, der Verein Quintessenz (der auch die Big Brother Awards organisiert), Orwell.at, die Grünen mit ihrer Petition und mit Platterwatch, der Demokratische Salon (der jetzt leider in Richtung direkte Demokratie abdriftet) und die Online-Demo. Gemeinsame Aktionen könnten hier ein Vielfaches an Aufmerksamkeit generieren.

Update: In dem Zusammenhang ist Nino Leitners “Every Step you Take” sehenswert, in dem auch die Aktion der Quintessenz vorkommt, die eine Überwachungskamera am Wiener Schwedenplatz gehacked haben und dabei draufkamen, dass die Polizisten diese benutzten, um Anwohner bzw. -innen in deren Wohnungen zu bespechteln:


Wieder ein Interview: Roland Kissling, der am Barcamp über seine spannenden Erfahrungen als Arbeitsnomade in der Wüste des Sinai berichtete – siehe “Arbeiten am Meer“, stellte mir für die Computerwelt ein paar Fragen zur Online-Demo, zum Barcamp und zum Bloggen im Allgemeinen.

Logo Computerwelt

Hier der Volltext, mit Verlinkungen:

CW: Wie lange bloggst Du schon?

Fahrnberger: Meine ersten Beiträge stammen aus dem Jahr 1999. Damals kannte ich das Wort „bloggen“ noch gar nicht. Alles begann mit einer Auto-Überstellung von Wien nach Ouagadougou [Anm.: Hauptstadt von Burkina Faso], für die ich per Satellitentelefon einen Reisebericht für einen Sponsor geschrieben habe. Regelmäßig blogge ich seit 2003.

Was machst Du beruflich?

Ich bin freier Berater für Produktentwicklung von Social Software, also „sozialen“ Webapplikationen. Ich wünschte ich hätte eine normalen Beruf wie Arzt oder Feuerwehrmann – dann könnte ich meinen Job mit einem Wort beschreiben.

Wo kommt die Leidenschaft fürs Bloggen her?

Mein Blog war ursprünglich so etwas wie eine persönliche Notizensammlung. Mit der Zeit kamen dann immer mehr Leser dazu. Es begann ein Dialog. Und das ist das eigentlich spannende daran. Ich blogge sowohl über private als auch berufliche Themen. Das Blog ist mittlerweile ein auch in beruflicher Hinsicht sehr gutes Kommunikationsinstrument geworden – mehr als ich das mit einem statischen Webauftritt hätte erreichen können. Ich erhalte immer wieder Kooperationsanfragen oder Aufträge von Leuten, die über mein Blog auf mich aufmerksam wurden.

Wie beurteilst Du die österreichische Blogger-Szene?

In Österreich sind Blogger noch eine gering vertretene Spezies – wobei sich in den letzten Jahren viel getan hat. Ich persönlich habe früher hauptsächlich auf Englisch gebloggt, weil es kaum deutschsprachige Leser gab. Das ist mittlerweile anders. In Österreich gibt es zwar nur wenige Fälle, wo durch Blogs so richtig große Stories aufgekommen sind. Aber viele Blogleser sind Multiplikatoren, ZB Journalisten und andere Meinungsführer. Blogger wie Christoph Chorherr, Peter Pilz oder Hans Peter Lehofer [Anm.: Richter am Verwaltungsgerichtshof] ZB haben mit ihren Blogs schon einige Male Themen in klassischen Medien platziert. In Summe lässt sich sagen, dass die österreichische Blogosphäre stark im Wachsen begriffen ist.

Wirklich? Ist der Blog-Hype nicht schon wieder am abklingen?

Der große Hype um den Begriff ist mittlerweile vorbei. Der Grund aber, warum Blogs nicht verschwinden werden ist der, dass es Bloggen in irgendeiner Form schon immer gegeben hat. Es ist Mundpropaganda mit besseren technischen Mitteln – und damit ein Grundbedürfnis der Menschen: Sich mitzuteilen und zu kommunizieren.

Du hast über deinen Blog auch eine Kampagne gestartet, die sich gegen überwachungsstaatliche Maßnahmen richtet. Wie kam es dazu?

Im Dezember wurde bekanntlich in einer Nacht- und Nebelaktion das neue Sicherheitspolizeigesetz beschlossen, das der Polizei nicht nur weit reichende Kompetenzen einräumt, sondern auch die Gewaltentrennung zwischen Exekutive und Judikative aufhebt, indem es die richterliche Genehmigungspflicht abschafft. Der Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Karl Korinek, meinte in diesem Zusammenhang einmal, er hätte den Eindruck, die Bürger würden ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger von der Stasi. Dagegen wollen wir protestieren.

