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Barack Obama for Bundeskanzler

November 14, 2007  

<Update 27. Nov:> Ins gleiche Horn stößt ein spannender Artikel im Guardian: “Public sector information worth billions“, der vorrechnet, dass die Daten öffentlicher Intitutionen allein in UK hunderte Milliarden Pfund wert sein könnten – so man sie der Öffentlichkeit (und damit auch der Wirtschaft) frei zur Verfügung stellt. Sogar die Einrichtung eines eigenen Ministeriums für “Public Sector Information” wird diskutiert. (via O’Reilly Radar.) </Update>

Interessantes findet sich unter der Überschrift “Open Up Government to its Citizens” im neuen Technologie-Wahlprogramm (via Techcrunch) des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama:

Giving the American public an opportunity to review and comment on the White House website for five days before signing any non-emergency legislation.

Werden Gesetzesentwürfe in den USA vor Abstimmung nicht veröffentlicht? Bei uns stehen die soweit ich weiß meist schon Monate davor auf der Parlamentswebsite. Was aber unsere Gesellschaft nachhaltig verändern könnte, ist eine öffentliche Diskussion von Entwürfen in parlamentarischen Blogs oder Wikis. Die Grünen haben mit Neuverhandeln.at bereits getestet, wie das funktionieren könnte. Partizipative Demokratie statt Dichandokratie.

Obama for Bundeskanzler

Obama weiter:

Making government data available online in universally accessible formats to allow citizens to make use of that data to comment, derive value, and take action in their own communities. Greater access to environmental data, for example, will help citizens learn about pollution in their communities, provide information about local conditions back to government and empower people to protect themselves.

Schon bislang war in den USA Usus, dass alle von öffentlichen Einrichtungen produzierten Inhalte unter einer offenen Lizenz (“Public Domain”) veröffentlicht wurden. Bei uns ist das für gewöhnlich Ermessenssache der Behörde, und die Beamtenschaft macht auch oft nicht den Eindruck, als würde sie sich diesbezüglich der Öffentlichkeit verpflichtet fühlen. Was Obama, so wie ich das verstehe, fordert, ist eine “Public API”, eine Schnittstelle, über die die Öffentlichkeit Daten beziehen könnte – und zwar in standardisierten Formaten wie XML und in Echtzeit. Man stelle sich vor: (Anonymisierte) Daten aller Standesämter als RSS-Feed! Oder die der Spitäler! Krankenkassen! Polizeidienststellen! Stadtgärtnereien! Schulen! Der gläserne Staat würde Wirklichkeit – und Mashups ohne Ende.

Auch der Rest von Obamas Programm ist spannend (Stichworte: Datenschutz, Net Neutrality, $160 Mrd. für “Clean Energy”, Patent-Reform, Reform der Mobilfunklizenzvergabe) aber leider relativ unverbindlich. Trotzdem: Ein ähnlich progressives und modernes Wahlprogramm sucht man hierzulande vergeblich.


Der Ruck an Veränderung, den Facebooks F8-Applikationsplattform durch die schöne neue Welt der Social Networks gehen ließ, erinnert mich auf den ersten Blick an den den PageRank am Suchmaschinenmarkt, Amazons Recommendation Engine in der Welt des E-Commerce oder AdWords am Werbemarkt verursacht haben. Seit der Ankündigung von F8 im Mai ist Facebook von Platz 18 auf Platz 8 der trafficstärksten Websites der Welt aufgestiegen.

Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob Facebook dem Naturgesetz des Hype-Zyklus entgehen kann, dem Social Networks und Online-Communities zu unterliegen scheinen: Zuerst war Friendster hip, dann MySpace, jetzt Facebook und morgen irgendwas anderes. (Als nächstes werden wir voraussichtlich eine Abwanderung deutscher User von StudiVZ zu Facebook sehen.) Die Welt in Social Networks dreht sich um den Aufbau des Freundesnetzwerkes, das macht am Anfang Spaß und wird irgendwann langweilig – auf zur nächsten Party. Die Öffnung Facebooks durch F8 hat auf einen Schlag die Kreativität von zehntausenden Developern freigesetzt, die jetzt unbezahlt für Facebook Funktionen entwicklen – damit lässt sich der Zenith des Hype-Zyklus hinauszögern. (Natürlich gibt es noch 10 weitere gute Gründe für den Erfolg von Facebook.)

Aber ob das auf Dauer reicht? Um die Ecke schielt jedenfalls Googles OpenSocial-Standard, der nicht nur MySpace, Hi5, Xing, etc. für Applikationsentwickler öffnet, sondern auch umgekehrt Plattformen die Möglichkeit bietet, sich selbst dem enstehenden Ökosystem zu öffnen. (Was wir bei Bikemap früher oder später auch machen werden.) Facebook wird möglicherweise nichts anderes überbleiben, als OpenSocial bald ebenfalls zu unterstützen. Für das tradtionellerweise technisch schwachbrüstige StudiVZ bedeutet OpenSocial die Chance, F8 irgendetwas entgegenzusetzen – würde mich wundern, wenn man bei StudiVZ daran noch nicht arbeitet. Mehr zu OpenSocial bei Marc Andreessen (via Heinz).

