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<Update 27. Nov:> Ins gleiche Horn stößt ein spannender Artikel im Guardian: “Public sector information worth billions“, der vorrechnet, dass die Daten öffentlicher Intitutionen allein in UK hunderte Milliarden Pfund wert sein könnten – so man sie der Öffentlichkeit (und damit auch der Wirtschaft) frei zur Verfügung stellt. Sogar die Einrichtung eines eigenen Ministeriums für “Public Sector Information” wird diskutiert. (via O’Reilly Radar.) </Update>

Interessantes findet sich unter der Überschrift “Open Up Government to its Citizens” im neuen Technologie-Wahlprogramm (via Techcrunch) des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama:

Giving the American public an opportunity to review and comment on the White House website for five days before signing any non-emergency legislation.

Werden Gesetzesentwürfe in den USA vor Abstimmung nicht veröffentlicht? Bei uns stehen die soweit ich weiß meist schon Monate davor auf der Parlamentswebsite. Was aber unsere Gesellschaft nachhaltig verändern könnte, ist eine öffentliche Diskussion von Entwürfen in parlamentarischen Blogs oder Wikis. Die Grünen haben mit Neuverhandeln.at bereits getestet, wie das funktionieren könnte. Partizipative Demokratie statt Dichandokratie.

Obama for Bundeskanzler

Obama weiter:

Making government data available online in universally accessible formats to allow citizens to make use of that data to comment, derive value, and take action in their own communities. Greater access to environmental data, for example, will help citizens learn about pollution in their communities, provide information about local conditions back to government and empower people to protect themselves.

Schon bislang war in den USA Usus, dass alle von öffentlichen Einrichtungen produzierten Inhalte unter einer offenen Lizenz (“Public Domain”) veröffentlicht wurden. Bei uns ist das für gewöhnlich Ermessenssache der Behörde, und die Beamtenschaft macht auch oft nicht den Eindruck, als würde sie sich diesbezüglich der Öffentlichkeit verpflichtet fühlen. Was Obama, so wie ich das verstehe, fordert, ist eine “Public API”, eine Schnittstelle, über die die Öffentlichkeit Daten beziehen könnte – und zwar in standardisierten Formaten wie XML und in Echtzeit. Man stelle sich vor: (Anonymisierte) Daten aller Standesämter als RSS-Feed! Oder die der Spitäler! Krankenkassen! Polizeidienststellen! Stadtgärtnereien! Schulen! Der gläserne Staat würde Wirklichkeit – und Mashups ohne Ende.

Auch der Rest von Obamas Programm ist spannend (Stichworte: Datenschutz, Net Neutrality, $160 Mrd. für “Clean Energy”, Patent-Reform, Reform der Mobilfunklizenzvergabe) aber leider relativ unverbindlich. Trotzdem: Ein ähnlich progressives und modernes Wahlprogramm sucht man hierzulande vergeblich.


 

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3 Comments
#17599 christian says on November 19, 2007 at 12:46 am
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leider ohne jegliche chancen, aber der beeindruckendste kanditat der primaries ist kucinich. wahrscheinlich gerade weil seine position so aussichtslos ist, kann er sich noch den luxus leisten und dinge beim namen nennen…
http://www.youtube.com/watch?v=gGwwovW_t4s
obama präsident, kucinich vice, würde der welt gut tun.

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#61516 Nachbetrachtung PolitCamp Graz · Helge's Blog says on June 4, 2008 at 9:24 pm
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[…] Bedeutung der Verfügbarkeit und Aufbereitung von “Public Data”. Darüber habe ich im Rahmen der Betrachtung von Obamas Wahlprogramm schon mal gebloggt. In der Session saß auch Christoph Chorherr, den ich als einzigen anwesenden […]

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#81808 renoip says on August 24, 2008 at 1:09 am

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