Wie ging’s weiter?

Ich habe daraufhin auf meinem Weblog eine Grafik eingebunden, die Innenminister Platter mit der Bild-Unterschrift Metternich 2.0 zeigt und alle Besucher dazu aufruft, die parlamentarische Petition auf www.ueberwachungsstaat.at zu unterschreiben. Mittlerweile haben den Aufruf 174 Websites übernommen, von kleinen Websites bis hin zum Weblog der Kabarettgruppe Maschek. Mittlerweile wurden – natürlich nicht nur durch die Online-Demo – über 21.000 Unterschriften für die Petition gesammelt.

Du bist auch Mitorganisator des ersten Barcamps im deutschsprachigen Raum gewesen. Was ist das genau?

Barcamps sind sogenannte Un-Konferenzen, siehe www.barcamp.at. Dort treffen sich Menschen aus der Internetbranche, um einen oder zwei Tage lang über technische und gesellschaftliche Entwicklungen zu sprechen. Un-Konferenz bedeutet, dass das Programm an Vorträgen erst in der ersten halben Stunde organisiert wird – von den Teilnehmern selbst. Jeder Teilnehmer ist auch zugleich aufgerufen, selbst einen Vortrag zu halten oder eine Diskussionsrunde zu moderieren. Erst letzten Samstag fand das jüngste Wiener Barcamp statt – mit über 80 Teilnehmern.

Und wie kam es dazu?

Das erste Barcamp fand 2005 auf Initiative von ein paar Bloggern im Silicon Valley statt. Der österreichische Blogger Michael Schuster und ich haben daraufhin beschlossen, das auch in Wien zu machen. Und wir waren auch nicht die einzigen, denn mittlerweile gibt es Barcamps weltweit in hunderten Städten. In Österreich finden sie mehrmals im Jahr in Wien, Klagenfurt, Salzburg und Graz statt. Ende Mai 2008 gibt es in Graz mit dem Politcamp sogar erstmals ein themenspezifisches Barcamp. Dort wird über die neuen partizipatorischen Möglichkeiten gesprochen, die das Internet dem Stimmvolk bietet.

Danke für das Interview.


Der Unternehmensberater Erich Kolenaty informierte mich kürzlich euphorisch über seine neue Website. Darauf ich:

Hallo Erich, das ist ja alles ganz nett – aber warum bloggst du nicht?

Wieder er:

Mhm, bloggen. Wie geht das und was muss ich da tun?

Also ich:

Hier ein paar Links:
Blogs – Wissen verschenken für Neugeschäft
Bloggen ist gut fürs Geschäft
Beginner’s Guide to Business Blogging
9 Lessons for Would-Be-Bloggers

Ein Blog zb. unter blog.transformation.at kannst du dir zb. hier einrichten: wordpress.com, business.twoday.net.

Ich weiß, er hatte eigentlich nur nach dem Wie und nicht nach dem Warum gefragt (Erich ist ein alter Kommunikationsprofi, der weiß schon selbst warum). Aber irgendwie waren die Links zum Warum in meiner Linksammlung leichter zu finden als Anleitungen zum Wie ;-)


Der alte Datenminer Virgil Griffth (siehe Wikiscanner) hat sich die Bücherlisten von US-Studenten aus dem Facebook gesaugt (unter großzügiger Auslegung deren AGBs) und mit den SAT-Scores ihrer Universitäten abgeglichen.

Rausgekommen ist Books that make you dumb – und auch der Beweis, dass die Bibel einer der dümmsten aller Bestseller ist. Am anderen Ende der Skala: Freakonomics, Schuld und Sühne, Hundert Jahre Einsamkeit und – Lolita.

(via O’Reilly Radar)


Morgen Samstag trifft sich die Wiener Social-Software-Szene wieder mal (schön, wenn Dinge zur Institution werden!) zum Campen im WerkzeugH:

BarCamp Wien

Danke an SystemOne, FatFoogoo, Cisco, Toursprung und Ritchie für das Sponsoring von Speis, Trank und T-Shirts, sowie an Knallgrau und Freewave für Sachspenden! Und natürlich an Smi, Michael und Wolfgang für die Organisation!