Wirklich offen sind beide Standards nicht. Erst wenn User die Möglichkeit erhalten, ihre Daten und vor allem ihre Freunde (ihren “Social Graph”) zu exportieren, kann man Social Networks als offen bezeichnen. (Von wegen Offenheit – bei Facebook kann man ja nicht einmal Mails anderer User außerhalb der Plattform konsumieren..)

Noch sind die meisten Facebook-Applikationen mühsam, unübersichtlich und unklar. Brauch’ ich wirklich zwei dutzend Poke-Klone, mit deren Hilfe ich meine Freunde mit Vampir/Werwolf/Zombie-Infektionen, heißen Kartoffeln, Küssen, Headbutts und Wasauchimmer bewerfen kann? Ganz abgesehen davon, dass es kaum ein Applikationsentwickler schafft, mich vor Installation über den Nutzen und vor allem die Privacy-Auswirkungen der Applikation aufzuklären. Aber das sind vermutlich alles Kinderkrankheiten.

Facebook-Requests

Fazit: Echte Nachhaltigkeit werden nur solche Applikationen beisteuern, die es schaffen, im sozialen Netzwerk Sub-Communities zu etablieren, die um ein Objekt gebaut sind. Denn objekt-zentrierte soziale Dienste wie Flickr (Objekt = Foto), Youtube (Video), Del.icio.us (Bookmark) oder auch Bikemap (Radroute) sind Hype-Zyklen weniger stark ausgesetzt. Auch wenn der User gehen sollte, seine Inhalte bleiben meist zurück – und interessant und nützlich für andere/neue User. Zweitens: An radikaler Offenheit kommen wir auf Dauer alle nicht vorbei.

Übrigens lustig zu sehen, dass sich auch lokale Medientycoons wie Eugen “We reach more users than Google” Russ auf Facebook tummeln:

E. Russ

Claudia hat nen Schäferhund

November 11, 2007  

Spießer Alfons von Horizont.net entrüstet sich über eine aktuelle Kampagne von Jung von Matt für das “Lifestylemagazin Deutsch“:

deutsch ad

Entsprechend heiß her geht’s in der anschließenden Diskussion in Alfons’ Blog, ebenso wie bei den Machern selbst, die sich sinngemäß mit “Ein Schelm wer Böses denkt” aus der schlüpfrigen Affäre ziehen. ‘Die Beste Band der Welt’ wusste schon 1987: Claudia hat nen Schäferhund.

Geplante Provokationen funktionieren offenbar wie eh und je, nur die zu überschreitende Toleranzgrenze hat sich deutlich verschoben – man erinnere sich an die Aufregung über die aus heutiger Sicht geradezu klösterlichen Palmers-Plakate in den 80ern.

Von Astro- und Theologen

November 8, 2007  

Wieder der ORF:

Ein Astrologiekurs am WIFI, der morgen startet, sorgt bei Astronomen für Empörung. Astrologie sei seit 400 Jahren eine Pseudowissenschaft, weshalb es eine “Ausbildung zum Astrologen” an einer solchen Bildungseinrichtung nicht geben dürfe.

Könnten wir dann bitte auch gleich Theologie von den Universitäten in die esoterischen Abteilungen der Volkshochschulen verlegen?

schaf

Mein Migrationshintergrund

November 8, 2007  

16% der Österreicher und 31% der Wiener haben einen Migrationshintergrund, berichtet der ORF. Ob die mich da mitgezählt haben? Meine Großmütter hießen Kratochwill und Kaluscha, eine Urgroßmutter Havlicek.

Was ist euer Migrationshintergrund?

Web2.0-Expo, erspart

November 7, 2007  

Mariann Unterluggauer motzt in der Futurezone über die Berliner Web2.0-Expo ebenso wortreich wie Smi knapp – ich bin jedenfalls froh, dass ich mir die Veranstaltung erspart habe. Eine Konferenz in Old-School-Frontalmanier ist halt so gar nicht partizipativ und webzweinullig. Eat your own dog food!

Mal schauen, welche Ösis noch dort sind.. Karin, Dieter, Flo – wie findet ihr’s?

Digitalks über Wikis

November 6, 2007  

Für Kurzentschlossene: Olaf Nitz und ich werden heute abend im Rahmen der Initiative Digitalks etwas über Wikis, Wikipedia und Wikis in Intranets erzählen. Zielgruppe: Einsteiger und solche die es werden wollen. 19h Museumsquartier/QDK.

Digitalks/Wikis


Mein Uralt-Freund und Studienkollege Enrique Bedoya hat ein neues Filmfestival in Wien auf die Beine gestellt, das morgen beginnt und bis Sonntag dauert: Das I. Mittelamerikanische Filmfestival 2007.

Mittelamerikanisches Filmfestival

Werde mir den einen oder anderen Film ansehen, nos vemos allí. (Sorry übrigens für die längere Blogpause, ich gelobe Besserung.)

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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