Logo Chilli.cc

Noch ein Interview: Viele bloggen ohne es zu wissen – und ein Artikel zur Online-Demo:
Eselsohren gegen den Überwachungsstaat.

Beides von Daniel Messner, der auch die wunderbare Medienschelte mitinitiiert hat.


In der heutigen Ausgabe der Kleinen Zeitung erscheint ein Interview, das Georg Holzer mit mir geführt hat:

Interview Kleine Zeitung

Hier die ungekürzte Fassung:

Was ist so schlimm am Sicherheitspolizei-Gesetz? Warum sprechen alle vom Überwachungsstaat?

Das neue Sicherheitspolizeigesetz ist ein einzigartiger Tabubruch, denn es verletzt das verfassungsmäßige Fernmeldegeheimnis, indem es der Exekutive die Möglichkeit gibt, Verbindungsdaten von Gesprächen oder Emails ohne richterliche Kontrolle einzuholen. Die ersten Wochen des Jahres zeigen, dass die Zahl der entsprechenden Anfragen explodiert ist. Der Staat überwacht seine Bürger. Dazu kommen neue technische Möglichkeiten wie staatliche Spionagesoftware, den sogenannten Bundestrojaner, der es Behörden ermöglicht, die Festplatten von Internetbenutzern auszuspionieren.

Wo liegen da die Gefahren?

Indem die Gewaltenteilung zwischen Exekutive und Judikative aufgehoben wurde, steht Missbrauch Tür und Tor offen. Niemand kann mehr sicher sein, dass Überwachungstechnologien wie der Bundestrojaner nur gegen Schwerkriminelle eingesetzt werden – und nicht etwa gegen kritische Journalisten oder Künstler oder einfach den nervigen Nachbarn. Wo Missbrauch möglich ist, findet er auch statt – das zeigen dutzende Fälle wie der Erpressungsskandal durch Geheimdienstmitarbeiter in Mailand oder der deutsche Nachrichtendienstler, der seiner untreuen Ehefrau nachspionierte.

Was sind die Argumente der Gegenseite?

Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten. Doch wir alle haben etwas zu verbergen: Unsere Privatsphäre und unsere Beziehungen. Man arbeitet, ganz im Stil George Bushs, mit Angst. Angst vor Terror, Angst vor Kriminalität. Dabei ist Österreich sicher wie nie zuvor. Niemand käme auf die Idee, private Autofahrten zu verbieten, trotz tausender Verkehrstoter. So wie hier Mobilität über Sicherheit gestellt wird, sollten wir die Privatsphäre des Einzelnen nicht am Altar der Angst opfern.

Wo bekommt man mehr Informationen her?

Die Websites ueberwachungsstaat.at und demokratischersalon.at bieten einen guten Einstieg in das Thema.

PS. Aktueller Stand der Onlinedemo: 161 Websites!


Peter war vor über einem Jahr so von Henryk Broders “Hurra wir kapitulieren” begeistert, dass er 10 Exemplare an Blogleser verschenkt hat. Ich war einer davon.

Ich wollte die andere Seite verstehen. Was soll ich sagen. Ein durchaus interessantes Buch.. ich hab’s gehasst. Mir Notizen gemacht, um eine Antwort zu schreiben, die Broders Polemik in Witz und Bandbreite gerecht wird. Woran ich natürlich gescheitert bin.

Mein Held und Retter ist Hagen Rether, der mir in seinem Jahresrückblick 2007 in der ARD die Antwort abnimmt:

(Video auf Youtube, via Tom Schaffer)

Ein paar Zitate:

Der Henryk M. Broder, der hat sogar schon kapituliert. Ja vor wem denn? Vor seiner türkischen Putzfrau? Vor seinem indischen Hausarzt?

Wir haben den Moslem so fest im Würgegriff, dass wir gar nicht merken, wie der Schäuble uns hinten das Grundgesetz aus der Tasche fingert.

Ehrenmord? Ehrenmord gibt’s bei uns ewig schon, immer haben wir Ehrenmorde, das heißt bei uns bloß anders: Familiendrama heißt das. Und das gibt’s bei uns an Weihnachten. Doppelt.

Wie gings eigentlich den anderen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 bloggenden und den hier mitlesenden Buchempfängern bei der Lektüre?

Ah ja, Peter, wie gings dir mit dem Gegengeschenk, Tariq Alis “Fundamentalismus im Kampf um die Weltordnung“?

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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